Kupferfallrohre

  • Hallo liebe Experten,


    wir haben ein Haus aus den 30igern und ich wollte die alten verwitterten Kunststofffallrohre durch schöne neue aus Kupfer ersetzen lassen (passend zur Regenrinne)

    Nun habe ich große Zweifel an der sachgerechten Ausführung.

    1.) In meiner Wahrnehmung wurde ein zu kleiner Durchmesser gewählt, sodass es für mich so aussieht, dass weder oben noch unten an die Anschlüsse passen. (S. Fotos)

    2.) Ist es sachgerecht, an eine Kupferdachrinne mit Kupferfallrohren “normale” Abschlussrohre ins Erdreich anzuschließen.


    vielen Dank für Ihre Meinung.

  • Hallo,


    ist die Frage, was beauftragt war?? Der Ablauf der Dachrinne wurde damals selbst hergestellt, wahrscheinlich passend für die Kunststoff-Fallrohre in NW 110 mm. Wenn hier ein optisch schönerer Anschluß gewünscht ist, kann man immer noch den angelöteten Ablauf an der Dachrinne abschneiden und einen Einhangstutzen in 6 tlg. Kupfer anbringen, dann passt auch wieder das Fallrohr. Die Standrohre gibt es auch in Kupfer/kupferummantelt mit einer dazu passenden Standrohrkappe ( Übergang vom Fallrohr auf das Standrohr ) (( diese sieht man auf dem letzten Bild noch hochgeschoben )). Warum hier jedoch ein Standrohr in verzinkt ausgeführt wurde :haue:???

  • Jaja Geil,


    also an der oberen Nennweite kann man nix machen, Bestand ist bestand. Lösung wie Elopant, geht.

    Allerdings hat die Firma/Person , keine Ahnung von der Chemischen reaktionsfähigkeit zwischen Kupfer und anderen Metallen.

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Allerdings hat die Firma/Person , keine Ahnung von der Chemischen reaktionsfähigkeit zwischen Kupfer und anderen Metallen.

    Wenn die Standrohrkappe nicht aufgeschoben wird, gibt es keine chemische Reaktion mit dem Standrohr. Dieses ist innen beschichtet.

  • Wenn die Standrohrkappe nicht aufgeschoben wird, gibt es keine chemische Reaktion mit dem Standrohr. Dieses ist innen beschichtet.

    Dann kann man die Standrohrkappe auch gleich weglassen. Und wenn du garantierst das kein Regenwasser, welches am Rohr runter läuft nicht auf das verzinkte Standrohr trifft. Es geht auch nicht um direkten Kontakt, sondern das übertragen von Kupferionen.

    Da frag ich mich, warum es diese Dinger von Loro auch in Kupfer-farben gibt...

    Und man beachte die tolle verzinkte schrauben an bemängelten eingezogenen Übergang.

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  • Es ist definitiv nicht zulässig ein Bauteil aus verzinktem Stahl unterhalb eines aus Kupfer zu verbauen. Egal was beauftragt war. Der Übergang Standrohr/ Grundleitung ist auch nicht ok, da das Rohr der GL nicht frei bewittert werden darf. Im Zweifel aber alles Sowisokosten. Einfach fragen was eine fachgerechte Ausführung kostet.

  • Zitat

    Der Übergang Standrohr/ Grundleitung ist auch nicht ok, da das Rohr der GL nicht frei bewittert werden darf.

    Gemeint wahrscheinlich: Der über OK Erdreich hinwegstehende Stutzen der GL ist nicht UV-beständig. Auf Foto 2 aber richtig gelöst. Möglicherweise auf Foto 4 noch ein Bauzustand.

  • Also mal unabhängig von der Optik. Wo steht dass ich z.B. ein Stahlguss Standrohr mit einer wenige my dicken Verzinkungsschicht nicht verbauen darf? Und ja mir sind galvanische Gesetze bekannt.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Also mal unabhängig von der Optik. Wo steht dass ich z.B. ein Stahlguss Standrohr mit einer wenige my dicken Verzinkungsschicht nicht verbauen darf? Und ja mir sind galvanische Gesetze bekannt.

    Ich kan ndir jetzt keine Norm nennen, aber in meinem Tabellenbuch steht folgendes auf der ersten Seite zu dem Thema.

    Forderung: Beständigkeit (Zusammenbau verschiedener Metalle vermeiden, ansonsten Trennschicht.

    Bei verw. verschiedener Metalle muss in Fließrichtung des Wasser Korrosion ausgeschlossen sein.


    Spätestens der Hersteller (Loro) wird dir die Nase zwicken wenn er dir die Einbauvorschriften vorliest für sein Bauteil.

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  • Nur zum Verständnis: Ist Kupfer nicht edler als Zink? = kein Problem (insbesondere solange keine Standrohrkappe)


    Ich habe das noch nie wirklich kapiert und versuche solche Situationen deshalb einfach zu vermeiden.

    Ist mir im Hochbau bisher auch immer gelungen ;)

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Forderung: Beständigkeit (Zusammenbau verschiedener Metalle vermeiden, ansonsten Trennschicht.

    Bei verw. verschiedener Metalle muss in Fließrichtung des Wasser Korrosion ausgeschlossen sein.

    Und noch mal die Frage: Das Standrohr verfügt über eine Gummidichtung, direkter Kontakt nicht vorhanden. Ebenfalls ist auf der Innenseite ein Korrosionslack aufgebracht. Also besteht aktuell nur zwischen Fallrohr und Standkappe durch Raureif ein möglicher Austausch der Kupferionen. Wenn ich das richtig im Kopf habe, dann braucht es für eine Korrosion mindestens das Medium Wasser. Wie lange bleibt vertikal noch mal Wasser stehen?


    Ich sage ja gar nicht, dass man das so machen sollte. Nur halte ich die Schlussfolgerung für falsch, wenn man damit argumentiert es würde zu einer galvanischen Korrosion kommen und deshalb ist das falsch.



    sind gussrohre nicht innen beschichtet? oder war das so vor 20 jahren?

    Sind Sie heute noch ;)

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  • Gelöscht

    Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehen bleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre)

  • Wie lange bleibt vertikal noch mal Wasser stehen?


    Ich sage ja gar nicht, dass man das so machen sollte. Nur halte ich die Schlussfolgerung für falsch, wenn man damit argumentiert es würde zu einer galvanischen Korrosion kommen und deshalb ist das falsch.

    Sehr lange, bis es abtrocknet, Auser dein Wasser hätte eine andere Oberflächenspannung. Gegenfrage:

    Wie lang bleibt den das Wasser auf der Kaminverwahrung? Und was passiert mit der verzinkten Dachrinne. die haben doch auch keinen direkten Kontakt zueinander.

    Ein Regenrohr wird komischerweise auch aussen Nass bei Regen. ....Regen fällt nunmal nicht nur senkrecht.

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  • In welchem Zusammenhang steht eine Kaminverwahrung als regelmäßig höchster Punkt im Dach? Geht es da um galvanische Korrosion? Nun baue ich dir eine Zinkrinne an, aus Kostengründen, und streichen sie mit einem Schutzlack. Fehler gemacht? Natürlich nicht.

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  • In welchem Zusammenhang steht eine Kaminverwahrung als regelmäßig höchster Punkt im Dach? Geht es da um galvanische Korrosion? Nun baue ich dir eine Zinkrinne an, aus Kostengründen, und streichen sie mit einem Schutzlack. Fehler gemacht? Natürlich nicht.

    Ja, weil der Kostenfaktor nun nicht mehr zieht, weil das Streichen mit Schutzlack nun den ganzen blödsinn teurer macht als das bisschen Mehrpreis an Kupfermaterial.

    Und wenn du das Einlaufblech auch noch mit streichen willst. Bitteschön.


    Off-Topic:

    Ist es so schwer, eine so banale Regel im Handwerk konsequent umzusetzen?

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  • Ja, weil der Kostenfaktor nun nicht mehr zieht, weil das Streichen mit Schutzlack nun den ganzen blödsinn teurer macht als das bisschen Mehrpreis an Kupfermaterial.

    Und wenn du das Einlaufblech auch noch mit streichen willst. Bitteschön.


    Off-Topic:

    Ist es so schwer, eine so banale Regel im Handwerk konsequent umzusetzen?


    Off-Topic:


    Ist es so schwer, eine so banale Regel im Handwerk konsequent umzusetzen

    Nein, wie dieses Bild zeigt, eher nicht.

  • Es geht auch nicht um direkten Kontakt, sondern das übertragen von Kupferionen.

    Das wird gerne übersehen. :thumbsup:


    Es muss nicht zwingend zu einem direkten mechanischen Kontakt kommen, bei einer Autobatterie sind die beiden Platten ja auch nicht miteinander verbunden. Das Wasser löst bei Berührung mit den Kupferflächen Ionen und trägt diese dann weiter, wo sie sich dann an verschiedenen Flächen wieder anlagern können. Man hat dann also Kupferionen auf einer verzinkten Stahlfläche, wodurch die Korrosion in Gang gesetzt wird. Wie stark dieser Effekt ist, das hängt vom ph Wert des Wassers ab (deswegen ist in der Autobatterie auch eine Säure), und dem Weg den das Wasser zurücklegen muss.


    Das könnte man vielleicht mit einer Autobatterie vergleichen, bei der man die Platten sehr weit auseinanderzieht. Es bleibt immer noch eine Batterie, aber der Strom wird deutlich geringer.


    Wenn ich mich richtig erinnere, dann gab es doch diese Fälle mit den Schornstein"hüten" aus Kupfer und der Schornsteineinfassung aus Blei, da sind auch nach wenigen Jahren die Einfassungen vergammelt.

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