Asbest im Innenputz

  • Hallo liebe Bauexperten,


    ich bin gerade dabei ein älteres Haus zu renovieren, Baujahr 1930er Jahre und ein größerer Umbau/Renovieren im Jahr 1972.


    In einem Anbau, was früher einmal ein Stall war und im Zuge der Renovierung 1972 umgebaut wurde, gibt es zwischen der Küche und dem Heizungsraum einen Raum, der nicht eigentlich nur als Durchgang benutzt wurde. Trotzdem geht zur Küche eine Eisentür.


    In diesem Raum waren Holzpaneele an die Wand geschraubt und dahinter war es leicht feucht/moderig. Daher hab ich diese abgenommen und dabei ist ein Teil des Putzes mit abgegangen. Daher habe ich mir gedacht, dass ich alle lockeren Teile abnehme und die Wand neu verputze. Durch Zufall bin ich auf das Thema Asbest Belastung gestoßen. Vorher hab ich mir da keine großen Gedanken gemacht, dass auch in Putz Asbest enthalten sein könnte.

    Im Internet bin ich dann auf dieses Forum gestoßen, und die zahlreichen Beiträge zu diesem Thema. Ich weiß, hinterher ist es immer zu spät, aber einen Test habe ich bereits bestellt. Da ich mir nun Sorgen mache, ob in dem teilweise abgeschlagenen Putz Asbest enthalten sein könnte, würde ich gerne mal die Experten fragen ob das, was auf den Bildern zu sehen ist, eher nach normalen Putz aussieht oder ob das evtl. Asbest sein könnte ?

    Vielen Dank für die Hilfe!

    Gruß, der Bau_Laie


  • Da ist absolut keine Prognose möglich außer:


    Asbest im Putz ist selten bis sehr selten.

    Es handelt sich fast immer um minimale Konzentrationen.

    Trotzdem treten beim Schleifen oder Abschlagen ggf hohe Luftbelastungen auf.


    Wenn Proben entnommen werden sollen müssen es Mischproben sein und die im erweiterten Verfahren untersucht werden.

  • Vielen Dank für die schnellen Antworten. Ich hab mir das schon fast gedacht, dass da keine Prognose möglich ist.


    Im Heizungsraum direkt könnte ich es mir noch erklären, warum dort Asbest verbaut sein könnte, aber in der Raum davor ? Gibt das möglicherweise Hinweise ?

  • Im Heizungsraum direkt könnte ich es mir noch erklären, warum dort Asbest verbaut sein könnte, aber in der Raum davor ?

    Hätte da evtl. an Brandschutz oder Wärmeschutz gedacht.

    Putz brennt auch ohne Asbestfasern nicht und auf die Wärmeleitfähigkeit haben die Fasern auch keinen Einfluss.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Putz brennt auch ohne Asbestfasern nicht und auf die Wärmeleitfähigkeit haben die Fasern auch keinen Einfluss.

    Wofür wurde denn dann Asbest in Putzen eingesetzt ? Und ist das auf meinen Fotos überhaupt Putz, oder eher Mörtel/Zement ?


    Wie ihr seht, bin ich ein echter Anfänger..


    gut, wenn auch vermutlich überflüssig

    Warum meinst du, dass der Test überflüssig ist ?


    warum NUN?

    Weil ich bedenken habe, ob ich beim entfernen der losen Putzstücken evtl. etwas eingeatmet haben könnte und mir vorher nicht bewusst war, dass auch in Putz etc. Asbest enthalten sein kann..


    Auf den Rechnungen von damals steht nichts von Asbest-Putz oder Zement. Dort steht immer nur z.B. 2 Säcke Zement oder 1 Sack Mörtel etc.. Hat da jemand eine Ahnung, wie das früher auf der Baustelle ablief, wenn die Sachen vor Ort abgemischt wurden? Wurden dann solche Fasern separat (steht nichts auf der Rechnung) hinzugegeben oder waren die dann, wenn so wäre, gleich in dem Sack Zement mit drin ?

  • Weil ich bedenken habe, ob ich beim entfernen der losen Putzstücken evtl. etwas eingeatmet haben könnte

    ... und was würde das Wissen darum ob Asbest drin war oder nicht ändern? Atmest Du die Fasern dann wieder aus?

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Wofür wurde denn dann Asbest in Putzen eingesetzt ? Und ist das auf meinen Fotos überhaupt Putz, oder eher Mörtel/Zement ?

    In den 1930er, vor allem aber den 1950er Jahren wurden Asbestfasern allen möglichen Materialien zugesetzt, deren Reißen man verhindern wollte: Kitt, Spachtelmassen, Putzen, mineralischen Pressplatten unterschiedlicher Art. ... darüber hinaus wurden sie als nicht brennbarer und hoch hitzebeständiger Dämmstoff eingesetzt. In vielen dieser Einsatzbereiche sind die Fasern aber gebunden und deshalb wenig kritisch, solange diese Materialien nicht gebrochen oder zerspanend bearbeitet werden.


    Außerdem kam Spritzasbest in den 1960er und 1970er Jahren oft und dann großflächig als Brandschutzverkleidung für Stahlbauteile im damals angesagten Stahlskelettbau zum Einsatz (Palast der Republik o.ä.).


    Es gibt natürlich noch zahlreiche andere Felder, wo das Material eingesetzt wurde. Eine Übersicht findet sich in dieser Broschüre. Ich empfehle diese Broschüre ausschließlich als thematische Übersicht zu Einsatzfeldern, da ich den Wertungskriterien darin gegenüber sehr skeptisch bin, diese für möglicherweise zu großzügig und damit verharmlosend halte. Die Broschüre zeigt aber, dass einmalige und kurze Expositionen nur ein sehr, sehr kleines Erkrankungsrisiko bergen - und diese Auffassung teile ich aus Laiensicht grundsätzlich schon.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Meist ist der Asbest nicht im Putz, sondern in Spachtelmassen. Dadurch, dass die sehr dünn aufgetragen wurden erscheint der Anteil oft sehr gering. Tatsächlich bewirken 0,03% Asbest oder weniger überhaupt nichts. Aber der geringe Anteil kommt halt oft erst bei der Probenahme zustande.

    Im Originalspachtel waren dann meist bis zu ein paar Prozent.

  • Hallo zusammen,

    für diejenigen, die es interessiert, wollte ich nur kurz die Testergebnisse mitteilen:


    Laut Test ist in dem Putz kein Asbest vorhanden.

    Aber nochmal Danke an alle, die auf meine Frage oben geantwortet haben!