• Hallo liebe Experten,


    zunächst ein großes Kompliment an euch fleißige Ratgeber in diesem Forum, ich finde es großartig dass durch die Hilfsbereitschaft und den Austausch hier eine Menge an Baufehlern, zeitlichen Verzögerungen und letztlich auch finanziellen Problemen vermieden wird. Ich werde versuchen, meine Erfahrungen künftig auch hier mit anderen Bauschaffenden zu teilen...


    Bei mir geht es um die private Bebauung eines 1174m2 Grundstücks in Hessen mit B-Plan (es gibt zwei Baufenster, eines soll so nachverdichtet werden dass bis zu 4 WE als RH entstehen zum Zwecke des Verkaufs/Vermietung und im zweiten Baufenster soll ein DH entstehen, das ich mit meiner Familie privat bewohnen möchte).


    Meine Frage lautet wie folgt: Welche Ideen/Vorschläge für die Schaffung der notwendigen Stellplätze (hier 12 Stück) habt ihr unter Berücksichtigung des B-Plans (40% Grünfläche!) sowie der Stellplatzverordnung und der GaragenVO?


    Mein aktueller Stand ist, dass ich nicht um eine Tiefgarage herum komme, da auch in 100m Entfernung keine anderweitigen (Teil-) Grundstücke zum Stellplatznachweis vorhanden sind.


    Mir liegen bereits zwei Entwurfsvarianten eines Archi vor (1x TG mit Rampe und 1x TG mit Autoaufzug), mich überzeugt dies jedoch noch nicht ganz bzw. mich interessiert eure geschätzte zweite Meinung, ob es nicht noch bessere Varianten/Ideen gibt ;)


    Die Detailfragen für mich sind momentan:


    - Die Variante Rampe funktioniert so wie im Entwurf gezeichnet wegen der fehlenden Zufahrt für Feuerwehr/Rettungswagen in das hintere Baufenster m. E. nicht und reduziert auch die WFL im vorderen Baufenster erheblich


    - Die Variante Autoaufzug ist sehr teuer im Bau


    - Meine Idee wäre eine kürzere, steilere Rampe (max. 20%) vor H1-H4 in Kombination mit einer Kleingarage (100m2) und Duplexparkern, da dies lt. GaragenVO so zulässig wäre. Hierdurch könnten im Idealfall bis zu 8 TG-Stellplätze (zB 4 Duplexparker) nachgewiesen werden und die restlichen 4 könnte man ohne gegen die 40%-Grünflächen-Regel aus dem B.Plan zu verstoßen oberirdisch nachweisen. Platztechnisch wird das natürlich alles sehr knapp mit der 100m2 Grenze.


    Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir hier weiterhelfen könntet.


    LG Criscros82

    • Offizieller Beitrag

    Moin,


    ich finde beide Varianten "schwierig".


    Mit dem Autoaufzug wird es auch mehr als eng. Wie kommen die Nutzer zu den Stellplätzen. Die Fahrgassenbreite sollte nach Möglichkeit etwa 6,50m, muss aber mind. 6m breit sein. Beim Ausfahren aus dem Aufzug bleiben genau zwei Stellplatzbreiten. Selbst wenn diese 3m breit wären (sind sie das?), wären es gerade einmal 6m zum Wenden. Und man kann aus dem Aufzug ja nicht gleich mit voll eingeschlagenem Lenkrad ausfahren, sondern muss diesen erst einmal gerade verlassen. Auch scheint die Fahrgasse schmaler zu sein als die Stellplätze tief sind. Entweder sind das also sehr tiefe Stellplätze (über 6m?) oder die Fahrgasse ist schlichtweg zu schmal. Schnippel mal ein Auto aus Papier aus (also einfach ein maßstäbliches Rechteck) und versuche da aus dem Aufzug rauszukommen.


    Die Rampenvariante könnte zumindest funktionieren. Jedoch hat der Planer in der Dachaufsicht diese einfach weggeschummelt. Es muss einem schon bewusst sein, dass dort ein riesiges Loch, wie eine Wunde im Grundstück klafft. Auch hier ist die Fahrgassenbreite eher untergroß. Das ließe sich aber recht leicht korrigieren. Den Wohnwert der Reihenhäuser 1 - 4 mit ihrem (geschätzt) 3 m tiefen Garten würde ich aber nicht allzu hoch bewerten. Und ob die GRZ, die im B-Plan mit 0,4 angegeben ist, einzuhalten sein wird...muss man überprüfen.


    Wie wäre es alles etwas weniger verdichtet zu beplanen?

  • Das Baugebiet wurde für EFHs geplant und eingerichtet. Rundherum sind nur EFHs. Und Du willst ein MFH darauf errichten? Bin gespannt ob man überhaupt alle Rahmenbedingungen einhalten können wird.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

    • Offizieller Beitrag

    Meine Idee wäre eine kürzere, steilere Rampe (max. 20%)

    Ist das nicht ein bisschen steil? Für einen Traktor sicherlich zu befahren, es gibt aber auch PKW mit weniger Bodenfreiheit. Wenn Du die Rampe dann am Übergang angelichen musst, kostet das auch wieder ein paar Meter.

  • Das Baugebiet wurde für EFHs geplant und eingerichtet. Rundherum sind nur EFHs. Und Du willst ein MFH darauf errichten? Bin gespannt ob man überhaupt alle Rahmenbedingungen einhalten können wird.

    Es sollen Reihenhäuser werden und dies ist lt B-Plan ja auch nicht unzulässig.


    Welche Rahmenbedingungen meinst du denn (mal abgesehen von der ja hier thematisierten Herausforderung der Stellplätze)?

  • Ist das nicht ein bisschen steil? Für einen Traktor sicherlich zu befahren, es gibt aber auch PKW mit weniger Bodenfreiheit. Wenn Du die Rampe dann am Übergang angelichen musst, kostet das auch wieder ein paar Meter.

    Nun ja, es gibt in der direkten Umgebung überall kurze, recht steile Rampen von teils neuen MFH (länge zB 10-15m), aber diese verstoßen m. E. zumindest im Falle einer Mittelgarage (>100m2) gegen die GaragenVO. Deshalb die Idee mit einer Kombination aus unterirdischen Stellplätzen in einer TG (Kleingarage) und oberirdischen Stellplätzen.


    Aber ich gebe dir/euch recht, natürlich muss das auch alles einer Schleppkurvenanalyse (vorwärts/rückwärts) standhalten

  • Moin Thomas,


    vielen Dank für deine Einschätzung.


    Ich werde die von dir genannten Abstandsmaße nochmal prüfen.


    Die Aufzugslösung ist ja auch aus Kostengründen nicht gerade der Favorit.


    Bei der vom Archi entworfenen Rampenlösung besteht zudem noch das Problem Zufahrt Feuerwehr zu den hinteren DHH. Auf Nachfrage hatte der Archi mir dazu mitgeteilt „Dies müsste zwischen Haus und TG Ausfahrt als Behelfszufahrt/Notzufahrt eingeplant werden“. Aber das geht dann natürlich auch wieder sehr zu Lasten der Wfl für H1-H4.


    Wäre denn die Idee mit kurzer, steiler Rampe vor H1 und Kleingarage (100m2) ggf umsetzbar? Auf jeden Fall ist der Bestand dort schonmal überall unterkellert ;)


    Oder gibt es vielleicht noch andere Ansätze?


    Auf eine weniger dichte Beplanung würde ich aus Wirtschaftlichkeitsgründen (insbesondere wegen der hohen Grundstückskosten) nur äußerst ungerne umschwenken.


    Und klar, der Vorgarten bei H1-H4 ist eher ein Grünstreifen, aber es wird zum Ausgleich eine schöne Loggia an der Terrasse sowie eine Dachterrasse geben, und das bietet deutlich mehr Wohnwert als eine ETW in einem MFH an der Hauptstraße mit Balkon ;) Ist halt immer die Frage mit was man es vergleicht und zu welchen Konditionen es dann letztlich angeboten wird.

  • So wie ich das sehe, ist die Version mit Aufzug nicht befahrbar. Man wird bestenfalls mit dem Auto aus dem Aufzug herauskommen und steht dann direkt vor der Wand.

    Ja, verstanden. Mein Hinweis mit der Schleppkurve bezog sich auf die von mir formulierte Idee mit der Rampe vor H1 (quasi parallel zu den davor befindlichen öffentlichen Stellplätzen, so wie in dem Foto mit der Schleppkurve bereits skizziert)

    • Offizieller Beitrag

    so wie in dem Foto mit der Schleppkurve bereits skizziert)

    Auf diesem Screenshot fährt das Auto aber gar nicht bis zum Rampenfuß, sondern stürzt sich kühn schon vor Ende der Rampe in die Tiefe. Stunt-Garage?


    Tiefgaragen sind aus meiner Sicht selten wirtschaftlich. Je kleiner, desto schlimmer. Teilen sich zB 20 Autos eine Zufahrtsrampe (rein kalkulatorisch) und ein TG-Tor usw., dann ist das anteilig natürlich günstiger als wenn es durch 4 Parteien geteilt wird.


    Bitte auch berücksichtigen, dass Tiefgaragen entlüftet werden müssen (Abgase!). Auch dafür gibt es Regeln und es bedeutet idR, dass große Entlüftungsteile oberirdisch sichtbar sein werden. Diese schränken dann die Nutzung zusätzlich ein.


    nd klar, der Vorgarten bei H1-H4 ist eher ein Grünstreifen, aber es wird zum Ausgleich eine schöne Loggia an der Terrasse sowie eine Dachterrasse geben,

    Das hört sich nach einer hohen Bebauung an EG- OG - DG...? Geht das mit den Abstandsflächen, die sicherlich auch in Hessen einzuhalten sind.

  • Das hört sich nach einer hohen Bebauung an EG- OG - DG...? Geht das mit den Abstandsflächen, die sicherlich auch in Hessen einzuhalten sind.

    Ja das haut rechnerisch hin mit EG/OG/DG (als Staffelgeschoss) und dem vorgesehenen 3m Abstand

  • drehscheibe, sag ich doch... aber 6 stellplätze plus drehscheibe bekommst du niemals auf 100m2 hin.

    naja, zumindest in diesem Referenz-Layout wären es nach meiner Berechnung tatsächlich ca. 100m2 Fläche falls ich nichts falsch gemacht habe.


    Aber genau so kann ich es ja wohl leider nicht 1:1 umsetzen auf meinem Grundstück, weil die Rampeneinfahrt ja sonst wegen der Grundstücksgrenze noch kürzer und viel zu steil wäre.

  • Auf einer Stellfläche von 2x 2,5x5m kannst du ja mal zwei Standard-Mittelklasse SUV (Skoda Kodiak 4,7mx2m oder dgl) nebeneinander versuchen einzuparken... und dann durch die Heckklappe aussteigen.

    • Offizieller Beitrag

    Deine Drehscheibe mit 4.50 länge ist ja auch lustig. Ein Golf Variant ist vermutlich länger. Und so ein paar cm Platz zum rangieren wird ja auch überbewertet...

    Es reicht ja, wenn die beiden Achsen mit den Rädern darauf Platz finden. :D

  • Ohne ein mechanisches Parksystem wird man da auf keine Lösung kommen. Es gibt nun mal Grenzen. Wird teuer. Also entweder ein EFH oder von mir aus auch zwei, oder teures Parksystem mit entsprechenden Luxuswohnungen, damit sich das auch lohnt.


    Die Quadratur des Kreises wirst Du nicht hin bekommen. Sorry für dich. Ich kann verstehen, dass man aus einem Grundstück das Maximum heraus holen will. Aber irgend wann geht einfach nicht mehr als nen EFH oder DH.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Auf einer Stellfläche von 2x 2,5x5m kannst du ja mal zwei Standard-Mittelklasse SUV (Skoda Kodiak 4,7mx2m oder dgl) nebeneinander versuchen einzuparken... und dann durch die Heckklappe aussteigen.


    Ich bin hier nur von den Mindestmaßen lt Stellplatzverordnung ausgegangen.


    Vielen Dank für dein Feedback, auch wenn ich nicht verstehe warum man gleich ironisch werden muss.

  • Deine Drehscheibe mit 4.50 länge ist ja auch lustig. Ein Golf Variant ist vermutlich länger. Und so ein paar cm Platz zum rangieren wird ja auch überbewertet...

    Auch danke für den Hinweis, es werden in der Tat häufig genug Drehteller mit 4,50-5,00m Durchmesser verbaut. Der Drehteller soll ja gerade das rangieren so gut wie überflüssig machen ;) ..aber ich verstehe, dass man hier nicht zu knapp planen sollte

  • Auch danke für den Hinweis, es werden in der Tat häufig genug Drehteller mit 4,50-5,00m Durchmesser verbaut. Der Drehteller soll ja gerade das rangieren so gut wie überflüssig machen ;) ..aber ich verstehe, dass man hier nicht zu knapp planen sollte

    Der Drehteller mit 4,50m Durchmesser ist sicher nicht das Problem. Aber drumherum brauchts auch Platz.

    Bei einem Auto mit 5m sind 50cm vorne und hinten sicher nicht zu großzügig. Und schon bist du bei 36qm und nicht 16 laut Zeichnung deiner Smart-Garage.

  • Ich wundere mich langsam, dass es nun schon zwei Stränge hier gibt, bei denen angeblich ein Architekt in der Planung involviert ist und bei denen in beiden Fällen keine gebrauchstaugliche Tiefgarage zustande kommen will.


    Erdaushub berechnen - Baugrube und Erdarbeiten - Fragen rund ums Bauen? Frag die Experten (expertenforum-bau.de)

    Lieber Thomas,


    da muss ich korrigieren, nur die Ausgangsidee (siehe PDF Rampe vs Aufzug) stammt aus der Architekten-Feder. Die anderen Überlegungen/Skizzen stammen „nur“ von mir.


    Aber in der Tat, das ganze steht und fällt m. E. mit einer guten/durchdachten Garagenplanung. Und das ist gar nicht mal so trivial, da es so viele Aspekte (rechtlichen und praktische) zu beachten gilt…

  • Ohne ein mechanisches Parksystem wird man da auf keine Lösung kommen. Es gibt nun mal Grenzen. Wird teuer. Also entweder ein EFH oder von mir aus auch zwei, oder teures Parksystem mit entsprechenden Luxuswohnungen, damit sich das auch lohnt.


    Die Quadratur des Kreises wirst Du nicht hin bekommen. Sorry für dich. Ich kann verstehen, dass man aus einem Grundstück das Maximum heraus holen will. Aber irgend wann geht einfach nicht mehr als nen EFH oder DH.

    Danke dir, Frau Maier, für den Beitrag! Ich kann deine Argumentation absolut nachvollziehen, ich hoffe trotzdem dass noch eine Lösung in Form einer Kombination aus TG (ca. 8-9 Stellplätze inkl Duplexparker) + oberirdische Stellplätze (ca. 3-4) möglich ist. Vielleicht bekomme ich auch 1 oder 2 Stellplätze doch noch auf einem anderen nahegelegenen Grundstück unter. Es geht mir auch primär um den „Nachweis“, da sich ja direkt vor dem Grundstück mehrere öffentliche Stellplätze befinden, und auch die Straße allgemein sehr breit ist und es dort kein Parkverbot für das Parken an der Straße gibt. Einen Stellplatz-Engpass gibt es also zumindest faktisch eher nicht.