Angebot unklar - 1 falsches Fenster

  • Hallo,


    ich hoffe, ich bin hier nicht falsch mit meiner Frage.

    Wir renovieren ein bestehendes Haus und haben einen Dachdecker hier gehabt, weil wir 1 zusätzliches zu 8 vorhandenen Fenstern im Dachgeschoss wollten.


    Das Angebot kam, wurde von uns angenommen und die Handwerker waren heute da.

    Jetzt wurde aber ein weißes Kunststofffenster eingebaut, alle übrigen Fenster im DG sind Holzfenster. Als der Dachdecker hier war, haben wir mehrfach betont, es soll das gleiche Fenster sein, wie die bereits bestehenden. Das sollte kein Problem sein, denn es sind alles Velux Fenster.


    Im Angebot steht das Fenster aber nur mit einer kryptischen Typbezeichnung drin, die offensichtlich auf das weiße Kunststofffenster verweist.


    Nach Reklamation wurde ich abgewimmelt mit "das steht so im Angebot" und "stört Sie das eigentlich wirklich, weiße Fenster sehen doch eh viel schöner aus".


    Meine Frage: Habe ich irgendeine Möglichkeit hier ein richtiges Fenster oder einen Preisnachlass zu bekommen? So sieht es wirklich blöd aus und ist auch nicht das was mündlich vereinbart wurde. Bin ich tatsächlich als Laie verpflichtet die technische Typbezeichnung zu prüfen?


    Danke für eine Antwort/ Erfahrung oder einen Tipp!


    Viele Grüße

    • Offizieller Beitrag

    Jetzt wurde aber ein weißes Kunststofffenster eingebaut, alle übrigen Fenster im DG sind Holzfenster.

    Welche Nutzung hat der Raum, in welchen das neue Fenster eingebaut wurde?

    • Offizieller Beitrag

    Es ist unser Schlafzimmer/ Arbeitszimmer .

    Für Räume mit erhöhtem Feuchtigkeitsanfall - und dazu gehören gerade Schlafzimmer - sind Holzfenster ungeeignet. Velux rät von deren Einsatz in solchen Räumen nachdrücklich ab und empfiehlt dort den ausschließlichen Einsatz von Kunststofffenstern. Fachlich ist der Einsatz des Kunststofffensters also nicht zu bemängeln. Sinnvoll wäre es natürlich trotzdem gewesen, auf die erforderliche Abweichung hinzuweisen.

  • Naja, ob das sinnvoll ist oder nicht war ja nicht meine Frage. Wir haben im ganzen Haus Holzfenster, was bisher in 60 Jahren in denen das Haus steht zu keinem Problem geführt hat.


    Es war mündlich verabredet Holzfenster - die gleichen wie die 8 bestehenden, die bereits verbaut waren - im Angebot war aber fehlerhaft ein weißes Kunststofffenster enthalten, das von uns als solches nicht erkannt werden konnte, weil bloß die technische Typbezeichnung da steht und nirgends für einen Laien ersichtlich, um was für ein Fenster es sich handelt.


    Meine Frage ist, ob wir eine rechtliche Handhabe haben.


    danke nochmal, viele Grüße

    • Offizieller Beitrag

    Ob es für mündliche Abreden, die nur von einer Seite behauptet werden, eine rechtliche Handhabe gibt, kann nur ein Jurist und der auch nur mit Unsicherheitsfaktor beantworten.

    Sind denn im gleichen Raum weitere Dachflächenfenster und diese aus Holz? Das wäre ein Argument für Holz. Von Außen dürfte es im geschlossenen Zustand nicht erkennbar sein, woraus die Fenster gefertigt sind.

  • danke für eure Antworten, ich werde mir eine Rechtsberatung gönnen ☺️


    Die 8 Bereits verbauten Fenster sind alle von Velux und alle im Holzdesign. Ob die Nun wirklich auch aus Holz sind, kann ich ehrlich gesagt gar nicht beurteilen und darum geht es mir auch nicht.

    Das Fenster, das im gleichen Raum verbaut wurde, ist genau das gleiche Fenster wie die anderen, also auch Velux, die gleiche Größe, bloß halt weis und Kunststoff. Was eben jetzt echt blöd aussieht und so nicht abgesprochen war.
    es stimmt natürlich, wir hätten diese Bezeichnung googeln können, aber auf die Idee sind wir gar nicht gekommen.


    für alle die sich wundern, das DG wurde nachträglich ausgebaut, daher gibt es alle diese Fenster noch.


    meine Hoffnung war, jemanden zu finden, dem ähnliches passiert ist.

    • Offizieller Beitrag

    Mit meiner Frage nach weiteren Fenstern im GLEICHEN Raum, in dem auch das monierte Fenster verbaut ist, hatte ich versucht, Dir Argumente für die Unzumutbarkeit des Anblicks auf die Zunge zu legen, aber Du bist vermutlich bereits so auf Krawall gebürstet, dass Argumente nichts bewirken. Du suchst offensichtlich nur nach Bestätigungen für Deine Rechtsauffassung.

    Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg, auch wenn ich befürchte, dass Du nur unnötige Kosten verursachen wirst.

  • Selbst ein ähnlicher Fall wird in D nichts bringen.


    Nach unserem Rechtssystem ist das immer der Bewertung durch das Gericht vorbehalten. Und Gerichte sind frei in ihren Entscheidungen. Das Ergebnis kann variieren von 0-100 % ist alles möglich:

    Man kann 100 % Recht bekommen

    Der Richter kann einen Vergleich durchsetzen: 50-50% (ist Richters Liebling: Wenig Arbeit und sieht gut in der Akte aus)

    Oder er sagt: Selbst schuld, 0 %

    Dein Anwalt wird sich bei dem Streitwert richtig reinhängen (Ironie). Vermutlich wird es am Ende nicht mal revisionsfähig sein, wenn man den Wahnsinn auf die Spitze treiben möchte.

    Kostenloser Tipp: Das sieht sich weg, spar die Lebenszeit, darum zu streiten.


    Wir haben ein anderes Rechtssystem als England oder Amerika. Ein Urteil durch Verweis: Amtsgericht Musterstadt, Fall xyz, das will ich auch, gibt es in D nicht. Dies wird erst gaaanz zaghaft durch die neuen Musterfestellungsklagen getestet.

    Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten. 8o

    • Offizieller Beitrag

    Die 8 Bereits verbauten Fenster sind alle von Velux und alle im Holzdesign. Ob die Nun wirklich auch aus Holz sind, kann ich ehrlich gesagt gar nicht beurteilen und darum geht es mir auch nicht.

    Aller Wahrscheinlichkeit nach also Kunststoffenster foliert. Das ist aber leicht zu erkennen. Gut möglich, dass die Artikelnummern ähnlich sind, da müsste man schon sehr genau aufpassen um zu erkennen, dass die Artikelnummer zu einem Fenster in "weiß" gehört.


    Du schreibst immer, dass das (mündlich) anders vereinbart war. Hast Du dafür einen Nachweis? Zeugen? Das würde Deine Position schon mal stärken, und wenn der Handwerker sowieso vor Ort war, dann wusste er ja wie die vorhandenen Fenster aussehen. Ich vermute der hat einfach nur falsch bestellt und möchte den Fehler jetzt auf den Kunden abwälzen. Wenn er so auf sein Angebot pocht, dann würde ich dieses mal genau prüfen lassen, wer weiß was für Fehler da allgemein drin stecken. Es wäre auch zu prüfen, wie genau beauftragt wurde. Ebenso mündlich? Wenn man erst einmal anfängt Korinthe....... da findet sich etwas. Aber das ist dann ein Spielfeld für Juristen.

  • Aller Wahrscheinlichkeit nach also Kunststoffenster foliert.

    velux hat glaube ich nur Holzfenster. Entweder ohne Beschichtung (sieht aus wie Holz und ist es auch) oder mit weißer PU Beschichtung (sieht aus wie Kunststoff hat aber einen Holzkern).

  • Tatsächlich ist es wie R.B. schreibt. Als Laie muss ich eine solche Beschreibung nicht verstehen und damit gelten mündliche Abreden. im Zusammenhang damit, dass der Handwerker vor Ort war, hätte er sogar fragen und hinweisen müssen (Sorgfaltspflicht). Unser BGB regelt das auch sehr schön und eindeutig.


    Es hat aber nichts mit Krawall zu tun, sondern war bloß eine Frage nach Recht. Ob und wie wir das mit dem Handwerker lösen, ist ja auf einem völlig anderen Blatt geschrieben.


    schade, dass Menschen sich durch eine Frage direkt provoziert fühlen.

    Ich schließe das hier und gehe beim nächsten Mal direkt zur Beratung und lasse die Schwarmintelligenz unberührt.✌️

    • Offizieller Beitrag

    und damit gelten mündliche Abreden.

    Mündliche Vereinbarungen sind aber immer mit Vorsicht zu genießen. So lange sich beide Seiten einig sind ist alles kein Problem, aber man glaubt gar nicht, wie vergesslich Menschen sein können wenn es um mündliche Vereinbarungen geht. Deswegen auch meine Frage nach einem Nachweis. Wenn ich in 30 Jahren Selbständigkeit etwas gelernt habe, dann "ohne Nachweise hat man schlechte Karten". Bei mir werden deswegen wichtige mündliche Vereinbarungen immer im Anschluss daran schriftlich fixiert.

    • Offizieller Beitrag

    Naja, ob das sinnvoll ist oder nicht war ja nicht meine Frage.

    Das habe ich verstanden. Der Einbau eines Holzfensters wäre hier aber fachtechnisch falsch gewesen. Ein fachlich falsches Vorgehen lässt sich über das Wundermittel "a.R.d.T." nicht durchsetzen. Mündliche Absprachen sind vor Gericht nur sehr wenig wert, wie bereits geschrieben wurde. Als Dachdecker würde ich Dir ein DFF aus Holz nur bei Gewährleistungsfreistellung einbauen. Ach ja, billiger sind die aus Kunststoff übrigens auch nicht.