Schottergärten Pro & Contra

  • In BaWü gibt es ja dieses Verbot, aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass das niemanden kümmert. Anscheinend sind sich die Verantwortlichen über die Details nicht einig. NaBu fordert beispielsweise den Rückbau aller Schotterwüsten, und stattdessen "Blühmischungen aus regionalem Saatgut". Andererseits, es ist noch gar nicht so lange her, da wurden Hausbesitzer aufgefordert, ihre "verwilderten" Gärten und Rasenflächen regelmäßig zu mähen.

    Eine Blumenwiese die mit schwäbischer Präzision jedes Wochenende gemäht wird? Das war´s dann mit Blumen für die Bienen.


    Wirklich einig ist man sich wohl nur in wenigen Eckpunkten.


    Verbot von Schottergärten - das müssen Gartenbesitzer wissen - SWR Aktuell


    Dann gibt es m.W. noch keine Definition, was nun als Schotterwüste zu betrachten wäre. Es heißt nur "Gartenfläche die großflächig mit Steinmaterial bedeckt ist". Was bedeutet "großflächig"? Es gibt Grundstücke die haben nur wenige m² "Vorgarten", andere wiederum haben nicht nur einen üppigen Vorgarten, sondern auch noch einen üppigen Garten. Bei den letzten Fällen habe ich noch nie erlebt, dass diese großflächig mit Schotter zugeschüttet wurden.

    Dann gibt es Reihenhäuser, da wird der Vorgarten als Stellplatz asphaltiert. Sollen die auch verschwinden?


    Warum macht man sich das Leben so schwer? Es gibt doch eine GRZ, darüber könnte man das Thema Schotterwüste doch ganz einfach steuern.

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  • Die Diskussion ist schwierig, weil Schottergärten z. T. gar nicht vergleichbar sind. Mein Grundstück ist ca. 1.200 qm groß, ca. 6 qm sind eingeschottert - verschwindend gering. In Neubaugebieten sieht man z. T. an der ganzen Straßenfront nur Schotter. Man kann also nicht alles über einen Kamm scheren.

    Bei uns sind Schottergärten in den aktuellen Bebauungsplänen untersagt. Ein Rückbau für bestehende Schottergärten wird aktuell nicht gefordert.

    Als Schottergarten gilt eine Fläche, die mit Vlies, darüber Schotter bedeckt ist.

    Eine eingeschotterte Fläche bzw. eine geteerte oder gepflasterte Fläche, die einer anderen Verwendung dient, ist im baurechtlichen Sinne kein Schottergarten und somit zulässig.


    Gruß

  • Aus meiner Sicht gehören Schottergärten in der im Beitrag gezeigten Art, z.T. noch mit Plastikpflanzen, tatsächlich verboten und ich habe mich sehr gefreut, dass die erste der Kommunen, für die ich zuständig bin, das schon getan hat. Auch geht zumindest der Trend bei den Kommunen dazu, immer mehr Grünflächen als Blühwiesen anzulegen, was als schöner Nebeneffekt auch die Pflegekosten deutlich reduziert hat.


    Neben den negativen Auswirkungen auf die Insektenwelt führen diese Steinwüsten auch dazu, dass sich das Mikroklima verändert und die Siedlungen sich immer stärker aufheizen. Aber ist ja kein Problem - es gibt ja genügend Strom aus der Steckdose, den man dann für die Klimaanlage verwenden kann. So wird das nichts mit der Bekämpfung des Klimawandels...


    Was aber auch ein Unding ist sind die elenden Rollrasenflächen, auf denen der Mähroboter alles vernichtet, was nicht rechtzeitig fliehen kann. Was nützt es, wenn mein Garten eine Insel der Glückseeligkeit ist, wenn nebenan die jungen Ringelnattern und die Molche gehäckselt werden. Auch einen toten Igel hat es beim Nachbarn schon gegeben, der seinen Roboter seither wenigstens nur noch tagsüber laufen lässt.


    Wenn man es nicht so mit der Gartenarbeit hat, kann man z.B. einen Magerrasen mit vielen bunten Blumen anlegen - den muss man nur einmal im Jahr mähen - wenn überhaupt. Ein paar Ecken sollte man ja immer für die an den dürren Pflanzen überwinternden Puppen und Eier der Insekten und Spinnen stehen lassen. Und auch viele Vögel freuen sich, wenn sie im Winter die Samen aus der Kardendistel, der Wegwarte oder der Nachtkerze ernten können. Bei mir waren heute Morgen wieder Stieglitze zu Gast - sie kommen regelmäßig und holeln sich zur Zeit die Löwenzahnsamen. In unserer gewollten Unordnung ist überall Leben - es ist so schön, das zu sehen. Aber genauso weh tut es zu sehen, was die Nachbarn mit ihrem Spießertum überall anrichten. Schade, wäre es doch eine Chance, das endlich zu ändern.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • @Rose 24: Deine Ausführung ist im Prinzip schon richtig, allerdings leider auch eine Pauschalaussage. Ich hab bei mir relativ viel Rasen aber eben auch eine große Fläche, die bepflanzt ist. Auf meiner Rasenfläche tummeln sich täglich etliche Vögel, das alles als Blühwiese anzulegen wäre schwierig. Spätestens im Herbst muß auch alles abgemäht und entsorgt werden. Da bin ich mit meiner restlichen Bepflanzung schon recht gut bedient. Die Entsorgung von Grüngut wird auch immer schwieriger. Bei uns wurden 70 % der Grüngutplätze abeschafft und dann auch noch teilweise mit Öffnungszeiten versehen.

    Ich sehe die Probleme mit den Schottergärten in erster Linie bei den Neubaugebieten, wo wirklich alles zugekippt wird.

    Auch die Mähroboter sieht man in erster Linie in den Neubaugebieten rumfahren, wo die Leute sowieso nur relativ wenig Fläche haben.

    Im Altbestand wird überwiegend (zumindest bei uns) noch der Rasenmäher geschoben.

    Deshalb wird mit die Diskussion viel zu einseitig geführt.


    Gruß

  • Im Altbestand wird überwiegend (zumindest bei uns) noch der Rasenmäher geschoben.

    Die Eigentümer im Altbestand werden (logisch) aber auch immer älter. Und damit kommt der Mähroboter rein biologisch wieder ins Radar. Wer will schon den Rasenmäher mit einem oder statt eines Rollators schieben.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Die Entsorgung von Grüngut wird auch immer schwieriger. Bei uns wurden 70 % der Grüngutplätze abeschafft und dann auch noch teilweise mit Öffnungszeiten versehen.

    Gut - wir haben jetzt kein riesiges Grundstück. Aber Grüngut mussten wir noch nie anderweitig entsorgen. Wir mähen selten und dann wird das Grüngut einfach kompostiert. Auf den Blühflächen fällt kein Mähgut an, weil das alles stehengelassen wird. Das kann man im Frühjahr mit dem Rechen entfernen und wiederum kompostieren.

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  • Spätestens im Herbst muß auch alles abgemäht und entsorgt werden.

    Ortssatzung? Kann sowas vorgeschrieben werden?


    Unsere Nachbarn vom Landschaftplanungsbüro mähen nur den Bereich der Sitzfläche (1/3 ?) Alles andere wächst einfach ganzjährig vor sich hin, ohne Maht. Da tummeln sich Schmetterlinge, Hummeln, andere Insekten, Vögel, Eichhörnchen, .. und immer blüht irgendwas.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Und selbst wenn. Häcksler und Mulchmäher sind schon länger erfunden. Oups

    Wenn ich im Herbst meine Stäucher, Bäume, Gräßer, Stauden, etc. kommen gut und gerne 4 - 5 PKW-Hänger zusammen. Rasenschnitt muß - zumindest in diesen Mengen - muss bei uns auf dem Grüngutplatz entsorgt werden und dort auch nur auf augewiesenen Stellen, wo nichts ins Grundwasser gelangen kann.

    Auch eine Blühwiese muss 1 - 2 mal im Jahr gemäht werden.

    Und Mulchen funktioniert auch nur, wenn der Rasen sehr regelmäßig gemäht wird und relativ kurz gehalten wird.

    Mähroboter findet man auch bei den älteren Einwohnern so gut wie nicht vor, weil für einen sinnvollen Einsatz auch die Fläche entsprechend angelegt sein muss. Das läßt sich im Altbestand oft nur schlech lösen. Und dann ist ein Roboter eben auch keine wirkliche Hilfe.

    Und was bei Dühlmeyers in Hannover vielleicht fuktioniert, muss im tiefsten Odenwald nicht unbedingt hinhauen.


    Gruß

  • Mähroboter findet man auch bei den älteren Einwohnern so gut wie nicht vor,

    Was allein schon daran liegt, dass diese "Älteren" nicht unbedingt so technikverrückt sind.


    Wer keine Kinder oder Enkel oder sonstige Verwandten hat, der fragt bei den Nachbarn, oder irgendwelchen Jugendlichen, Schülern, Studenten. Da findet sich schon jemand der für ein paar Euro den Rasen niedrig hält. Hausmeisterdienste, Gärtner, auch da gibt es Möglichkeiten.


    Was ich so aus meinem Umfeld kenne, dass im Alter vielleicht der Gemüse-/Hobbygarten einer Rasenfläche weichen muss, oder zumindest drastisch verkleinert wird. Ich kenne aber niemanden der eine LKW Ladung Schotter in den Garten gekippt hätte, das findet man eher auf kleineren Vorgartenflächen. Ob es dann ein Drama ist, wenn die Biene um´s Haus fliegen muss um ein paar Blüten zu finden, darüber lässt sich wohl streiten.


    Wie groß ist wohl der flächenmäßige Anteil an Schottergärten? Wie groß ist wohl der Anteil bezogen auf eine Gemeinde-/Stadtfläche, Region, Bundesland, Gesamtfläche Deutschlands?

    Wie groß ist denn die SuV Fläche (Siedlungs- u. Verkehr)? Fragen über Fragen.

    Statistik-BW meint, In BaWü etwa 14%, in unserem Landkreis um die 10%, in Städten eher 30%(SKR HD) oder gar bis 58% (SKR MA). Nur ein Bruchteil dieser Flächen geht jedoch für die Gärten von Wohnhäusern drauf, und noch viel geringer ist der Anteil der Schottergärten.

    Übrigens, knapp 2,5% der Fläche sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen.


    Siedlungs- und Verkehrsfläche nimmt 2019 wieder leicht zu - Statistisches Landesamt Baden-Württemberg


    In BaWü gibt es knapp 2 Mio Ein- und Zweifamilienhäuser, das dürften die typischen Immobilien mit "Garten" sein. Gehen wir mal davon aus dass jedes Objekt einen "Vor"garten mit 100m² hätte, dann wären das insgesamt 200km² von 35.751km² Gesamtfläche. Selbst wenn man unterstellt, dass ein Zehntel der Vorgärten mit Schotter zugeschüttet würde, ist der Anteil verschwindend gering.


    Rechnet man das jetzt auf Gemeindeebene runter, dann spielen die Vorgärten und ihr Flächenanteil so gut wie gar keine Rolle. In Großstädten sind EFH eher die Seltenheit, also geht es doch vorwiegend um Stadtrandlagen, Vorstädte, usw.


    Das lässt die Vermutung zu, dass dieses Verbot, das in BaWü an sich schon seit 1995 gilt, eher dem Bereich politischer Aktionismus zuzuordnen ist, denn der "Krieg" wird an ganz anderer Stelle gewonnen (oder verloren). Ein pauschales Verbot hat genau den Effekt den man die letzten 25 Jahre in BaWü beobachten konnte, nämlich so gut wie gar keinen.

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  • Ob es dann ein Drama ist, wenn die Biene um´s Haus fliegen muss um ein paar Blüten zu finden, darüber lässt sich wohl streiten.

    Das Drama ist ja eher, dass es hinterm Haus auch keine Nahrung für Insekten gibt. Mal ganz abgesehen von Nistplätzen oder Höhlen, Überwinterungsmöglichkeiten und dergleichen. Grund ist, dass der spießige Deutsche denkt, mit seinem Rasen und der Thujahecke hat er der Natur schon genug gedient. Doch beides ist praktisch tot und für Insekten und die meisten anderen Bewohner nicht nutzbar. Sterile Zuchtblüten diverser ausländischer Gewächse, die so schon keinen Nektar bieten, werden zur Krönung auch noch mit Chemie überschüttet, um die 3 Blattläuse, welche sich in den Garten verirrten zu töten. Die Marienkäfer wurden ja bereits im Winter aus dem Schuppen "gekehrt", also geht's ja nicht ohne Gift.

    Was ein naturnaher Garten wirklich ist, wissen viele Menschen schon gar nicht mehr. Es ist ja auch viel wichtiger, dass das Kind neben Schaukel, Rutsche, Kletterburg, Trampolin und Sandkasten auf keinen Fall in Kontakt mit irgendwelchen Insektekten kommt. Die könnten ja stechen und Himmel - wehe wenn da eine Zecke im Gras säße! Da droht ja quasi der Tot. In 20 Jahren wundern sie sich dann, wieso sie Dauergast beim HNO-Arzt sind mit diversen Allergien.

    VG! Katja

  • @RB: die insgesamte Schotterfläche auf das ganze Land gesehen mag eher gering sein. In bestimmten Gebieten (insbesondere Neubaugebiete) sind aber die ganzen Vorgärten mit Schotter versehen und das ist m. M. nach nicht in Ordnung.
    Sowas findet man im alten Ortskern - bei uns zumindest - so gut wie nicht vor.

    Aber wenn´s um Schottergärten geht, wird halt in Deutschland - wie bei allem - alles in einen Topf geworfen.

    Katja: ein naturnaher Garten ist zeitintensiv, auch wenn immer wieder das Gegenteil behauptet wird. Wenn da nicht zumindest 3 - 4 mal im Jahr gründlich Zeit investiert wird, wird aus einem naturnahen Garten eine Wildnis, die schwer wieder in den Griff zu bekommen ist.


    Gruß

  • Ortssatzung? Kann sowas vorgeschrieben werden?


    Unsere Nachbarn vom Landschaftplanungsbüro mähen nur den Bereich der Sitzfläche (1/3 ?) Alles andere wächst einfach ganzjährig vor sich hin, ohne Maht. Da tummeln sich Schmetterlinge, Hummeln, andere Insekten, Vögel, Eichhörnchen, .. und immer blüht irgendwas.

    einfach mal lesen.

    Man kann natürlich auch einfach gar nichts machen. Das hat dann aber langfristig nichts mehr mit einer insektenfreundlichen Blühwiese zu tun.


    Die richtige Pflege einer Blumenwiese - Einen Naturgarten anlegen (naturgarten-anlegen.de)

  • Millionen von Jahren sind Insekten ohne von Menschen gestaltete "Naturgarten" ausgekommen. Warum soll das keine insektenfreundliche Blühwiese sein?

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Insektenfreundliche Bepflanzung ist mehr als nur ein Blüh"streifen" und einjährige Pflanzen! Laß Dir beim nächsten Honigkauf (nicht von L.....) mal die Pollenanalyse zeigen :)

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • ein naturnaher Garten ist zeitintensiv, auch wenn immer wieder das Gegenteil behauptet wird. Wenn da nicht zumindest 3 - 4 mal im Jahr gründlich Zeit investiert wird, wird aus einem naturnahen Garten eine Wildnis, die schwer wieder in den Griff zu bekommen ist.

    Das muss nicht so sein. Wenn ich sehe, was meine Nachbarn an Zeit für's Rasenmähen investieren...

    Wir mähen ab und zu die fetteren Stellen mit der Motorsense und kompostieren das Zeug. Der Rest wird mehr oder weniger ganz in Ruhe gelassen. Manchmal muss dann noch der größere Wildwuchs entfernt werden und das war's. Man muss sich halt davon verabschieden, dass alles aussieht wie geschleckt.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Das muss nicht so sein. Wenn ich sehe, was meine Nachbarn an Zeit für's Rasenmähen investieren...

    Wir mähen ab und zu die fetteren Stellen mit der Motorsense und kompostieren das Zeug. Der Rest wird mehr oder weniger ganz in Ruhe gelassen. Manchmal muss dann noch der größere Wildwuchs entfernt werden und das war's. Man muss sich halt davon verabschieden, dass alles aussieht wie geschleckt.

    Man "muß" sich - Gott sei Dank - "noch" nicht damit abfinden, daß man seinen Garten in einen staatlich verordneten Wildwuchs verwandeln muss.

    Ich hab für mich einen guten Kompromiss aus "pflegeleicht", "bienen- u. insektenfreundlich" u. "Nutzbarkeit" gefunden.


    Gruß

  • Es ist jetzt nicht so, dass wir unseren Garten nicht nutzen würden.

    Wir haben trotz eher geringer Fläche einige Ostbäumchen und Beerensträucher, die inzwischen eine ganz gute Ernte abwerfen und auch noch Platz für einen mobilen Pool, der im Sommer Abkühlung spendet (dank eiskaltem Brunnenwasser, ganz ohne Chlor). Nebenbei kann ich mich dann an Blumen, Insekten und Vögeln erfreuen.


    Über stehen gelassene Disteln freuen sich im Winter die Stieglitze und Meisen und in den Ast- und Laubhaufen überwintern die Igel.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Katja: ein naturnaher Garten ist zeitintensiv, auch wenn immer wieder das Gegenteil behauptet wird. Wenn da nicht zumindest 3 - 4 mal im Jahr gründlich Zeit investiert wird, wird aus einem naturnahen Garten eine Wildnis, die schwer wieder in den Griff zu bekommen ist.

    Nun, mein Garten ist zu ca. der Hälfte Wildnis - das ist zumindest das Ziel. Hab ja erst seit 5 Jahren angefangen. Das schöne daran - ich muss nix in den Griff kriegen. Einfach wachsen lassen. Dort, wo ich laufen möchte, darf mein Mann Rasen mähen. Wir streiten regelmäßig über die Größe des Gebietes. Erst vorgestern konnte ich einen großen Teil für meine Wildnis gewinnen. Sieg! ;)


    Darüber hinaus gibt es ein Bienenhaus mit Magerwiese, Platz für Vögel, Mäuse, Igel, Eidechsen usw. Die Schwalben nisten am Haus und die Spatzen unterm Garagendach. Die Welt ist sofort viel entspannter, schöner und abwechslungsreicher, wenn Du das Leben um Dich rum wieder zu lässt.


    Ich finde, hier muss ein Umdenken statt finden und die Menschen müssen sich wieder in die Natur einfügen - nicht sie beherrschen oder gar vernichten. Das ist sowieso Blödsinn. Dort wo Menschen eingreifen - ist es immer schlechter - immer! Lass es wachsen, wie es will und entspann Dich! :thumbsup:

    VG! Katja

  • Das Drama ist ja eher, dass es hinterm Haus auch keine Nahrung für Insekten gibt.

    Das hat dann aber nichts mit dem Schottergarten zu tun, sondern ist eher eine Frage für die Stadtplaner. Bienen fliegen sehr weit, je nach Angebot auch über eine Distanz von 10km. In Gegenden wo es keine Nahrung gibt werden sie sich auch nicht niederlassen. Das Problem Bienensterben wird also nicht durch einen Vorgarten gelöst, der dann nicht mehr unter Steinen begraben ist. Die Frage ist eher, ob und wo man entsprechende Flächen schaffen kann. In BaWü werden etwas 45% der Fläche als landwirtschaftliche Fläche genutzt, um die 38% sind Wald und Gehölz, und die wenigen m² Vorgärten sollen die Lösung des Problems sein?


    Wie gesagt, hier auf dem Land spielt das keine Rolle. Wenn man nun in einer Stadt- oder Stadtrandlage so eng baut, dann müsste man auch entsprechende Ausgleichsflächen vorsehen. Das wäre viel wirksamer als ein paar m² Vorgarten.

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  • Das Problem Bienensterben wird also nicht durch einen Vorgarten gelöst, der dann nicht mehr unter Steinen begraben ist.

    Das kann nur jemand sagen, der noch kein Bienenhaus hatte. Ok, wir wohnen ländlich, aber mit intensiver Landwirtschaft nebenan, haben es die Insekten bei uns auch sehr schwer. Seit ich das Bienenhaus aufgestellt habe und natürlich auch Futter in Form von Büschen und Bäumen anbiete, sind sofort im ersten Jahr eine ganze Horde von Wildbienen eingezogen. Manche Bienenfreunde bepflanzen ihre Balkonkästen mit Futterblumen und haben große Freude an den vielen Besuchern. Wenn das jeder macht, das macht was aus und was da ein umgenutzer Schottergarten erst brächte!


    Aber Du hast schon recht, noch besser wäre natürlich, größere Flächen für die Insekten zu gewinnen. So langsam begreift es ja sogar der ein oder andere Politiker, dass es ohne Insekten dünnen wird mit der Apfelernte.

    VG! Katja

  • Das hat dann aber nichts mit dem Schottergarten zu tun, sondern ist eher eine Frage für die Stadtplaner. Bienen fliegen sehr weit, je nach Angebot auch über eine Distanz von 10km. In Gegenden wo es keine Nahrung gibt werden sie sich auch nicht niederlassen. Das Problem Bienensterben wird also nicht durch einen Vorgarten gelöst, der dann nicht mehr unter Steinen begraben ist. Die Frage ist eher, ob und wo man entsprechende Flächen schaffen kann. In BaWü werden etwas 45% der Fläche als landwirtschaftliche Fläche genutzt, um die 38% sind Wald und Gehölz, und die wenigen m² Vorgärten sollen die Lösung des Problems sein?

    Nö, in den (echten) Gärten der Städte gibt es mehr Artenvielfalt als in den Monokultur-Wüsten der "Landwirtschaft", die schon lange als biologisch nahezu tot erkannt wurden. Genau das ist ja das Problem: Auf dem "Land" Monokultur-Wüsten, in den Städten versiegelte Flächen (da halten wir ja nun mit immer mehr Gründächern dagegen) und dazwischen pflegeleichte Schotterwüsten und von autonom fahrenden Kleintierhäckslern kurz und damit blütenfrei gehaltene Golfrasen. Und ja, die kleinen städtischen Schotterflächen machen da einen deutlichen Unterschied. Innerhalb des Berliner Stadtgebiets gibt es im Hochsommer Temperaturunterschiede von 3 - 6 K zwischen den komplett versiegelten Flächen, den durchgrünten Bereichen der 1950er - 1970er-Jahre und größeren Friedhöfen oder Parks wie dem Tiergarten.


    Und die Vielfalt von Fauna und Flora ist innerstädtisch größer als in Bandenburg!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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