Reparatur Steildach

  • Hallo,

    Ich möchte mich über das richtige Vorgehen informieren, um ein altes Scheunendach nach Sturmschaden zu reparieren. Ich habe zwei Dachdecker aus der Umgebung angefragt, Firma 1 sagt, ich müsse Sicherungsmöglichkeiten anbringen (Haken zum Einhängen von Absturzseilen an den Sparren) und Firma 2 möchte vom Nachbarshof ein Gerüst stellen und dann seitlich über das Dach bauen um es zu betreten. Das Objekt ist 16m hoch, Baujahr circa 1900 mit Steildach, Foto hänge ich an.


    Was wäre denn hier die richtige Vorgehensweise? Das Gerüst kommt mir meiner Meinung nach übertrieben vor, habe ich auch noch nicht so gesehen, dass es seitlich dann über das Dach hinaus gebaut wird. Und die Sicherungshaken anbringen dürfte auch kein leichtes Vorhaben sein, zumal keiner weiß wie gut die Sparren noch halten und bei dieser Dachneigung auf den Ziegeln zu laufen Stelle ich mir auch nicht so einfach vor. Was wäre denn eurer Meinung nach ein geeigneter Ansatz um das Dach noch einmal zu flicken? Ich war mit einem Hubsteiger bereits auf halber Höhe und habe einige Ziegel verschraubt, damit diese wenigstens schon einmal gesichert sind. Denkbar wäre in meinem Augen noch ein größerer Steiger, aber davon haben beide Firmen eher abgeraten, das habe man noch nie gemacht.


    Mit freundlichen Grüßen

    Florian

  • Beide Methoden sind machbar und beide Methoden sind für den Dachdecker sicher. Kein Dachdecker, der noch alle Murmeln im Sack hat, wird ohne Sicherung aufs Dach gehen. Auch wenn es für den Laien übertrieben aussieht, aber Gerüste retten Leben und machen die Arbeit erst möglich. Je nachdem wie hoch der Innenraum ist, müsste dann bei über 3 Meter (oder so ähnlich) auch innen ein Sicherheitsnetz aufgespannt werden, als Schutz vor dem Durchbruch. Du bist als Bauherr übrigens verantwortlich für den Schutz der Handwerker. Wenn was passiert, wird es an dir hängen bleiben warum Du nicht für mehr Sicherheit gesorgt hast.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • hallo Frau Maier,

    Das ist ja auch einleuchtend. Angenommen ich bringe Sicherungshaken an den Sparren an, wie soll ich denn bitte 100% sicher sein, dass die Haken halten?

  • Angenommen ich bringe Sicherungshaken an den Sparren an, wie soll ich denn bitte 100% sicher sein, dass die Haken halten?

    ich würde einen Teufel tun und irgendetwas sicherheitsrelevantes selbst ausführen.

    Und ich würde einen Betrieb meiden, der sich auf von Laien angebrachten Sicherungshaken verlassen möchte.

  • Das Gerüst kommt mir meiner Meinung nach übertrieben vor, habe ich auch noch nicht so gesehen, dass es seitlich dann über das Dach hinaus gebaut wird. Und die Sicherungshaken anbringen dürfte auch kein leichtes Vorhaben sein, zumal keiner weiß wie gut die Sparren noch halten und bei dieser Dachneigung auf den Ziegeln zu laufen Stelle ich mir auch nicht so einfach vor. Was wäre denn eurer Meinung nach ein geeigneter Ansatz um das Dach noch einmal zu flicken?

    Die Frage ist falsch gestellt! Es gibt zulässige und unzulässige Ansätze. Von Sicherheitswand, Fanggerüst oder Sicherheitshaken abweichende Formen der Sicherung sind lebensgefährlich und unzulässig. Andere Maßnahmen sind solchen mit PSA immer vorzuziehen.

    Ich war mit einem Hubsteiger bereits auf halber Höhe und habe einige Ziegel verschraubt, damit diese wenigstens schon einmal gesichert sind. Denkbar wäre in meinem Augen noch ein größerer Steiger, aber davon haben beide Firmen eher abgeraten, das habe man noch nie gemacht.

    Von einem schwankenden Steiger millimetergenau schrauben zu wollen ist möglich, aber eher wenig sinnvoll. Davon abgesehen, kosten Steiger auch eine ordentliche Miete.

    Angenommen ich bringe Sicherungshaken an den Sparren an, wie soll ich denn bitte 100% sicher sein, dass die Haken halten?

    Wie willst Du die anbringen ohne Schutzwand oder Gerüst? Kannst Du als Laie überhaupt? Denkst Du, einem von Laien verbauten Sicherheitshaken würde ein verantwortungsbewusster Dachdeckermeister sein eigenes Leben oder das seiner Mitarbeiterinnen anvertrauen? Und selbst wenn, hast Du genug Vermögen um im Zweifel die Witwenrente vierzig Jahre zahlen zu können?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Die Sicherung gegen Absturz muss gewährleistet sein.

    Dabei gehen permanente Sicherungen (Fangrüstung) vor.

    Die Sicherungshaken müssten ja auch erst gesetzt werden. Auch dafür wäre eine Rüstung erforderlich.


    Ergebnis: Rüstung


    P.S.: Kann man die zu bearbeitende Fläche tatsächlich von einer Fassadenrüstung aus erreichen?

    Falls nicht wäre im Traufbereich noch eine Fangrüstung erforderlich.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Also die Fanghaken anzubringen wäre möglich, 13m Leiter ist vorhanden, aber wie gesagt, den Sparren würde ich nicht als Lebensversicherung nehmen.


    Mit einem Fassadengerüst kommt man nicht an die Fläche hin, deswegen wollte der Dachdecker ja irgend ein Gerüst welches dann von der Fassade aus über das Dach gebaut wird, wie gesagt das habe ich selbst auch noch nicht so gesehen. Und was hindert den Dachdecker dann, dass er nicht durch das Dach durchbricht? Also müsste doch von innen noch ein Fangnetz o.Ä angebracht werden oder sehe ich das falsch? Und da gilt auch wieder - wer soll das befestigen, wer steht gerade wenn es nachgibt? Deswegen war ja die Idee mit dem Steiger, allerdings könnte das doch etwas wackelig werden, das stimmt schon.

  • Vergiss das mit Leiter. So hoch geht man nicht ohne Sicherung.


    Du ahnst nicht was man mit Fassadengerüsten so alles machen kann. ;)


    Vergiss das mit dem "Steiger". Ohne sich abzusichern darf heute kein Handwerker mehr aufs Dach. Da mag vor 50 Jahren so gewesen sein, aber heute haben wir andere Zeiten. Wenn einer runter purzelt zahlt keine Versicherung mehr, wenn der ungesichert war. So viel Geld kannst Du keinem bezahlen, damit einer ein solches Risiko eingeht. Dann rechnet sich eher ein passendes Gerüst. ;)

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Ohne sich abzusichern darf heute kein Handwerker mehr aufs Dach.

    Es gibt meiner Meinung nach immer noch viel zu viele Ausnahmen ;)


    Mit einem Fassadengerüst kommt man nicht an die Fläche hin,

    Ich vermute, dass Du da was falsch verstaden hast.

    Und was hindert den Dachdecker dann, dass er nicht durch das Dach durchbricht?

    Die Dachlattung.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18