Realisierungsmodell / "verdecktes Bauherrenmodell"

  • Irgendwie ist für mich der Artikel in der "Welt" nicht schlüssig.


    Bsp.:


    Zitat

    Bei einer Trennung der Verträge fehlt es meist an den notwendigen Regelungen über deren Verhältnis zueinander, falls es einmal zu "Vertragsstörungen" kommt. Schließlich will der Käufer das Grundstück nur erwerben, um darauf das gewünschte Haus zu errichten. Stellt sich dann heraus, dass etwa die Baugenehmigung nicht erteilt wird oder der Bauunternehmer insolvent ist, sind die Aufwendungen für den Bau oft für immer verloren, und dem Erwerber bleibt nur ein wertloses Grundstück.


    Warum sollte das Grundstück dann wertlos sein? Wenn der Bauunternehmer die Grätsche macht, dann hat jeder Bauherr ein Problem. Auch bei einem BT Vertrag wird die Sache im Fall einer Insolvenz eher komplizierter als einfacher. Im obigen Fall ist der Bauherr zumindest schon mal Eigentümer des Grundstücks und somit hat er auch die damit verbundenen Rechte. Beim BT Vertrag hat er unter Umständen nur wertlose Forderungen gegen den BT.


    Auch die steuerliche Betrachtung kann ich noch nicht nachvollziehen, dazu müsste ich mir aber noch ein paar Gedanken machen.


    Der Kauf eines Grundstücks getrennt vom eigentlichen Hausbau ist doch nicht ungewöhnlich. Schwierig wird es hier nur, wenn der Bauunternehmer schon Eigentümer des Grundstücks ist, oder der Verkauf des Grundstücks an ein bestimmtes Bauunternehmen als ausführende Firma gekoppelt ist. Das habe ich schon früher angeprangert, dass kurz nach Ausweisung eines Neubaugebietes sich wenige einzelne Firmen einen Großteil der Grundstücke sichern.

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  • In dem konkreten Fall geht es um ein ganzes Quartier in der Innenentwicklung. Sowas ist normalerweise ganz klar Bauträgermodell.

    Ich glaube sogar, dass es WEG sind, zumindest erwirbt man auf jeden Fall WEG Anteile mit.


    Ich weiß nicht warum der Verkäufer dieses Modell wählt. Grunderwerbsteuer sparen?

    Aber ich war auf dem Stand, wenn der Käufer keine reale Möglichkeit hat, nur das Grundstück zu erwerben, dann wird trotzdem Grunderwerbsteuer auf die Bauleistung fällig? Mir kommt das nicht ganz koscher vor.



    Die steuerliche Betrachtung zielt ja darauf ab, dass beim Bauträgervertrag keine Mehrwertsteuer für den Käufer anfällt.

    Das ist richtig. Aber da der Bauträger muss seine Rechnung (Subs, Material...) ja mit Umsatzsteuer bezahlen, und somit muss er das auf den Preis draufschlagen, auch wenn es am Ende nicht ausgewiesen wird.

  • Zitat

    Stellt es dabei fest, der Kauf des Grundstücks ist an die Bedingung gekoppelt, einen bestimmten Architekten zu beauftragen, oder sind zum Grundstück schon fertige Pläne genehmigt, die übernommen werden müssen, dann unterstellt das Finanzamt ein so genanntes verbundenes Geschäft und erhebt Grunderwerbsteuer auf Haus und Grundstück. Um Grunderwerbsteuer zu sparen müssen Bauherren also immer darauf achten, dass Grundstücksverkäufer und Planer wirtschaftlich nicht miteinander verbunden sind.

  • Aber da der Bauträger muss seine Rechnung (Subs, Material...) ja mit Umsatzsteuer bezahlen, und somit muss er das auf den Preis draufschlagen,

    Keine Ahnung wie das die BT machen. Ich wäre davon ausgegangen, dass er die gezahlte VoSt. beim FA geltend macht, aber bei Bauträgern sieht es wohl etwas anders aus. Geht man davon aus, dass der BT auf eigenem Grundstück baut, und dann komplett verkauft, dann verkauft er ohne USt. Baut er als Baufirma auf einem fremden Grundstück, dann inkl. USt.


    Im ersten Fall sehe ich es so wie Du, man muss aber berücksichtigen, dass der Verkaufspreis nicht nur aus den vom BT eingekauften Leistungen besteht, sondern auch der eigene Anteil (Gewinn) enthalten ist. Im zweiten Fall ist dieser dann für den Käufer auch mit USt. belegt.


    Wie hoch die Einsparung (für den Käufer) tatsächlich sein könnte, das müsste man einmal mit einem Praxisbeispiel durchrechnen.

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  • ich sehe gerade in dem oben teiweise zitierete Pamphlet:



    Um ein Einsparen der Grunderwerbsteuer aufs Gebäude geht es hier also nicht.

  • (ich hab nur dei Bildliche zusammenfassung gelesen,

    ber wird nicht durch die zusamenlegung des Grundstükes und der Bauvertrags der Notar deutlich teurer als bei einem reinen Grundstücksgeschäft?

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D