Fliesen auf Betonbodenplatte

  • Hallo zusammen,


    Für unsere Terasse auf der Süd-Seite des Hauses haben wir eine 5,5x4m Betonplatte mit Armierung gegossen. Die Platte ist 20cm stark und hat auf die 4m Seitenlänge 2% Gefälle. Zur Hauswand haben wir einen Abstand von 5cm (falls sich die Platte senken sollte. Die Betonplatte liegt blank auf verdichteten Recycling Material. Bis zum fertigen Boden haben wir noch zusätzlich (inkl. 2cm starken Fliesen) ca. 9cm Aufbau.


    Auf diese Platte wollen wir 60x60x2cm Fliesen legen. Aus verschiedenen Internetquellen weiß ich, dass die Bodenplatte abgedichtet werden muss. Entweder mit Dichtschlemme oder mit Drainagematten. Danach kommt ein Drainagemörtel darauf, auf diesen dann "Nass in Nass" die Fliesen aufgeklebt werden. Zum Schluss wir die Terasse noch zu einem großen Teil überdacht.


    Eigentlich wollten wir aber direkt mit dem Drainagenmörtel nach oben, also ohne abdichten.


    Nun zu meinen Fragen an die Bauexperten:


    Wie würdet ihr in meinem Fall mit der Bodenplatte vorgehen? Wozu muss man den Beton von oben abdichten und falls dies wirklich nötig ist, wie würdet ihr es abdichten? Mit der Schlemme oder mit Drainagematten? Gibt es noch weitere Alternativen?


    Schon im Voraus vielen Dank für eure Antworten.


    Beste Grüße

    Tom

    • Offizieller Beitrag

    Drainage ist keine Abdichtung. Dichtschlämme kann eine Abdichtung sein. Eine passend hergestellte Betonplatte muss nicht abgedichtet werden. Für die Herstellung einer glatten mineralischen Terrassenfläche braucht es keine Betonplatte.

  • Danke für eure Antworten.


    Nachdem nun klargestellt wurde, dass es keine Betonplatte für Fliesen braucht, Schlemme eine Abdichtung ist und Drainagenmatten nicht und Drainagenmörtel in Kombination mit einer Betonplatte, auch nicht sinnvoll zu sein scheint, können wir uns den unausweichlichen Fakten stellen:


    Ich habe eine Betonplatte und will diese mit Fliesen belegen. Was braucht es hierfür?

    Skeptiker Was meinst du mit passend hergestellter Betonplatte?


    Meine Betonplatte ist nicht glatt, weswegen zusätzlich noch Estrich oder anderweitig geeignetes Material zum Aufbau und glätten benutzt werden soll. Wie mache ich das am besten? Das Abdichten der Platte soll späteren Schäden vor eindringendem und anschließend gefrierenden Wasser, durch welches sich Risse bilden, oder die Fliesen wegplatzen können (dieses Wissen stammt wie gesagt aus dem Internet).


    Da ich keine Ahnung habe wie die richtige und langfristig schadensfreie Vorgehensweise ist, würde ich euch bitten mir zu helfen.


    Vielen Dank und beste Grüße

    Tom

  • Offenburg

    Häää ??? :(:(

    Sieht nach einer "normalen" Betonplatte" aus. Gefälle? Bituminöse Abdichting drauf, Entwässerung davor, Drainmatte verlegen und dann nach Herstellervorschrift die Platten verlegen

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Hallo Ralf,


    sorry, scheiß Autokorrektur. Aber danke für deine Antwort. Das hat mir schon geholfen. Eine Frage hätte ich noch:


    Was würdest du mir für den 7cm Aufbau empfehlen? Estrich?


    Grüße Tom

  • 9cm minus 2cm Fliesen...


    Klar kannst du jetzt auch die Anschlusshöhen hinterfragen, ausserdem die Baugenehmigung, Abstandsflächen, wwi, ...

    Ist nur alles nicht hilfreich.

    • Offizieller Beitrag

    Wenn man eine nahezu waagerechte Oberfläche (hier: der Betonplatte) abdichtet, kann kein Wasser in dieses Bauteil eindringen. Allerdings wird das Wasser davon noch nicht abgeleitet, sondern bleibt auf der Abdichtung stehen. Bei Frost gefriert es dann, vergrößert dabei sein Volumen und sprengt wahrscheinlich auf Dauer darüber befindliche Schichten ab. Eine WU-Bodenplatte müsste nicht abgedichtet werden, hätte aber trotzdem erstmal noch kein Gefälle zur Wasserableitung. WU-Betonplatten lassen sich auch mit passend geneigter eigener Oberfläche im Gefälle herstellen. Auf einer waagerechten Betonplatte lässt sich das benötigte Gefälle noch nachträglich mit einem Zementestrich auf Trennlage (oder im Verbund) hinzufügen. Der Aufbau wird dabei um das Größkorn des Estrichs (+ X) + das Gefälle erhöht. Nach ausreichender Trocknung kann man darauf dann eine dauerhafte Abdichtung aufbringen. Und wenn man dann wiederum eine Drainmatte einbaut, läuft das von oben eindringende Wasser (Fliesen und Fugen sind praktisch nie wasserdicht) auch meistens brav parallel zum Gefälle ab. Und auf der Drainschicht kann man dann Fliesen im Gefälle verlegen und diese haben eine gewisse Chance, auch einige Jahre schadensarm liegen zu bleiben.

    Wie Du hoffentlich jetzt nachvollziehen kannst, ist Dein Vorhaben hingegen :pfusch: mit Ansage. Nein, nicht alles, was der Baumarkt (an)bietet und was grad' Mode ist, ist auch bautechnisch sinnvoll. Und deshalb schrieb der Kollege wasweissich so schön knapp:

    Drainagemörtel und betonplatte.... :wall:Es wird Zeit, dass Chuck Norris seinen Job erledigt... :eek:

    Man kann (andere) mineralische Platten sehr viel einfacher und dabei für dauerhafte Schadensfreiheit problemlos verlegen, nur eben nicht auf einer Betonplatte. Hier ist leider der falsche Ansatz gewählt worden, weil ein Konzept aus dem Innenraum unbedingt außen angewandt werden soll, wo aber die Rahmenbedingungen einfach andere sind (Niederschlag, Frost) und das selbe Konzept nur mit soviel Krücken funktioniert, dass es keinen Sinn hat. Das erzählen die Anbieter der tollen Komponenten einem aber leider nicht.


    Wie steht es eigentlich um die Rutschfestigkeit der Fliesenoberfläche bei Tau, Niederschlag und Eisbildung und wie um die Wärmedehnung im Jahreslauf?

  • Ich unterhalte mich mit dem TE.

    Nein, Du unterhältst dich in einem Forum öffentlich mit jedem, der will. Manche schreiben etwas, was Du doof findest und wieder andere finden doof, was Du schreibst. Lebe damit oder lass' es. Gibt' ja zum Glück genug hier die verständlich antworten können ohne zig Rückfragen.

    • Offizieller Beitrag

    bedeutet das "(andere)" in der Antwort, dass es für (zitierte dünne und großformatige Platten) keine gute und fachgerechte Möglichkeit gibt?

    Ich kenne keine Methode zur dauerhaft schadensfreien Verlegung. Ich halte den gewählten Ansatz der Verlegung auf einer waagerechten Betonplatte aus den o.g. Gründen für generell nicht sinnvoll und lasse deshalb so nicht bauen. Vermutlich deshalb kenne ich auch keine Lösung dafür, als diesbezüglich aber reiner Theoretiker. Ich würde klassisch mit einer Tragschicht arbeiten lassen (Schotter oder Kies) wie hier beschrieben. Ich persönlich präferiere den Einsatz wasserdurchlässiger Schichten, weil man damit von vornherein ein Problem weniger hat. Aber das Thema ist eigentlich eines für die Ausenanlagenplanerinnen und - bauer, nicht für Architekten. Als SV werde ich bisher nur hinzugezogen wenn es nicht geklappt hat und da lag dann praktisch immer eine Betonplatte drunter.

  • Einzelfall-Erfahrung für den TE:

    Auf unserer Dachterasse befinden sich seit 7 Jahren 60x60x2 Keramikfliesen.

    Aufbau so aus dem Gedächtnis:

    Beton, Bitumen, PUR Dämmung, 2 Lagen Bitumen, Bautenschutzmatte(?), Split, Fliesen. Gefälle Fehlanzeige.

    Also vermutlich alles falsch, was man falsch machen kann, geplant und überwacht vom freien Architekt.

    Bis jetzt funktionierts noch tadellos, aber wer weiß wie lange noch...

    • Offizieller Beitrag

    Du hast eine Splittbettung. Die funktioniert sehr gut mit lose verlegten Platten, jedenfalls wenn diese dicker sind. Allerdings wird sie irgendwann uneben, je dünner die Platten, desto eher.

  • Hallo Skeptiler,

    Hallo feelfree,


    Auch euch vielen Dank für die aufschlussreichen Beiträge.


    Skeptiker

    Du würdest also wie folgt vorgehen:


    1. Am besten keine Bodenplatte für die Terasse Gießen

    2. Ist die Bodenplatte doch vorhanden, dann direkt mit dem Estrich fortfahren.

    3. Estrich trocknen lassen und abdichten.

    4. Drainage mit anschließender Entwässerung am tiefsten Punkt des Gefälles.

    5. Auf die Drainage die Fliesen und hoffen das es lange hält.


    Habe ich es soweit richtig verstanden?

    • Offizieller Beitrag

    Skeptiker

    Du würdest also wie folgt vorgehen:


    1. Am besten keine Bodenplatte für die Terasse Gießen

    richtig, Betonbodenplatten für Terrassen sind unnötige Energie- und Kostenfresser und das bei sehr geringem praktischen Nutzen. Damit erübrigen sich die weiteren Punkte.


    Wenn ich eine solche Betonplatte nun aber schon hätte, würde ich darüber nachdenken, ob sie erst noch abgedichtet werden muss oder gleich weg kann.


    Wenn es oben drauf mineralische Deckplatten als Nutzschicht sein sollen, würde ich diese bevorzugt lose in einer Splittbettung verlegen, auch auf einer Abdichtung.


    (Ja, da wächst dann irgendwann etwas durch die Fugen. Nein, das ist Natur(gesetz) und praktisch nur vorübergehend zu verhindern. Nein, ich halte Fliesen in Nordeuropa für die Verlegung im Außenbereich für kaum geeignet und für auf natürlichem Bodenniveau durch geeignetere Materialien sehr gut zu ersetzen.)

  • eine verlegung der keramikplatten im system mit aufeinander abgestimmten bettungsmörtel>haftbrücke>fugenmörtel , das ganze auf einem verdichteten schotterbett wird von (mir bekannten vertreibern) schon noch empfohlen , habe ich (mit viel widerstand einige wenige male) verarbeitet.

    es macht die ganze geschichte exorbitant teuer , dürfte aber die einzige einigermassen dauerhafte möglichkeit sein .


    alle anderen versuche halte ich für 3te wahl....

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Hi,


    vielen Dank für euren Input. Das hat mir wirklich viel weitergeholfen. Wir haben die Betonplatte nun mit Schlemme abgedichtet. Jetzt folgen Drainagematten und danach Aufbau (Mörtel) und Feinsteinfliesen.


    Um dem hilfsbereiten Forum etwas zurückzugeben, werde ich von den Fortschritten und den Erfahrungen vom ersten Winter Berichten.


    Mal sehen, ab wann sich Schäden bemerkbar machen, wenn sie überhaupt auftreten.


    Ich komme aus dem ländlichen Raum und habe mich parallel an mehreren Stellen (auch Fachmänner wie Fliesenleger und Gartengestalter) informiert. Die Meinungen gehen relativ weit auseinander. Jedoch habe ich einige Erfahrungberichte gehört, die ähnlich wie ich vorgegangen sind und keine Schäden verzeichnen mussten. Das bis zu 40 Jahre bei Wind und Wetter. Aus diesem Grund riskiere ich es einfach.


    Der unumstößliche Vorteil einer Bodenplatte ist das gleichmäßige Setzen. Da ich am Hang wohne, wäre ein Kies oder Mörtelbett auf verdichtetem Untergrund deshalb riskant, weil sich die Platten ungleichmäßig Setzen können.


    Trotzdem danke für die (teils hitzigen, aber guten) Diskussionen.


    Beste Grüße

    Tom