Innenräume hohe Luftfeuchtigkeit / klamm

  • Guten Tag zusammen.


    Ich habe Ende letzten Jahres einen ca. 40qm Bungalow aus DDR Zeiten gekauft, der als Wochenendhaus genutzt wurde und werden soll.

    Mir ist nach einigen Tagen aufgefallen, dass die Luftfeuchtigkeit sehr hoch ist, die Bettwäsche zum Beispiel immer feucht anfühlt. Es ist kein Wasser oder Wasserstellen zu sehen.

    Putz oder Farbe sind auch nicht abgebröckelt.


    Der Bungalow wurde ca. 1987 "selbst gebaut" oder mit Hilfe von Freunden. Er ist aus 24er Porenbetonsteinen gemauert.

    Es gibt keinen Keller.

    Leider kann ich nicht sagen wie das Fundament/Bodenplatte aufgebaut ist. Wenn man drinnen auf den Boden tritt, klingt es manchmal etwas "hohl".


    Da das Haus dieses Frühjahr komplett umgebaut wird, Elektrik etc. alles neu, wollte ich hier auch etwas verbessern lassen.


    Ich habe das Fundament an einer Ecke ausgegraben, Fotos und Messungen gemacht.

    Ich hoffe das klappt hier die Fotos einzufügen.


    Außen reicht der Beton knapp 35-40 cm in den Boden und ist wohl mit Bitumen gestrichen worden. Ab Erdreich ist dann offener Beton, der gar nicht behandelt wurde.

    Dann hat man am Sockelanschluss (?), der knapp 14cm über dem Erdreich liegt eine Sperrbahn aus Teerpappe auf das Fundament gelegt, auf dem dann die 24er Porenbetonmauern stehen.

    Vor den Sockelanschluss hat man ebenfalls einen dünnen Streifen Teerpappe geklebt, davor wurden die orangen Fliesen geklebt.

    Die beiden Teerpappe-Streifen sind NICHT miteinander verbunden.



    Ich weiß leider nicht, wie dick die Bodenplatte ist. Innen und außen als vergleich gemessen, steht man innen 14cm höher als außen das Erdreich ist. Daher schätze ich jetzt mal min. 14 cm dicke Platte, wahrscheinlich Estrich auf Schotter oder so. Der Boden ist jedenfalls immer sehr kalt.


    Meine Frage ist, ob ich das Ganze von Innen mit Dichtschlämme abdichten lassen könnte, damit der Raum nicht mehr so klamm und feucht ist.

    Oder macht es mehr Sinn, die Fliesen aussen rund herum abzuschlagen, das Haus auszugraben und von außen neu abdichten zu lassen?

    Oder Beides?


    Ich wäre extrem dankbar für Einschätzungen und Tipps, bevor ich eine Firma dazu rufe...


  • Selbstgebaut??


    Abbruch und einmal neu?

    Wahrscheinlich kommt nicht nur über deine Außenmauern Feuchte rein, sondern auch über die Bodenplatte. und die ist Quaratmetermässig überlegen.


    Angenommen daran liegt das Problem (Mauerfeuchte und Betonboden....


    1.Außenrum abdichten im Sockelbereich

    2. Innenwände abdichten im Sockelbereich

    3. Betonboden abdichten in demman entweder die jetzige bestehen lässt und darauf aufbaut mit dme Kompromiss innen alles höher zu setzten.

    (10-15cm) ergo Elekrik anpassen, Türen und Fenster anpassen, Bad anpassen.

    ODER

    Ganzen Boden raus. tief buddeln, Neuen Boden rein, Abdichtung drauf, Dämmung und estrich rein.


    Kosten? keine Ahnung, aber wird sich im bereich des Kaufpreises abspielen.

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Du schreibst von gefühlter Feuchte. Wurde diese auch messtechnisch bestätigt?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Mir ist nach einigen Tagen aufgefallen, dass die Luftfeuchtigkeit sehr hoch ist, die Bettwäsche zum Beispiel immer feucht anfühlt. Es ist kein Wasser oder Wasserstellen zu sehen.

    Putz oder Farbe sind auch nicht abgebröckelt.

    Wird der Bungalow denn beheizt und belüftet?

  • Hallo,


    erstmal danke für die schnellen Reaktionen.

    Zum Thema "Bodenplatte komplett neu machen" müsste ich mich rechtlich erst einmal schlau machen, da der Bungalow Bestandsschutz nach BauG35 hat.


    Die Wände waren bis letzte Woche mit Rigips "beklebt". Ich müsste jetzt nochmal Messungen am Mauerwerk, Boden und Luft machen.

    Sichtbare Feuchtigkeitsschäden gibt es nicht.


    Der Bungalow wurde nicht regelmäßig geheizt. Es wird nur bei Anwesenheit mit Strom geheizt. Könnte das klamme Gefühl daran liegen?

    Es ist wie gesagt eine Art Wochenendhaus und wurde diesen Winter dann gar nicht genutzt. Die Temperatur innen ist auf knapp 5 Grad gefallen.

    Dei Vorbesitzer haben es knapp 40 Jahre nur von April - Oktober genutzt.


    Ich frage mich trotzdem, ob ich jetzt während die ganzen anderen Umbaumaßnahmen statt finden etwas verbessern kann?

    Das wird jetzt einmal alles gemacht und dann sollen da nicht die nächsten 20 Jahre Handwerksfirmen ein und ausgehen.

    Ist es überhaupt ok Dichtschlämme in Wohnräumen auftragen zu lassen? Und meint ihr es Macht Sinn außen die Abdichtung nochmal neu zu machen?


    Ich denke eine komplett neue moderne Bodenplatte übersteigt etwas den Kosten/Nutzen Faktor, da dieses Haus auch weiterhin hauptsächlich im Sommer

    genutzt wird.

  • Sieh Dir einfach die Innenwände im Sockelbereich und den Fußboden genau an. Wenn Du jemanden kennst, der ein Feuchtemessgerät hat, dann lass den mal messen.

    Ich vermute, das was Du empfindest, ist der ganz normale Muff eines ungenutzten Bungalows.

    Besonders auffällig, wenn Du im Frühjahr aufschließt, während es draußen schon wärmer als drinnen ist.


    Ich hatte vor 40 Jahren genau so ein Teil gebaut. Allerdings mit Schornstein und Kanonenofen.

    Da musste ich auch erstmal das Ofenrohr ein paar Stunden zum Glühen bringen und dabei kräftig lüften.

    Bettzeug wurde im Winter mit in die Stadt genommen und den alten Röhrenfernseher der draußen blieb hats zweimal entschärft.

    Ergo, wahrscheinlich alles normal.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Die Wände waren bis letzte Woche mit Rigips "beklebt". Ich müsste jetzt nochmal Messungen am Mauerwerk, Boden und Luft machen.

    Sichtbare Feuchtigkeitsschäden gibt es nicht.


    Der Bungalow wurde nicht regelmäßig geheizt. Es wird nur bei Anwesenheit mit Strom geheizt. Könnte das klamme Gefühl daran liegen?

    Aus Messungen vergleichbarer Häuser weiß ich, dass es bei Nutzung in den Übergangszeiten des Jahres zum Kondensatausfall auf den Innenseiten der kalten Außenwände kommen kann, welcher durch dann schnelles Verlassen des Gebäudes nicht abtrocknen kann, weil die Wänden nicht über ausreichend lange Zeit erwärmt werden. Diese Feuchtigkeit ist dann beim Betreten des Hauses fühl-, (evtl. über Schimmelpilzwachstum) riech- und meist auch messbar.


    Eine Trockenlegung des Gebäudes ist dann meist nicht erforderlich. Es reicht die Einführung eines adäquaten Lüftungs-, Heizungs- und Nutzungskonzepts / -regimes.

    Ich frage mich trotzdem, ob ich jetzt während die ganzen anderen Umbaumaßnahmen statt finden etwas verbessern kann?

    Wenn die Wände oder der Boden nicht messbar feucht oder gar nass sein sollten sehe ich keinen so großen Handlungsbedarf.


    Ein Freund hat für sein massives kleines Wochenendhaus die Elektroheizung per GSM-Modul fernsteuerbar gemacht und wärmt sein Haus jetzt im Winter und den Übergangszeiten immer 12 - 36 Stunden vor, bevor er anreist. Und er sorgt für eine gesteuerte Lüftung. Seither hat der keine Kondensatprobleme mehr.


    Ob es bei Dir wirklich (nur) ein Kondensatproblem ist, weiß ich ohne Messung natürlich nicht, ich vermute dies nur.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Hi, danke erstmal für die vielen Antworten und Tipps.

    Beruhigt mich ja erstmal.


    Ich habe ein paar Werte gemessen:

    Die Raumluftfeuchtigkeit aktuell ist ca. 58-60% (Gemessen mit einem digitalen Messgerät)

    Die Wand habe ich mit einem Feuchtigkeitsmesser aus dem Baumarkt gemessen, der so 2 kleine Spitzen hat.

    Die Wand ist bei 5%, der Estrich/Boden liegt bei ca. 18%


    Soweit mal meine Amateurmessungen heute.

  • Die Raumluftfeuchtigkeit aktuell ist ca. 58-60% (Gemessen mit einem digitalen Messgerät)

    In Berlin-Mitte habe ich nach längerem Regen und offenem Fenster momentan 54 % rel. Luftfeuchte innen. -> Kein Grund zur Besorgnis. Morgen und übermorgen ohne Regen weitermessen!

    Die Wand habe ich mit einem Feuchtigkeitsmesser aus dem Baumarkt gemessen, der so 2 kleine Spitzen hat. Die Wand ist bei 5%, der Estrich/Boden liegt bei ca. 18%

    Die Dinger sind - sofern es sie für +/- 20,- € gibt vor allem für die Messung von Brennholz geeignet ("trocken" / "nass") und nur auch für eine bestenfalls "orientierende" Messung, besser Schätzung, von Estrichen.


    Die Bauteilfeuchte von Porenbeton lässt sich meines Erachtens damit überhaupt nicht messen, egal wie teuer das Gerät war. Wenn denn eine Materialkennlinie einstellbar wäre und zufälligerweise richtig auf Zementestrich eingestellt wäre, so wäre ein Messwert (laut Anzeige) von 18 Masseprozent absurd hoch. Die gängigen zuverlässigen und kalibrierbaren Messgeräte mit spezifizierten Geräte-Kennwerten haben eine technischer Messgrenze bei etwa 6 bis allerhöchstens 8 Masseprozent bei der Widerstandsmessung Ich habe keine Ahnung, was das Gerät bei Dir gemessen hat, aber bei 18 Masseprozent müsste Wasser mehrere Millimeter hoch auf dem Boden gestanden haben (bildlich gesprochen). Für eine Messung unter solchen Umständen benötigt man dann aber kein Messgerät, sondern Gummistiefel. -> Irgendwas stimmt das nicht: Kennlinie, Anzeige, Ablesung (Masseprozent oder "Digits"?) ... keine Ahnung.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wir haben auch ein Ferienhaus, was im Winter leer steht. Bevor es im Sommer genutzt wird, muss immer erst Mal 2 Tage geheizt sein, weil es sich sonst sehr klamm anfühlt. Ganz aus ist die Heizung nie, damit nix einfriert und die Betten nicht verschimmeln. Ich würde daher denken - alles normal.

    VG! Katja