Abstand zum Nachbar/Wintergarten

  • Hallo! Wir wollen einen Wintergarten bauen. Problem ist, wir würden den Abstand zur Grundstücksgrenze von 3m unterschreiten. Der Abstand zur Grundstpcksgrenze wäre nur noch 1,33m. Zaun-Hecke-Wintergarten. Man könnte nicht mal in den Wintergarten reinschauen, da eine 2m hohe Hecke am Zaun ist. Hecke ist auf unserem Grundstück. Das Nachbarhaus wäre 6,5m entfernt, der Brandschutz wäre also eingehalten.

    Wir haben unsere Nachbarin (alte Dame, voll Geschäftsfähig) unser Bauvorgaben erklärt und sie um Ihre Erlaubnis gebeten-diese hat sie mir auch schriftlich gegeben. Ich hatte die wichtigen Punkte zusammengefasst und sie unterschrieb es Ende März 21. Ihr Sohn rief mich dann auch nochmal an, ich erklärte es ihm und er gab auch die Zustimmung (leider nur mündlich). Wir hatten ein gutes Nachbarschaftsverhältnis. Aufgrund dieser Zusage haben wir den Vertrag mit der Wintergartenfirma gemacht und einen Bauantrag/Statik (kostenpflichtig) etc erstellen lassen. Sonst hätten wir den Auftrag ja garnicht erteilt. Jetzt kam diese Woche unser Antrag und ich fragte, wann es zur Unterschrift des Bauantrags passen würde. Mich kontaktiert dann ihr Sohn, dass wir uns Treffen können, ABER er es nicht gut fand, dass ich seine Mutter zur Unterschrift genötigt hätte. 😲 Ich dachte ich höre nicht richtig...

    Gestern stand er dann vor unserer Tür und sagte, dass der Bauantrag nicht unterschrieben wird, da seine Mutter nun ins Heim kommt und sie das Haus verkaufen wollen und das unser Wintergarten den Verkauf (wegen der "Grenzbebauung")

    erschweren würde. Seine Mutter wäre auch gegen die Unterschrift. Und weg war er... die Nachbarin ist nun im Heim.


    Kann ich ihm die Kosten für den Bauantrag in Rechnung stellen? Schließlich müssen wir nun neu planen und nochmal Bauantrag/Statik erstellen lassen?

    Wirkt sich eine "Grenzbebauung" mit nur 1,33m wirklich negativ auf den Verkauf aus?

  • Kann ich ihm die Kosten für den Bauantrag in Rechnung stellen?

    Nein.

    Wirkt sich eine "Grenzbebauung" mit nur 1,33m wirklich negativ auf den Verkauf aus?

    Ja.


    Ihr wusstet anscheinend, das das so nicht genehmigungsfähig ist. Jetzt einem "anderen" die "Schuld" zuschieben .... naja.


    P.S.: Auch wenn ihr es nicht gewusst habt, entbindet dies Euch nicht von Eurer Verantwortung. Hinsichtlich der Geschäftsfähigkeit der Nachbarin habe ich auch deutliche Bedenken.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Natürlich wussten wir, dass wir die Genehmigung der Nachbarin brauchen (Unterschrift Bauantrag), wenn wir den Wintergarten bauen möchten, deshalb haben wir ja auch VORAB das Gespräch gesucht.

  • Ihr brauchtet nicht nur de Zustimmung, sondern auch eine Baulast.

    Eure Chance auf eine "erfolgreiche" Klage schätze ich gegen Null tendierend ein.

    Ich bin aber kein Jurist - also ab zum Anwalt oder in ein anderes Forum.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Ich sollte vielleicht hinzufügen-es ist ein Kalt-Wintergarten.

  • Wer hat denn den Plan "gebastelt". Vermutlich kein Vermesser, was vermutlich (bin zu faul zum nachlesen) auch in Hessen erforderlich wäre.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Wer hat denn den Plan "gebastelt". Vermutlich kein Vermesser, was vermutlich (bin zu faul zum nachlesen) auch in Hessen erforderlich wäre.

    Der Plan ist vom Katasteramt und der mit dem eingezeichneten Abstandsflächen ist vom Baustatiker/Ingenieure, die den Bauantrag erstellt haben...

  • Wir haben unsere Nachbarin (alte Dame, voll Geschäftsfähig) unser Bauvorgaben erklärt und sie um Ihre Erlaubnis gebeten-diese hat sie mir auch schriftlich gegeben.

    Juristisch ist dieses Schriftstück IMHO wertlos, da es nicht einmal eine eindeutige Erklärung der Nachbarin beinhaltet. Auch die Größe und die Lage des geplanten Gebäudes ist nicht definiert und ergibt sich nur aus der Ortskenntnis des Bestandes zu einem unbestimmten Zeitpunkt. Wenn es ein ausführliches Gespräch mit Hinweisen auf mögliche Auswirkungen, wie eventuell notwendige Baulasten, gegeben hat, ist der Rückzieher menschlich zwar enttäuschend, wegen der mangelhaften Dokumentation und ungeschickten Formulierung aber hinzunehmen.


    Wirkt sich eine "Grenzbebauung" mit nur 1,33m wirklich negativ auf den Verkauf aus?

    Theoretisch schon, bei derzeitiger Marktlage in Eurer Region praktisch nicht.

    der mit dem eingezeichneten Abstandsflächen ist vom Baustatiker/Ingenieure, die den Bauantrag erstellt haben...

    Vermutlich überregional tätig und nicht in Hessen ansässig. Ungünstige Konstellation für ein baurechtlich nicht einfaches Vorhaben. Die Bezeichnung Wintergarten ist schonmal ungeschickt. Der löst auf jeden Fall Abstandsflächen aus, die dann durch Baulast zu sichern sind. Für die Genehmigungsfreiheit ist das Gebäude zu groß, IMHO auch für eine in § 6, Abs. 10, Nr. 3 notwendige Unterordnung.

    Vielleicht besteht eine kleine Chance bei etwas Bescheidenheit (Reduzierung der Grundfläche) und Deklaration als Abstellraum zur Überwinterung von Kübelpflanzen in Verbindung mit der Nachbarunterschrift ohne Baulast auszukommen. Die Voraussetzungen sind aber eher schlecht.

  • Danke, ich werde das Bauantrag Büro nochmal fragen, ob man die Bezeichnung ändern könnte.

  • Danke, ich werde das Bauantrag Büro nochmal fragen, ob man die Bezeichnung ändern könnte.

    Was nützt es, wenn die Bezeichnung im Bauantrag geänder wird, und das Ding trotzdem als Wintergarten genutzt wird?

    Das wäre ja so, als würde man seinen geplanten Werkstattbau als im Bauantrag als priviligierte Grenzgarage bezeichnen.

    So verärgert man dann nicht nur den Nachbarn, sondern auch das Bauamt.


    Gruß

  • Wenn ich ehrlich bin, kann ich nicht verstehen, wieso man seinen Wintergarten überhaupt in den Grenzabstand plant? Ihr kennt die Vorschriften und im Garten ist ausreichend Platz. Ich kenne den genauen Grund ja nicht, aber vom Nachbarn zu erwarten, dass er eine Baulast hinnähme, damit man seinen eigenen Garten schön frei hält, fände ich ziemllich unverschämt. Von mir hätte ihr sofort ein "Kommt gar nicht in Frage" als Antwort erhalten.

    VG! Katja

  • Wenn ich ehrlich bin, kann ich nicht verstehen, wieso man seinen Wintergarten überhaupt in den Grenzabstand plant? Ihr kennt die Vorschriften und im Garten ist ausreichend Platz. Ich kenne den genauen Grund ja nicht, aber vom Nachbarn zu erwarten, dass er eine Baulast hinnähme, damit man seinen eigenen Garten schön frei hält, fände ich ziemllich unverschämt. Von mir hätte ihr sofort ein "Kommt gar nicht in Frage" als Antwort erhalten.

    ...zumal auf der anderen Grenze schon eine stattliche Garage (oder ähnliches) steht. Irgendwo sind halt dann auch beim Baurecht die Grenzen erreicht.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Irgendwo sind halt dann auch beim Baurecht die Grenzen erreicht.

    Ja klar, nur die will man ja anscheinend austesten.

    ... und dafür sollen dann die Nachbarn bezahlen ;)


    P.S.: Bei der Gelegenheit. Woher kommt die Abstandsflächentiefe von 2 m?

    Was ist mit der anscheinend vorhandenen Überlappung der Abstandsflächen?


    Im übrigen ist der Tipp von @Escroda mindestens "hellgrau".

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18