Umbau Pufferspeicher LWWP

  • Hallo zusammen,


    in meine Heizungsanlage wurde ein kleiner 60 Liter Pufferspeicher montiert. So wie ich es sehe, wurde dieser parallel und nicht wie eigentlich vorgesehen in den Rücklauf gesetzt. Dadurch sind die Laufzeiten der Anlage trotz einiger Optimierungen auch leider relativ kurz und kommt so wie ich es als Laie sehe, einem Kurzschluss gleich. Die Einzelraumregelungen habe ich bereits entfernt, sodass die FBH mit einem konstanten Durchfluss läuft. Da ich kein Fachmann bin und mir den Umbau in den Rücklauf der Anlage ersparen möchte, würde mich interessieren, ob dieser Speicher überhaupt benötigt wird. bzw. die Anlage auch ohne diesen korrekt funktionieren würde. Ich habe bereits oft gelesen, dass die Hersteller einen solch kleinen Pufferspeicher empfehlen, damit das Abtauen im Winter gewährleistet wird. In der Praxis wird dieses wohl aber kaum noch gemacht, da der Estrich ausreichend Puffer bietet (?).

    Vielleicht könnt Ihr mir da ein wenig helfen.



    Vielen Dank!

  • Einen Parallelpuffer würde ich jederzeit einem Puffer im Rücklauf (mit Überströmventil) bevorzugen. Er dient der Entkopplung zwischen WP Kreis und Heizkreis, so dass bei unterschiedlichem Volumenstrom ein Ausgleich über den Puffer stattfindet. Bei einer geringen Heizlast bzw. geringem Wärmebedarf führt das natürlich zu kurzen Taktzeiten. Das wäre aber auch der Fall wenn der Puffer im Rücklauf wäre, und mangels Durchfluss das Überströmventil aktiviert würde.


    Ob in Deinem Fall ein Pufferspeicher erforderlich ist, das kann man so nicht sagen. Zuerst einmal müsste man wissen was für eine WP an der Anlage hängt, welche Heizlast, wie die FBH Kreis dimensioniert wurden usw. Das ist nichts was man an einer einzelnen Zahl festmachen kann.

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  • Leider kann ich zur Heizlast und FBH Kreis keine gescheite Antwort geben. Es handelt sich jedoch um eine Novelan LAD7 LWWP aus dem Jahr 2013.

    Ein Überströmventil ist ja auf Grund des Parallelpuffers nicht verbaut worden. Da nun keine ERR mehr verbaut sind, wird dies ja auch nicht mehr benötigt (vermute ich mal). Anbei eine Zeichnung der Hydraulik.


    Mein Plan wäre nun:

    Den Puffer zu entfernen.

    Die beiden Leitungen zum Puffers mit einem Stopfen zu verschließen.

    Die obere Pumpe im Vorlauf zu entfernen und durch ein Passstück zu ersetzen.

    Und die Interne Pumpe im Hydraulikmodul der LAD als Hauptpumpe nutzen.

    Theoretisch wäre dies doch ohne großen Aufwand möglich und könnte im Falle eines Falles auch wieder sehr schnell umgebaut werden. Oder?

  • Hast Du eine LAD7 oder eine LAD7RX ?


    Gehen wir davon aus, dass es sich um eine LAD7 handelt, dann könnte man auf den Puffer verzichten, vorausgesetzt man schafft es die 1.200Liter/h Mindestdurchfluss zu gewährleisten. Nominal möchte die LAD7 1.600Liter/h. Ob das bei Deiner Hydraulik funktioniert? Keine Ahnung, dazu bräuchte man mehr Informationen zu den FBH Kreisen. Unnötig zu sagen, dass dadurch der Abgleich erschwert wird.

    Dadurch sind die Laufzeiten der Anlage trotz einiger Optimierungen auch leider relativ kurz

    Was verstehst Du unter "relativ kurz"? Bei einer LWP ohne Leistungsregelung sind die Taktzeiten gerade während der Übergangszeit relativ kurz, das ist konzeptbedingt und lässt sich kaum vermeiden. Bei Außentemperaturen von +5°C bis +10°C liefert die LAD7 zwischen 8kW und 10kW, während das Haus gerade mal die Hälfte der Heizleistung gem. Heizlastermittlung benötigt, oder noch etwas weniger.


    Bevor wir nun in die falsche Richtung suchen, Welches Problem hat die Anlage?


    In der Praxis wird dieses wohl aber kaum noch gemacht, da der Estrich ausreichend Puffer bietet (?).

    Na ja, der Estrich kann schon puffern, aber das wird gerne mal überschätzt. Ein typischer Anhydritestrich mit um die 50mm DIcke kommt auf ca. 30Wh/m²K. Nehmen wir mal an, die FBH läuft in der Übergangszeit mit um die 25°C mittl. Heizwassertemperatur, dann wären das bei 20°C RT gerade mal 5K, der Estrich "puffert" somit 150Wh pro m². Wie schnell er die zur Verfügung stellen kann, da kommen dann noch Wärme- und Temperaturleitfähigkeit mit in´s Spiel.

    Wieviel Energie die WP zum Abtauen benötigt, das hängt von den Umgebungsbedingungen (Temperatur, Vereisung etc.) ab. Die im Estrich gespeicherte Wärmeenergie sollte dafür aber immer ausreichen. Die Temperaturschwankung im Fußboden könnte man noch als Nachteil betrachten, aber das hält sich in Grenzen.

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  • Dadurch sind die Laufzeiten der Anlage trotz einiger Optimierungen auch leider relativ kurz und kommt so wie ich es als Laie sehe, einem Kurzschluss gleich.

    Ich denke hier ist dein Denkfehler. zwar ist der "Primärkreislauf" mit der Pumpe in der WP ziemlich klein, aber im Heizbetrieb wird ja durch den FBH-Kreis kontinuierlich Wärme entnommen. Im Idealfall, wenn die Volumenströme genau zusammenpassen, dann geht ja er Vorlauf der WP zu fast 100% in die FBH und beim Rücklauf analog.


    Wenn also der Sekundärkreislauf nicht in der Lage ist die erzeugte Wärme abzuführen, dann wird es nach dem Umbau auch nicht funktionieren. Grobe Fehler wie viel zu gering eingestellte Pumpe im Sekundärkreis mal ausgeschlossen.


    Hier würde ich mal als erstes ermitteln welcher Durchfluss hier herrscht. Aufsummieren der Voluemströme an den FBH Verteiler und mal die Pumpeneinstellung kontrollieren (am besten ein Foto).


    Wie Ralf schon erwähnt, so dramatisch ist das mit dem "Takten" auch nicht, wenn es nicht gerade 5min Takte sind.

  • Hast Du eine LAD7 oder eine LAD7RX ?

    LAD7RX

    Bevor wir nun in die falsche Richtung suchen, Welches Problem hat die Anlage?

    Eigentlich keine wirklichen Probleme. Ich finde nur, dass die Laufzeiten etwas besser sein könnten und ich nicht alle Funktionen der WP aufgrund der Sekundärkreispumpe (wieder etwas gelernt) nutzen kann (siehe unten).

    Wenn also der Sekundärkreislauf nicht in der Lage ist die erzeugte Wärme abzuführen, dann wird es nach dem Umbau auch nicht funktionieren. Grobe Fehler wie viel zu gering eingestellte Pumpe im Sekundärkreis mal ausgeschlossen.


    Hier würde ich mal als erstes ermitteln welcher Durchfluss hier herrscht. Aufsummieren der Voluemströme an den FBH Verteiler und mal die Pumpeneinstellung kontrollieren (am besten ein Foto).

    Leider kann ich momentan auf Grund der Wärme nicht wirklich testen. Im letzten Jahr lagen die durchschnittlichen Laufzeiten zwischen 25 und 30 Minuten. Die Grundfos Alpha 2 Pumpe zeigte dabei auf Stellung CP1 einen Durchfluss von 1500 Litern an. wenn ich die Pumpeneinstellung auf Stufe CP2 geändert habe, zeigte die Grundfos einen Wert von ca. 2000 Litern an. Dadurch stieg die Rücklauftemperatur nicht so schnell an da, vermutlich wie oben beschrieben (und ich es richtig verstanden habe). beide Pumpen den gleichen Volumenstrom erzeugten und nicht so viel erwärmtes Wasser zurück in den Puffer floss.. Die Laufzeiten wurden dadurch länger. Auf Stufe CP3 kein Durchflussanstieg mehr.


    Ich bin halt damit nur nicht ganz zufrieden, da die Pumpe nun dauerhaft iiese Menge fördert. Also auch nach dem Heizbetrieb.. Es gibt eine Funktion "Pumpenoptimierung" diese habe ich auf 5 Minuten gestellt. Die Sekundärpumpe schaltet sich dabei 5 Minuten nach dem Heizbetrieb aus und "schnüffelt" alle 30 Minuten für weitere 5 Minuten. Sollte die Rücklauftemperatur in das untere Hystereseband gefallen sein, schaltet sie dauerhaft ein und läuft bis zum nächsten Heizbetrieb.


    Dann gibt es eine Funktion "Effizienspumpe". Damit lässt sich wohl die interne Wilo Pumpe der LAD7 ansteuern (Nom 3-10V und Min 3-10V)

    Wenn ich es richtig verstanden habe (?), kann man wohl damit steuern,, dass die interne Wilo Pumpe im Heizbetrieb voll fördert und nach dem Heizbetrieb mit verminderter Leistung läuft. Dies würde ich gerne auch tun, nur lässt sich die Sekundärpumpe damit leider nicht ansteuern und läuft mit voller Leistung. auch nach dem Heizbetrieb weiter. Das nervt mich ein wenig.


    Anbei noch die Fotos der Sekundärpumpe in beiden Stellungen.

  • Bitte nicht in die Zitate schreiben, das liest sich so schwer und man kann auch nicht mehr so einfach zitieren.


    Zitat

    Im letzten Jahr lagen die durchschnittlichen Laufzeiten zwischen 25 und 30 Minuten.

    Das ist doch für eine WP mit Konstantleistung in Ordnung. Ob die nun 30 oder 45 Minuten oder 60Minuten am Stück läuft, das hat auf die Effizienz keinen EInfluss


    Zitat

    Dann gibt es eine Funktion "Effizienspumpe". Damit lässt sich wohl die interne Wilo Pumpe der LAD7 ansteuern (Nom 3-10V und Min 3-10V)

    Wenn ich es richtig verstanden habe (?), kann man wohl damit steuern,, dass die interne Wilo Pumpe im Heizbetrieb voll fördert und nach dem Heizbetrieb mit verminderter Leistung läuft. Dies würde ich gerne auch tun, nur lässt sich die Sekundärpumpe damit leider nicht ansteuern und läuft mit voller Leistung. auch nach dem Heizbetrieb weiter. Das nervt mich ein wenig.

    Das habe ich auch so in Erinnerung. Das Wasser wird bewegt damit die Regelung immer die korrekte Temperatur fühlt, da kann man um etwas Strom zu sparen den Volumenstrom etwas zurücknehmen. Das Einsparpotenzial ist aber überschaubar, reich wird man dadurch nicht. Auf die Taktung hat das einen Einfluss, aber auch das hält sich in Grenzen. Hier müsste man sich einmal die Temperaturen genauer anschauen. Durch den geringeren Durchfluss wird die Meldung an die Regelung etwas verzögert, die Temperatur im FBH Kreis kann also etwas tiefer gehen, so dass beim Nachheizen etwas länger nachgeheizt werden muss. Man erreicht also eine geringfügig längere Laufzeit und dafür eine stärkere Temperaturschwankung. Unter´m Strich macht sich beides kaum bemerkbar (Stichwort Trägheit).

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  • Die Grundfos Alpha 2 Pumpe zeigte dabei auf Stellung CP1 einen Durchfluss von 1500 Litern an. wenn ich die Pumpeneinstellung auf Stufe CP2 geändert habe, zeigte die Grundfos einen Wert von ca. 2000 Litern an

    Hört sich für mich ok an.

    Ich denke nicht, dass ein Umbau den Aufwand wert ist.

  • DIe 1,5m³/h sind fast schon ideal, die Frage ist nur, was die FBH Kreise machen. Wenn da der Abgleich in den Seilen hängt, dann schiebt die WP natürlich das ganze Wasser durch den Puffer. So viel kann das aber nicht sein, sonst käme die Laufzeit nicht zustande. Wie gesagt, interessant wäre zu erfahren, welche Spreizungen sich ergeben, aber bei dem aktuellen Wetter kann man nicht viel testen.

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  • Vielen Dank erstmal für den ganzen Input!


    ich weiß wirklich noch nicht, ob ich es nun umbauen werde. Trotzdem nochmal zwei Fragen::


    Der Umbau, so wie ich es oben beschrieben habe, würde also rein technisch funktionieren?. D. H. Puffer weg und die beiden Rohre verschließen?


    Gibt es ein paar Kniffe die dabei unbedingt beachtet werden sollten um nicht die komplette Fußbodenheizung neu entlüften zu müssen? (Schließen am Heizkreisverteiler?) Vermutlich wird auch etwas Heizwasser aus den Leitungen laufen. Muss die Anlage danach komplett neu entlüftet werden, oder reicht das einfache auffüllen aus? Am Vorlauf des WW-Speicher und auf dem Hydraulikmodul sind jeweils Selbstentlüfter verbaut. Würde das mit einem Entlüftungsprogramm in dem die Pumpe läuft ggfs. schon ausreichen?

  • Der Umbau, so wie ich es oben beschrieben habe, würde also rein technisch funktionieren?.

    Rein technische Ja. Ob die Anlage später noch so funktioniert wie Du es Dir vorstellst, das kann man aus der Ferne nicht beantworten. Ich hatte oben schon geschrieben, dass man dazu die Hydraulik unter die Lupe nehmen sollte. Die WP möchte min. 1.200l/h, also 20l/Min. Unter diesen Bedingungen wird die Spreizung vermutlich irgendwo zwischen 5 und 7K liegen, je nach Außentemperatur und somit Leistung der WP. Ob Du es schaffst die Anlage so abzugleichen, dass sie immer die gewünschte Raumtemperatur liefert, das kann ich nicht sagen. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass man die Heizkurve und den Durchsatz durch die einzelnen Kreise mit viel Aufwand hinbiegen kann, ich habe aber noch keine Einstellung gefunden die in der Praxis tatsächlich unter allen Umgebungsbedingungen funktioniert, ohne dass man eingreifen muss. Das hängt halt davon ab, welche Komfortansprüche man stellt. Lässt man entsprechende Schwankungen der Raumtemperatur zu, dann klappt das schon irgendwie.


    Gibt es ein paar Kniffe die dabei unbedingt beachtet werden sollten um nicht die komplette Fußbodenheizung neu entlüften zu müssen?

    Das hängt davon ab, was man wie absperren kann. Einen Umbau ohne dass Luft in das System kommt wird man nicht schaffen. Das Entlüften sollte aber das geringste Problem sein.

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  • Möchte nochmal betonen, dass ich absoluter Laie bin und meine Informationen ausschließlich auf Foren beruhen. Trotzdem denke ich, dass die Hydraulik und Einstellungen momentan recht gut sind, bzw. um Welten besser als damals vom Fachmann eingestellt. Meine WP-Heizungsanlage hatte für mich (wie vielleicht bei vielen anderen auch) lange Zeit die Komplexität eines Atomkraftwerkes. Im nachhinein habe ich mich leider viel zu spät mit dem Thema beschäftigt. Als ich etwas im Thema war, wusste ich das 600l Durchfluss bei voll geöffneten ERR nicht korrekt sein können. Kurzerhand zuerst alle ERR deinstalliert, dabei gemerkt das die FBH kaum Durchfluss zulässt. Also ohne Wissen über die Heizkreislängen die FBH Kreise geöffnet und nach meinem bzw. unserem empfinden eingestellt und nachjustiert. Bad voll auf. Wohnbereich/Küche weit auf, Schlafzimmer relativ weit zu. Einzig die theoretisch sehr kurzen Kreise wie Gäste WC, habe ich auch relativ weit zugedreht. Bisher habe ich noch kein Temperaturabgleich an den Schläuchen des Heizkreisverteilers gemacht. Natürlich macht es die relativ offene Bauweise auch einfacher. Der Effekt war jedenfalls, dass die WP endlich die produzierte Wärme durch den wesentlich höheren Durchfluss auch losgeworden ist. Fazit: Räume angenehm warm, Spreizung nur noch bei ca. 4-5 Grad. Heizkurve drastisch nach unten korrigiert weniger und längere Takte. Stromrechnung geringer. Möchte hier mit Sicherheit kein Urteil über die Zunft fällen, aber mein Installateur hatte entweder keine Zeit, keine Lust, oder keine Ahnung. Das einzige was jetzt noch die ankommende Rücklauftemperatur aus der FBH verfälschen könnte, ist halt der besagte kleine Puffer. Ich werde mir die Tage nochmal die Absperrmöglichkeiten an der Anlage und dem HKV anschauen, vielleicht bekomm ich das ja irgendwie hin....

  • aber mein Installateur hatte entweder keine Zeit, keine Lust, oder keine Ahnung.

    oder alles zusammen ;)


    Ich glaube du hast das, was sich sinnvoll rausholen lässt auch rausgeholt. Ich hab auch mal mit dem Gedanken gespielt meinen 120l Parallelpuffer umzubauen, aber ich habs gelassen.

    Ich wollte mal genaue Rohranlegefühler an die 4 Anschlüsse packen und das erfassen. Muss ich mal angehen, aber nachdem was ich so analog ablesen kann ich das nicht dramatisch.

  • Als ich etwas im Thema war, wusste ich das 600l Durchfluss bei voll geöffneten ERR nicht korrekt sein können.

    Keine Ahnung ob die korrekt sein können, ich kenne weder die Heizlast Deines Gebäudes noch die FBH Dimensionierung. Die 600l/h wären immerhin für 3,5kW gut, das könnte zu einem kleineren gut wärmegedämmten Haus passen. Lässt man etwas mehr Spreizung zu, dann reicht es auch für 5kW.

    In beiden Fällen wäre die LWP zu groß, und mangels Leistungsregelung würde man den WP Kreis vom Rest der Hydraulik entkoppeln, und dafür eignet sich nun einmal ein Parallelpuffer (besser als ein Überströmventil).


    Richtig eingebunden verhält sich ein Puffer neutral und dient quasi nur als Notbremse. Die Wärmeverluste über die Hülle des Puffers sind überschaubar sofern diese ordentlich gedämmt wurde. Unter´m Strich ist das nicht die schlechteste Lösung um die Zuverlässigkeit einer WP zu erhöhen. Man sollte halt den Vorlauf beispielsweise nicht durch den Puffer schieben sondern mit einem T-Stück anbinden usw. usw.


    und meine Informationen ausschließlich auf Foren beruhen.

    In Foren kann man viel lesen, auch viel Müll. Es ist schwierig zu unterscheiden, was für "meinen" Zweck sinnvoll ist und was nicht. Nicht jeder betreibt eine Heizungsanlage als Hobby, genau so wie nicht jeder angeln gehen oder an seinem Auto basteln möchte. Mir ist beispielsweise völlig egal, ob im Autobastlerforum der User RS-Turbo mit seinem Spezial-Motorenöl für 500,- €/Liter glaubt, dass er dadurch 0,05Liter Benzin auf 100 km einspart, oder sein Auto 2km/h schneller fährt. Das ist für mich nicht das Maß der Dinge wenn ich dort nach einem Motorenöl für mein Auto frage.


    Nach langer Zeit in Technikforen fällt mir auf, dass es immer wieder "Trends" gibt, im Haustechnikbereich waren das mal bestimmte Ölkessel, dann irgendwelche Gasthermen (Stichwort T9), Solaranlagen, und natürlich auch bestimmte Wärmepumpen. Allen gemeinsam war, dass es sich überwiegend um günstige Modelle gehandelt hat, die man versucht hat mit viel Aufwand und Argumenten schönzurechnen. Dabei wird gerne mal ignoriert, dass es sich dabei meist nur um eine handvoll User handelt die sich das zur Lebensaufgabe gemacht haben. Wenn das wirklich repräsentativ wäre, dann hätten alle anderen Hersteller schon längst Konkurs anmelden müssen.


    Ich kann Dir aus Erfahrung sagen, an einer Heizungsanlage kannst Du Jahrzehnte optimieren, und Du wirst niemals den wirklich optimalen Punkt finden. Das hängt alleine schon damit zusammen, dass daran zu viele Parameter beteiligt sind die man nur abschätzen kann. Man kann und sollte optimieren, aber irgendwann muss man entscheiden, ob sich weiterer Zeitaufwand noch lohnt. Dann kommt die Frage, ob man auch noch ein anderes Hobby hat.


    Oben schreibst Du von Takten mit 25-30 Minuten Länge (ohne Angabe zu welcher Jahreszeit). Was erhoffst Du Dir von einer weiteren Verlängerung der Takte? Wie soll das bei einer WP mit "konstanter" Leistung funktionieren? Dabei ist die Leistung gar nicht konstant, sondern steigt mit steigender Außentemperatur. Wohin soll die Energie bei beispielsweise 8kW WP Leistung und nur 4kW Heizlast? Möchtest Du die Energie im Haus speichern und dort eine Temperaturüberhöhung in Kauf nehmen?


    Wenn Du längere Taktzeiten möchtest, dann brauchst Du eine WP die ihre Leistung regeln kann. Nur so kann es gelingen die Heizleistung die meiste Zeit des Jahres einigermaßen passend zum Wärmebedarf des Gebäudes zu optimieren. Alles andere führt zu Kompromissen, die aber grundsätzlich nicht schlecht sein müssen.

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  • Oben schreibst Du von Takten mit 25-30 Minuten Länge (ohne Angabe zu welcher Jahreszeit). Was erhoffst Du Dir von einer weiteren Verlängerung der Takte? Wie soll das bei einer WP mit "konstanter" Leistung funktionieren? Dabei ist die Leistung gar nicht konstant, sondern steigt mit steigender Außentemperatur.

    Die Taktlänge anspricht einer Außentemperatur um die 5 Grad.


    Natürlich geht es mir nicht darum, den letzten Cent aus der Anlage zu quetschen und wie einen Formel 1 Renner zu optimieren. Dazu fehlt mir bereits der Hintergrund. Aber wenn es könnte doch sein ,dass so wie bereits SirSydom oben beschrieben hat, beide Pumpen verschiedene Volumenströme aufweisen und ein Teil der Wärme an der FBH vorbei geht und mir fehlerhafte Werte am RL-Temperaturfühler anzeigt werden. Das könnte man bestimmt auch irgendwie korrigieren, vermute ich mal. Aber gerade in meinem Fall wäre doch der Rückbau ohne den Puffer einfach mal einen Versuch Wert. Es müsste doch nicht mal etwas an der Verrohrung geändert werden und ginge theoretisch relativ flux...

  • Aber wenn es könnte doch sein ,dass so wie bereits SirSydom oben beschrieben hat, beide Pumpen verschiedene Volumenströme aufweisen und ein Teil der Wärme an der FBH vorbei geht und mir fehlerhafte Werte am RL-Temperaturfühler anzeigt werden.

    Aber das ist ganz normal wenn aufgrund der Rahmenbedingungen der WP Kreis mehr Leistung liefert als die FBH Kreise abnehmen können. Der Puffer wirkt hier als hydraulische Entkopplung. Wie willst Du sonst die Leistung unterbringen?


    Konzepte ohne Puffer sind möglich, keine Frage, aber das ist nicht immer machbar.


    Die Taktlänge anspricht einer Außentemperatur um die 5 Grad.

    Dann ist doch alles in bester Ordnung. Dann läuft die WP bei Auslegungstemperatur konstant durch, und bei +5°C Außentemperatur ist der Wärmebedarf nur halb so hoch, also muss die WP doch takten, was sollte sie sonst machen?

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  • Hallo zusammen,


    mittlerweile habe ich die Anlage umgebaut und alles funktioniert. Ob sie nun noch ein wenig besser läuft, konnte ich auf Grund der Temperatur nicht feststellen.

    Beim Umbau ist mir allerdings aufgefallen, dass der Anlegefühler der Rücklauftemperatur etwas fester sitzen könnte.. Gibt es eigentlich eine Regel bzw. Empfehlung wo dieser Fühler angebracht werden sollte (also die Position)?

  • Gibt es eigentlich eine Regel bzw. Empfehlung wo dieser Fühler angebracht werden sollte (also die Position)?

    Ja, am Rücklauf. :lach:


    Der Temperaturfühler sollte möglichst ungestört die RL Temperatur erfassen. Bei einem Anlegefühler sollte dieser satt (evtl. mit einer dünnen Schicht Wärmeleitpaste) an einem passenden "geraden" Rohrstück befestigt werden. Mit Abstand zu Bögen, Mischern, Pumpen die das Messergebnis verfälschen können.

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  • Ich habe aktuell das Gefühl, dass mein Warmwasserspeicher stärker an Temperatur verliert als vorher. Ich kann es aber nicht mit Sicherheit sagen, da der Warmwasserspeicher in den sonnenreichen Monaten über eine ST-Anlage (nur WW) gespeist wird und die Umwälzpumpe der Heizung über diese Monate fast komplett stand. Ich weiß leider nicht mehr ob es im letzten Winter genauso war. Ich glaube mich zu erinnern, dass die Verluste bei laufender Umwälzpumpe höher waren. Zumindest scheint es wohl mit der Zirkulation der Umwälzpumpe zusammenzuhängen. Kann es evtl, auch an dem Umschaltventil liegen bzw. kann man es irgendwie überprüfen?

  • Ohne zu wissen, was Du jetzt wie gebaut oder umgebaut hast, kann man dazu nichts schreiben.

    Ja, die Zirkulationspumpe "leert" den WW-Speicher. Das ist auch abhängig davon, wie gut die WW- Leitungen gedämmt sind.

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  • Umgebaut habe ich an Leitungen gar nichts. ich habe nur den Pufferspeicher entfernt und die Zuleitungen zu dem Pufferspeicher mit zwei Endstopfen verschlossen. Also genauso wie vorher auch. Leitungen sind gedämmt. Könnte vielleicht eine Art Schwerkraftbremse in der Steigleitung des Rücklaufs vom WW-Speicher (siehe Zeichnung oben) Abhilfe schaffen bzw. hätte da nicht von vorne rein eine eingebaut werden müssen?