Abgrenzungsmauer abdichten

  • Hallo



    Unser Garten liegt auf einer Seite des Grundstücks ca 1,20 m höher als das Umgebungsgelände. Zur Abgrenzung dient eine Betonmauer. An der Ecke dringt wohl vom Garten her Feuchtigkeit ein und der Frost treibt eine Mauer immer weiter nach außen. In der Vergangenheit habe ich mehrmals von oben abgedichtet im Glauben Schnee und Regen würde darüber eindringen. Hat gar nichts gebracht. Jetzt habe ich den mittlerweile entstandenen Schlitz mal freigelegt, gereinigt und trocknen lassen.


    Nach Gespräch mit dem ausführenden Bauunternehmen und einem Dichtungsexperten sind wir überein gekommen den Schlitz aufzufüllen und innen auf ganzer Höhe mit Bitumenbahn abzudichten. Mehrere Meinungen gab es zur Frage, ob es helfen kann das weiteres Abdriften durch Anbringen eine Gewindestange zu reduzieren oder zu unterbinden. War gestern beim Metallbauer und lasse mir einen soliden Stahlwinkel fertigen. Sollte es nicht helfen, schaden kann es wohl auch nicht.


    Mein nächstes Problem ist eine Konstruktion zu bauen, auf der ich einen Kubikmeter Boden im angebauten Gemüsegarten zwischenlagern kann damit man an den Schlitz auf ganzer Höhe rankommt zum Arbeiten. Während ich mir das so überlege, kommt mir der Gedanke, warum mache ich das überhaupt zu? Wenn ich es schaffe innen und außen und oben eine Bitumenbahn anzubringen ist da nur Luft drin und dann kann nix aufgefrieren. Während eine Füllung sich irgendwann vom Beton lösen kann und wieder Platz für Feuchtigkeit schafft die gefrieren kann.

    Was mich auch beschäftigt, kann man evtl. von außen (der Schlitz der Dehnungsfuge auf der anderen Seite ist ca 7-8 mm breit) das Dichtmaterial einbringen. Das würde mir das komplette Aufgraben ersparen.


    Mich würden andere Gedanken zum weiteren Vorgehen dazu interessieren und bedanke mich schon mal vorab.

    Viele Grüße

    Hubert D.

  • Woher stammt den die Vermutung, das die Ursache Frost ist?

    Da es wohl um eine Stützmauer handelt, könnte man sich doch auch fragen ob die Staik hier ein Problem ist. Das das Erdreich einen teil der Wand rausdrückt.

    Oder hast du schon gesehen das der ganze schlitz voller Wasser bzw Eis war?

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Bei einem Höhenversatz von 1,2 m liegt 365 Tage im Jahr ein erheblicher Erddruck an. Ist die Fundamentierung hier als Einspannung gerechnet und entsprechend tief gebaut und bewehrt? Weshalb wurde die Bewehrung nicht um die Ecke geführt? Für mich ist die Ursache "Frost" unwahrscheinlicher als andere und überhaupt nicht klar, dass hier ein Schritt in die richtige Richtung gegangen wird. Hat sich ein Statiker oder eine Statikerin Deine Wände angeschaut?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Woher stammt den die Vermutung, das die Ursache Frost ist?

    Da es wohl um eine Stützmauer handelt, könnte man sich doch auch fragen ob die Staik hier ein Problem ist. Das das Erdreich einen teil der Wand rausdrückt.

    Oder hast du schon gesehen das der ganze schlitz voller Wasser bzw Eis war?

    Vielen Dank für die Nachricht. Zu den Fragen:


    Es ist meine Vermutung, dass es der Frost ist. Die Experten haben dem bislang nicht widersprochen.

    In dem Bild zeigt der Pfeil auf den Mauerteil, wo die Bewegung stattgefunden hat. Wäre der Erddruck beteiligt, hätte auch der andere Mauerteil (hier im Bild oben, nach links gehend) nachgeben müssen. Hat er aber nicht. Nach außen bewegt sich nur der im Bild rechts schräg stehende Mauerteil.


    Hier sieht man auch die einseitige Bewegung. Der Mauerteil links nach schräg oben steht fest. Bewegt hat sich nur der rechts, nach hinten weggehende Mauerteil.


    Stehendes Eis oder Wasser habe ich noch nie gesehen. Man sieht auf dem Bild von meine Reste der Versuche den Schlitz oben mit Silikon abzudecken. Hat wie gesagt nicht gefruchtet. Wenn sich dann die Vermutung "das Wasser kommt von oben" nicht bestätigt, bin ich davon ausgegangen muss es von innen kommen.

    PS: die beiden Mauern sind 22 und 32 Meter lang. An keiner anderen Stelle sehe ich dass sich was gesetzt hätte. An anderer Stelle ist auch die Erdaufschüttung höher.

  • Bei einem Höhenversatz von 1,2 m liegt 365 Tage im Jahr ein erheblicher Erddruck an. Ist die Fundamentierung hier als Einspannung gerechnet und entsprechend tief gebaut und bewehrt? Weshalb wurde die Bewehrung nicht um die Ecke geführt? Für mich ist die Ursache "Frost" unwahrscheinlicher als andere und überhaupt nicht klar, dass hier ein Schritt in die richtige Richtung gegangen wird. Hat sich ein Statiker oder eine Statikerin Deine Wände angeschaut?

    Herzlichen Dank für die Nachricht.

    Dass ein Erddruck anliegt ist mir klar. Zum Fundament kann ich leider nur sagen, dass da etliche LKW Ladungen Beton reingeflossen sind. Die beiden Mauerteile sind je 22 und 32 Meter lang. Auf beiden Längen sind Dehnfugen, wo sich an den Berührungspunkten keine Bewegung zeigt.

    An der gezeigten Ecke ist auch Baustahl im Schlitz sichtbar, den es wohl auseinander gezogen hat. Ein Statiker hat sich das noch nicht angeschaut. Wie gesagt eine Stimme meinte eine Unterstützung an der Ecke in Form eines Bandes außen oder Winkel von innen wäre nicht erforderlich. Die andere war eher meiner Meinung, dass ein bisschen nachträglich angebrachtes Eisen nicht schaden könnte. Dass es nicht mehr zurück spannen lässt ist mir klar. Wenn ich die Bewegung (jedes Jahr ein paar Millimeter - seit 2015) stoppen könnte, wäre ich zufrieden.

    Hier nochmal die Höhe


    Und der Schlitz von außen, wo man schön sieht, dass hier keine Bewegung - bestenfalls 2, 3 mm - stattgefunden hat.


  • Dass ein Erddruck anliegt ist mir klar.

    :thumbsup:

    Ein Statiker hat sich das noch nicht angeschaut.

    Das ist schade, denn die können am besten und als einzige Berufsgruppe beurteilen, was passiert ist und was jetzt getan werden sollte.

    ... eine Stimme meinte ... Die andere war eher meiner Meinung, dass ...

    Ich würde dabei nicht auf Stimmen hören :lach: , sondern auf eine Statikerin oder einen Statiker. Die wissen worum es geht und meinen nicht nur!


    Anhand der Fotos halte ich Voliumenvergrößerung durch gefrorenierendes Wasser als primäre oder wesentliche Schadensursache für nahezu ausgeschlossen. Such Dir eine fachkundige Person (s.o.) und bitte sie um schriftliche Beurteilung nach Ortsbesichtigung. Das dürfte Dich einige hundert € kosten und dann weißt Du sicher, woran Du bist.


    Silikon ist aber sowieso keine Abdichtung und ein passender Stahlwinkel müsste statisch dimensioniert werden, vor allem seine Verankerung. Und freiliegende Bewehrung ist ganz schlecht!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • ausserdem steht da oben drauf ein zaun oder mehr was, durchaus schubkräfte auf eine (meine vermutung:)halbherzig gegrüdete wand ausübt .....

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • ja eindeutig würde ich sagen, denn....


    gerade dieses Ecke scheint "aneinander" betoniert worden zu sein. Wahrscheinlich dazu ohne übergreifenden Armierungsstahl

    So kann die Linke und rechte Flanke auseinanderdriften. Erkennt man an der wunderschön senkrechten Fuge die sich da gebildet hat. Gerade Ecken sind eigentlich, das was solche langen Wände am umfallen hindert und ihnen Halt und Stabilität verleiht.


    Als nicht Statiker lässt sich dasaus meiner sicht nur mit äußerlich angebrachten Bandstahl ums eck mit massiver mehrfacher massiver Verankerung in der jeweiligen Wand stoppen. Innen was aus Stahl anbringen, ist optisch vielleicht beruhigend, aber sonst auch nichts.

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Danke.


    ich frage mich gerade, was kann mir ein Statiker sagen. Sch...konstruktion. Soweit sehe ich das selbst. Alles wegreißen und neu machen. Ist mir zu viel Aufwand, denn die Betonmischer haben einige Male die komplette Ladung abgegeben. Entsprechend viel Material ist da auch verbaut. Erinnert mich an den Kellerbau. Die Maurer meinten so viel Eisen hätten sie noch nie verbaut. Der junge Ingenieur berief sich auf sein Lehrbuch.

    Überlegt hatte ich schon die Mauer in der Nähe der Ecke einmal auf ganzer Höhe durchschneiden zu lassen. Denn die Mauer selbst steht ja ok. Dann kann die Ecke machen was sie will.

    PS: der Zaun ist von den Kräften her, die er ausüben kann, nur Spielzeug.

    Darf ich daher nachhacken: was kann ich mir von einem Statiker versprechen? Und wo finde ich einen?

  • Danke für die Nachricht

    gerade dieses Ecke scheint "aneinander" betoniert worden zu sein. Wahrscheinlich dazu ohne übergreifenden Armierungsstahl

    So kann die Linke und rechte Flanke auseinanderdriften. Erkennt man an der wunderschön senkrechten Fuge die sich da gebildet hat. Gerade Ecken sind eigentlich, das was solche langen Wände am umfallen hindert und ihnen Halt und Stabilität verleiht.


    Als nicht Statiker lässt sich dasaus meiner sicht nur mit äußerlich angebrachten Bandstahl ums eck mit massiver mehrfacher massiver Verankerung in der jeweiligen Wand stoppen. Innen was aus Stahl anbringen, ist optisch vielleicht beruhigend, aber sonst auch nichts.


    Als Baustahl war da schon drin. Sieht man im Schlitz auch. Lässt sich nur nicht im der Kamera einfangen.


    Dass sie auseinander driften - also beide gleich - lässt sich nicht bestätigen. Es kippt nur eine Seite weg; die andere steht wie eine Eins. Würde ich so interpretieren als dass es der Erddruck nicht ist. Sonst müssten beide die Grätsche machen.

  • Würde ich so interpretieren als dass es der Erddruck nicht ist.

    Und ich würde es so interpretieren dass es was anderes als der Erddruck gar nicht sein kann.


    Wer von uns recht hat und wie man das Problem aufhalten kann? Wird dir ein Statiker sagen können.

  • Danke.


    ich frage mich gerade, was kann mir ein Statiker sagen.

    • weshalb die Fuge klafft
    • ob noch eine weitere Öffnung zu erwarten ist
    • welche Maßnahmensinnvoll / erforderlich sind

    Überlegt hatte ich schon die Mauer in der Nähe der Ecke einmal auf ganzer Höhe durchschneiden zu lassen.

    Um ihr noch mehr die Standfestigkeit zu nehmen und die Bewehrungskorrosion zu beschleunigen?

    Darf ich daher nachhacken: was kann ich mir von einem Statiker versprechen?

    siehe oben (nein, bitte nicht hacken!)

    Und wo finde ich einen?

    Suchmaschine oder ganz altmodisch in den gedruckten gelben Seiten, sinnvolle Suchworte: Dein Bauort +

    • Tragwerksplanung
    • Ingenieurbüro
    • Statik
    • Bauingenieur

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Wäre der Erddruck beteiligt, hätte auch der andere Mauerteil (hier im Bild oben, nach links gehend) nachgeben müssen.

    Irrtum. der Erdruck wirkt nicht universell in alle Richtungen gleich, wie dies z.B. Wasser macht. Wenn er sich in eine Richtung entlasten kann ist er schon glücklich ;)


    Statiker fragen, der die Situation vor Ort beurteilt.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18