Dachgeschoss, Fenster im Erker werden erneuert, Asbest, was ist zu beachten?

  • Guten Tag,

    ich habe eine Frage.

    Ich wohne in einer Wohnung in Rheinland-Pfalz, Trier, im Dachgeschoss zur Miete.

    Bei mir werden in diversen Zimmern demnächst 5 Fenster, die so erkerartig also senkrecht eingebaut sind ausgewechselt.

    Das Dach ist ein Eternitdach, mutmasslich aus den 60ern.

    Es werden dann auch die Fensterrahmen entfernt, es muss eine Reihe der Dachziegel entfernt werden und mutmasslich werden auch einige der Dachziegel zu Bruch gehen.

    Was ist zu beachten damit in die Wohnung keine Asbestfasern freigesetzt werden.

    Ich frage vor dem Hintergrund dass ich festgestellt habe dass leider hierzulande mit diesem Thema sehr leichtfertig umgegangen wird, also z.B. konnte ich schon beachten dass bei entsprechenden Arbeiten im Viertel Eternitplatten einfach mit dem Hammer zerschlagen wurden usw.

    1. Frage: Ist es sinnvoll die Wohnungseinrichtung mit Plastikplanen abzudecken?

    2. Nach Entfernen der Fenster und der Rahmen, ist das Absaugen der Umgebung mit einem Industriesauger mit Asbestsauger sinnvoll, verpflichtend?

    3. Wenn Dachziegel zu entfernen sind, kann die Firma die die Fenster einbaut dies tun (ich habe schon vorab abgecheckt, diese Firma hat keinen Sachkundenachweis für Asbestarbeiten).

    4. Entfernen der Dachziegel: Was ist sinnvoll: Besprühen mit Restfaserbindemittel, sodann Entfernen und sofort in Plastik einpacken?

    5. Wenn dann die neuen Fensterrahmen drin sind und Dachziegel entfernt werden: Wieder gleicher Ablauf? Firma mit entsprechender Sachkenntnis, Faserbindemittel usw?

    6. Nach Beendung der Arbeiten, Innenraum absaugen? Wie?


    Danke und schönes Wochenende

    Christophf

    • Offizieller Beitrag

    Das Dach ist ein Eternitdach, mutmasslich aus den 60ern. Es werden dann auch die Fensterrahmen entfernt, es muss eine Reihe der Dachziegel entfernt werden und mutmasslich werden auch einige der Dachziegel zu Bruch gehen. Was ist zu beachten damit in die Wohnung keine Asbestfasern freigesetzt werden.

    "Eternit" zusammen mit Asbestfasern steht im deutlichen Widerspruch zu Dachziegel. Eternit hat sehr lange Wellplatten und flache "Kunstschieferplatten" mit darin enthaltenen Asbestfasern hergestellt, aber meines Wissens keine Dachziegel (aus Ton). Eine Zeit lang wurden auch "Dachsteine" aus Beton produziert, meines Wissens auch ohne Asbestfasern. Insofern frage ich mich, womit Du es zu tun hast, mit asbestfaserhaltigen Platten oder mit Beton-Dachsteinen?

  • Falls Asbest darin vorhanden sein sollte und Du im Innenraum derart feine Fasern verteilt (erhalten) hast, bitte nie mit einem der üblichen Staubsauger daran gehen.


    Nach / zwischen 24 bis 48h Ruhezeit ohne Lebewesen in der Wohnung zwecks Absinken der Fasern (ja, das dauert sehr lange) mehrfach feucht wischen, dabei FFP3 Filtermaske und bestenfalls Einmalschutzkleidung tragen. Putzlappen anschließend eintüten, zudrehen und zukleben.


    Bestenfalls die Kleidung vorher aus entsorgbarer Arbeitskleidung wählen und vor dem finalen Verlassen der Wohnung bis auf Shorts ausziehen, eintüten gleich den Lappen.


    Wenn Du saugst, verteilst Du jede Art derart kompakter Fasern in und auf jeder Ritze, Fläche, Vertiefung.


    Üblicherweise wird das Zeug nicht von Laien entfernt und die beauftragten Unternehmem zur Entfernung wischen mehrfach alles ab. Nicht nur bei Asbest, auch bei anderen Faserprodukten wird feucht gewischt und nicht gesaugt, obwohl die gesundheitlichen Dauerrisiken dabei geringer sind.

    Freundliche Grüße,

    der nordische Fuchs

    • Offizieller Beitrag

    Moin,


    siehe PDF: Titel 15; Titel 16.2


    Soll sagen, wenn der Werkstoff genässt wird sowie nach Demontage eine Absaugung stattfindet halte ich das Risiko von Faserbelastung für sehr gering.

  • haben eine stumpfe, graue Oberfläche mit Moosbewuchs. Man sieht an manchen Stellen, dass das Dach schon mal repariert wurde, dort sind Platten aus einem anderen Material drin, das so wasserabweisend-glatt aussieht.

    Dann sinds wahrscheinlich Betondachsteine. Interessant, zu welchen Phantasiegebilden die Panik vor A..s..b..est mittlerweile kommen läßt. Da werden harmlose Betondachsteine zu Horrorszenarien herangezogen.


    Betondachsteine sind nur lebensbedrohlich, wenn sie Dir auf dne Kopf fallen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

    • Offizieller Beitrag

    … danke, das ist ein Punkt. Es sind Dachziegel. Diese Dachziegel sehen genauso aus wie die hier:

    Asbestlunge: Wie gefährlich ist Asbest auf dem Dach? - Rathscheck Schiefer

    Das sind gerade keine Dachziegel (die wären aus Ton), sondern eine Schieferdeckung. Das Bild soll eine Deckung mit asbesthaltigem Kunstschiefer zeigen.


    Hast Du nun eine Ziegeldeckung, eine Deckung mit Betondachsteinen oder eine Schieferdeckung?


    Asbestfaserhaltiger Kunstschiefer sieht sehr ähnlich wie faserfreier Naturschiefer aus. Woraus schließt Du, dass es sich bei Dir um asbestfaserhaltigen Kunstschiefer handelt? Es gibt übrigens auch asbestfaserfreie Kunstschieferplatten.

  • Es ist kein Naturschiefer, denn dieser sieht anders aus (jede Naturschieferplatte sieht ein bisschen anders aus als die andere da es ein Naturprodukt aus gewachsenem Schiefer ist).

    Von daher ist es Kunstschiefer. Eine Asbesthaltigkeit vermute ich aufgrund des Alters, das Dach ist meines Wissens in den 60er Jahren gedeckt worden.

    Auf der Oberfläche der Dachplatten haben sich zahlreiche Moose angesiedelt, was meines Wissens typisch für asbesthaltige Kunstschieferplatten ist, da diese stark Wasser binden.

    Gruss

    Christoph

  • Auf der Oberfläche der Dachplatten haben sich zahlreiche Moose angesiedelt, was meines Wissens typisch für asbesthaltige Kunstschieferplatten ist

    eher das gegenteil , würde meine erfahrung sagen .

    axbexthaltige wellplatten schonmal ....(vermoosung , aber auch nur richtig beschattete)

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Stimmt, an das Einfachste denkt man zuletzt:

    Hier sind Fotos: ...


    Links wurden entfernt, Bilder bitte unter "Dateianhänge" direkt hier hochladen, damit diese dauerhaft nachvollziehbar bleiben!

    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: Links entfernt, Bilder bitte unter "Dateianhänge" direkt hier hochladen, damit diese dauerhaft nachvollziehbar bleiben!

    • Offizieller Beitrag

    Das ist eine Faserzementdeckung mit Bogenschnitt.

    Die Sorge um eine Faserbelastung ist also grundsätzlich berechtigt. Ich habe keine Erfahrung mit solchen Platten und auch kein Wissen darüber.

    • Offizieller Beitrag

    Die Sorge um eine Faserbelastung ist also grundsätzlich berechtigt. Ich habe keine Erfahrung mit solchen Platten und auch kein Wissen darüber.

    Zur Belastung siehe mein Beitrag mit dem Verweis auf die TRGS. Ich halte das Risiko für verschwindend gering.

  • Hallo,

    ich hatte den Artikel ja schon vor einiger Zeit verfasst und jetzt kamen also die Fensterbauer.

    Ablauif:


    Hatte ihn vorher auf die Faserzementdachziegel angesprochen, ja da gehen wir nicht ran, kein Problem.
    Aber: Da die alten Fenster zersägt und mit Brachialgewalt rausgehebelt werden mussten ging einer zu Bruch, ausserdem durch das Heraushebeln der Fenster und rausstemmen alten Bauschaums erhebliche Staubentwicklung


    Trümmer der zerbrochenen Platte liegen auf der Fensterbank und durch die Erschütterungen bestand da Gefahr Asbestfasern freizusetzen?
    Ausserdem haben sie die Sägespäne vom Fenster zersägen auf dem Schrägdach mit einem normalen Staubsauger abgesaugt. Ging das?

    War das überhaupt erlaubt?

    Bestand oder besteht da eine Gefahr? Ich würde jetzt erstmal lüften und dann alles nass abwischen.
    Danke

    • Offizieller Beitrag

    Bestand oder besteht da eine Gefahr?

    Zur Belastung siehe mein Beitrag mit dem Verweis auf die TRGS. Ich halte das Risiko für verschwindend gering.

    stimme da voll zu

    alles klar?

  • Alles klar, dann bin ich beruhigt.

    Danke


    Ach so, da wir schon dabei sind. Beim Ausbau der Fenster kam jetzt auch die Aussenisolierung unter den Dachziegeln ans Tageslicht, das sieht aus wie grüne Styroporplatten mit Lufteinschlüssen, also wie grüner Schaumstoff. Was ist das für Zeugs? Also es ist keine Glaswolle.

    Alter ca 30 Jahre.

    Danke

    • Offizieller Beitrag

    Beim Ausbau der Fenster kam jetzt auch die Aussenisolierung unter den Dachziegeln ans Tageslicht, das sieht aus wie grüne Styroporplatten mit Lufteinschlüssen, also wie grüner Schaumstoff. Was ist das für Zeugs? Also es ist keine Glaswolle.

    Alter ca 30 Jahre.

    Dabei handelt es sich um eine Wärmedämmung, keine Isolierung. Styropor kenne ich nur in weiß. Grün wäre typisch für Styrodur bzw. herstellerunabhängig allgemein "extrudiertes Polystyrol" bzw. XPS. In einem Steildach hat das eigentlich nichts zu suchen, EPS / Styropor aber auch nicht. Ein Foto würde bei der Einschätzung ungemein helfen, am besten mitmaßstabgebendem Element.


    Was genau ist die Frage?

  • Sägespäne vom Fenster zersägen

    Schleifstaub bestimmter Hölzer wird als gesundheitsgefährdend eingestuft, jedenfalls dürfen nicht mehr alle Holzarten im schulischen Werkuntericht eingesetzt werden.

    Aber Sägespäne??? Woher stammt denn dieser Blödsinn?

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • hallo


    Ich frage vor dem Hintergrund dass ich festgestellt habe dass leider hierzulande mit diesem Thema sehr leichtfertig umgegangen wird,


    Bei den arbeiten unbedingt permanent im weg stehen und dabei einen aluhut aufsetzen.

    Einen wischeimer und feudel würde ich mitmehmen und ab und zu einem arbeiter zwischen die beine stecken.



    Mit verlaub, astbest ist schon hoch angebunden, wenn die das so machen wissen die ganz genau was sie da machen.