Grundstück für "Ferienhof" mit Tierhaltung in kleinem Maßstab

  • Tag zusammen,


    Meine Familie und ich hegen seit Langem die Idee, einen Ferienhof zu betreiben und möchten (wenn möglich) gern selbst bauen.
    Wir stellen uns ein Haupthaus mit Mehrgenerationenwohnen, ein paar verstreute (Block)hütten und Tierhaltung in kleinstem Maßstab vor (ein paar wenige Hühner, Schafe etc.).
    Nun stellt sich uns die Frage, welche Art von Grundstück für ein solches Vorhaben prinzipiell überhaupt in Frage kommen würde - bei Neubau und bei Umnutzung.
    Und wie sieht es der Gesetzgeber mit einzeln stehenden Ferienhütten (~15-25qm) auf dem Grundstück?

    Was ist generell zu beachten, worauf müssen wir uns einstellen, wonach sollten wir Ausschau halten?

    Besten Dank im Voraus!

    Liebe Grüße

    Bob

  • Ihr scheint ja noch gaaanz am Anfang der Ideeenfindung zu sein.

    Die Chance, ein derartiges, unbebautes Grundstück in Deutschland zu finden tendiert gegen Null.


    Sucht nach einem Bauernhof im Außenbereich, der aufgegeben werden soll. Ein GUTER Makler kann da durchaus hilfreich sein ;)

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Sucht nach einem Bauernhof im Außenbereich, der aufgegeben werden soll. Ein GUTER Makler kann da durchaus hilfreich sein ;)

    :thumbsup:


    Den findet man nach meiner Beobachtung hierfür besonders bei den lokalen Genossenschaftsbanken (Raiffeisen, Volksbank, Sparda ...)!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Grundsätzlich dürfte sowas meines Wissens nach über §35 BauGB auch im unbebauten Außenbereich umsetzen lassen.


    "4.wegen seiner besonderen Anforderungen an die Umgebung, wegen seiner nachteiligen Wirkung auf die Umgebung oder wegen seiner besonderen Zweckbestimmung nur im Außenbereich ausgeführt werden soll,"


    Hierfür sollte der Kontakt in die Lokalpolitik gesucht werden. Nur wenn die dabei sind kann sowas klappen.


    Wahrscheinlich ist Auswandern der einfachere Weg, also sowas in D umzusetzen.

  • Grundsätzlich dürfte sowas meines Wissens nach über §35 BauGB auch im unbebauten Außenbereich umsetzen lassen.


    "4.wegen seiner besonderen Anforderungen an die Umgebung, wegen seiner nachteiligen Wirkung auf die Umgebung oder wegen seiner besonderen Zweckbestimmung nur im Außenbereich ausgeführt werden soll,"

    das wird eher nicht klappen...

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Wahrscheinlich ist Auswandern der einfachere Weg, also sowas in D umzusetzen.

    finde ich aber garnicht so schlecht , die landschaft ist teilweise schon genug zersiedelt. dann nocht die ganzen windparks (die bestehenden und die nocht zu erwartenden ) , die nur auf grüner wiese entstehen dürfen ........

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Was findest Du nicht schlecht, wasweissich ?


    Ich denke, am besten sollte man sich nach einem bestehenden Gebäude umsehen. Wieso neu bauen? So spezielle Wünsche?


    Da gibt’s genügend, die so einem Mehrgenerationenhaus entsprechen + Scheunen dazu.

    Die Frage ist, ob das mit dem Blockhütten sein muss oder ob man sowas nicht in etwas bestehendes mit integrieren kann.


    de Bakel hat ja schon gute Makler erwähnt. Die gibt’s tatsächlich. Den Tip von Skeptiker mit lokalen Maklern aus Sparkasse und Co kann ich nur bestätigen aus eigener Berufserfahrung.


    Vorteil ist nämlich, dass ihr Euch um vieles nicht bemühen müsstet, weil schon vorhanden. Genügend Grund beispielsweise.


    Bzgl Regelungen solltet ihr mal mit einem Architekten sprechen. Der kann Euch sagen, welche Hürden bei Neubau auf Euch zukommen können und was ihr beim Bestand beachten sollt.


    Ich persönlich sehe deutlich mehr Probleme bei Neubau wie bei Bestand. Würde mich interessieren, wie das die Kollegen sehen.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Den Tip von Skeptiker mit lokalen Maklern aus Sparkasse und Co kann ich nur bestätigen aus eigener Berufserfahrung.

    Sparkassen gehen auch, aber empfohlen hatte ich solche der Genossenschaftsbanken, weil diese auf dem Lande dichter an ihren Genossinnen / Genossen / Mitgliedern dran sind, welche verkaufen wollen. Meine positive Erfahrung muss aber nicht unbedingt repräsentativ sein.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • ... nur schade, dass der TS an der Farage bzw. den Antworten wohl kein Interesse mehr hat. Zumindestens hat er/sie sich bisher nicht wieder eingeloggt.

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    5.Mose 27:18

  • Hi!

    Besten Dank für die sehr hilfreichen Einschätzungen und Tipps!
    Und bitte entschuldigt mein Fernbleiben - ich war ein paar Tage auf Dienstreise und hatte vor Ort keine Internetverbindung. :thumpsdown:

    Was mir noch nicht ganz klar geworden ist, ist welche Voraussetzungen (rechtlich) ein potenzielles Grundstück erfüllen muss um überhaupt in Frage zu kommen. Dorfgebiet, Innenbereich und Außenbereich scheinen mir formell alle geeignet - die Unterstützung der Lokalpolitik vorausgesetzt - eine Nutzung zu konstruieren, die unser Vorhaben (zumindest als untergeordnete Nutzung) genehmigungsfähig machen könnte. Oder übersehe ich etwas?

    de Bakel: Auswandern war tatsächlich schon im Gespräch, ist aber (vorerst) wieder vom Tisch. Obwohl wir lieber selber bauen möchten (besondere Vorstellungen, mehrere Handwerksmeister in der Familie) ist die Umnutzung eines Bauernhofs im Außenbereich auch eine super Idee.


    Skeptiker und Roth: Super Anregungen! Wir haben bislang mit der Sparkasse zu tun gehabt aber das war wenig fruchtbar.

    wasweissich: Ich gebe dir vollkommen recht! Ich mag die deutsche Siedlungsstruktur überhaupt nicht, aber in Anbetracht der Bevölkerungsdichte ist strikte Reglementierung wohl unumgänglich. Schade nur, dass damit pauschal auch viele Projekte verhindet werden, die der Allgemeinheit zu Gute kommen würden.


    Beste Grüße
    Bob

  • Naja, das Auswandern kam nicht von mir ;)


    Die Unterstützung der lokalen Politiker ist in jedem Fall hilfreich, nur wenn die genehmigenden nicht wollen kommt manchmal trotzdem Blödsinn raus.

    Den Fall haben wir gerade aktuell.

    Der rot markierte Bereich ist der Friedhof. Die Freifläche darüber wird vom Landkreis als Außenbereich im Innenbereich deklariert. Kein Baurecht ohne B-Plan.

    Blödsinn hoch 10. Da helfen auch keine politischen Stellungnahmen.

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    5.Mose 27:18

  • Ich habe übrigens zufällig den Praxisleitfaden für Umnutzung landw. Gebäude der Landwirtschaftskammer NRW ausfindig gemacht. Auch sehr interessante Einblicke!

    Da hast ja das richtige gefunden. Enthält auch alle Problemkomplexe.

    Ein paar Hühner und schafe sind keine Landwirtschaft und deine Idee klang eher nach feriendorf, daher hab ich mich zurückgehalten.

    Was geht kann man erst am konkreten Objekt eruieren.

    Bei viel publikumsverkehr ist erschließung auch immer ein thema.

  • . Die Freifläche darüber wird vom Landkreis als Außenbereich im Innenbereich deklariert.

    was Innen- und was Außenbereich ist, entscheidet nicht nach Gutdünken das LRA, sondern das Gesetz oder die Kommune, die die Planungshoheit hat.

    Zur Not muss man sein Recht halt durchsetzen.

  • was Innen- und was Außenbereich ist, entscheidet nicht nach Gutdünken das LRA, sondern das Gesetz oder die Kommune, die die Planungshoheit hat.

    Zur Not muss man sein Recht halt durchsetzen.

    ...in dem Fall dürfte die Behörde aber Recht haben.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Ich mag die deutsche Siedlungsstruktur überhaupt nicht, aber in Anbetracht der Bevölkerungsdichte ist strikte Reglementierung wohl unumgänglich.

    ob du sie magst oder nicht ist mir egal.ich finde es klasse , dass man sich nicht mal eben schöne plätzchen "kaufen " kann.


    ich war entsetzt , bei meinem ersten besuch in Dänemark . die ganze nordseeküste entlang gibt es (so mein eindruck) nicht ein plätzchen , von dem aus man nicht mindestens 3 gebäude sieht , meistens sind es 10. zersiedeltere landschaft habe ich noch nicht erlebt.

    aber jeder 2te däne hat ein ferienhäuschen .....

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Dorfgebiet, Innenbereich und Außenbereich scheinen mir formell alle geeignet - die Unterstützung der Lokalpolitik vorausgesetzt - eine Nutzung zu konstruieren, die unser Vorhaben (zumindest als untergeordnete Nutzung) genehmigungsfähig machen könnte. Oder übersehe ich etwas?

    Ja, nämlich dass die baulichen Nutzung des Aussenbereichs per BauGB (§ 35) eben ausdrücklich für unzulässig erklärt wird, von bestimmten Ausnahmen abgesehen, um so der Zersiedeln vorzubeugen. Du strebst hier das genaue Gegenteil an.

    Ich mag die deutsche Siedlungsstruktur überhaupt nicht, aber in Anbetracht der Bevölkerungsdichte ist strikte Reglementierung wohl unumgänglich. Schade nur, dass damit pauschal auch viele Projekte verhindet werden, die der Allgemeinheit zu Gute kommen würden.

    Einen Nutzen für "die Allgemeinheit" kann ich bei Dir gerade nicht erkennen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Einen Nutzen für "die Allgemeinheit" kann ich bei Dir gerade nicht erkennen.

    Ferienbetriebe schaffen Arbeitsplätze, die Touristen geben Geld in lokalen Kneipen und Geschäften aus, nicht umsonst wird gerade in strukturschwachen Regionen versucht, die touristische Infrastruktur zu fördern, insofern gibt es sicherlich einen Nutzen für die Allgemeinheit. Es auch Nachteile, die mit Tourismus einher gehen, aber genau diese Abwägung ist Aufgabe der öffentlichen Hand bzw. Politik.

    Der gesunde Verstand ist die bestverteilte Sache der Welt, denn jedermann meint, damit so gut versehen zu sein, dass selbst diejenigen, die in allen übrigen Dingen sehr schwer zu befriedigen sind, doch gewöhnlich nicht mehr Verstand haben wollen, als sie wirklich haben. ~ René Descartes

  • Ferienbetriebe schaffen Arbeitsplätze, die Touristen geben Geld in lokalen Kneipen und Geschäften aus, nicht umsonst wird gerade in strukturschwachen Regionen versucht, die touristische Infrastruktur zu fördern, insofern gibt es sicherlich einen Nutzen für die Allgemeinheit. Es auch Nachteile, die mit Tourismus einher gehen, aber genau diese Abwägung ist Aufgabe der öffentlichen Hand bzw. Politik.

    Wirtschaftlicher Nutzen ist nicht per se ein Nutzen für die Allgemeinheit und deshalb nach § 35 BauGB allein auch noch nicht privilegiert.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wirtschaftlicher Nutzen ist nicht per se ein Nutzen für die Allgemeinheit und deshalb nach § 35 BauGB allein auch noch nicht privilegiert.

    Nutzen für die Allgemeinheit taucht als Kriterium im §35 BauGB gar nicht auf, allenfalls könnte man das unter dem Punkt "öffentliche Belange" subsumieren. Nutzen für die Allgemeinheit im generellen Sinne ist aber natürlich auch wirtschaftlicher Nutzen.

    Der gesunde Verstand ist die bestverteilte Sache der Welt, denn jedermann meint, damit so gut versehen zu sein, dass selbst diejenigen, die in allen übrigen Dingen sehr schwer zu befriedigen sind, doch gewöhnlich nicht mehr Verstand haben wollen, als sie wirklich haben. ~ René Descartes

  • Nutzen für die Allgemeinheit taucht als Kriterium im §35 BauGB gar nicht auf, ...

    "Nutzen für die Allgemeinheit" ist meine freie und grobe Zusammenfassung der im § 35 genannten wesentlichen Punkte, welche eine Privilegierung neben der "Land- und Forstwirtschaft" im weitesten Sinne auslösen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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