Balkonverkleidung aus Eternit gebohrt - Faserfreisetzung

  • Moin an alle aus dem hohen Norden, bin neu hier im Forum.


    Ich habe eine Frage zum (vermutlich inzwischen für die Forenmitglieder leidigen) Thema Asbest.

    2015 bin ich in eine Eigentumswohnung Bj. 1980 gezogen. Die Wände des innenliegenden Balkons dieser Wohnung sind mit Eternitplatten ausgekleidet. Als ich eingezogen bin hatte ich noch keine Ahnung, dass Eternitplatten aus diesem Baujahr asbesthaltig sind (überhaupt hatte ich sehr wenig bis gar keine Ahnung was das Asbest-Thema angeht).

    Kurz nach dem Einzug habe ich eine Außensteckdose auf dem Balkon verlegt, wozu ich durch die Eternitplatte bohren musste. Dabei habe ich keine Staubmaske getragen und dementsprechend sicherlich eine ordentliche Dosis Asbestfasern abbekommen. Den Bohrstaub habe ich damals mit einem Staubsauger mit HEPA-Filter aufgesaugt (kein H-Klasse Sauger, ein "normaler" Staubsauger für Allergiker). Nun ist mir kürzlich in den Sinn gekommen, dass dieser Staubsauger mit Sicherheit nicht so effizent ist wie ein ordentlicher H-Sauger und dementsprechend werden einige Fasern auch wieder rausgeblasen worden sein.

    Ist es wahrscheinlich, dass jetzt, nach 6 Jahren, der Staubsauger noch immer kontaminiert ist? Im Laufe der Zeit wurde der HEPA-Filter 2 Mal gewechselt.

    Vor kurzem habe ich in einem Raum meiner Wohnung eine Asbestmessung des Hausstaubs vornehmen lassen, wobei nichts nachgewiesen werden konnte.

    Macht es Sinn den Staubsauger trotzdem wegzuschmeißen und sicherheitshalber einen neuen zu kaufen?

  • Macht es Sinn den Staubsauger trotzdem wegzuschmeißen und sicherheitshalber einen neuen zu kaufen?

    Aus Sicht des Gesundheitsschutzes: Nein! Aber wenn das Geld dringend weg muss ...

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Danke für die schnelle Antwort!


    Kleine Korrektur: Das Bohren in die Eternitwand war 2017. Macht aber wahrscheinlich keinen Unterschied was Antwort betrifft.

  • Danke für die schnelle Antwort!


    Kleine Korrektur: Das Bohren in die Eternitwand war 2017. Macht aber wahrscheinlich keinen Unterschied was Antwort betrifft.

    so ist es!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Du wirst, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, sterben.

    Asbestose wird vermutlich nicht die Ursaches sein.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Ist jetzt eh egal, weil schon lange passiert. Die Fasern, die es in den Raum geschafft haben, dürften inzwischen weggelüftet und weggeputzt sein. Und die, die es in die Lunge geschafft haben, die kann man nicht mehr weg machen. Die bleiben drin, bis die Würmer die frei legen, aber dann sind sie ja im Boden.


    Wie heißt es so schön? Vor dem Arbeiten nachdenken!

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Update:

    Ich habe nochmal drei Asbest-Hausstaubproben genommen und eingeschickt. Asbest konnte in keiner nachgewiesen werden, aber in allen drei Proben waren KMF vorhanden (davon in einer Probe die ungünstigste WHO-Variante mit deutlicher Überschreitung des Länge-zu-Durchmesser-Quotienten und zusätzlich zum Großteil aus Aluminiumoxid, also schlecht biolöslich).

    Werde mich nochmal mit dem Labor am Montag in Verbindung setzen, ob die Empfehlungen für das weitere Vorgehen haben. Falls es jemanden interessiert, kann ich dazu nächste Woche nochmal was schreiben.

  • Und was leitest Du daraus ab? Spezialfirma beauftragen deine Wohnung zu reinigen? Naja, kann einige Tausender kosten. Bitte berichte weiter!

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Ich warte erstmal ab, ob mir das Labor am Montag genaueres sagen kann (vielleicht eine Abschätzung der Konzentration, immerhin schwirren diese Fasern ja auch in einem gewissen Maße in der Außenluft rum). Falls nicht wäre der nächste Schritt einen Sachverständigen zu beauftragen, der eine richtige Luftmessung vornimmt zur quantitativen Analyse. Und dann muss man weiter sehen. Schön ist das Ganze nicht, aber wenigstens wurde kein Asbest nachgewiesen.

  • Aluminiumoxid?


    Gab es im Haus vielleicht mal Nachtspeicheröfen?


    Noch als Hinweis: Wir sind heute in der Lage so ziemlich alles mit höchster Empfindlichkeit zu analysieren. Wer lange genug sucht der wird auch fündig. (Alter Spruch von meinem Doc, "gib mir 24h und ich finde etwas, dann bist Du krank").

    Man sollte also Messergebnisse immer mit Vorsicht genießen. Nicht alles was man messtechnisch erfassen kann stellt gleich eine Gefahr für Personen dar.

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    .

  • Hier in De mussten jahrzehntelang die Gastarbeiter Asbest bearbeiten und säckeweise in Maschinen schütten, teilweise aus Bequemlichkeit ohne Atemschutzmasken.


    Selbst bei den Arbeitern die extremen Stäuben ausgesetzt waren hat sich nur bei einer Minderheit Krebs gebildet.

    Asbest ist hochgradig gefährlich, aber es macht die Menge.


    Lackieren mit lösemittelhaltigen Lacken ohne vernünftigen Vollschutz ist jedoch weitaus tödlicher.


    So ein Bohrloch ist kein Grund um in Asbestpanik zu verfallen.


    Viel gefährlicher ist heutzutage die Herangehensweise vieler Heimwerker ohne Atemschutz alte Türen, Treppen und Dielen samt alter Lackschichten abzuschleifen.

  • Die Wahrscheinlichkeit während des Verzehrs einer Wurstsemmel vom Blitz getroffen zu werden würde ich als höher einstufen, als die möglichen Gesundheitsschäden durch den Bohrstaub.

    Wenn der TE dadurch schon derart verunsichert wird, dass er Jahre später noch Laboranalysen veranlasst, möchte ich nicht wissen, was dann erst passiert, wenn mal eine "größere" Renovierungsmaßnahme ansteht.

    Sicherheitshalber würde ich noch div. Blut-, Stuhl- u. Urinproben einschicken. Aber bitte nicht wundern, was dann da alles mögliche ans Tageslicht kommt.

    Ich glaube, da erlaubt sich jemand ein kleines Späßchen.


    Gruß

  • Vor lauter Aufregung über Asbest und Lungenkrebs zur Beruhigung erstmal eine Zigarette. 😅

    Ist viel zu ungesund. 1-2 ordentliche Schäppie sind besser. ;)


    P.S.: Entschuldigung. Zwölf schreibt man natürlich ohne Bindestrich.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Zitat

    Vor lauter Aufregung über Asbest und Lungenkrebs zur Beruhigung erstmal eine Zigarette.

    aber nur die gesunden ohne Zusätze :D


    Update: Ich habe zwei IHK-Sachverständigenbüros kontaktiert. Bei beiden gab man mir die Rückmeldung, dass weitere Maßnahmen zur Messung der KMF-Konzentration nicht notwendig seien und vieles, was im Internet zu dem Thema KMF zu finden ist, gelinde gesagt, nicht so ganz der Wahrheit entspricht. Man hat mir nur empfohlen einen HEPA-Sauger zu besorgen und mal alle horizontalen Flächen abzusaugen. Für KMF gäbe es zwar einen Grenzwert, allerdings orientiere der sich mangels Studienlage am Asbest-Grenzwert, was mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht sinnvoll sei. KMF seinen ubiquitär und selbst bei den modernen KMF-Produkten ließen sich teils vermeintlich kritische Fasern finden.


    Abgesehen davon ist inzwischen rausgekommen, dass unsere Wohnungsabschlusstür asbesthaltig ist (enthält Asbest-Kalzium-Silikat-Platten). Für manche hier bestimmt interessant, denn die Tür ist von außen augenscheinlich aus Holz (furniert, Unterseite aus Pressspan). Da rechnet Ottonormalverbraucher wohl eher nicht mit Asbest und im Internet liest man im Wesentlichen von asbesthaltigen Stahltüren. In der Baubeschreibung steht zu den Wohnungsabschlusstüren übrigens "Naturholztüren in Stahlzargen" X/. Interessant wo das Zeugs überall drin ist. Ganz nach dem Motto "wenn es sich technisch machen lässt, dann packe in das Ding Asbest". Etwas schwarzer Humor muss ja mal sein :D.