Pfettenköpfe

  • Halli hallo,

    unser Haus geht mittlerweile ins 16-te Jahr, wir haben einen sehr grossen Dachüberstand von 1.20m und eine für mein Empfinden sehr schöne Dachkonstruktion. Aber wie es so schön ist...auch nach 15/16 Jahren kommen plötzlich grosse Zweifel auf, ob die Zimmerei seinerzeit einen grossen Konstruktionsfehler begannen hat... Ich suche hier einfach 'Rat, um vielleicht etwas Schlauer zu sein, wenn man die damalige Zimmerei hier vor Ort zur Besichtigung bestellt. Ich kenne mich null aus und unser damaliger Planer/Architekt ist leider nicht mehr auf diesem Planeten, ich kenne die Begriffe leider nicht so wirklich :-) und muss mich jetzt ganz Laienhaft ausdrücken..Die Dachkonstruktion wurde damals anders eingereicht und sah nicht so 100% aus (also der Unterschlag und eben die Pfetten/Balken Konstruktion) wie wir es angefragt hatten (Ich werde später noch ein 2 Fotos hinzufügen), auf meine Nachfrage damals hiess es, dass es wohl so besser wäre und man hat da ehrlich gesagt vertraut, sah ja auch nicht schlecht aus, im Nachhinein bin ich mir nicht sicher, ob hier einfach versucht worden ist zu sparen, da der Bauunternehmer sich sichtlich beim Angebot verkalkuliert hatte.. Unser Dach hat einen Winkel von 34 Grad und 1.20m Dachüberstand, nun liegen quasi die Dachbalken auf den jeweils vier Pfettenköpfen auf (4 im Norden und vier zur Südseite). Alle Balken wurden jeweils mit den Pfettenköpfen verschraubt (was wir so nicht eingereicht hatten), bei 2 Pfettenköpfen, die ca alle 1.12 m aus dem Mauerwerkbzw Putz ragen, wurden nach ca einem halben Jahr nochmal die Schrauben erneuert, weil diese gerostete haben, obwohl es Edelstahl war:eek:... und genau bei diesen beiden Pfeifenköpfen fing die Farbe an abzuplatzen und darunter ist nun dunkles fauliges Holz zu sehen =o... uns ist jetzt erst ein Licht aufgegangen, dass diese Schraubkonstruktion doch zulässt, dass von oben (Diese beiden Pfettenköpfe bekommen immer den vollen Westwind und Regen ab) Wasser eindringen kann über Jahre und das Wasser natürlich nach unten nicht abfliesst, sondern scheinbar das Holz so richtig schön langsam gammeln liess :(... Mich würde einfach interessieren, ob diese Art von Balkenkonstruktion überhaupt gängig ist mit der Verschraubung, denn bei unseren gesamten Nachbarn hat niemand Schrauben, die durch seine Pfettenköpfe gehen, somit kann ja auch nichts gammeln....ein Zimmermann, den wir schon gefragt haben, der das ganze aber nicht gesehen hat, meinte das ist Pfusch, wenn Pfettenköpfe so anfangen zu gammeln :nono:und da muss gefälligst auch die ausführende Zimmerei Kulanz gewähren, die das verbockt hat...Die wichtigste Frage ist aber, ist das, was die da konstruiert haben überhaupt erlaubt.... Vielen Dank für Eure Hilfe im Voraus :)

  • Ich füge heute Abend Bilder hinzu, wie es sein sollte und wir es bei uns ausgeführt wurde und ja, die Ausführungspläne müssen wir auch raussuchen :rb:...

  • Alle Balken wurden jeweils mit den Pfettenköpfen verschraubt (was wir so nicht eingereicht hatten)

    So etwas ist etwas, was im Bauantrag auch nicht dargestellt wird. Selbst in der Werk- u. Detailplanung würde ich jetzt die Befestigungsmittel (sofern nicht spezielle vom Statiker vorgegeben sind) nicht darstellen.


    Wasser eindringen kann über Jahre und das Wasser natürlich nach unten nicht abfliesst

    Von wo soll denn das Wasser kommen? Die Pfettenköpfe sind ja idR/ sollte man annehmen durch den Dachüberstand geschützt.


    Ein grundsätzliches Problem können auskragende Pfettenköpfe sein, wenn deren Stirnflächen nicht gegen eindringendes Wasser geschützt sind. Hier nämlich kann das Wasser längs zur Faser gut in die Tiefe eindringen (was beim lebenden Baum ja so auch sinnvoll, beim Bauholz eher nicht so günstig ist).


    Ein paar Bilder wären wirklich hilfreich....

    Einmal editiert, zuletzt von Thomas B ()

  • wenn deren Stirnflächen nicht gegen eindringendes Wasser geschützt sind

    die scheinen lackiert zu sein :

    genau bei diesen beiden Pfeifenköpfen fing die Farbe an abzuplatzen und darunter ist nun dunkles fauliges Holz zu sehen

    und wahrscheinlich von oben nicht vollständig..... so dass wasser einzieht und drinn bleibt .

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Als Zimmermann würde ich gerne Bilder sehen bevor ich das sagen kann dazu.....


    Als Zimmermann würde ich gerne Bilder sehen bevor ich das sagen kann dazu.....


    Der TE hatte Bilder versprochen - bevor es die nicht gibt, ist ALLES Spekulatius


    Der TE hatte Bilder versprochen - bevor es die nicht gibt, ist ALLES Spekulatius

    Ich habe Bilder zugefügt per Handy, könnt ihr die sehen:)?

  • Die recht aufwendige Befestigungsmittel (Pfetten - Sparren) erscheinen mir angesichts des großen Dachüberstandes durchaus nachvollziehbar. Hierbei geht es wohl vornehmlich nicht darum die beiden Bauteile "nur" miteinander zu verbinden, sondern wohl auch das Abheben des Daches bei entsprechendem Wind entgegenzuwirken.


    Auf dem 2. Bild mag man etwas Dunkles erahnen. Ob hier aber das Holz an sich geschädigt ist, kann ich anhand dieser Bilder nicht beurteilen, kann es mir aber nicht recht vorstellen. Die alte Farbe abschleifen und mal was Neues drauf wäre aber sich nicht verkehrt.

  • da muss gefälligst auch die ausführende Zimmerei Kulanz gewähren, die das verbockt hat...

    Nach 16 Jahren? Die Gewährleistung ist seit 11 Jahren vorbei.

    Sehe ich nicht auf den Bildern (und ja, Brille hab ich auf und geputzt)

    Ich auch nicht.

    Die recht aufwendige Befestigungsmittel (Pfetten - Sparren) erscheinen mir angesichts des großen Dachüberstandes durchaus nachvollziehbar.

    Die Befestigungsmittel sind rel. unabhängig vom Dachüberstand. Das bisschen Unterwind macht den Kohl nicht fett. Ansonsten müssten alle Dachüberstände besonders verankert werden.


    Ich finde die Konstruktion außergewöhnlich und kenne so etwas nicht. Das mag aber in Niedersachsen mit Windzone 3 oder 4 anders sein.

    Ob hier aber das Holz an sich geschädigt ist, kann ich anhand dieser Bilder nicht beurteilen,

    Ich auch nicht. Die Abplatzungen können auch an fehlerhaftem Anstrich oder ungenügender Pflege liegen.


    Die Pfette Bild 2 sollte von einem Holzschutzfachmann überprüft werden. Evtl. gammelt hier doch etwas, aber wie geschrieben, aus dem Bild ist das nicht zu erkennen.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Jo...die Konstruktion ( Befestigung) ist ungewöhllich

    Problem dabei ist, dass es der Feuchtigkeit ( Regen) ausgesetzt ist und das gibts wohl Spalten und Löcher welche nicht richtig trocknen können

    Dazu kommt eventuell der falsche Anstrich ....irgendeine deckende Farbe


    Ja..nicht schön...aber sicherlich zu lange her um dem Handwerker das als Fehler in die Schuhe zu schieben.

    Da hilft nur ..Gerüst aufstellen und sanieren bevor es noch schlimmer wird

  • ich hab den langen einleitungstext nach dem alter durchsucht und bin in meiner einschätzung bestätigt: die holz-/farbrisse sind normal, die stirnseiten hätte ich gedeckelt (blech, holz, faserzement oä) - aber die sehen noch verhältnismässig gut aus. farbe drauf, deckel drauf - gut.

  • Die recht aufwendige Befestigungsmittel (Pfetten - Sparren) erscheinen mir angesichts des großen Dachüberstandes durchaus nachvollziehbar. Hierbei geht es wohl vornehmlich nicht darum die beiden Bauteile "nur" miteinander zu verbinden, sondern wohl auch das Abheben des Daches bei entsprechendem Wind entgegenzuwirken.


    Auf dem 2. Bild mag man etwas Dunkles erahnen. Ob hier aber das Holz an sich geschädigt ist, kann ich anhand dieser Bilder nicht beurteilen, kann es mir aber nicht recht vorstellen. Die alte Farbe abschleifen und mal was Neues drauf wäre aber sich nicht verkehrt.

  • Die Aufnahme ist nicht so gut, aber das Holz ist dunkelbraun und feucht/faulig an der Fette, wo die Farbe unten abplatzt. Ja, man wird nach all dieser Zeit wohl nichts mehr machen können, ausser selbst schauen, wie wir die noch retten können (Aber, wenn der Faul Pilz wandert, dann gehts halt in den Betondrempel und da müsste dann alles aufgemacht werden. Alt bauen wir lieber noch mal neu :thumbsup:,nein Spass, aber es ist oben ein Loch durch die Befestigung im Holz und dadurch ist Regen immer wieder eingedrungen... Alt ist noch etwas zu retten. Trotzdem vielen Dank.

  • Ne, das Holz ist feucht und faul, daher hält die Farbe dort scheinbar nicht mehr..bei allen anderen Fetten platzt nichts ab. Die Fetten sind immer mit Erde und Dreck übersät, weil wir hier vor einem Acker wohnen und hier herrscht extrem Sturm mit Regen, mittlerweile Dauerzustand geworden . 3 Jahre reichte immer 1 x im Jahr abwischen und dann wurde esim 4 Jahre geschliffen und gestrichen. Letztes Jahr wurde nichts gemacht und dieses Jahr auch nicht.

  • ...wurde das richtig untersucht oder gemessen? Oder schließt Du das nur aus der Farbe des Holzes?

    wir gucken uns das am WE noch einmal genau an, sieht aber extrem nass und faul aus, wir hatten das bereits mit einem Balken am Carport, dort hat sich auch ein Pilz ausgebreitet (Obwohl gestrichen, der Balken kein Kontakt zum Boden hatte) so dass man einen Schraubenzieher so reinstecken konnte (hier hatte sich auch die Farbe gelöst und das holz sah dunkelbraun aus), das ganze nach 5 Jahren.. Wir haben einen Förster in der Familie, der damals sagte, dass das Holz dann schon von vornherein geschädigt war (Pilz inkl. bzw keine richtiger Holzschutz), aber bezahlt haben wir den Austausch auch alleine (war recht aufwendig), man sagte uns damals, das kann mal vorkommen, ist im Nachhinein auch totaler Quatsch, das hätte die Zimmerei übernehmen müssen. Wäre natürlich mega, wenn man hier nicht den Pfettenkopf austauschen muss (was auch wieder extrem aufwendig wäre).Und mit der Farbe ist das so eine Sache, wir haben den Unterschlag mit einer sehr hochwertigen deckenden Farbe gestrichen (hier reicht es seitlich am Unterschlag aus, diese einfach abzuwischen mit einem feuchten Lappen) , man denkt, dass es gut ist, die Pfetten zu streichen, vielleicht entsteht aber gerade dadurch so etwas? Es gibt diese Dachkonstruktion schon einmal, dort ist auch alles gestrichen und die Schraubkonstruktion gibt es dort nicht , die Balken liegen nur auf, das Haus ist 20 Jahre und die haben rein gar nichts mit auch nur einer Pfette, daher bin ich verunsichert gewesen, ob nicht doch diese komische Schraubkonstruktion damit zu tun haben könnte.

  • wir gucken uns das am WE noch einmal genau an, sieht aber extrem nass und faul aus

    ...macht das - dann sehen wir weiter.

    Es ist aber nicht unbedingt immer förderlich, solche Balken zu lackieren, weil Wasser durch Risse im Lack eindringen kann und dann unter dem Lack zu Fäulnis führt. Vielleicht ist das hier der Fall. Wenn das Wasser durch die Löcher der Befestigung eindringt, ist das m.E. eine Fehlkonstruktion.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • so am rand:

    förster = fachmann für holz im wald

    holzschützer = fachmann für verbautes holz

    es kommt also drauf an, wen man fragt

    konstruktiver holzschutz mag hier schwierig sein, wie und wo wasser eindringt, könnte und sollte man untersuchen, um fortschreiten der schädigung zu unterbinden - und dazu der jahrhunderttip: man muss nicht immer alles wegschneiden, ein fachmann kann vielleicht noch was retten. für mich sehen die pfettenköpfe jedenfalls noch nicht unterdimenioniert aus, aber das soll sich halt jemand angucken, der die nötige messtechnik hat.