Befahrbarkeit einer rechtwinklig abknickenden Grundstückszufahrt

  • Hallo liebe Community,


    als Neuling freue ich mich, auf dieses tolle Forum gestoßen zu sein und danke vorab allen, die sich mit meinem Anliegen beschäftigen wollen.


    Es geht um die Bedingungen für Befahrbarkeit einer Grundstückszufahrt. Der Zuweg von der öffentlichen Straße führt über einen rd. 4m breiten Weg. Dieser ist abschüssig und zweigt nahezu im rechten Winkel auf das Grundstück (ohne Wendemöglichkeit) ab. Ein Weg muss immer rückwärts befahren werden. Nun stellt sich die Frage, welche Breite dieser Abzweig und der Weg (grün schraffierte Fläche auf der - nicht maßstabsgerechten - Skizze) aufweisen müssen, um mit Fahrzeugen aller Art (im Zweifel also auch Feuerwehr oder Krankenwagen) auf das Grundstück gelangen zu können.

    Allgemeine Vorschriften helfen hier leider nicht weiter, da sie u.a. das abschüssige Gelände und die deutlich eingeschränkten Sichtmöglichkeiten beim Fahren nicht berücksichtigen. Inzwischen weigern sich Zulieferer mit „Sprinter“-Fahrzeugen, das Grundstück zu beliefern. Da die Auseinandersetzung leider juristische Züge annimmt, benötige ich vielleicht auch ein entsprechendes Gutachten.

    Unter welcher Fachrichtung kann ich einen Experte finden, der ein solches Gutachten (Schleppkurven-?) erstellen kann?

    Ich bedanke mich ganz herzlich für Eure Meinungen und Auskünfte.


    Viele Grüße aus dem Bergischen

    • Offizieller Beitrag

    Unter welcher Fachrichtung kann ich einen Experte finden, der ein solches Gutachten (Schleppkurven-?) erstellen kann?

    "Verkehrsplaner/in" oder "Sachverständige/r für Straßenverkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik".


    Für Feuerwehraufstellflächen gibt es meines Wissens normative Festlegungen wie "Flächen für die Feuerwehr" o.ä. Ich kenne diese aber im einzelnen nicht.

  • vielleicht wäre ein Satelitenfoto oder dergleichen Hilfreicher als eine unmasstäbliche Zeichnung.

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Irgendwie bekomme ich die beiden Bilder nicht in Übereinstimmung.

    Auf dem Luftbild scheint mehr als ausreichend Platz zu sein.

    Wo ist denn da der KIA lang gefahren?


    P.S.: Um eine Baugenehmigung zu bekommen, muss das Grundstück in ausreichendem Maße erschlossen (hier anfahrbar) sein. Wurde da was abweichend vom Bauantrag gebaut?

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Beim Betrachten dieses Satellitenfotos habe ich mich auch gefragt, wo eigentlich mein Problem ist. Das Foto ist ca. 3-4 Jahre alt und offenbar im frühen Frühjahr aufgenommen. Die fortschreitende Vegetation bereitet uns u.a. die Probleme. Deren Pflege liegt nicht in unserer Hand. Die Vogelperspektive gibt auch die Begleitumstände nicht gut wieder (abschüssiges Gelände, hohe Zäune, usw.).


    Möglicherweise wurden Zäune abweichend gebaut und verengen nun die Fahrbahn, Das genau ist das zweite Problem.

  • Vielleicht solltet Ihr dann zunächst einmal klären,wo das Problem liegt, wer dafür verantwortlich ist und den dann zur Beseitigung des Hindernisses auffordern, sofern da wirklich irgendwer was "zugebaut" hat, bevor Ihr teure Gutachten ohne echte Bindungswirkung in Auftrag gebt.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

    • Offizieller Beitrag

    Da müsste erst einmal der Urwald zurückgeschnitten werden damit man sieht was Sache ist. Wenn das die Kurve vor dem Haus A sein soll, beim "Ausfahren", mit einer angeblichen "Straßen"breite von 4m, dann ist ja die Hälfte davon bereits zugewachsen.


    Handelt es sich um die Kurve vor Haus B (beim Einfahren), dann läge das Gestrüpp ja im Verantwortungsbereich des Grundstückeigentümers B, also demjenigen der dort ein- und ausfährt.


    Ich würde mir das Geld erst einmal sparen und klären, wer was zurückschneiden muss.


    Da die Auseinandersetzung leider juristische Züge annimmt, benötige ich vielleicht auch ein entsprechendes Gutachten.

    Dadurch wird es nicht einfacher. Ich kann den Zulieferer verstehen wenn er hier nicht bis vor die Haustüre fährt.

    • Offizieller Beitrag

    Dadurch wird es nicht einfacher. Ich kann den Zulieferer verstehen wenn er hier nicht bis vor die Haustüre fährt.

    meistens hat man sowieso keinen Anspruch auf eine Lieferung vor die Haustür. In den allermeisten Fällen wir "frei Bordsteinkante" geliefert, das inkludiert mMn NICHT die gemeinschaftliche Zufahrt ("Privatweg"). Mit den allermeisten Fahrern kann man reden, aber wenns nicht geht, gehts nicht.

  • Es sollte im eigenen Interesse geklärt werden, weil die Feuerwehr und auch Rettungsfahrzeuge eine entsprechende Zufahrtsbreite benötigen. Feuerwehren brauchen auf grüner Wiese 3,5 Meter und wenn eine Seite bebaut ist 4 Meter plus entsprechendem Platz in Kurven, entsprechend der Schleppkurve ihrer Fahrzeuge.


    Wenn Du nicht willst, dass die Feuerwehr beim abbrennen deiner Bude nur zuschaut, dann würde ich mich sehr schnell 'drum kümmern.


    Ansonsten würde ich einen Teil der Wiese vor dem Haus befestigen, damit der Transporter dort wenden kann (wenn der ganze Wildwuchs zurück geschnitten wurde). Ich kann die Lieferanten schon verstehen, wenn die rückwärts den Buckel hoch und dann rückwärts in eine befahrene Straße einfahren müssen, wo sie nix sehen können. Bei einem Transporter sieht man rückwärts verdammt wenig.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Also auf dem Satellitenfoto sieht man schon mal deutlich mehr. Ganz gut in Verbindung mit dem Kiafoto an der Innenecke der Abzweigung zu Haus B.

    Wahrscheinlich ist weder Haus A noch B schuldig, sondern eher der NachbarWestlich der Zufahrtsstrasse, falls das sein Gewächs ist, welches sich auf der Zufahrtsstrasse breit macht.

    Da Privatweg, wäre hier ähnlich vorzugehen wie bei Normalen Grenzproblemen mit Bäumen und Büschen. Wird der Eigentümer nicht tätig, nach Aufforderungen,

    so kann der Betroffene selber tätig werden. Ob hier dann Kosten geltend gemacht werden könnten.

    Da es sich hier ja um gewissermasen auch um einen Rettungsweg handelt, ist da vielleicht sogar mehr Druck möglich.

    8Ich dachte zuerst, der Bunte Zaun ist nun das Problem, da es optisch die Kurve enger macht, aber der bunte Zaun wird ja nicht Wuchern :D

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Vielen Dank für alle Antworten.

    Die Probleme sind genau richtig erkannt. Die "Grünpflege" liegt nicht in unserer Hand und der bunte Zaun wurde vor wenigen Jahren zusätzlich in der Einfahrt errichtet. Genau aus diesen Gründen benötige ich Angaben zu den notwendigen Rahmenbedingungen für die Befahrbarkeit der Zufahrt, um selbst Hand anlegen zu können,

    • Offizieller Beitrag

    der bunte Zaun wurde vor wenigen Jahren zusätzlich in der Einfahrt errichtet.

    Das ist noch kein Problem, so lange der Zaun auf der Grenze steht und die zulässige Höhe nicht überschreitet.


    Die Breite einer Durchfahrt ergibt sich nicht aus dem was man (Bild vor x Jahren) vor Ort messen kann, sondern man muss den Verlauf der Grundstücksgrenzen beachten. Bei einem Privatweg obliegt das den Grundstückseigentümern. Keine Ahnung wie Ihr das geregelt habt, und ob die genannten 4m auch korrekt sind.

    • Offizieller Beitrag

    Wenn Du nicht willst, dass die Feuerwehr beim abbrennen deiner Bude nur zuschaut, dann würde ich mich sehr schnell 'drum kümmern.

    Die Feuerwehr ist flexibel und kann mindestens bis 50 m einen Schlauch verlegen. Rettung erfolgt bei normalen Wohnhäusern üblicherweise über die Steckleiter.

  • Das wäreaber mehr als unfair (höflich gesagt), wenn man zur Vermeidung von nachbarlichen Streitigkeiten dann die Buckel von Feuerwehrkräften ( die Leitern und Schläuche schleppen müssen) austrüge. :thumpsdown:

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    • Offizieller Beitrag

    Die Feuerwehr ist flexibel und kann mindestens bis 50 m einen Schlauch verlegen. Rettung erfolgt bei normalen Wohnhäusern üblicherweise über die Steckleiter.

    hüstel ... wenn es ausschließlich maximal drei Geschosse inkl. EG gibt und die Feuerwehr Steckleitern bei jedem Einsatz mitführt ...heutzutage macht sie das nämlich nicht mehr unbedingt. Außerdem möchte man nicht unbedingt in einer Höhe von 7 m über eine Fensterbank und dann auf eine wacklige Leiter klettern. Es ist aber auch müßig, das hier abstrakt zu diskutieren. Ob eine Feuerwehrzufahrt mi 3,0 m Breite und 3,5 m Höhe benötigt wird, sagt im Zweifel die Feuerwehr selbst. Fragen hierzu beantworten übrigens souverän Fachplaner für den baulichen Brandschutz, nicht Verkehrsplaner. Und die wissen auch wo die nächstgelegene Entnahmestelle für Löschwasser liegt und welche Leitern wo aufgestellt werden können.

  • Leitern wo aufgestellt werden können.

    Ich hatte "jetzt" einen Fall, da hat die Fw einen befestigten Aufstellort für ihre Leitern gefordert. Nacktes Erdreich war nicht ausreichend. Anzuleitern war ein Fluchtbalkon in der 1. Etage

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    • Offizieller Beitrag

    Bei uns ist die Verwendung der Steckleiter nicht so ungewöhnlich - auch hat längst nicht jede Feuerwehr ein Drehleiterfahrzeug.

    Ob die Steckleitern ganz allgemein ungewöhnlich sind, weiß ich auch nicht. In Städten mit Regelbebauungshöhen um 20 m wären sie innerstädtisch jedenfalls nicht ausreichend. Die Löschfahrzeuge in den Vorstadt-Wachen haben natürlich weiterhin Steckleitern an Bord, aber innerstädtisch gab es jüngst wieder Debatten darum. Ich weiß nicht wie die ausgegangen sind. Auf jedenfalls gibt es Zunehmens das Problem, dass Hubrettungsfahrzeuge auf den dafür vorgesehenen Flächen durch Falschparker, Märkte, Sondernutzungen, Baustellen ... oft nicht mehr aufgestellt werden können. Da hilft dann die Steckleiter bei Höhen von 10 m oder mehr aber auch nicht mehr. Da müssen Fluchthauben o.ä. eingesetzt werden.