Fundamentzeichnung in den Bauvorlagen

  • Hallo,


    folgende Frage bitte:


    In den Bauvorlagen meines Nachbars (Bauträger) hat dieser unter seine grenzständige Wand, Fundamente gezeichnet die mittig unter dieser grenzständigen Wand sind. Daraus folgt, dass Teile dieses Fundaments sich auf meinem Grundstück befinden. Ich würde gerne die Baugenehmigung anfechten. Deshalb die Frage: Lt. Bauvorlagenverordnung müssen die Fundamente ja eingezeichnet werden. Aber müssen diese genau (in ihren Ausmaßen) gezeichnet werden, oder wird das eher so verstanden, dass eben nur die Stelle gekennzeichnet wird wo das spätere Fundament sich befinden wird. Danke für Antworten !!!

  • Die Baugenehmigung wird unbeschadet Rechte Dritter erteilt. Die Bauaufsicht kümmert sich vermutlich nicht einmal darum.


    Sprich Deinen Nachbar daraufhin an. Es ist ja noch nichts passiert.

    Schwieriger wird es, da nachträglich eine Lösung zu finden.


    Sollte er auf das Gespräch nicht eingehen, schriftlich darauf hinweisen.

    Sollte das Fundament dann trotzdem "falsch" eingeschalt werden, ist anwaltliche Hilfe notwendig.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Bin schon mit dem Bauträger vor Gericht. Es ist Innenstadtlage, eine Baulücke wird geschlossen. Mein Haus grenzt also an seinen späteren Neubau direkt an.

    Er kann die Fundamente daher gar nicht so bauen wie es in seinen Bauvorlagen steht. Mich würde interessieren ob das dann ein Fehler in den Plänen darstellt oder eben kein Fehler, weil nicht wichtig. danke

  • Also ich meinte damit, ob man Fundamente immer mittig unter die Mauer ZEICHNET aber später durchaus anders bauen kann, also Fundament bündig mit Mauer ? Danke !!!

  • ob man Fundamente immer mittig unter die Mauer ZEICHNET aber später durchaus anders bauen kann, also Fundament bündig mit Mauer ?

    Kann man. Die Ausmitte muss bei der Fundamentberechnung statisch berücksichtigt/nachgewiesen werden.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Bin schon mit dem Bauträger vor Gericht.

    Wie kommt das? Was habt Ihr mit dem Bauträger des Nachbarn zu tun?

    Er kann die Fundamente daher gar nicht so bauen wie es in seinen Bauvorlagen steht.

    Dann ist doch alles gut. Wrum dann noch die Frage?

    Ob die Pläne des Nachbarn in Ordnung sind oder nicht, kann Dir doch vollkommen Schnuppe sein.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Mich würde interessieren ob das dann ein Fehler in den Plänen darstellt oder eben kein Fehler, weil nicht wichtig. danke

    Vernünftige Bauvorlageberechtigte zeichnen so, wie technisch und rechtliche gebaut werden kann und soll, um von vornherein Irritationen und Diskussionen zu vermeiden. Entlang bestehender Wände ist es völlig normal und Alltag, Gründungen exzentrisch unter aufgehende Wände zu setzen.


    Privatrechtlich ist es komplett gleichgültig, wie es in der Bauvorlage gezeichnet wurde, denn auch wenn sie falsch zentriert gezeichnet wurden ergibt sich damit keine Berechtigung Dein Grundstück zu nutzen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Danke für eure Antworten. Bin vor dem Verwaltungsgericht und Klage gegen die Baugenehmigung. In den Bauvorlagen sind Fehler in den Maßen. Einmal soll der Neubau 12,20 hoch werden, auf einem anderen Schnitt ist er mit 12,60 eingetragen. Bei den Ansichten wurde auch getrickst. Mein Haus wurde höher gezeichnet der Neubau hat auf der Ansicht plötzlich nur noch eine Höhe von 11,80. Damit sieht der Neubau im Vergleich zu meinem Gebäude natürlich insgesamt kleiner aus. Durch die verschiedenen Höhen weiß ich letztendlich nicht inwieweit der Neubau tatsächlich verschattend wirkt. Jetzt kommt das noch mit den Fundamenten...meiner Meinung nach wieder ein Fehler in der Bauvorlage. Mittig können die Fundamente gar nicht ausgeführt werden.

    Ich weiß jetzt eben nicht ob man das jetzt als zusätzlichen Fehler in den Plänen sieht.

  • Durch die verschiedenen Höhen weiß ich letztendlich nicht inwieweit der Neubau tatsächlich verschattend wirkt.

    Die fehlerhaften Maße kann man auch nachträglich noch korrigieren, wobei ich mich im Zeitalter der 3D-Entwurfsplanung frage, woher Höhendifferenzen von 80 cm kommen können.


    Ein Anrecht auf keinen Schatten gibt es übrigens nicht. Die Frage ist die Zulässigkeit der Nachbarbebauung.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • In den Bauvorlagen sind Fehler in den Maßen. Einmal soll der Neubau 12,20 hoch werden, auf einem anderen Schnitt ist er mit 12,60 eingetragen. Bei den Ansichten wurde auch getrickst. Mein Haus wurde höher gezeichnet der Neubau hat auf der Ansicht plötzlich nur noch eine Höhe von 11,80. Damit sieht der Neubau im Vergleich zu meinem Gebäude natürlich insgesamt kleiner aus.

    Ja, es gibt Bauvorlagen, in denen

    • Nachbarhäuser wahrheitswidrig höher dargestellt als sind real vorhanden.
    • das beantragte Haus mit richtiger Höhe vermaßt, aber grafisch niedriger dargestellt ist, als vermaßt.

    Wie das juristisch korrekt bezeichnet wird, weiß ich nicht, aber für mich liegt ein Verdacht auf Betrug nahe. Denn:

    ... wobei ich mich im Zeitalter der 3D-Entwurfsplanung frage, woher Höhendifferenzen von 80 cm kommen können.

    es liegt nahe, dass kein Versehen vorliegt, sondern die Kubatur des beantragten Objekts kleiner erscheinen soll, als sie tatsächlich gebaut werden wird. Ich habe einen derartigen Fall einmal genau so in einer noch nicht voll realisierten Bauvorlage vorgefunden. Dort war es ein ganz schlecht gemachter Betrugsversuch mit gravierenden Folgen für Dritte.


    Durchkommen kann man damit auf Dauer meines Erachtens eh nicht, da ja am Ende eine amtliche Einmessung erfolgt und dann die Differenz auffliegt. Wie Behörden damit in der Praxis umgehen, kann vielleicht Rose24 aus der Praxis erläutern.


    In jedem Fall sind das erhebliche Punkte, grafisch teilweise auf dem Nachbargrundstück liegende Fundament aber nicht - siehe Erteilung von Baugenehmigungen "unbeschadet der Rechte Dritter".

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • es liegt nahe, dass kein Versehen vorliegt, sondern die Kubatur des beantragten Objekts kleiner erscheinen soll, als sie tatsächlich gebaut werden wird.

    Das wäre natürlich nicht hinzunehmen. Aber es gibt ja auch noch die Differenz in den Plänen von 12,20 zu 12,60 m. Und ob die vorhandenen angegebenen 11,80 m stimmen, wäre auch zu überprüfen.


    Evtl. sind aber 12,60 m Höhe trotz 11,80 m vorhanden beim Nachbargebäude hinzunehmen. Der Verweis auf Schatten erscheint mir nicht stichhaltig, da müssen schon bessere Argumente kommen.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • zur initialen frage

    In den Bauvorlagen meines Nachbars (Bauträger) hat dieser unter seine grenzständige Wand, Fundamente gezeichnet die mittig unter dieser grenzständigen Wand sind. Daraus folgt, dass Teile dieses Fundaments sich auf meinem Grundstück befinden.

    e. überbau musst du dir nicht gefallen lassen - aber nach meiner in diesem fall vogelwilden und frei von realitäsbezug vorgenommenen einschätzung wird das nicht mal ein problem darstellen: egal, ob mit oder ohne keller, der nachbar gründet auf einer bodenplatte, die an der grenze endet. wie sollte er auch die grenze überbauen? tiefer gründen, als dein haus gegründet ist? mutig ..


    12m +/- ist ja nicht gerade wenig und auch wenn "sparen, koste es, was es wolle" immer hochkonjunktur hat, würde ich doch, insbesondere bei einem eh prüfpflichtigen bauvorhaben, einen gewisse statische mindestkompetenz erhoffen.

  • Durchkommen kann man damit auf Dauer meines Erachtens nicht, da ja am Ende eine amtliche Einmessung erfolgt und dann die Differenz auffliegt. Wie Behörden damit in der Praxis umgehen, kann vielleicht Rose24 aus der Praxis erläutern.

    Jetzt habe ich den Thread auch überflogen und finde die Schilderungen der TE ziemlich verwirrend.

    Wenn ich es richtig verstanden habe, will der Bauträger mit dem Haus der TE zusammenbauen. Das Fundament ist so gezeichnet, als würde es unter das bestehende Haus der TE gebaut werden. Ist das Haus der TE unterkellert? Wie ist es mit dem geplanten Neubau des Nachbarn? Was war vorher auf dem Nachbargundstück, gab es da schon ein Haus oder ist das eine grüne Wiese?

    Das wäre natürlich nicht hinzunehmen. Aber es gibt ja auch noch die Differenz in den Plänen von 12,20 zu 12,60 m. Und ob die vorhandenen angegebenen 11,80 m stimmen, wäre auch zu überprüfen.

    Die abweichenden Höhenmaße könnten auch etwas mit dem Gelände zu tun haben. Ist denn das Gelände rund um das Haus topfeben?


    Fragen über Fragen...
    Da das Ganze aber ohnehin schon beim Verwaltungsgericht ist, brauchen wir uns hier vermutlich keine großen Gedanken mehr machen. Vor dem VG gilt der Untersuchungsgrundsatz, die Richter müssen die Rechtslage zweifelsfrei klären. Sollte der Verdacht bestehen, dass sie falsch liegen, gibt es eine zweite Instanz.


    Sollten die Bauvorlagen wirklich falsch sein, kann die Bauaufsichtsbehörde im Übrigen ein Bußgeldverfahren einleiten. Außerdem würde ich annehmen, dass sie die Rechtslage angesichts der Klage auch schon geprüft hat, denn sie muss ja gegenüber dem Gericht als Beklagter Stellung nehmen. Da hätten doch falsche Bauvorlagen auffallen müssen?

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

    Einmal editiert, zuletzt von Rose24 ()

  • damit wäre dann bei einem eventuellem Überbau auch jede Duldungspflicht des TE ausgeschlossen, da dann unbestreitbar Vorsatz oder grobe Fahrvlässigkeit vorliegt...

    deshalb ja schriftlich ;)

    Ist in diesem tread aber vollkomen überholt, da das Grundstück der Fragestellerin ja schon bebaut ist. Zudem geht es der Fragestellering es ja nicht um die Frage selbst, sondern um an den Haaren herbeigezogene Argumente um die drohende Niederlage vor dem Verwaltungsgericht hinaus zögern zu können.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Off-Topic:

    Sollten die Bauvorlagen wirklich falsch sein, kann die Bauaufsichtsbehörde im Übrigen ein Bußgeldverfahren einleiten.

    Stimmt. Darüber habe ich in dem mir bekannten Fall damals nicht weiter nachgedacht. Hätte das die Behörde nicht von selbst auf den Weg bringen müssen? Ist das also ein "Offizialdelikt"? Mir schien, bei der Behörde waren damals auf meine Nachfragen hin alle vor allem peinlich berührt und bemüht, schnell über anderes zu sprechen. Ein Verhalten, dass sich von allein erklärt.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Einmal soll der Neubau 12,20 hoch werden, auf einem anderen Schnitt ist er mit 12,60 eingetragen. Bei den Ansichten wurde auch getrickst. Mein Haus wurde höher gezeichnet der Neubau hat auf der Ansicht plötzlich nur noch eine Höhe von 11,80.

    Hier wäre zu fragen warum der BT das macht.


    Wäre ihm bei korrekter Darstellung die Genehmigung verwehrt worden?


    Dass die Pläne schlecht sind (unpräzise, widerspüchlich) und bei Dir evtl. zu einem nicht gewünschten Schattenwurf führen ist erst einmal -so denke ich- zweitrangig. Wenn es aber um das Schließen einer Baulücke geht, so kann es Auflagen/ Festsetzungen geben, die zB festlegen, dass man sich an den anschließenden Gebäuden zu orientieren hat was Bauhöhe und Dachform anbelangt. Wenn er dann Euer haus höher trickst, wird es spätestens beim Bau auffallen. Ob die Behörden dann aber den Rückbau verfügen würde ich auch bezweifeln. Dann gibt es eine Strafe (Ordnungswidrigkeit) und gut ist.


    Blöd natürlich (für den BT), wenn das im Vorfeld nun doch bemerkt wird....