Heizung Tiny Haus und GEG

  • Als Energieberater habe ich ein Tiny Haus bzw. besser gesagt ein kleines Modulhaus auf den Tisch bekommen.

    So ca 50 m^2 WF und gedacht als 'richtiges' Wohnhaus muss also GEG ( Wärmeschutznachweis) erfüllen
    Der Bauherr bzw die ausführende Firme wollte ursprünglich ne elektrische Fußbodenheizung einbauen
    WW mit Durchlauferhitzer.
    Da die Konstruktion auch nicht sonderlich stark gedämmt ist ( wegen Platzmagel ) wird der GEG Nachweis nicht erfüllt

    Ht' passt...aber die Primärenergie ist viel zu hoch bei einer Strom direkt Heizung...auch ne kleine PV ändert daran nicht viel

    Vorschlag wäre eine Klima Split Anlage einzubauen
    Vorteil...recht billig...man kann damit auch kühlen...und durch den Wärmepumpeneffekt wird GEG erfüllt

    Es gibt nun Bedenken ob das Gerät ne unangenehme Luftströmung im Haus erzeugt
    Keine Ahnung ob das ein Problem wäre ??

    Firma will nun ne Infrarotheizung nehmen..aber das gibt mir wieder die Probleme mit Stromdirektheizung

    Jemand ne gute Idee / Tipp dazu ??

  • 50m2?

    Da klingelt es bei mir: Gilt überhaupt das GEG? Mal daraufhin prüfen.


    Noch nie berechnet, aber funzt wohl bei einem kleinen Fertighaus und scheint ähnlich Deinem Konzept zu sein:

    PV-Anlage mit Lüftungsanlage, die heizt.


    Wenn ich nachher an meinen PC komme, dann finde ich das Ding vielleicht wieder, hatte dazu nämlich hier im Forum gefragt, weil ein Bekannter das tatsächlich so eingebaut hat. Erfahrungen kann ich dazu noch nicht liefern, dass Teil steht erst seit kurzem.

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  • GEG gilt immer solange das Haus 'normal' bewohnt wird

    Also KEIN Wochenendhaus .... so jedenfalls verstehe ich das ...


    Was nicht gebraucht wird ist ein Energieausweis wenn unter 50 m^2


    Lüftungsanlage welche heizt ist ja quasi die oben genannte Klima Split Lösung .... die würde gehen ...aber nicht gewollt wegen möglichem Luftzug

  • Hm, stimmt, Energieausweis.


    Aber lies nochmal nach. Ich glaube, da gabs mehr Sonderregelungen, bin mir aber nicht ganz sicher.

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  • Aber lies nochmal nach. Ich glaube, da gabs mehr Sonderregelungen, bin mir aber nicht ganz sicher.

    Du meinst vermutlich § 104 Satz 1 GEG

    "Werden bei einem zu errichtenden kleinen Gebäude die für den Fall des erstmaligen Einbaus anzuwendenden Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten der Außenbauteile nach § 48 eingehalten, gelten die Anforderungen des § 10 Absatz 2 als erfüllt."

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Aber bei dem Paragrafen gehts um die Hülle ...aber nicht um die Heizung bzw den Primärenergiebedarf...oder ?

    Wenn es so ein 'Schlupfloch' gäbe wäre das gut

  • Firma will nun ne Infrarotheizung nehmen..

    Auf keinen Fall, ist auch nicht besser als eine el. FBH oder "Heizlüfter".


    Bei einem Gebläsekonvektor an einer Klimaanlage wird man das Luft(strömungs)geräusch auch akustisch wahrnehmen. Dem kann man etwas vorbeugen, indem man mehrere Konvektoren einsetzt, so dass die zu erbringende Heizleistung pro Konvektor geringer wird. Ich würde zuerst einmal rechnen wie hoch die Heizlast wirklich ist. Bei 50m² und grob 150m³ Luftvolumen wird die Heizlast selbst bei einer "schlechten" Wärmedämmung gering sein. Wenn man dann die Anlage etwas überdimensioniert und sie ständig im Teillastbereich läuft, werden sich auch Luftzug und Geräuschentwicklung in Grenzen halten.


    Wegen der WW Erzeugung müsste man wissen wieviele Personen in dem Haus leben möchten. Ein el. DLE wäre die einfachste Lösung, falls noch etwas Platz übrig ist, könnte man auch eine BW-WP einsetzen. Platzbedarf in cm ganz grob 80 x 80 x 180 (L x B x H).

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    .

  • § 3 (1) Nr 17. GEG

    „kleines Gebäude“ ein Gebäude mit nicht mehr als 50 Quadratmetern Nutzfläche,


    § 10 (2) GEG

    "(2) Das Gebäude ist so zu errichten, dass

    1.der Gesamtenergiebedarf für Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung und Kühlung, bei Nichtwohngebäuden auch für eingebaute Beleuchtung, den jeweiligen Höchstwert nicht überschreitet, der sich nach § 15 oder § 18 ergibt,
    2.Energieverluste beim Heizen und Kühlen durch baulichen Wärmeschutz nach Maßgabe von § 16 oder § 19 vermieden werden und
    3.der Wärme- und Kälteenergiebedarf zumindest anteilig durch die Nutzung erneuerbarer Energien nach Maßgabe der §§ 34 bis 45 gedeckt wird."

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    5.Mose 27:18

  • ok...d.h. Bilanzierung ganz 'normal' notwendig

    nein

    Du meinst vermutlich § 104 Satz 1 GEG

    "Werden bei einem zu errichtenden kleinen Gebäude die für den Fall des erstmaligen Einbaus anzuwendenden Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten der Außenbauteile nach § 48 eingehalten, gelten die Anforderungen des § 10 Absatz 2 als erfüllt."

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    5.Mose 27:18

  • Vorschlag wäre eine Klima Split Anlage einzubauen

    Vorteil...recht billig...man kann damit auch kühlen...und durch den Wärmepumpeneffekt wird GEG erfüllt

    :thumbsup:

    Es gibt nun Bedenken ob das Gerät ne unangenehme Luftströmung im Haus erzeugt

    Ich stelle mir das Prinzip ähnlich einer typischen Wohnmobilheizung (dort allerdings mit Gas-Verbrennung) vor und weiß nicht, wie es ohne leichte Zugluft funktionieren soll. Energetisch und von den Kosten ist das sicher die sinnvollste Lösung! Und energetisch sind kleine Objekte durch ihr ungünstiges Volumen / Hüllflächenverhältnis immer problematisch, siehe Wohnmobil / Gartenhaus.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Nutzfläche, also nach GEG.


    Beim Paragrafen lesen bekomme ich immer Kopfweh :(

    Ich auch, ich verstehe da öfter mal was falsch.

    Daher hab ich Bücher mit Kommentaren zu Hause. Bin aber derzeit unterwegs.

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  • hm..das wäre ja die Lösung.... muss ich mir die Nutzfläche nochmal genau ermitteln...liege da so knapp bei 50

    Die müsstest Du eigentlich schon im Programm haben.

    § 3 (1) GEG

    Nr. 28 a) „Nutzfläche“ bei einem Wohngebäude die Gebäudenutzfläche

    Nr. 10) „Gebäudenutzfläche“ die Nutzfläche eines Wohngebäudes nach DIN V 18599: 2018-09, die beheizt oder gekühlt wird,

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    5.Mose 27:18

  • probiere mal, wenn kein kleines Gebäude, in Kombination mit der Stromheizung rechnerisch eine PV-Anlage (kriegt man heute doch für kleines Geld) draufzupacken... ;)


    wobei ich vermutlich auch ein Splitgerät empfohlen hätte...

  • wobei ich vermutlich auch ein Splitgerät empfohlen hätte...

    :thumbsup:


    Überschlagen wir mal ganz grob, dann komme ich auf vielleicht 2kW Transmissionsverluste und 300W Lüftungsverluste, also eine Heizlast um die 2,3kW. Das ist schon großzügig geschätzt, vermutlich liegt die Heizlast darunter.

    Es gab (gibt?) mal eine 3kW Sole-WP, Preis um die 3.000,- € bis 4.000,- €, zusammen als Tower mit Wasserspeicher waren es dann etwa 5.000,- €. Die Montage war einfach (alles kompakt beisammen) und daher kostengünstig. Ein paar Meter Rohr im Garten verbuddeln, schon hat man einen Kollektor. Nachteil, man braucht halt wasserführende Heizflächen. Der Platzbedarf des Towers war überschaubar, etwa 1m².


    Aus wirtschaftlicher Sicht fährt man mit einem Splitgerät besser, wobei ich (s.o.) auf mehrere überdimensionierte Innenteile setzen würde, die dann mit geringer Drehzahl laufen. Damit reduziert sich das Betriebsgeräusch deutlich und auch der Luftzug wird geringer. Wie man das im Gebäude verteilt, dazu müsste man die Raumaufteilung kennen. Unter´m Strich könnte diese Variante bei vergleichbarer Arbeitszahl etwas günstiger sein.

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    .

  • Also ich denke auch dass ein Splitgeräte am sinnvollsten wäre

    Bauherr bzw Planer haben Bedenken wegen Luftzug im Haus ...obs tatsächlich ein Problem wäre weiss ich nicht

    letzter Stand war...es kommt erstmal eine Infrarotheizung rein ...ist ja eine Art...Versuchshaus zum testen

    Das die Gebäudenutzfläche unter 50 m^2 bin ich wieder raus aus dem Projekt.....

    Mal sehen was daraus wird......

  • es kommt erstmal eine Infrarotheizung rein .

    Dann kann er auch ein paar el. Gebläsekonvektoren für 30,- €/Stck. kaufen, die sind nicht mehr oder weniger effizient. Bei unseren Strompreisen ist das die schlechteste Methode die man zum Heizen verwenden kann. Das lohnt wirklich nur wenn die Investitionskosten bei Null liegen. Die Dinger machen warm, das ist völlig unstrittig, aber eine el. Direktheizung ist die teuerste Art zu heizen. Das kann man vielleicht noch einsetzen wenn man einen Hobbyraum für ein paar Stunden im Monat beheizen möchte, aber bei einem dauerhaft genutzten Wohnraum wird das einfach zu teuer. Für so ein kleines Häuschen sollten die jährlichen Heizkosten bei vielleicht 200,- € bis 300,- € liegen, das klappt mit einem IR Heizer nie, höchstens bei vielleicht 12°C Raumtemperatur.


    Ach ja, und immer daran denken, dass die Heizer für Dauerbetrieb ausgelegt sein müssen.

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  • Bei dieser Hausgröße/ -kleine würde ich weniger Probleme bzgl Luftzug sehen.


    Hatte ja schon mal geschrieben, dass ein Bekannter von mir ein kleines Haus ebenso beheizen wird. Ich bin gespannt auf dessen Erfahrungen ( und auf den Stromverbrauch/-bedarf) und werde berichten.

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