Grenzbebauung

  • Hallo zusammen,


    ich habe eine Frage bezüglich einer Baumaßnahme.
    Ich würde gerne meine Scheune ausbauen, jedoch steht dieses direkt angrenzend zur Scheune des Nachbarn (Haus Nr.5), daher bin ich mir unsicher, ob ich überhaupt die Scheune als Wohnraum nutzen darf und hoffe, dass mir hier eventuell jemand hilfreiche Antowrten liefern kann.

    Ich habe euch mal noch eine Auskunft vom Bauamt und ein Auszug aus der Liegenschaftskartei mit in den Anhang gepackt. Haus Nr 3 wäre mein Haus und meine Scheune steht genauso wie die Scheune des Nachbarn an der Grundstücksgrenze. Der untere Teil der Scheune soll künftig als Garage genutzt werden. Der obere Teil soll (wenn möglich) neuen Wohnraum schaffen im Sinne von Wohn/Schlafzimmer. Der Obere Teil der Scheune ist im Obergeschoss mit dem Obergeschoss des Hauses ohne eine Zwischenwand verbunden. Wenn man sich im Obergeschoss des Hauses befindet schaut man im Prinzip auf die Wand, die zum Nachbarn aus Haus Nr. 5 angrenzt.
    Vielen Dank für eure Hilfe

  • vielen Dank für deine Nachricht, ist das eine reine Vermutung, oder bist du anhand von rechtsgrundlagen zu dießer Äußerung gekommen ?

  • Jain. Aufenthalsträume im Grenzabstandsbereich sind meist nur in Blockbebaungen o.ä. zulassig. Ob bei Dir städtebaulich da was ginge, müsste man an dder umgebenden Bebauung sehen, die man aber nicht sieht,

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • laut Bauamt ist die ganze Sache Verfahrensfrei und die beiden Scheunen sind durch eine Brandschutzwand voneinander getrennt. Der Bau der Scheune wurde damals vom Bauamt genehmigt. Einen Bebauungsplan gibt es nicht, daher gilt die umgebene Bebaung als Orientierung.


    Zur allgemeinen Bebauung habe ich bereits das Bauamt kontaktiert, diese haben mir daraufhin folgendes mitgeteilt:


    Die Prüfung der Zulässigkeit der Grundstücksbebauung hat ergeben, dass das Grundstück innerhalb der bebauten Ortsteile gem. §34 Baugesetzbuch (BauGB) liegt. Eine mögliche Bebauung ist deshalb nach §34 BauGB zu beurteilen. Die Zulässigkeit von Vorhaben richtet sich also nach der Umgebungsbebauung, das heißt die Gebäude müssen sich nach, Art und Maß der baulichen Nutzung und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll in die Umgebungsbebauung einfügen.



    Als Anhaltspunkt für eine künftige Bebauung können die Festsetzung des in der Nähe gelegenen Bebauungsplans „Hauptstraße“ herangezogen werden, also in jedem Fall ein Allgemeines Wohngebiet. Bezüglich der Kriterien zum Maß der baulichen Nutzung können Sie sich an §§16 ff. BauNVO orientieren, hierunter fallen unter anderem die Größe der Grundfläche des Vorhabens, die geplante Geschosszahl und Höhe und das Verhältnis zur umgebenden Bebauung. Bezüglich der überbaubaren Fläche sollten Sie sich an eine Grundflächenzahl von 0,4 halten (§§17, 19 Baunutzungsverordnung). Das Vorhaben muss sich außerdem nach der Bauweise nach §22 BauNVO einfügen, im vorliegenden Fall können Sie von einer offenen Bauweise ausgehen. Zuletzt muss sich das Vorhaben auch nach der überbaubaren Grundstücksfläche einfügen. Bedeutsam sind dabei vor allem die tatsächlich vorhandenen Baugrenzen, die grundsätzlich nicht überschritten werden dürfen. Aus unserer Sicht kann nicht hinter die Baugrenze der Hausnummer 5 gegangen werden.



    Ferner sind die bauordnungsrechtlichen Vorgaben insbesondere die Abstandsflächen nach §LBO bei einer Bebauung zu berücksichtigen.



    Wir weisen ausdrücklich auf das eventuelle Erfordernis einer Baugenehmigung und eine Beteiligung der Nachbarn hin. Diese Auskunft ist lediglich eine Wissenserklärung und begründet kein schutzwürdiges Vertrauen mit den Bauarbeiten vor Erhalt der gegebenenfalls notwendigen Baugenehmigung beginnen zu dürfen. Angaben zur Frage, ob ein Vorhaben genehmigungsfähig ist, können generell erst nach Eingang eines Bauantrags bei der Stadt xxx, Bereich Bauordnung gemacht werden. Diese Auskunft begründet also keinen Rechtsanspruch auf eine Baugenehmigung.

    Einmal editiert, zuletzt von Thomas T. () aus folgendem Grund: Ortsname gelöscht

  • n, im vorliegenden Fall können Sie von einer offenen Bauweise ausgehen.

    offene Bauweise bedeutet, das Gebäude nicht aneinander gebaut werden dürfen.

    Bei den bestehenden Schuppen/Scheunen gilt (vermutlich) die Ausnahmeregelung für Gebäude ohne Aufenthaltsräume.



    Übrigens, beim Kartenausschnitt warst du schon sehr sparsam. Ein etwas größerer Ausschnitt täte bei der Bewertung der Lage gut.

  • Ferner sind die bauordnungsrechtlichen Vorgaben insbesondere die Abstandsflächen nach §LBO bei einer Bebauung zu berücksichtigen.


    Wir weisen ausdrücklich auf das eventuelle Erfordernis einer Baugenehmigung und eine Beteiligung der Nachbarn hin.

    Wieso verfahrensfrei? Wie werden die Abstandsflächen eingehalten?

    was bedeutet das dann im Klartext ? darf ich die Scheune zu Wohnraum ausbauen oder nicht ?

    M.E. nicht.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • § 5
    Abstandsflächen


    (1) 1Vor den Außenwänden von baulichen Anlagen müssen Abstandsflächen liegen, die von oberirdischen baulichen Anlagen freizuhalten sind. 2Eine Abstandsfläche ist nicht erforderlich vor Außenwänden an Grundstücksgrenzen, wenn nach planungsrechtlichen Vorschriften

    1. an die Grenze gebaut werden muß, es sei denn, die vorhandene Bebauung erfordert eine Abstandsfläche, oder
    2. an die Grenze gebaut werden darf und öffentlich-rechtlich gesichert ist, daß auf dem Nachbargrundstück ebenfalls an die Grenze gebaut wird.

    3Die öffentlich-rechtliche Sicherung ist nicht erforderlich, wenn nach den Festsetzungen einer abweichenden Bauweise unabhängig von der Bebauung auf dem Nachbargrundstück an die Grenze gebaut werden darf.

  • könnre man sich dann über einen Antrag zur Nutzungsänderung gedanken machen ?

    Könnte man, wenn Gemeinde und Bauaufsicht einer Abweichung von den Abstandsflächen zustimmen und der Nachbar seine Zustimmung gibt, ggf. mit Auflagen (z.B. Brandwand). Evtl. sind noch weitere Abweichungen von der Bauordnung zu beantragen.


    Ich empfehle, einen ortskundigen und erfahrenen Planer ins Boot zu holen, dessen Meinung einzuholen und ggf. eine Bauvoranfrage einzureichen. Kostet nicht die Welt und bringt Rechtssicherheit.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • einem Ausbau nichts im Wege stehen sollte

    Sollte ist einschränkend.


    Die Lösung wurde Dir jetzt mehrfach dargelegt: Bauvoranfrage

    Hier wirst Du kein OK kriegen. Und selbst wenn doch, wäre es nicht rechtsverbindlich. Die Antwort auf eine Bauvoranfrage schon

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