Dach wird aktuell gedämmt... was mach ich mit der Dampfbremse

  • Hallo zusammen,


    ich bekomme gerade mein Dach gedämmt. Es ist ein Siedlungshaus aus den 50ern.

    (EG Vollgeschoss, Dachgeschoss mit Schräge und Dachboden)


    Das Dach wird verstärkt, teilweise werden Sparren ausgetauscht. Es wird aufgedoppelt und mit

    22cm Minerwalwolle WLG32 + 10cm Holzfasser Aufsparrendämmung gedämt und anschließend neu gedeckt.

    Zudem kommen neue Fenster und eine 18cm Fassadendämmung aus Steinwolle auf die Fassade.

    Den Innenausbau mache ich selbst.


    Nun habe ich die Herausvorderung, dass ich das Dachgeschoss das aktuell noch mit Rigips beplankt und tapeziert ist,

    neu machen möchte/muss. Die Elektrik wurde erst vor ein paar Jahren in den Mauern verlegt, da ist nichts zu machen.

    In der Schräge wo gedämmt wurde laufen auch keine Leitungen oder Steckdosen. Ich möchte nun eine Dampfbremse aufbringen

    und kann mich nicht entscheiden, ob ich eine Folie oder OSB nehmen soll.


    Und mir ist nicht klar, ob ich den Rigips der jetzt bereits drinnen ist entfernen muss. Laut Ubakus könnte der alte Rigips bleiben.

    Ich würde OSB draufschrauben, die Anschlüsse rundherum verkleben, die Stöße verkleben usw.


    Was meint Ihr, kann der Rigips bleiben? Würdes Ihr OSB, oder Folie + neuen Rigips empfehlen?


    Schöne Grüße aus Aschaffenburg,


    André

  • So würde der Aufbau funktionieren, wenn ich unter die vorhandene Gipskartonplatte eine weitere Gipskartonplatte schrauben würde.

  • Ich sehe Feuchtigkeit!

    Nun die Frage, wie willst du OSB an die Anschlüsse anschliesen?

    Da braucht es auf jedenfall mehr Planung. Ansonsten kann dein Dach faulig werden.

    Für mich persönlich ist das aufschrauben einer zweiten GKP keine Option.

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • So würde der Aufbau funktionieren, wenn ich unter die vorhandene Gipskartonplatte eine weitere Gipskartonplatte schrauben würde.

    Nein, wird er nicht.


    1. Punkt MiWo hat direkt an einer HFD-Unterdeckplatte nichts zu suchen. Hier gehört ein anderer Dämmstoff (Holzfaser) mit mind. 40mm hin.

    2. Punkt Bei deiner Rechnung bleibt sämtliche Konvektion unberücksichtigt. Da werden nur Lamda-Werte miteinander ins Verhältnis gesetzt.


    Lass dich bitte, wenn es schon um Konstruktion ohne Langzeiterfahrung geht, bauphysikalisch beraten.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Das Dach wird aktuell von einer Fachfirma saniert. Diese hat mir den Aufbau wie oben gezeichnet empfohlen. Warum geht MiWo an HFD nicht?


    Wird es gehen, wenn innnen eine ordentliche Dampfbremse installiert wird?



    So hat der Aufbau keine Feuchtigkeit

  • Das ist der Aufbau wie er jetzt hergestellt wurde. Der Dachdecker empfiehlt als Dampfbremse eine zweite Rigipsplatte.


    Ich bin der Meinung, das ich eine Dampfbremse benötige. Und würde folgenden Aufbau wählen:


  • Warum geht MiWo an HFD nicht?

    Die Begründung hast Du ja selbst schon gerechnet.

    Ich bin der Meinung, das ich eine Dampfbremse benötige. Und würde folgenden Aufbau wählen:

    Schon deutlich besser. Das Problem mit der dampfdichteren Schicht auf der kalten Seite wird dadurch aber nur kaschiert. Besser wäre es, komplett auf Holzfaser umzustellen.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Ohne die Randbedingungen vor Ort zu kennen:

    - bestehenden Gipskarton ausbauen, da man so ja nicht mal die Latten findet um die nächste Schicht zu befestigen

    - OSB (wenn du dir das aktuell leisten kannst) an Stößen und Anschlüssen luftdicht verkleben

    - Gipskarton


    Das ist ein ganz simpler, nachweisfreier, normkonformer 08/15 Aufbau, und auch die Mineralwolle hat überhaupt kein Problem mit den HWF-Platten.

    Wer kommt denn auf sowas?

    Der Knackpunkt ist wie Kalle schon erwähnt hat die Luftdichtheit. Das ist durchaus möglich, raumweise herzustellen, scheitert aber oftmals an bestimmten Zwängen, die ein Bestandsbau so bietet.

  • Die Luftdichtheit lösen die Hersteller solcher Dachaufbauten mit einer LDB-Bahn, die direkt über den Sparren verlegt wird und auf der Mauerkrone oder am Mauerwerk luftdicht angeschlossen wird. Darüber muß dann mit HFD überdämmt werden (mind. 3 cm, besser mehr). Die Mineralwolle dazwischen ist unbedenklich, besser wäre allerdings Holzweichfaser oder Einblasdämmung.


    Gruß

  • Diese Systeme sind mir bekannt.

    Kann die Luftdichtheit raumseitig sichergestellt werden, ist die LDB aber nicht erforderlich und verursacht im schlimmsten Fall nur zusätzliches Tauwasser (welches wohl in der Regel schadlos wieder ausdünsten kann)


    So ein Aufbau wird in etlichen Neubauten täglich ausgeführt, da verbaut auch keiner eine zusätzliche LDB über den Sparren.

    Wie gesagt gehe ich davon aus, dass die Luftdichtheit raumseitig hergestellt werden kann.


    Edit:

    Die von dir genannten 3cm HWF sind bei einer 20cm Zwischensparrendämmung 032 wie hier allerdings keinesfalls ausreichend.

    Einfach mal die geprüften Systemaufbauten anschauen.


    Und hier nur ein Beispiel für anderes Material (ganz ohne Wertung):

    Produktprospekt_puren_Plus.pdf

  • Eine LDB (SD: 0,02) wird wohl kaum zusätzliches Tauwasser begünstigen. Bei 20 cm Zwischensparrendämmung muß die Überdämmung natürlich mehr als 3 cm betragen.


    Gruß

  • In diesen Konstruktionen fällt planmäßig Tauwasser an.

    Was meinst du herrschen an der LDB für Oberflächentemperaturen, wenn man die Verhältnisse der Dämmungen maximal ausreizt in Richtung von möglichst wenig Aufdachdämmung?

    Wenn die warme feuchte Raumluft "ungebremst" bis an die LDB herankommt, gibt es da unweigerlich Kondensat.

    Diese Systeme mit LDB beruhen auf dem Prinzip, dass planmäßig anfallendes Tauwasser wieder verdunsten kann außerhalb der Heizperiode.


    Bei so einem System würde ich auch Kalle wieder zustimmen, dass hier kapillaraktive Faserdämmstoffe als Zwischensparrendämmung einer Mineralwolle vorzuziehen sind. Aber darum geht es ja in dem Thread hier gar nicht.

  • Wenn die warme feuchte Raumluft "ungebremst" bis an die LDB herankommt

    Wie denn? Die Folie ist eine Luftdichtung, also gibt es keinen Luftzug und innen ist eine wie auch immer geartete Schicht (z.B. GK, Putz, o.ä.)

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Wie denn? Die Folie ist eine Luftdichtung, also gibt es keinen Luftzug und innen ist eine wie auch immer geartete Schicht (z.B. GK, Putz, o.ä.)

    Es kann schon einen Luftzug geben, nämlich, wenn raumseitig Luftundichtigkeiten vorhanden sind. Genau dafür gibt es aber die LDB. Kondensat wird sich hier nicht sammeln, weil die Bahn im Prinzip vollständig dampfdiffussionsoffen ist.


    Gruß

  • und auch die Mineralwolle hat überhaupt kein Problem mit den HWF-Platten.

    Das schrieb ich auch nicht. Nicht die MiWo hat ein Problem, sondern der Wassertransport durch die HFD-Platte macht Probleme.

    Wer kommt denn auf sowas?

    Ich glaube es statt in der Quadriga als auch Empfehlung der Hersteller. Finde aktuell aber nichts schriftliches, aber mal ganz einfach nachgedacht:


    Der Feuchtetransport findet nicht durch Diffusion statt, sondern durch eine Kapillarität innerhalb zweier sorptiver Stoffe. MiWo gehört allgemein nicht zu einem sorptiven Dämmstoff. Die Zellstruktur einer Mineralwolle kann den "Wassertropfen" nicht halten. Bedeutet der Tropfen folgt der fädenartigen Struktur der MiWo. Das muss aber nicht bedeutet, dass die HFD-Platte diesen Tropfen sofort zum weiteren Transport bindet. Herabsackende Tropfen können also "sorptiv" nicht weitergegeben werden bei der MiWo.


    Wo kommt nun die Energie her, diesen Tropfen wieder ein ein Gasmolekül zu verwandeln? Du sprichst es doch selber an, wie sich die Tempkurve auf den Ausfall von Kondensat auswirkt. Deshalb verwenden wir HFD nur in Kombi mit sorptiven Dämmstoffen. Ob nun Zellulose oder flexiblen HF.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Laut Herstellern funktioniert das auch mit Mineralwolle. Mit sorptiven Dämmstoffen allerdings besser.


    Gruß

  • Laut Herstellern funktioniert das auch mit Mineralwolle. Mit sorptiven Dämmstoffen allerdings besser.

    Nicht alles was Hersteller schreiben ist richtig.

    Nicht alles was schadlos bleibt, funktioniert auch wirklich.

    Die "Intelligenz des Materials" hilft vielen am Bau beteiligten.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Nicht alles was Hersteller schreiben ist richtig.

    Nicht alles was schadlos bleibt, funktioniert auch wirklich.

    Die "Intelligenz des Materials" hilft vielen am Bau beteiligten.

    Man kann natürlich auch alles anzweifeln. Ich kann auch die Lebensdauer einer Dampfbremsfolie anzweifeln, ich kann auch anzweifeln, dass Klebebänder 25 Jahre halten.

    Vor allem zweifle ich die Qualität der durchgeführten Dachsanierungsarbeiten immer wieder an. Da wird das Dach eines Altbaus innerhalb ein paar Tagen saniert - egal bei welchem Wetter, da werden Klebebänder auf staubigem Untergrund verklebt, usw.

    Gilt sicherlich nicht für alle Firmen, aber ein Großteil dessen, was ich mir die letzten Jahre angeschaut habe war im Prinzip alles andere als fachgerecht.

    Der Kunde kennt sich nicht aus und freut sich über die schönen glänzenden Dachpfannen.


    Gruß