Extrem nikotinverseuchte Wohnung, was muss Vermieter sanieren?

  • Hallo,


    bei mir im Haus wird eine Wohnung frei.

    Ich würde da gerne einziehen ABER die Wohnung ist so extrem nikotinverseucht das Fenster, Tapeten braun sind.

    Es laufen förmlich Nikotintropfen die Wand und Fensterscheiben runter, wie Harz an einem Baum.

    Der Vormieter muss hunderte Zigaretten am Tag geraucht haben.


    Was muss passieren damit die Wohnung wieder bewohnbar ist?


    Ein Bekannter meinte, dass man vielleicht sogar den ganzen Putz erneuern müsste.

    Das Nikotin wäre sicher durch die Tapete in den Putz gelangt und nur neu Tapezieren würde nicht ausreichen.


    Was meint ihr?

    • Offizieller Beitrag

    Zuerstmal muss der Vormieter die Wohnung in einem vertragsgemäßen Zustand zurückgeben.

    Wenn Du die Wohnung gern haben willst und mit Dir viele andere Mitbewerber auftreten, hängt das weitere Vorgehen davon ab, wie leicht es sich der Vermieter macht. Im Extremfall könnte er die Wohnung, so wie sie verlassen wurde, auf den Markt werfen. Es gilt auch hier die Vertragsfreiheit.

  • Vormieter ist verstorben.

    Glaube nicht, dass es Angehörige gibt.

    Ich wollte auch nur wissen ob es sein kann, dass das Nikotin in den Putz gewandert ist und somit neu tapezieren nicht ausreicht.

    Keine Lust, dass wenn ich da einziehe, ich nach einiger Zeit braune Flecken in der Tapete bekomm, oder so.

  • Ich habe selbst Jahre lang geraucht... aber nie in der Wohung.


    In eine Raucherwohnung wuerde ich nicht einziehen wollen - gerade wenn viel geraucht wurde.


    Ohne ernsthafte Sanierung wird das nichts - wenn in der Wohnung > 10 Jahre geraucht wurde bekommt man das irre schwer raus.


    Ja das kann auch im Putz sein. Kommt drauf an wie lange in der Wohnung geraucht wurde. Ich glaube nicht, dass es braune Flecken in der Tapete gibt - aber der Gestank haelt irre lang.


    Wenn man tapeziert und streicht ist der Geruch am Anfang weg, kommt aber wieder - so meine Erfahrung.

  • Es gibt Spezialreinigungsfirmen, die gegen den Rauchgeruch mit Ozon(?) vorgehen. Ob die Erben hätten renovieren müssen, hätte auch am Mietvertrag gehangen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ich hatte das Problem "Nikotin im Auszugsfall" schon öfter und in jeder Qualität.


    Es gibt eine Reihe technischer Mittel um die Auswirkungen zu reduzieren, aber Keine um dies bezahlbar komplett zu sanieren.


    Die Reihenfolge der Bearbeitung sieht i. d. R. so aus:

    - Tapeten runter

    - Wände/Decken mit viel Wasser und teils agressiven Reinigern abwaschen

    - Bodenbeläge raus

    - I. d. R. zwei Anstriche mit wässrigen Grundierungen

    - + Ggf. noch ein Anstrich mit Isolierfarbe (weiß)

    - Ich habe selbst Ozongeräte, welche ich in solchen Fällen einsetzte (übrigens auch oft in Autos)

    - Fenster und Türen schrubben oder austauschen ist klar


    Trotz dieser ganzen Maßnahmen sage ich der Kundschaft trotzdem vorher, dass es zwar erheblich besser wird,

    man den Gestank aber nicht dauerhaft und komplett wegbringt.

    Dazu braucht es noch zusätzlich einige Jahre an "Zeit".

    Hört sich eigenartig an, aber ein Putz (egal welcher) hat tatsächlich einen gewissen Selbstreinigungseffekt durch eine Wechelwirkung von (auch geringer) Alkalität, Sorption und Einwirken "Neuer, normaler Geruchsmoleküle").


    Ansonsten tatsächlich tabula rasa und den Putz runter.


    Als Vermieter würde ich das Rauchen in meiner Wohnung verbieten, wenn ich es könnte.

    Gruß Werner :)

  • Ich hatte in meiner Praxis bis jetzt einen Fall einer extremen Raucherwohnung. Der Mietre verstarb dann kurz vor Beginn der Sanierungsarbeiten.

    Alle Tapeten runter, Bodenbeläge raus, Tag und Nacht (Einbruchsgefahr war nicht höher als normal) auf Durchzug gelüftet (ca. 1/2 Jahr) Dielenbödem abgeschliffen, neu tapeziert und gestrichen. Danach war die Wohnung frei von Nikotingeruch.

    Böden raus, Putz runter hab ich auch erst einmal gehabt. Da hat der Mieter aber auch als Leiche mind. 1 Woche (näher konnte es nicht bestimmt werden) im Sessel gelegen und die Verwesung hatte Sekrete bis in den (Schlacken)Bodenaufbau sickern lassen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Naja, hört sich zu krass an.

    Werd dann wohl in meiner Wohnung bleiben.

    Ich mein ich bin auch Raucher (Tabakmenge von vielleicht 5 Zigaretten am Tag).

    Aber ich hab fast immer Fenster auf und nach 10 Jahren, die ich jetzt hier wohne, habe ich ne Mini Stelle mit Verfärbung im Wohnzimmer, wo ich aber eher glaube, dass es von meinen Elektrogeräten her kommt, die genau da stehen.

  • Nach der Komplettrenovierung (Putz blieb drin, Holzdecken raus) und Komplettanstrich mit ner guten Kalkfarbe hat man nichts mehr gerochen...

    Solche Eindrücke sind bei STARKER Belastung in der Regel Wunschdenken


    Denn entweder war es:

    - nicht so schlimm wie oben beschrieben, oder ...

    - derjenige, der eingezogen ist, hatte ein Problem mit den Geruchsrezeptoren oder ...

    - der Gestank ist langsam und zeitversetzt wieder gekommen (passiert durchaus)



    Zumal Kalk überhaupt keine absperrende Wirkung gegenüber Nikotin/Teer hat und nur maximal vorübergehend Nikotingestank unterdrücken kann.

    Im Gegenteil, da Kalk wässrig ist, werden die Nikotinrückstände sogar angelöst und wandern an die Oberfläche. Da hilft die ganze Alkalität nix.

    Im übrigen braucht Kalk einen rein mineralischen Untergrund, was bei Nikotin/Teer nur sehr eingeschränkt gegeben sein kann.


    Also irgendwas stimmt da nicht ....

    Gruß Werner :)

  • Das bedeutet also, als VermiterIn sollte man sich die zukünftigen Mieter genau anschauen. Naja, man hat heute ja Auswahl. :D

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...