Ist das überhaupt realistisch?

  • Hallo,


    wir beschäftigen uns seit einigen Tagen intensivier mit dem Thema Hausbau. Nachdem ich jetzt ein bisschen hier und in anderen Foren gelesen habe, frage ich mich allerdings, ob unser Vorhaben überhaupt realistisch ist. Mir ist bewusst, dass die Preise ja nach Region sowieso sehr unterschiedlich sind. Aber mich würde trotzdem eure Meinung interessieren.


    Wir sind beide berufstätig. Unser Einkommen liegt bei 3000€ netto. Meine Frau fängt in ein paar Wochen nach der Elternzeit Teilzeit wieder an zu arbeiten. Wir haben nur ein Eigenkapital von 30k.


    Wir leben in einem kleinen Ort auf dem Land. Der Preis pro Quadratmeter liegt bei 50-60€. Ein Grundstück, dass an das Grundstück meiner Eltern grenzt, würde uns der jetzige Eigentümer sogar deutlich günstiger verkaufen. Es ist allerdings noch nicht erschlossen.


    Uns würde ein kleines, einfaches Haus völlig ausreichen. Ohne Keller, Garage oder irgendwelchen Besonderheiten. Der Innenausbau könnte theoretisch auch teilweise oder komplett von uns bzw. meiner Familie übernommen werden.


    Wir möchten natürlich auch realistisch bleiben, immerhin gehören neben dem Haus und Grundstück auch noch die Nebenkosten dazu. Genauso wie zu einer monatlichen Rate auch noch mehr Nebenkosten anfallen.


    Wir haben eigentlich vor uns demnächst einmal beraten zu lassen. Ich kenne mich einfach selbst noch viel zu wenig aus. Wenn ich hier aber lese, dass viele hier ein Budget >400k haben, bezweifle ich, dass unser Vorhaben überhaupt realisierbar wäre. =o


    Was würdet ihr uns raten?


  • Was würdet ihr uns raten?

    erstmal buch führen, wieviel ihr wofür ausgebt. Wenn ihr bisher 1000 Euro Miete zahlt, könnt ihr das besser in einen Kredit stecken. Wenn es eher 500 Euro Miete sind, müsste man mal fragen, seit wann Eigenkapital angespart wird oder warum es erst 30k sind.

  • erstmal buch führen, wieviel ihr wofür ausgebt. Wenn ihr bisher 1000 Euro Miete zahlt, könnt ihr das besser in einen Kredit stecken. Wenn es eher 500 Euro Miete sind, müsste man mal fragen, seit wann Eigenkapital angespart wird oder warum es erst 30k sind.

    Wir bezahlen für Miete inklusive Nebenkosten circa 700€. Wir sind beide Mitte 20. Eigenkapital wird also noch nicht so lange gespart.

  • Wir bezahlen für Miete inklusive Nebenkosten circa 700€. Wir sind beide Mitte 20. Eigenkapital wird also noch nicht so lange gespart.

    Dann würde ich noch ein wenig warten. Irgendwann wird auch der Bauboom nachlassen und die Baukosten werden wieder sinken. Ihr habt doch noch Zeit!

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Dann würde ich noch ein wenig warten. Irgendwann wird auch der Bauboom nachlassen und die Baukosten werden wieder sinken. Ihr habt doch noch Zeit!

    Stimmt natürlich. Das Thema ist bei uns nur momentan so aktuell, da wir - wie oben geschrieben - die Möglichkeit hätten ein Grundstück günstig zu erwerben. Unser absolutes Traumgrundstück. Und Grundstücke sind hier eher rar. Da packt uns einfach die Sorge, dass uns das entgeht.


    So oder so steht für uns jetzt erstmal an erster Stelle so viel EK wie möglich aufzubauen.

  • Ein Grundstück, dass an das Grundstück meiner Eltern grenzt, würde uns der jetzige Eigentümer sogar deutlich günstiger verkaufen. Es ist allerdings noch nicht erschlossen.


    Was würdet ihr uns raten?

    Mein Rat wäre:

    Bei der Gemeinde erkundigen, ob und wie das Grundstück erschlossen werden kann.

    Und wie hoch die Erschließungskosten wären.

    Wenn alles passt, würde ich zugreifen.

  • Wir leben in einem kleinen Ort auf dem Land. Der Preis pro Quadratmeter liegt bei 50-60€. Ein Grundstück, dass an das Grundstück meiner Eltern grenzt, würde uns der jetzige Eigentümer sogar deutlich günstiger verkaufen. Es ist allerdings noch nicht erschlossen.

    Ist das Grundstük überhaupt "bebaubar"? - Stichwort: Außenbereich

    Das Thema ist bei uns nur momentan so aktuell, da wir - wie oben geschrieben - die Möglichkeit hätten ein Grundstück günstig zu erwerben.

    Keiner hat was zu verschenken.

    Ansonsten ist der Hinweis von feelfree super

    erstmal buch führen, wieviel ihr wofür ausgebt.

    Man wird sich wundern, wo das Geld alles verschwindet ;)

    (Ging mir zumindestens so.)

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Wir leben in einem kleinen Ort auf dem Land. Der Preis pro Quadratmeter liegt bei 50-60€. Ein Grundstück, dass an das Grundstück meiner Eltern grenzt, würde uns der jetzige Eigentümer sogar deutlich günstiger verkaufen. Es ist allerdings noch nicht erschlossen.

    Na ja, eine Wiese hat einen Wert 1,- € oder 2,- €/m², darauf könnt Ihr Futter für die bei Euch wahrscheinlich nicht vorhandenen Tiere machen.

    Bis zur Genehmigung einer Bebauung kann es unter Umständen Jahre/Jahrzehnte dauern, sofern es überhaupt genehmigt wird. Deswegen wäre es wichtig, zuerst einmal zu klären was auf dem Grundstück möglich ist. Der Weg von einer Wiese zu einem bebaubaren Grundstück kann sehr lang sein, evtl. landet man auch in einer Sackgasse und es geht gar nichts.


    Was man auch nicht unterschätzen sollte, die Erschließung eines Grundstücks kann richtig teuer werden, und das macht sich bei einem günstigen Grundstück stärker bemerkbar als bei einem teuren (sehr gute Lage) Grundstück. Da kann es dann besser sein, ein bereits erschlossenes Grundstück zu kaufen, zumal die bei Euch anscheinend sehr günstig angeboten werden.


    Auf dem Land schwanken die Preise für Baugrundstücke nicht so stark, da kann man bei 50,- € bis 60,- € nicht viel falsch machen. Rücksetzer beim Preis sind da eher nicht zu erwarten, dafür werden sich auch die Preissteigerungen im Rahmen halten. Eine Gewinnmarge à la Bitcoin lässt sich hier eher nicht realisieren. Das spielt aber für das eigene Häuschen nur eine untergeordnet Rolle.


    Die wichtigste Frage wäre also, "Ist das Grundstück bebaubar, bzw. mit welchem Zeit- und Kostenaufwand wird es bebaubar?"


    Wir sind beide berufstätig. Unser Einkommen liegt bei 3000€ netto. Meine Frau fängt in ein paar Wochen nach der Elternzeit Teilzeit wieder an zu arbeiten. Wir haben nur ein Eigenkapital von 30k.

    Das Eigenkapital ist zwar gering, aber auch die Banken wissen, dass man in jungen Jahren erst langsam Eigenkapital aufbauen kann (von wenigen Ausnahmen, wie Erbe, Sponsor, Lottogewinn, mal abgesehen). Deswegen schauen Sie in solchen Fällen verstärkt auf das Einkommen, und zwar nicht nur auf die Höhe, sondern auch auf dessen mögliche Entwicklung (langfristig gesichert, Steigerungmöglichkeiten, Verlustrisiken). Das höhere Risiko lassen sich die Banken in Form höherer Zinssätze bezahlen.


    Ist bei den 3.000,- € die Teilzeit schon berücksichtigt?

    Gibt es Verbindlichkeiten in Form von Krediten?


    Wie oben schon empfohlen wurde, beginnt man mit einem "Haushaltsbuch", über min. 1 komplettes Jahr, besser mehrere Jahre.

    Dann sollte man überprüfen, wie sich die Kosten entwickeln wenn man mit der Familie im eigenen Haus lebt. (Versicherungen, Betriebs-/Verbrauchskosten, Kinder kosten auch Geld usw.), und ob es Optimierungsmögichkeiten gibt (kürzere Fahrtstrecke zur Arbeit, Kündigung unnötiger Versicherungen etc.).


    Wichtig ist, dass Du Eure Einnahmen und Ausgaben kennst, und bitte nicht schönrechnen, das rächt sich früher oder später. Liegen keine Zahlen vor, dann rechnen die Banken mit Pauschalbeträgen, und die bilden die Realität nur selten passend ab.


    Nehmen wir einmal an, die 3.000,- € Einkommen wären langfristig gesichert. Dann könntet Ihr ein Drittel davon, also 1.000,- €/Monat, in eine Baufinanzierung investieren. Die verbleibenden 2.000,- € sollten für die Lebenshaltung einer Familie auf dem Land ausreichen. Die Bank würde wahrscheinlich mit einem geringeren Pauschalbetrag rechnen.


    Peilen wir mal über den ganz dicken Daumen. Für 1.000,- € Rate pro Monat bekommst Du aktuell, je nach Zinsbindung, ein Darlehen um die 250-270 T€, zzgl. Eigenkapital steht Dir dann ein Budget zwischen 280 und 300T€ zur Verfügung. Das wäre mit 3% anf. Tilgung gerechnet (gesamte Laufzeit also ca. 20-25 Jahre).

    Gehen wir weiterhin davon aus, dass das Grundstück mit Erschließung nicht teurer wird als der von Dir genannte typ. Grundstückspreis, also 50,- bis 60,- €/m², dann stehen Dir unter Berücksichtigung von Notarkosten, Grundbuchkosten, Grunderwerbsteuer und was sonst noch so für den Kauf anfällt, um die 230.000,- € für das Gebäude zur Verfügung.


    Was man dafür bekommt, das wäre nun zu prüfen, und mit Deinen Wünschen/Ansprüchen abzugleichen. Bitte daran denken, die Zahlen sind jetzt nicht bis auf die letzte Nachkommastelle berechnet, es geht eher darum, dass Du ein Gefühl für die Größenordnung bekommst, und wie man das angeht.


    Fazit:

    Ich würde an Deiner Stelle die Sache weiter verfolgen, denn anhand Deiner o.g. Zahlen stehen die Chancen gut, dass Du das Vorhaben umsetzen kannst. Genaueres kann man sagen, wenn Du Deine Zahlen auch im Griff hast (Stichwort Einnahmen/Ausgaben). Sicher ist, günstiger werden die Grundstücks- und vor allen Dingen Baukosten mit Sicherheit nicht, schon gar nicht im ländlichen Raum. Das Risiko einen Wertverlust beim Grundstück zu erleiden ist sehr gering, da hätte ich in München oder Hamburg schon eher Bauchschmerzen. Ich würde auch nicht darauf setzen, dass die Baukosten fallen, und ob eine Inflation auch Dein Einkommen analog vergrößert, das ist noch unbekannt. Ich würde eher damit rechnen, dass die Einkommenssteigerung den Kostensteigerungen (deutlich) hinterher läuft.


    Also, mit der Gemeinde reden, bevor Du eine "Wiese" kaufst, denn da versteckt sich in meinen Augen das einzige nennenswerte Risiko. Der Rest ist dann Standard.

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  • Mit 230.000 kommt man heute nicht sehr weit. Da muss man seine Ansprüche am Gebäude sehr weit runter schrauben. Man staunt aber mit wie wenig Mensch auskommen kann und man hat trotzdem kein Gefühl, dass einem etwas fehlt. Man kann z.B. auch auf einen Keller verzichten.


    Lasst euch nicht von den billigen Preisen eines Hausanbieters täuschen, denn zu diesem Preis kommen immer viele andere Kosten dazu und am Ende ist es weit mehr. Oft unterschreibt man noch bevor alles eingeplant ist was dazu gehört und dann wird es teurer als gedacht. Also immer erst unterschreiben wenn der Endpreis verbindlich fest steht.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Ich sehe die Sache sehr skeptisch. Ihr müsstet praktisch Euer ganzes Leben dem Haus unterordnen und dabei ist es höchst wahrscheinlich nicht mal das Traumhaus. Ihr seid noch jung, wollt vielleicht Reisen oder einfach was erleben. So ein Haus wäre dann eine Last, die Euch fesselt.

    Ich würde weiter sparen aber noch warten.

    VG! Katja

  • Ich würde weiter sparen aber noch warten.

    Das ist insbesondere bei den momentanen Rahmenbedingungen eine schwierige Entscheidung. Der TE ist Mitte 20 und es stellt sich natürlich die Frage, ob man dauerhaft dort leben möchte, ob man sich dadurch nicht bei der beruflichen Entwicklung einschränkt, oder ob einem die Eltern in direkter Nachbarschaft irgendwann so auf die Nerven gehen, dass man nur noch weg möchte. Lebt man in einer Mietwohnung dann ist das alles kein Problem, Wohnung kündigen und woanders hin ziehen.


    Dieser Flexibilität stehen aber auch einige Nachteile gegenüber. Man kann beispielsweise der Entwicklung der Mietpreise nicht entgehen. Ob die Wohnung mit derzeit 700,- € Miete pro Monat (inkl. Nebenkosten) auch noch in x Jahren zu diesem Preis gemietet werden kann? Nehmen wir mal an es wären 500,- € Kaltmiete pro Monat, dann zahlt er in 5 Jahren vielleicht 600,- € und in 10 Jahren vielleicht 700,- €. Dem könnte er sich nur durch einen Umzug entziehen, aber dafür bräuchte man eine vergleichbare Wohnung zu einem dann günstigeren Preis. Gibt es so etwas überhaupt am Markt?


    Die nächste Frage ist, wieviel Geld könnte er in den kommenden x Jahren ansparen, ohne sich gegegenüber einem jetzigen Kauf/Bau einzuschränken?

    Nehmen wir mal die 1.000,- € Rate im Vergleich zu den 500,- € Kaltmiete. Das wären pro Monat 500,- €, macht pro Jahr 6.000,- € und in 5 Jahren wären das 30.000,- €, in 10 Jahren 60.000,- €, abzüglich der möglichen Mietpreissteigerungen, nehmen wir mal 100,- € im Durchschnitt auf die 10 jahre, dann bleiben davon 24.000,- € bzw 48.000,- € übrig. Eine Guthabenverzinsung kann man aktuell vergessen, höchstens er würde das gesparte Kapital mit Risiko am Markt investieren. Genau betrachtet müsste man bei diesen Zahlen den "Wohnwert" berücksichtigen, d.h. das eigene Haus wäre mit der Mietwohnung vergleichbar. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass er selbst bei niedrigen Budget ein Haus mit höherem Wohnwert bauen kann als es die Wohnung derzeit bieten kann.


    Die Sparsumme klingt erst einmal viel, aber wie werden sich die Kosten in dieser Zeit entwickeln? Ob er in 5 oder 10 jahren das Grundstück zu diesem Preis bekommt, davon würde ich nicht ausgehen. Selbst im ländlichen Raum steigen die Grundstückspreise, und das je nach Nachholbedarf, mehr oder weniger stark. Es wäre also gut möglich, dass er in 10 jahren anstatt mit 50,- € bis 60,- € mit 90,- € oder 100,- € kalkulieren muss. Das macht bei einem Grundstück mit sagen wir mal 700 m² schnell 28.000,- € bis 35.000,- €.


    Hinzu kommt die Steigerung bei den Baukosten, die seit Mitte 2011 im Durchschnitt (BKI) ca. 30% betrug. Schau Dir die Schwankungen der letzten 2 Jahre an, allein seit letzten Jahr bis zu 6-7%, und wenn das geldpolitische Ziel mit 2% Inflation pro jahr erreicht werden soll, dann werden solche Schwankungen in Zukunft noch öfter auftreten. Ob die Guthabenverzinsung da parallel mitziehen wird, das steht noch in den Sternen.


    d.h. Ob es ihm gelingt gegen diese "Inflation" anzusparen, da habe ich so meine Bedenken. Es ist bereits fraglich, ob die Einkommensentwicklung da mithalten kann.


    Ich bin ja bekanntermaßen ein Freund von hohem Eigenkapitaleinsatz beim Hausbau, dann möglichst schnell entschulden, und man hat in xx Jahren den sicheren Hafen den man sich für sich und seine Familie wünscht. Das hat auch unschlagbare Vorteile wenn bei Renteneintritt das Einkommen etwas sinken sollte, und langfristig ist auch die Rendite akzeptabel, falls man das Haus im Alter verkaufen sollte. Mit den eigenen 4 Wänden kann man also nicht viel falsch machen.


    Die niedrigen Zinsen erleichtern den Hausbau erheblich, und so lange die Raten in einem erträglichen Rahmen bleiben, würde ich das Risiko wagen, auch wenn noch nicht so viel Eigenkapital zur Verfügung steht. Die Rahmenbedingungen sind noch sehr gut, und das wird sich jetzt nicht innerhalb kürzester Zeit ändern, aber ob das längerfristig so bleibt, das steht in den Sternen. Ich würde nicht darauf wetten.

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  • Für 230K - was soll das denn für ein Haus sein?

    In einer Region in der man für ein Grundstück nur 50,- bis 60,- €/m² auf den Tisch blättert sind auch die Baukosten geringer. Natürlich bekommt man auch da für dieses budget keine 300m² Villa mit Park und Pool, aber man sollte einfach mal schauen, was man für dieses budget bekommt. Ich würde mich jetzt auch nicht an den 230T€ festbeißen, das ist nur mal eine grobe Richtung. Rechnen wir einfach mal weniger konservativ, mit sagen wir mal 4% für Zins und Tilgung, und 1.000,- € monatlicher Rate, dann wären das schon 300.000,- €, + EK 30.000,- € macht zusammen also 330.000,- €. Davon dann 40.000,- € für das Grundstück (700m²*60,- €) abgezogen, Grunderwerbsteuer, Notar etc. auch noch ab, dann reden wir schon über ein budget für die Baukosten von > 250-270T€.


    Und nicht vergessen, das alles finanzierbar mit einem Drittel des Haushaltseinkommens, also 2.000,- €/Monat verfügbar für die Lebenshaltung. Da muss niemand verhungern und ein Jahresurlaub ist auch noch drin.


    Was bekommt er aktuell für 700,- € monatliche Miete (inkl. Nebenkosten)?


    Also ich würde jetzt nicht so schnell aufgeben, sondern erst einmal für Zahlen sorgen.

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  • dann reden wir schon über ein budget für die Baukosten von > 250-270T€.

    Da ziehen wir noch 40 bis 50K Nebenkosten ab, dann sind wir bei 200 bis 230K nur für's Haus ohne Einrichtung. Lass mal irgendwas am Grundstück sein - langer Weg, Hang, Erschließung usw.. Ne Küche braucht's meist neu und Gardinen, Lampen + Teppiche fallen auch nicht vom Himmel.

    Wenn der Wunsch nach dem Eigenheim nur vage ist, würde ich das noch nicht machen mit 25.

    VG! Katja

  • Und deswegen muss auch allen anderen davon abgeraten werden? Dürfen die keine EIGENE Lebensplanung haben?


    Was würdet ihr uns raten?

    Es wurde explizit nach einem persönlichen Rat gefragt. Wenn Du einen eigenen hast, bitte sehr. Es ist ja Platz genug.


    OT: Traurig nur, dass Du Dich eigentlich gar nicht für das Thema interessierst. Dein einziges Interesse besteht darin, mich auf Biegen und Brechen anzugreifen. Und das in einem anonymen Forum. Na wenn's Dir Freude macht. Frau hilft ja gern.

    VG! Katja

  • Es wurde explizit nach einem persönlichen Rat gefragt.

    Die waren gegeben worden. Haushaltsbuch führen, Grundstückskauf vom Bauen (zeitlich) trennen.

    Was Du machst, ist dem Frager erklären, dass er sein Leben nicht überblicken kann, also noch nicht mündig ist.
    25 ist viel zu früh, werd erstmal 80. Oder ab welchem Alter kann er über sein weiteres Leben wirklich entscheiden

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • ...das sind dann aber zwei Drittel!

    Ich denke mal R.B. meinte mit "finanzierbar mit einem Drittel des Haushaltseinkommens" die 1.000€, auf denen die Beispielrechnung aufgebaut ist.

    2.000€ sind dann die zwei Drittel, die vom gesamten Haushaltseinkommen von 3.000€ nach Abzug von 1/3 monatlicher Rückzahlung übrig bleiben.
    :)

  • Ich persönlich vertrete die Ansicht, dass man mit dem Kauf des Grundstückes nicht so viel verkehrt machen kann. Günstiger als im Ort üblich wirds wohl gerade wegen der fehlenden Erschließung sein, nachdem man diese dazurechnet kommt vermutlich ein ähnlicher m²-Preis raus.
    Anschließend kann man ja ohne Zeitdruck planen.

    Falls noch nicht klar würde ich im Vorhinein aber auf jeden Fall noch klären, ob das schon Bauland ist oder erst umgewidment werden muss. Bei diesem Preis kann ich mir aber nicht vorstellen, dass es eine normale Wiese ist^^ (nur weil der TE das noch nicht klar definiert hat)

  • Da ziehen wir noch 40 bis 50K Nebenkosten ab,

    Auch die Nebenkosten lassen sich beeinflussen wenn man auf das Rund-Sorglos-Paket verzichtet. Mir ist auch klar, dass man für das Geld keine Luxusvilla bekommt, schon gar nicht in einer Region die gerade "in" ist. Man kann seine Ansprüch aber auch runter schrauben, und der TE schreibt ja:


    Uns würde ein kleines, einfaches Haus völlig ausreichen. Ohne Keller, Garage oder irgendwelchen Besonderheiten. Der Innenausbau könnte theoretisch auch teilweise oder komplett von uns bzw. meiner Familie übernommen werden.


    Konkretisieren wir das einmal. Anschlüsse, Bodenplatte, und darauf irgendein "Fertig"haus in der 120m² Klasse von der Stange, evtl. als Ausbauhaus falls die Familienhandwerker das leisten können. Da schafft man die 2.000,- €/m² oder liegt sogar noch etwas darunter.


    Bei einem 300T€ Darlehen liegt die Zinsbelastung bei 1% Zinssatz bei 250,- €/Monat, die sind weg, der Rest ist Tilgung. Die Zinsbelastung reduziert sich mit jedem Euro Tilgung der geleistet wird. In der Mietwohnung zahlt er vielleicht 500,- € Kaltmiete pro Monat, und die 500,- € sind auch weg, und mit hoher Wahrscheinlichkeit gibt es in den kommenden Jahren noch Mieterhöhungen, die er dann auch abschreiben kann.


    So gesehen wäre es besser das Geld in die Tilgung zu stecken als in Miete zu wohnen.


    Wenn ich zurück denke, so 197x, als meine Eltern gebaut haben, da hieß es noch, "unter 200.000,- DM kann man kein Haus bauen". Die Mehrzahl der Häuser die damals in dem Neubaugebiet entstanden sind lagen irgendwo zwischen 100.000,- DM und 150.000,- DM, je nachdem wieviel Eigenleistung die Bauherren erbringen konnten. Die Grundstückskosten spielten mit unter 10.000,- DM für die typ. 700m² keine große Rolle.

    Die meisten der damaligen Bauherren haben jetzt über 40-50 Jahre zufrieden in ihren Häusern gelebt, die Schulden sind, trotz damals sehr hoher Zinsen, schon längst abbezahlt. Diejenigen die aus Altersgründen nicht mehr in ihrem Haus leben können, verkaufen die Immobilien, und bekommen heute, je nach Erhaltungszustand, um die 300.000,- € (typ. 170-200m²) dafür, bei modernisierten Immobilien gibt es auch noch mehr.


    Auch hier gilt, alles richtig gemacht.

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  • Ich weiß nicht was man mit einem gesplitteten Grundstückskauf und anschließender zeitverzögerten Bebauung falsch machen kann. Sicherstellen muss man nur. dass auf dem Grundstück gebaut werden darf.


    Der TE scheint ja sehr vernünftig zu sein - sonst würde er sich mit solchen Fragen ja nicht auseinandersetzen und einfach ins Blaue bauen. Hut ab in diesem Alter!


    Auch finde ich mit 25 Jahren eine Kapitalstock von 30K € sehr ordentlich. Offensichtlich verprasst der TE nicht sein Geld für Konsumgüter oder Autos, oder sonst was. Scheint erst mal grundsolide zu sein.


    Gegenfrage: Was soll er denn mit den 30K sonst machen? Aktienmarkt, auf Konto mit Verwahrungsentgelt, Bitcoins? Das wird ja nicht besser.


    Durch die Trennung von Grundstückskauf und späterer Bebauung hat man auch den Vorteil, dass es übersichtlich bleibt im ersten Schritt. Bei späterer Kreditaufnahme für Hausbau kann der TE immer das Grundstück als Sicherheit bei der Bank angeben. Das ist ähnlich gut wie Cash. Muss halt nur sicher sein, dass das Grundstück bebaut werden kann und nicht eine völlig doofe Lage ist. Das Grundstück muss veräußerbar bleiben.


    Mein Fazit:

    Ich würde es tun. Ich hatte mit 25 Jahren keine 30K auf dem Konto. Nach hinten raus wurde das Geld eh immer etwas mehr (es sei denn Krankheit oder ähnliches passiert - das kann aber auch später kommen - somit unplanbar) und in diesem frühen Alter hat man den Vorteil, dass man dann vielleicht mit 45 - 50 Jahren Schuldenfrei ist. Das alleine ist schon ein immenser Vorteil.


    Das ist meine Meinung

  • Konkretisieren wir das einmal. Anschlüsse, Bodenplatte, und darauf irgendein "Fertig"haus in der 120m² Klasse von der Stange, evtl. als Ausbauhaus falls die Familienhandwerker das leisten können. Da schafft man die 2.000,- €/m² oder liegt sogar noch etwas darunter.

    Die 2000 gelten aber jetzt schon ne Weile nicht mehr - auch nicht an der polnischen Grenze. Kalkuliert wird wohl im Augenblick mit ca. 2300K und das ist einfachste Ausstattung. 120 x 2300 = 276K - nur das Haus. On Top kommen Erschließung, Wege, Stellplatz, Terrasse u.ä. was kaum unter 40K zu schaffen sein wird. Dazu der ganze Behördenkram, Grundstück, Küche, Einrichtung uswusf. nochmal um die 60 bis 70K.

    Ganz ehrlich, ich finde eigenen Wohnraum auch erstrebenswert und wenn man hier eine Handwerkerfamilie im Backround hat, der Wunsch nach einem Eigenheim übermächtig ist und 120qm ausreichen - dann kann man ja mal mit der Bank reden. Aber die 400K aus #1 ist selbst für ein kleines Haus mit Grundstück nicht unrealistisch. Das gilt auch für Hinterpupsdorf. Die Frage wird m.E. eher, was man bereit ist dafür zu opfern.


    VG! Katja

  • Die 2000 gelten aber jetzt schon ne Weile nicht mehr - auch nicht an der polnischen Grenze.

    Da irrst Du Dich ganz gewaltig.


    Dazu der ganze Behördenkram, Grundstück, Küche, Einrichtung uswusf. nochmal um die 60 bis 70K.

    Grundstück hatte ich schon abgezogen, "Behördenkram" auch, und nicht jeder braucht eine maßgeschneiderte Küche für 30 oder 40T€.


    Mit einem dicken budget kann jeder bauen, das ist keine Kunst. Wer nicht auf´s Geld achten muss, der lässt sich bedienen und am Ende steht da sein Traumhaus. Das bedeutet aber nicht, dass man mit schmalem Budget nur Schrott bekommt oder in eine Insolvenz läuft. Man muss haushalten und schauen was man für sein budget bekommt. Da werden halt die Außenanlagen nicht vom Gala Fachmann gemacht, sondern in Eigenleistung. Wenn ich in meinem Umfeld so schaue, dann kenne ich nur 2 Gärten die von Profis angelegt wurden, und das waren jeweils Gärten in der 100k Kategorie, also nichts für jemanden der mit schmalem oder "normalem" Budget rechnen muss.


    Wenn er jetzt weiter spart, dann wäre das zwar gut, aber er verliert dabei Geld. Alleine die steigenden Baukosten werden dafür sorgen, dass er in 10 Jahren schlechter da steht als heute. Als wir unser Haus gekauft haben, war ich im zarten Alter von 27 Jahren, meine Frau 3 Jahre jünger, und der Kleine war wenige Wochen alt. Damals gab es sogar noch Zinsen auf´s Sparbuch, dafür lagen die Kreditzinsen in der 10% Region. Hätten wir noch 5 oder 10 Jahre gewartet, was wäre dann besser gewesen? Genau betrachtet gar nichts. Die Zinsen gingen abwärts, das Einkommen aufwärts, und wir hätten in 10 Jahren mehr als 60.000,- DM an (Kalt)Miete gezahlt, vermutlich mehr, weil auch damals schon die Mieten nach oben gingen.


    Rückblickend kann ich sagen, das war eine gute Entscheidung, denn während einige Freunde und Bekannte noch überlegten, hatten wir die Bude zu einem ordentlichen Teil schon entschuldet, und durch die sinkenden Zinsen hat die Anschlussfinanzierung dafür gesorgt, dass jede Monatsrate noch mehr zur Tilgung beiträgt. So hat sich die geplante Laufzeit drastisch verkürzt.


    Ich sage ja nicht, dass sich der TE in ein Abenteuer stürzen soll, aber wenn er plant in der Gegend zu bleiben, dann würde ich mich möglichst schnell um Wohneigentum bemühen. Besser werden die Rahmenbedingungen mit Sicherheit nicht, und wenn er sich an einen guten Plan hält, dann ist er zu seinem 50. Geburtstag schuldenfrei, also lange bevor die Rente in Sicht ist.

    Sollte er aus irgendeinem Grund das Haus verkaufen müssen, dann kann er davon ausgehen, dass er zumindest ohne Verlust aus der Sache raus kommt, wahrscheinlich sogar mit einem Gewinn.


    Eine konsverative Herangehensweise an solche Finanzierungen ist wichtig, keine Frage, man muss aber aufpassen, dass man sich vor lauter Vorsicht nicht nur im Kreis dreht (oder gar rückwärts läuft).

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