Strassenlärm in Attikawohnung / Penthouse

  • Hallo zäme,

    wir lachen uns eine sehr grosszügige Attikawohnung/Penthouse im 3. Stock eines MFH an, die wir dank des frühen Projektstatus fast vollständig selbst ausgestalten können. Wir haben aber ein Problem, wo wir hoffentlich auf eure geballte Erfahrung zählen können: Das Gebäude liegt direkt an einer gut befahrenen Dorfstrasse. Der Architekt schätzt das nicht als Problem ein, und zwar aus folgenden Gründen:

    • Im Rahmen der Sanierung des nahen Dorfplatzes wird die Strasse mit einem Flüsterbelag versehen. Diese sollte einen Grossteil der Abrollgeräusche schlucken.
    • Die Strasse wird von einer Kantons- zu einer Gemeindestrasse herabgestuft und in eine Tempo-30-Zone umgewandelt.
    • Er argumentiert weiter mit dem Schallkegel. Da das Haus so nah an der Strasse steht, geht der Schall der Autos direkt in den Himmel. Wir hören praktisch nur etwas, wenn wir uns über die Brüstung lehnen.

    In der Theorie sind das alles gute Argumente. Aber hat jemand von euch konkrete Erfahrung mit einer solchen Situation? Wir machen uns Sorgen, dass wir auf dieser grosszügigen Terrasse dinieren oder liegen und ständig von Strassengeräuschen umgeben sind. Klar wird man ein Motorrad zu hören bekommen, aber wie sieht es mit dem regulären Strassenverkehr aus?

    Besten Dank für eure Hilfe! Gruss, Stefan

  • Der Architekt schätzt das nicht als Problem ein, und zwar aus folgenden Gründen:

    • argumentiert ... mit dem Schallkegel. Da das Haus so nah an der Strasse steht, geht der Schall der Autos direkt in den Himmel. Wir hören praktisch nur etwas, wenn wir uns über die Brüstung lehnen.

    Das ist Unsinn. Der Schall trofft natürlich auch direkt auf.

    Wir machen uns Sorgen, dass wir auf dieser grosszügigen Terrasse dinieren oder liegen und ständig von Strassengeräuschen umgeben sind. Klar wird man ein Motorrad zu hören bekommen, aber wie sieht es mit dem regulären Strassenverkehr aus?

    Das können akustisch tätige Bauphysiker relativ genau ausrechnen. Der Architekt muss das selbst nicht können, aber wissen, wen er fragen kann und den dann auch tatsächlich (gegen Bezahlung) arbeiten lassen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Das können akustisch tätige Bauphysiker relativ genau ausrechnen. Der Architekt muss das selbst nicht können, aber wissen, wen er fragen kann und den dann auch tatsächlich (gegen Bezahlung) arbeiten lassen.

    Nur klarstellend: Die Bazahlung kommt dann vom Bauherren ;)

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Er argumentiert weiter mit dem Schallkegel. Da das Haus so nah an der Strasse steht, geht der Schall der Autos direkt in den Himmel. Wir hören praktisch nur etwas, wenn wir uns über die Brüstung lehnen.

    Da hat er sogar ein klein wenig Recht. Wenn Ihr im 3. Stock seid, und sich die Schallwellen nach oben ausbreiten, wirkt das Haus selbst ähnlich wie eine Schallschutzwand zwischen Euch und der Schallquelle. Der Effekt ist aber gering und ich würde den Straßenbelag und die Geschwindigkeitsbegrenzung als effektiver einschätzen. Das ist ähnlich wie bei Schallwellen die direkt (senkrecht) oder schräg auf Flächen auftreffen.

    Um das zu beurteilen muss man schon sehr in die Details gehen (Abstände, Bebauung auf der anderen Straßenseite - Stichwort reflektierte Wellen - Materialien usw.)


    Wenn Euch Schallschutz wichtig ist, dann würde ich das auch thematisieren. So könnte man überlegen, Fensterflächen entsprechend auszuführen, und auch der Aufbau der Außenwände hat einen Einfluss. Schwierig wird es dann beim Thema Balkon oder Dachterrasse oder wie auch immer das Haus gestaltet wird.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Ich kenne den Begriff Attikawohnung gar nicht und Pentouse nur aus Verkaufsprospekten und amerikanischen Filmen.

    Wenn es sich hingegen um ein Staffelgeschoss handelt, bei dem die Außenwände um das Maß X ggü. dem Haus zurückgesetzt sind, könnte sich die abschirmende Wirkung der darunterliegenden Etagen schon bemerkbar machen.

    Ob das allerdings schon bei nur zwei Etagen wirkt, darf bezweifelt werden.

    Bei mir sind es fünf Etagen unter meiner und das Staffelgeschoss ist 1,50 m zurückgesetzt. Ich kann deshalb nur den Gehweg der am Haus vorbeiführenden Kopfsteinpflasterstraße sehen und höre das Rumpeln der vorbeifahrenden Fahrzeuge nur schwach.

    Der TE möge mal einen Schnitt zur Hand nehmen und vom Fenster bzw. Freisitz nach unten auf die Straße peilen, dann hat er einen groben Anhaltspunkt, über die Plausibilität der Aussage des Architekten.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Die "Attikawohnung" ist ein in der Schweiz geläufiger Begriff für die oberste Wohnung eines Mehrfamilienhauses. Aufgrund der Ausnützungsziffer (vermutlich wieder eine schweizerische Eigenheit...) erstreckt sich diese Wohnung meist über die gesamte Grundfläche des Hauses und hat einen sehr grosszügigen Balkon. Die Wohnung, die wir anschauen, hatte eine Bruttowohnfläche von 200 m2 und einen Balkon von nochmals der gleichen Grösse. Wir müssen unseren Gartentisch also nicht gleich an die Brüstung stellen.

  • Mit "Balkon" ist aber hier kein auskragendes Bauteil gemeint, sondern eher eine Dachterasse, oder?

    Wobei sich bei deine Beschreibung

    erstreckt sich diese Wohnung meist über die gesamte Grundfläche des Hauses und hat einen sehr grosszügigen Balkon

    irgendwie widersprüchlich anhört.