Herausforderung Dachterrasse ohne Gefälle und nur geringe Aufbauhöhe für den Belag

  • Hallo Profis,


    mal wieder ein Planungsfehler des Architekten, der uns jetzt einholt. Die Abdichtung unserer Dachterrasse (darunter sind Schlafzimmer) hat kein Gefälle. Sie ist zwar überdacht, aber natürlich regnet es über die offenen Seiten auch darauf, so dass dann gerne mal großflächig Pfützen stehen, wie hier zu sehen:



    Der Ablauf befindet sich in der äußeren Ecke (zweites Foto links oben). Notablauf durch das Klemmprofil ebenfalls, nur gang am Rand.


    Ein Gutachter hat sich die Abdichtung angesehen und - nach Vermerk des Planungsfehlers und, dass die Abdichtung so nicht den normen entspricht - zu Protokoll gegeben, dass ansonsten ordentlich abgedichtet worden ist. Es sind drei Lagen Bitumenbahnen, oberste ist Bauder Karat. Anschluss an die Türschwellen mit Flüssigkunststoff.


    Es geht uns also jetzt primär um den Belag, den wir hier noch draufmachen können, ohne, dass er sofort wegfault. WPC Hersteller warnen regelrecht vor stehendem Wasser unter den Dielen. Beton und Naturstein blühen aus. Keramik wäre wohl eine Option.


    Eine weitere Erschwernis kommt durch die geringe Aufbauhöhe, die dem Belag und seiner Unterkonstruktion noch bleibt. Siehe folgende Fotos:


    70mm von Türschwelle bis Abdichtung in der Türmitte.



    50mm sinds am Rand, wo die Abdichtung dann (hinter dem Oberputz) hochgezogen ist. Hinweis: der Oberputz ist auf einem sog. Aqua-Panel, damit man kein sichtbares Blech da montiert hat.


    So siehts am Klemmprofil aus, 50mm ragt dieses hoch von der Anschluss-Bitumenbahn.


    Der Ablauf.



    Ich würde mich freuen über Empfehlungen, was für Beläge und Unterkonstruktionen hier noch sinnvoll möglich sind. Natürlich wäre ein simples System lieber, als z. B. eine gebundene Plattenverlegung.


    PS: Über die (Planungs-) Fehler der Abdichtung etc. sind wir ja im Bilde und die hat sich ein SV für Flachdachabdichtungen ja angesehen.


    Danke!

  • Was sind das bei den Türbildern diese komischen Löcher?

    Mit welcher Konsequenz?


    Entwässerung der Aluprofile.


    Konsequenz nach SV: Falsch geplant, schon im Rohbau, Abdichtung unter den Umständen noch so gut es halt ging, Überdachung (Überstand 2,6m bis zur Tür) hilft. Quintessenz: Planer im Risiko, falls was passiert, SV hält’s aber für unwahrscheinlich.

  • Moin,


    Geländer funktioniert wie? Belag ist fachgerecht nicht herzustellen. Stelzlager + Keramik Verbund ginge, wird aber nicht schön werden. Es fehlt Luft zum Ausgleich der Toleranzen. Holzdielung auf Dielenuk ist aber weit weg von „richtig“.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Geländer funktioniert wie?


    Die Geländer Halter ragen unterhalb des Klemmprofils der Bitumenbahnen aus der Fassade. Daran ist das Geländer festgeschraubt. Es ist somit ca 3cm weit von der äußeren Kante des Klemmprofils entfernt.


    Der Belag kann demnach wohl nicht bis zum Geländer gehen, ist auch nicht gefordert. Der Belag wird wohl bis (knapp) an die Innenseite des Klemmprofils kommen können.


    Stelzlager für Keramik-Verbundplatten müsste doch die Unebenheiten ausgleichen können, oder? Es gibt ja sehr flache…


    Gäbe es eine Alternative mit irgendeiner Schüttung unter den Platten? Oder ist das in der Situation ausgeschlossen?


    Was ist mit diesen „Mörtelsäckchen“? Oder sowas wie TerraMaxx DS (Drain-Stelzlager mit Mörtel) von Gutjahr?


    Was meinst du mit Holzdielung? Wir hatten - wenn dann - WPC im Kopf. Da gibts UKs aus Kunststoff oder Alu.


    Was wäre deine (notgedrungenermaßen) Not-Empfehlung in der Situation?

  • Sorry Pyrate ,

    Das DEIN Archi nicht das Geld wert ist, weißt Du ja schon, Gleiches gilt für den/die Dachdecker. (Anscheinend hat keiner irgendwelche Bedenken angemeldet, weil die Fachkunde einfach gefehlt hat.)

    Der SACHVERSTÄNDIGE hat sich, vermutlich auftragsgerecht, auf die Feststellung von Mängeln beschränkt.

    Dein Anwalt scheint im Baurecht ebenfalls nicht erfahren zu sein und beschränkt sich auf Deine AUFTRÄGE.


    Entweder hast Du zuviel Geld oder deutlich fehlende Fachinformationen.


    Sofern die vielen Beiträge irgendeine Grundlage haben, wäre ein Beweissischerungsverfahren dringend angeraten. Das Ganze begleitet durch einen Fachanwalt.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • de Bakel


    Nach jedem neuen Beitrag von mir kommt erst einmal die Feststellung, was für ein Fehlgriff der Architekt war. Das ist bekannt. Insgesamt war das schon sehr übel. Ich hoffe, dass ich einen Großteil der Fehler noch halbwegs rechtzeitig erkannt und ausgebügelt habe bzw. das (aller) schlimmste verhindert habe.


    Was uns halt ansonsten noch bleibt ist die Schadensbegrenzung und Lösungen für die Probleme zu finden. So, wie im vorliegenden Fall der Terrasse. Dafür bitte ich - mal wieder - hier um Hilfe.


    Das es keine volle Vergütung für die Schlechtleistung geben kann, ist richtig. Aber ein (weiterer) Anwalt korrigiert mir jetzt auch nicht mehr die Terrasse 😅

  • und Lösungen für die Probleme zu finden. So, wie im vorliegenden Fall der Terrasse.

    Eine vernünftige Lösung ist SO selbst unter Mißachtung aller Fach-und sonstiger Regeln nicht möglich, weil slbst ein Pfuschaufbau zu wenig Konstruktionshöhe hätte.

    Lösen könnte das nur ein kompletter Neuaufbau unter Austausch der Fensterelemente und der Überarbeitung des "Rands" samt Einlaufsituation.

    Auch 2 cm Keramik-Verbund "Fliesen" + UK funzt, wie Du erkennen wirst, nicht. Auch nicht bei voller Ignorierung der Herstellervorgaben. Jedenfalls nicht, wenns länger als 2 echte Winter halten soll.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Sofern die vielen Beiträge irgendeine Grundlage haben, wäre ein Beweissischerungsverfahren dringend angeraten. Das Ganze begleitet durch einen Fachanwalt.

    Das heißt schon länger „selbstständiges Beweisverfahren“! Und bitte keine „Begleitung“, sondern Federführung durch die Fachanwältin unter Begleitung durch eine technisch sachverständige Person. Diese muss nicht ö.b.u.v. sein!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • müsste jetzt nal schauen, wieviel aufbauhöhe es bei mir sind. Sind vielleicht 2cm mehr.

    Ich habe da splitbettung mit 2cm Keramikplatten drauf. Stelzlager wollten die Beteiligten nicht wg. Punktbelastung.

    Keine Überdachung.

    Zur Fenstertüre hin eine flache breite Rinne die praktisch auf dem Bitumen aufliegt.


    Funktioniert seit 7 Jahren bisher noch ohne Schaden.

  • Ich habe da splitbettung mit 2cm Keramikplatten drauf.

    Splittbettung min. 2 cm, vermute ich. Damit es vernünftig abziehbar ist, Toleranzen aufgenommen werden können und die Entwässerung funzt. Macht 2 Splitt + 2 cm Platten = 4 cm. Damit werden die Entwässerungsöffnungen der Profile hier schon zu Bewässerungsöffnungen. :P

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • feelfree


    Kannst du den Aufbau noch genauer beschreiben? Also ab den Bitumenbahnen? Gerne auch die konkreten Produkte (zB Marke der Rinnen). Danke!


    Bei dir war die Punktbelastung ein Problem wegen der Abdichtung oder warum?

  • Bei dir war die Punktbelastung ein Problem wegen der Abdichtung oder warum?

    genau, Dachdecker der die Dämmung/Abdichtung gemacht hat riet davon ab.


    Genaueres kann ich erst in einer Woche nachliefern, schreib mich gerne nochmal per PN an.

    Aber direkt vergleichbar wird es trotzdem nicht sein, weil ich wohl 2 oder 3cm mehr Aufbauhöhe habe.

  • Eine vernünftige Lösung ist SO selbst unter Mißachtung aller Fach-und sonstiger Regeln nicht möglich, weil slbst ein Pfuschaufbau zu wenig Konstruktionshöhe hätte.

    Lösen könnte das nur ein kompletter Neuaufbau unter Austausch der Fensterelemente und der Überarbeitung des "Rands" samt Einlaufsituation.

    Das wäre auch mein Vorschlag.