Asbest in Gipsputz

  • Liebe Forumsmitglieder,


    für eine evtl. erforderliche Brandschutzsanierung muss vermutlich eine alte Gipskartonwand eingerissen werden. Ein erstes "Guckloch" wurde durch die Firma bereits geschnitten.


    Es handelt sich um ein kleines Mehrfamilienhaus, Bauzeit 1953-55. Durch das Guckloch sieht man, dass es sich um eine Art Gips-/Strohputz handelt. Meine große Sorge ist nun, dass im Gips damals Asbestfasern eingemischt wurden und durch das Aufsägen bereits eine größere Freisetzung von Fasern stattgefunden haben könnte.


    Muss ich mir Gedanken machen? Macht es Sinn, vor weiteren Schritten eine Analyse durchführen zu lassen?

    • Offizieller Beitrag

    Das Bild zeigt keine Gipskartonplatten, sondern verputzte Schilfrohrmatten, welche in D mind. bis in die 1960er Jahre eingesetzt wurden.


    Putz mit Asbestfaserbeimengungen wurden meines Wissens ebenfalls mind. bis in diese Zeit eingesetzt.


    Es gilt, was immer gilt, siehe oben in diesem Unterforum: Ferndiagnosen sind nicht möglich, auch nicht bei Dir! Ich empfehle eine Laboruntersuchung.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Muss ich mir Gedanken machen? Macht es Sinn, vor weiteren Schritten eine Analyse durchführen zu lassen?

    zu 1.) vermutlicj nein

    zu 2.) Ja, sonst wirst Du keine Ruhe finden.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Das Bild zeigt keine Gipskartonplatten, sondern verputzte Schilfrohrmatten, welche in D mind. bis in die 1960er Jahre eingesetzt wurden.


    Putz mit Asbestfaserbeimengungen wurden meines Wissens ebenfalls mind. bis in diese Zeit eingesetzt.


    Es gilt, was immer gilt, siehe oben in diesem Unterforum: Ferndiagnosen sind nicht möglich, auch nicht bei Dir! Ich empfehle eine Laboruntersuchung.

    Die werden wir jetzt angehen.


    Wie hoch schätzen Sie das gesundheitliche Risiko ein..? Wenn man sich in das Thema einliest, könnte man meinen eine Asbestose oder Mesotheliom ist jetzt absolut erwartbar in 20-30 Jahren.


    Andererseits sage ich mir: wie viele Menschen bohren, klopfen Schlitze, reißen Tapeten von der Wand, dass der Putz nur so rieselt, klopfen Fliesen weg in altem Häusern, ohne sich je Gedanken über Asbest zu machen (allein im Freundeskreis fallen mir spontan 3 Fälle ein). Wenn es nach einmaligem Kontakt so unbedingt tödlich wäre wie teilweise beschrieben, müsste es doch weit mehr Fälle geben. Allein sämtliche Handwerker wären betroffen.

    Mache ich mir zu viele Sorgen?

  • Der Hintergrund der zweiten Frage war: angenommen es war Asbest dabei , was wir alle nicht genau wissen... wie sähe es dann gesundheitlich aus? Ich mache mir wirklich große Sorgen.

    • Offizieller Beitrag

    Wie hoch schätzen Sie das gesundheitliche Risiko ein..?

    Garnicht.


    Wirklich alle wesentlichen Informationen stehen hier. Das dort Geschriebene gilt immer, für alle, auch für Dich.


    Das Risiko von Krebserkrankungen nach Kontakt mit Asbestfasern wird u.a. an den Jahren des arbeitstäglichen Kontakts mit dem freigesetzten Material gemessen, also in „Expositionsjahren“ oder „Asbestjahren“. Das sind grob 8 Stunden x 20 Werktage x 11 Monate = 1.760 Arbeitsstunden pro Jahr, in zehn Jahren also rund 16.000 Stunden.

    Wenn es nach einmaligem Kontakt so unbedingt tödlich wäre wie teilweise beschrieben, …

    Welche seriöse Quelle schreibt was wo?

    Mache ich mir zu viele Sorgen?

    Wahrscheinlich.


    Es macht einen gewaltigen Unterschied um fast den Faktor 2.000 einer gefährlichen Substanz in der Atemluft pro Jahr für eine Stunde oder für 1.700 Stunden ausgesetzt zu sein.

  • Danke für die etwas beruhigenden Infos... ich war vor allem etwas erschrocken als ich nachgelesen habe was das alles bedeuten kann.


    Bei "Netdoktor", das ich nun schon als seriös einschätze, steht z.B. : "30 Faserjahre lösen bei fast jedem Betroffenen eine Asbestose aus. Das Pleuramesotheliom kann aber auch schon durch eine geringe Asbestbelastung verursacht werden."


    Dazu kommt noch, dass ich vor einiger Zeit bei meinen Großeltern nach einer Baumaßnahme in Folge eines Wasserrohrbruchs im Bad Staub gewischt hatte. Was da ggf. freigesetzt wurde (70er Jahre-Haus), war bisher auch nie Thema. Zum Glück hatte ich, Coronabedingt, wenigstens eine FFP2-Maske auf.


    Aber wie oft wird das oder ähnliches jeden Tag gemacht in Deutschland... wäre es so ein riesiges Thema, gäbe es deutlich mehr Fälle an Mesotheliomen usw. denke ich... trotzdem: ein ziemlich ungutes Gefühl bleibt...

  • Bei "Netdoktor"..........30 Faserjahre

    die beste information nutzt nichts , wenn man sie nicht richtig zuordnen kann.

    30 faserjahre bedeutet nicht , dass wenn man am 30sten geburtstag eine faser sieht wird man krank....:P


    einmal badwischen ergibt auch keine jahre höchstens minuten vielleicht eine stunde ....

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

    • Offizieller Beitrag

    Bei "Netdoktor", das ich nun schon als seriös einschätze, steht z.B. : "30 Faserjahre lösen bei fast jedem Betroffenen eine Asbestose aus. Das Pleuramesotheliom kann aber auch schon durch eine geringe Asbestbelastung verursacht werden."

    Bei Dir geht es um eine Arbeitsstunde (= Asbeststunde), vielleicht auch zwei. In 30 Arbeitsjahren kommen aber (s.o.) rd. 3 x 16.000 = 48.000 Asbeststunden zusammen. Die Belastung ist aus

    ... 30 Faserjahre ...

    also um den Faktor 24.000 - 48.000 höher als bei Dir. Ja, bei arbeitstäglicher Exposition ist Asbest sehr gefährlich, bei Dir aber eher nicht, weil Du bei ein- oder zweimaliger Exposition dem gegenüber ein um den Faktor 48.000 verringertes Risiko hast. Die Wahrscheinlichkeit, dass Dein Leben durch einen tödlichen Verkehrsunfall endet, liegt übrigens bei 1:16.000 - habe ich gelesen. Reicht Dir das an Vergleichen?

  • Danke für die vielen Antworten. Das hilft.


    die beste information nutzt nichts , wenn man sie nicht richtig zuordnen kann.

    Das Zitat war mehr auf die zweite Aussage bezogen, dass für ein Mesotheliom z.B. schon eine geringe Belastung ausreicht. Generell ist bei mir der Satz hängengeblieben: "Eine Faser reicht".


    Die Wahrscheinlichkeit, dass Dein Leben durch einen tödlichen Verkehrsunfall endet, liegt übrigens bei 1:16.000 - habe ich gelesen.

    Da ich jeden Tag allein 100km Autobahn fahre, dürfte das Risiko dass es mal danebengeht bei mir sogar noch höher liegen... von daher, leuchtet das ein. Danke.