Schallschutz am Fenster verbessern - wie Schwachstelle identifzieren?

  • Hi,


    wir haben in unserem Neubau Problem mit Außenlärm v.a. im Bereich von ca. 100-200 Hz (Wärmepumpe), Gesamtaußenpegel über alle Frequenzen ca. 42 dB(A). Die störenden Geräusche kommen fast ungefiltert durch die geschlossenen Fenster (3-fach verglast (SSK 3, 38dB), 3 Dichtungsebenen).


    Testweise habe ich eine OSB Platte ohne weitere Dämmung vor eine Fensternische eines Raumes gestellt, das hat bereits geholfen und die Geräusche waren nicht mehr zu hören. Mein Problem ist nun wie ich die genaue Schwachstelle identifzieren kann. Wir haben bereits einige Fensterbauer angefragt, leider kann uns keiner wirklich mit fundierter Beratung zur Seite stehen. Die Aussagen gehen von "da kann man nichts machen" bis "da müssen wir ein komplett neues Fenster einbauen".


    Die Frage ist nun, wie kann ich systematisch feststellen, an welcher Stelle das Problem liegt und wie nachgebessert werden kann? In Frage kommt vermutlich:

    - Fensterscheibe ist im relevanten Frequenzbereich nicht hinreichend schalldämmend.

    - Anschlüsse des Fensters am Mauerwerk sind nicht sauber ausgeführt.

    - Fenster schließt nicht richtig (Nachgestellt wurde das Fenster schon, würde ich also eher ausschließen).

    - Die Geräusche lassen sich durch ein noch so gutes Fenster nicht vom Innenraum fernhalten.

    - Der Aufsatzrolladenkasten (Roma Puro2) lässt den Schall durch


    Kann die Lücke zwischen Scheibe und Fensterrahmen hinter der Glasleiste eine Schwachstelle sein? Wird diese normalerweise auch gefüllt bei höheren Schallschutzanforderungen?


    Viele Grüße

    Thomas

  • Wie ist denn GENAU die Fuge zwischen Fenster und Wand ausgebildet? Schaum, Kompriband, Folie, usw. ??? Verleistung??? Holzfenster oder Plastefenster?

    Das kann ich leider nicht sagen ohne die Fensterlaibung zu öffnen. Es handelt sich um Kunststofffenster. Außen ist ein Kompriband verwendet worden und innen wurde ein Dichtungsband/Folie verwendet. Ich gehe davon aus, dass die Fenster rundum eingeschäumt wurden. Im Bereich der Aufsatzrolladen wurde aber definitiv kein Schaum verwendet, da gibt es wiederum beidseitig Kompriband + Hohlraum.


    Wie wahrscheinlich ist es, dass das Problem in den Anschlussfugen zu suchen ist?

  • Ok, also Haus abreißen und beim Wiederaufbau auf Aufsatzrolladen verzichten. Und ich dachte der komplette Austausch der Fenster, den ein Fensterbauer vorgeschlagen hat ist nicht mehr zu toppen :eek:

  • Vor einen Komplettaustausch - wenn er denn ernst gemeint sein sollte - würde ich eine Messung durch einen zertifiziertem Bauakustiker machen lassen. So lässt sich mit einer Genauigkeit von wenigen Zentimetern das akustische Loch bzw. die akustischen Löcher finden. Dafür fallen vermutlich Kosten in vierstelliger Euro-Höhe an.


    Wurden der Einbau der Fenster und die Lieferung im selben Auftrag an ein Unternehmen beauftragt?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Vor einen Komplettaustausch - wenn er denn ernst gemeint sein sollte - würde ich eine Messung durch einen zertifiziertem Bauakustiker machen lassen. So lässt sich mit einer Genauigkeit von wenigen Zentimetern das akustische Loch bzw. die akustischen Löcher finden. Dafür fallen vermutlich Kosten in vierstelliger Euro-Höhe an.


    Wurden der Einbau der Fenster und die Lieferung im selben Auftrag an ein Unternehmen beauftragt?

    Die Fenster wurde durch einen Subunternehmer unseres GU geliefert und verbaut.


    Einen komplettaustausch möchte ich persönlich ungern machen sondern lieber nachbessern. An der Rolladenkastensituation lässt sich nichts ändern und die Fenster an sich sind ja quasi neu. Um an der Anschlussfuge z. B. etwas zu ändern muss man ja eher nicht das komplette Fenster tauschen..

  • Die Fenster wurde durch einen Subunternehmer unseres GU geliefert und verbaut.

    Dann den vorhandenen Schallschutz qualifiziert messen lassen und danach ggf. Mangelanzeige an den GU.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wäre es meine, wäre die schon weg. Leider nicht so einfach.

    Wenn es eine nachbarliche ist, wäre mein erster Gedanke, die Schallemmision messen zu lassen. Und dann ggf. den Nachbarn zur Änderung auffordern

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Wenn es eine nachbarliche ist, wäre mein erster Gedanke, die Schallemmision messen zu lassen. Und dann ggf. den Nachbarn zur Änderung auffordern

    Das kann der Messtrupp des Bauakustikers gleich mit erledigen:


    1. Immissionsmessung

    2. Schallschutzmessung

    3. Schwachstellenortung

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Haben wir schon + geklagt. Da Kerngebiet darf sie 45 db(A) nachts haben, mit den 42 db(A) liegt sie darunter. Deswegen können wir jetzt nur noch was an Haus ändern.

  • Welche Schalldämmhecke wäre denn im 1. OG zu empfehlen?

    Die gleiche, die im EG funktionieren würde oder halt auch nicht.

    Sie solte halt in der Nähe der WP stehen.


    ... und wenn jetzt kommt, dass die WP 5 m von der Grenze weg ist, ....

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Welche Schalldämmhecke wäre denn im 1. OG zu empfehlen?

    Von Hecken als Schallschutzmaßnahme halte ich nicht allzuviel. Da spielt wohl sehr die Psyche, dass man den Krachmacher nicht mehr sieht, rein. Das dürfte aber nachts im Schlafzimmer nicht wirken.

    Sehr viel halte ich aber von baulichen Schallschutzwänden.

    Kannst Du vielleicht mal einen Planausschnitt mit Eurem Haus, der Grenze und der Schallquelle einstellen? Kann auch eine Bleistiftskizze sein.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

    Einmal editiert, zuletzt von ThomasMD () aus folgendem Grund: Komma vergessen

  • Zum Selbsttest vor dem Akustiker kannst du folgendes Versuchen:


    Lautsprecher mit weißem Rauschen vor das Fenster und zwar so, dass alle Bereich des Fensters mit ungefähr gleich viel Schall beaufschlagt werden (bedeutet genügend Abstand Lautsprecher zu Fenster).


    Von Innen mit einem Stethoskop die Fugen und Anschlüsse des Fenster abhorchen. Dazu entfernst du die Membran, die ein Arzt für gewöhnlich auf deinen Körper drückt. Du hast dann nur das offene Schlauchende mit welchem du am Fenster (Dichtungen, Anschlüsse, etc.) entlangfährst.


    Wenn du eine Undichtigkeit im Fenster hast, wird sich das Rauschen heller anhören. Das liegt daran, dass im Bereich der Undichtigkeit auch die hohen Frequenzen passieren können, welche normalerweise am besten durch Bauteile aufgehalten werden.


    Solltest du keine Undichtigkeiten finden, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Schwachstelle entweder in der Verglasungsart (z.B. Resonanz im kritischen Bereich der Schallquelle) oder eines Anschlussdetails. Die Anschlüsse sollten aber bei richtiger Ausführung die Schalldämmmaße in dem Bereich packen, daher würde ich eher das Glas prüfen lassen.


    Vielleicht gibt es vom Hersteller auch ein Prüfzeugnis zu eurer Verglasung. Aus diesem könntest du die Schwachstellen in der Schalldämmung ablesen. Es kann gut sein, dass dies im Bereich 100 - 200 Herz liegt.


    Liegt das Fenster in der Dämmebene kann auch das aus Sicht des Schallschutzes kritisch sein!

  • Wie viele Nicht-Akustiker wissen, was das ist? Und wie viele haben eine CD (oder oldscool eine Kassete) damit für die heimische HiFi Anlage?

    du meinst CD ist also "normal" und Kassette "oldschool"? :lach:

    Ich hätte jetzt gesagt:

    entweder man lädt sich die passende mp3 oldschool aus dem großen Internetz, oder man sucht gleich eine passende Äpp...


    Und für nicht vorhandenes Wissen, was Weisses Rauschen ist gibts, Überraschung, auch Suchmaschinen in diesem Neuland...

  • Wie viele Nicht-Akustiker wissen, was das ist?


    Alle, die noch den nächtlichen Sendeschluss beim Fernsehen erlebt haben und nach dem Testbild davon aufgewacht sind. 😉




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Wie viele Nicht-Akustiker ... haben eine CD (oder oldscool eine Kassete) damit für die heimische HiFi Anlage?

    Ach, die können wir ihnen ja sonst schnell faxen!

    Alle, die noch den nächtlichen Sendeschluss beim Fernsehen erlebt haben und nach dem Testbild davon aufgewacht sind. 😉

    :thumbsup:


    Man könnte auch schreiben: Die "Generation Facebook"!:lach:

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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