Beschichtungssystem für Fliesen in einer Garage

  • Morgen!


    Bin mal wieder auf Heimaturlaub und bei der Garage von meinem Vater sträuben sich mal wieder die Haare.

    Damals (1995) wurde auf den Estrich gefliest und ohne Gefälle und Abdichtung gearbeitet. Die ersten Jahre ging da gut, da wurde die Garage auch nicht intensiv mit PKW genutzt.


    Auf jeden Fall fällt nun der Putz rundum von der Wand, Farbe hält sowieso nicht.

    Eigentlich völlig klar, Tausalzbelastetes Wasser zieht in die Wände.


    Statt immer wieder den Putz zu erneuern sag ich ihm er soll endlich mal die Ursache abstellen.. aber die (selbst gelegten) Fliesen raushauen, dazu krieg ich ihn irgendwie nicht.


    Für Fliesen gibts ja so Beschichtungen vor allem hab ich das bei Sanierung von Toilettenanlagen gesehen. Gibts sowas auch für Bodenbeläge in Kleingaragen?

    Haftet ein Epoxy auf Feinsteinzeug ausreichend?

    Beim Wandanschluss müsste man dann halt mit einer abgestellten Hohlkehle arbeiten, aber das ist ja an sich kein großes Problem.

  • 2K-Epoxid hält bei richtiger Vorbehandlung auf Feinsteinzeug durchaus, aaaber .....


    bei solchen Böden (auch bei Fliesen) diffundiert fast immer Feuchtigkeit von unten nach oben.

    Das heißt es wird Dir zumindest an einigen Fugen die Farbe abdrücken/abgehen.

    Das sieht i. d. R. noch übler aus, als wenn gar nix drauf wäre.

    Gruß Werner :)

  • Statt immer wieder den Putz zu erneuern sag ich ihm er soll endlich mal die Ursache abstellen.. aber die (selbst gelegten) Fliesen raushauen, dazu krieg ich ihn irgendwie nicht.

    Schade, denn das wäre der einzig wirklich nachhaltig zum Ziel führender Weg!


    "Frau Doktor, machen Sie mich gesund, aber ohne Skalpell und ohne bittere Pille!" Von den wirkungslosen Wundermittelchen ... leben ganze Branchen, im Gesundheits- wie im Bauwesen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Hallo SirSydom,


    ich sehe gerade, daß die Federn kein Sicherungsseil haben.

    Meine hatten auch keine und eines Tages konnte ich das Tor nur schwer öffnen.

    Bei einer Feder war die Haltelasche abgerostet und längs der Garage innen zur anderen Seite geschnellt.

    Gottseidank nichts passiert.

    Der Federnlieferant empfahl mit Doppellfedern ( große außen und kleine innen), wenn eine Feder bricht hält die andere

    oder mit zusätzlichen Sicherungsseil.


    Nur so ein Gedanke

    Helmut

  • "Frau Doktor, machen Sie mich gesund, aber ohne Skalpell und ohne bittere Pille!" Von den wirkungslosen Wundermittelchen ... leben ganze Branchen, im Gesundheits- wie im Bauwesen.

    Die Frau Pille mit der dunklen großen Brille ist mir bekannt. Was ich nicht weiß, wie ein Lösungsvorschlag aussieht.

  • das würde das Problem beheben? Warum?

    Weil dann auf dem Boden ein geeignetes und dauerhaft haltbares Oberflächenschutzsystem aufgetragen werden könnte.


    Jetzt ist das bereits in die Wände und vermutlich auch in den Boden eingetragene Salz das Hauptproblem. Dabei helfen nur der Ausbau aller mit NaCl durchsetzen nichttragenden Bauteile und der Neuaufbau der entfernten Schichten, ggf. unter NaCl-Sanierung bewehrter Stahlbetonbauteile. Bei Mauerwerk wird dann typischerweise ein Opferputz erforderlich, der nach einigen Jahren mind. einmal erneut werden muss, bevor das endgültige und haltbare OS aufgebracht werden kann.


    Das möchte natürlich niemand wissen, und so werden dann Wundermittelchen eingesetzt, die aber bestenfalls vorübergehend die Symptome lindern.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Weil es den Sohn schmerzt, das Tagwerk seines Vatrers zu sehen?

    verstehe ich nicht? Welches Tagwerk?


    Von den wirkungslosen Wundermittelchen

    Weil dann auf dem Boden ein geeignetes und dauerhaft haltbares Oberflächenschutzsystem aufgetragen werden könnte.

    meine Frage lautete ja, OB es ein geeignetes und dauerhaft haltbares Oberflächenschutzsystem gibt, dass ohne eine Entfernung der Fliesen auskommt, zumindest war es so gemeint,

    Die Aufbauhöhe würde jedenfalls 10mm mehr hergeben. Da frag ich mich, warum die Fliesen entfernen, wenn man auch einfach drauf gehen kann. Geht aber wohl nicht denn

    Jetzt ist das bereits in die Wände und vermutlich auch in den Boden eingetragene Salz das Hauptproblem. Dabei helfen nur der Ausbau aller mit NaCl durchsetzen nichttragenden Bauteile und der Neuaufbau der entfernten Schichten, ggf. unter NaCl-Sanierung bewehrter Stahlbetonbauteile.

    das würde bedeuten, dass nicht nur die Fliesen, sondern auch der Estrich raus muss ?

  • was ist eigentlich mit dem Mauerwerk? Wird das druch das NaCl in seiner statischen Funktion beeinträchtigt? Die Säule ist tragend und wurde mit Vollziegel / Klinker gemauert (Rest Hlz).

  • meine Frage lautete ja, OB es ein geeignetes und dauerhaft haltbares Oberflächenschutzsystem gibt, dass ohne eine Entfernung der Fliesen auskommt

    ich kenne solche nur zum Auftragen auf Stahlbeton, eingeschränkt Mauerwerk, als Untergrund

    das würde bedeuten, dass nicht nur die Fliesen, sondern auch der Estrich raus muss ?

    Möglicherweise. Auf jedenfalls müsste er vor dem Auftragen eines OS ausreichend getrocknet werden und sichergestellt werden, dass keine Feuchte von irgendwo nachkommen kann, denn di emigriert dann unter Transport von Salzen Richtung "warm" und lagert dort beim verdunsten die Salze in kristalliner Form bei Volumenvergrößerung ab. Das Ergebnis kennst Du.

    was ist eigentlich mit dem Mauerwerk? Wird das druch das NaCl in seiner statischen Funktion beeinträchtigt? Die Säule ist tragend und wurde mit Vollziegel / Klinker gemauert (Rest Hlz).

    Nein, nur Bewehrungsstahl unterliegt der Chlorid-Korrosion. Für unbewehrtes Mauerwerk, s.o.!

    Kann ich sogar nachvollziehen. Wenn's 10 Jahre gehalten hat, einmal jetzt und dann in 10 Jahren letzmalig wieder in DIY aufhübschen. Fertsch.

    Meist dauert es aber eher drei bis fünf Jahre bis zur nächsten Sanierung. Da kann der alte Herr noch mehrfach Hand anlegen (lassen).

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Deck OS 8 WD-LE | Remmers

    Ja, leider gibt es Produkte, die sich wider der tatsächlichen Eigenschaft tatsächlich als Wasserdampfdiffusionsfähig bezeichnen dürfen,

    wobei ein SD-Wert > 1,4 m schon rein überhaupt nichts mit (in diesem Zusammenhang) nutzbarer Diffusionsfähigkeit zu tun hat.

    Wenn das auf solchen und ähnlichen (Garagen)böden verwendest, wirst Dein blaues Wunder erleben.


    Aber es lässt sich besser verkaufen ......

    Gruß Werner :)

  • Nun ja, warum Glaskugel lesen betreiben, wenn man bei der Anwendungstechnik der Hersteller solcher Produkte anrufen kann? Im Zweifel schicken die auch noch einen Außendienstler rum, der sich das ansieht. Das wäre meine profane Vorgehensweise.

    It doesn´t make sense to hire smart people and tell them what to do; we hire smart people so they can tell us what to do.

    Steve Jobs

  • Ich schrieb ja auch im Zweifel....


    ...auf jeden Fall können die einem sagen was mit ihren Produkten geht und was nicht. Darum geht es doch letztendlich und nicht darum ob die jemanden schicken oder nicht. So what?

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    Steve Jobs

  • Mir wäre eine richtige Lösung mit Entfernung des Estrichs auch sympathischer. Dann Abdichtung und Gußasphalt...

    Dürfte auch nicht so irrsinnig viel teurer werden als eine Beschichtung- der Abbruch wäre ja DIY machbar.

  • Gussasphalt auf Abdichtung kostest schon deutlich mehr als Zementestrich + Fliese. Aber qualitativ ist es die beste Lösung. Mediziner nennen sowas wohl "Goldstandard".

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • ...auf jeden Fall können die einem sagen was mit ihren Produkten geht und was nicht. Darum geht es doch letztendlich und nicht darum ob die jemanden schicken oder nicht. So what?

    Die werden (i. d. R.) den Teufel tun und sich irgendwie festlegen, wenn sie das Objekt worum es geht nicht gesehen haben.

    Außer vielleicht, Du hast einen perfekten Untergrund - aber dann brauch ich die Komiker überhaupt nicht.

    Also geht es genau darum! Nämlich ob sie jemanden schicken oder nicht.


    Da gibts vielleicht ne telefonische wischiwaschi - Auskunft. Die ist etwa so hilfreich, wie das was wir hier gerade machen können.

    Ich habe beruflich mit diesen Spezialisten regelmäßig zu tun, sonst würde ich das nicht schreiben.


    so what ...

    Gruß Werner :)

  • Gussasphalt auf Abdichtung kostest schon deutlich mehr als Zementestrich + Fliese. Aber qualitativ ist es die beste Lösung. Mediziner nennen sowas wohl "Goldstandard".

    Die Preise die ich für Gußasphalt recherchiert habe, haben eher eine wirtschaftliche Lösung vermuten lassen. Auch, weil man ein Abdichtung verwenden kann die mechanisch nicht belastbar ist.

    Aber du weißt das sicher besser.

    Ich dachte auch der Tenor hier wäre, dass Fliese in der Garage keine gute Lösung ist.

    Was wären denn so aus der Hüfte raus eine wirtschaftliche Lösung für den Sanierungsfall?

  • Was wären denn so aus der Hüfte raus eine wirtschaftliche Lösung für den Sanierungsfall?

    Wirtschaftlich? Weiß ich nicht so, aber ich denke wenn das alte Zeug rauskäme und ne stabile Betonplatte rein, wär das schon mal ne Sache.

    Das dann ggf. noch mit Kaliwasserglas einlassen und gut is.


    Allerdings ist DAS nicht so meine Baustelle :(

    Gruß Werner :)

  • was mit ihren Produkten geht und was nicht

    da wäre ich neugierig, wie mutig die fachberater sind.

    immerhin ist weder klar, wieviel feuchtigkeit von unten nach oben will (bei einem sd-wert von 50m bleibts wohl eher beim willen), noch, wieviel feuchtigkeit durch wieviele kleinste fehlstellen durch die fugen von oben nach unten will. somit weiss auch niemand, ob und wieviel feuchtigkeit unter den fliesen ist bzw. sein würde.

    wenn da ein os-x draufkäme kann man wenigstens im schadensfall sagen, da war schon vorher sooo viel wasser.. hilft aber auch nicht.


    den garagenboden baulich zu ertüchtigen, ist ein grosser aufwand und danach trotzdem nix gscheits - dann schon eher "raus und neu".

    ob und was bei den wänden gemacht werden kann/sollte/muss, hängt vom chloridgehalt ab. vielleicht ist da nicht viel und die ausblühungen und abplatzer kommen von gelösten mineralien, feuchtigkeit und frost - das wäre eher ein fall für mw-feuchteschutz.

  • Tja, wenn ich die ganzen Zitate und Antworten dazu lese, die zu meiner simplen Empfehlung gekommen sind, bleibt wohl nur noch einen Fachplaner zu holen, Kernbohrungen zu machen und die Belastung von Mauerwerk, Estrich und was sonst noch so da ist mit Schadstoffen, Feuchtigkeit, Asteroiden, Schimmel usw. zu bestimmen, mögliche Asbestbelastung prüfen, einen Baubiologen einschalten und so weiter und so weiter. Und anschließend an einer technischen Universität eine Auswertung sämtlicher Ergebnisse durchführen zu lassen und dann die komplette Garage abzureißen und eine erdbebensichere neue Garage zu bauen. "Sarkasmusmodus wieder aus"


    Natürlich kann man sich Gedanken machen was alles sein könnte und dann daran verzweifeln. Man kann aber auch erstmal ganz in Ruhe jemanden anrufen der die im Grunde gewünschten Produkte herstellt/anbietet/verkauft... und dann je nach erhaltener Auskunft weitersehen. Eine andere Möglichkeit ist, wie in diesem Thread zu finden, sich die Welt schwarz zu malen und zu überlegen warum das nicht geht. Ich persönliche versuche immer die Dinge lösungsorientiert zu betrachten (natürlich fachlich korrekt) und nicht nur darüber nachzudenken warum etwas nicht gehen sollte. Ihr habt sicher alle irgendwie Recht mit den Aufzählungen von möglichen Problemen, aber so wird das nichts. Ich meine der TE ist doch nicht irgendein völlig baufremder Mensch der nicht weiß wo bei einer Fliese oben und unten ist.


    Sorry, aber das musste ich jetzt mal loswerden.


    (I feel a shitstorm incomming)

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    Steve Jobs

  • Man kann aber auch erstmal ganz in Ruhe jemanden anrufen der die im Grunde gewünschten Produkte herstellt/anbietet/verkauft... und dann je nach erhaltener Auskunft weitersehen.

    Naja, dann bekommt man etwas aus dem Sortiment des Herstellers / Verkäufers - und ärgert sich zwei oder spätestens fünf Jahre später, wenn die Lösung offensichtlich nicht funktioniert hat und die ursprünglich befragte Person / Firma ... lapidar bspw. sagt, dass genau dieses Nicht-Funktionieren von vornherein klar gewesen sei, weil ... oder ... . Das ist jedenfalls meine vielfache Beobachtung zu Problemstellungen, an denen ich als Planer nicht weiterwusste und mich mangels eigenen Wissens auf interessensgestützte "Beratungen" verlassen hatte. (Die Versicherung meines damaligen Arbeitgebers hat derartiges Vorgehen in einem Fall später einen hohen fünfstelligen Eurobetrag gekostet. Ich kann zu meiner Entlastung immerhin vorbringen, damals auf ausdrücklichen Wunsch meines Vorgesetzten und nur unter laut geäußerten Zweifeln so gehandelt zu arbeiten.)


    Genau deshalb wird hier im Forum immer von diesem Vorgehen abgeraten, jedenfalls in unkritischer Form.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: Sätze in Klammern ergänzt

  • Ich bin aus Erfahrung heraus eher der Pragmatiker.


    Ich habe oft genug mitbekommen, dass sogenannte Fachberater oder (Anwendungs)techniker eher darauf aus sind,

    ihre Materialien an den Mann zu bringen (wissentlich, dass sie es ja nicht sind, die für Garantiefragen geradestehen müssen),

    als ehrlich zu sagen, dass dies und das NICHT geht oder dies und das Probleme geben "kann".

    Man kann diese Quelle als "Anwender" durchaus nutzen, wenn man dazu noch ein gewisses Fachwissen mitbringt.

    Aber ein Laie??


    Wenn man sich nun an den vermeintlichen Experten hält (wenn er denn tatsächlich kommen würde), kann das leicht in einem Fiasko enden.

    Also wozu, mit wieviel Zynismus und Sarkasmus (nomen est omen) auch immer, auf dieser vermeintlich simplen Schiene fahren, wenn es doch mit hoher Wahrscheinlichkeit auf diese Weise in die Hose geht.


    Wenn sich nichts einigernmaßen verlässiges Empfehlen lässt, heißt das, entweder BastelWastel versuchen oder einen Fachbetrieb holen, der für sein Handeln gerade stehen muss. DAS ist für mich lösungsorientiert.

    Gruß Werner :)