komplett Sanierung EFH Reihenfolge Gewerke

  • Guten Tag,


    wir möchten ein Haus aus dem Jahr 1959 energetisch Sanieren. Ein Energieberater ist bereits beauftragt und hat uns auch schon seine Berechnungen geschickt. Da wir nichts an den Außenmauern/Grundriss verändern und ein paar Handwerker in der Familie haben, haben wir keinen Architekten beauftragt. Das heißt aber auch, dass wir selbst den Zeitplan erstellen müssen/können/dürfen.

    Stimmt diese Reihenfolge der Gewerke mit der wir bislang planen ungefähr?:


    (1) Entkernung bis auf den Rohbau inklusive Abriss zweier Balkone

    (2) Dach Komplettsanierung

    (3) neue Fenster

    (4) Elektro (komplett Erneuerung)

    (5) Einbau Fußbodenheizung und Heizung/Sanitär allgemein (komplett neue Rohre etc.)

    (6) Fassadendämmung

    (7) Innenausbau: Fußböden, Küche, Bäder etc.


    Insgesamt soll das Projekt ca. 12 Monate dauern. Baubeginn ist September diesen Jahres. Da die Fassadensanierung, wie wir gehört haben, nur in trockenen Monaten stattfinden kann, würden wir zunächst gerne Elektrik und Heizung über die Wintermonate machen lassen. Ist das realistisch?


    wir freuen uns über Einschätzungen erfahrener Bauherren. Vielen Dank! :thumbsup:

    Natalie

  • Heizung über die Wintermonate machen lassen.

    Echt realistisch. Du lässt also die familieneigenen Handwerker in den kältesten Monaten des Jahres in ein unheizbares Haus. Ja klar, die sollen aj auch nicht rumstehen, sondern sich warmarbeiten. :thumbsup::lach:

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ich verstehe dich also richtig, dass du mir davon abrätst? Natürlich muss im Winter nicht durchgearbeitet werden. Wir wollen es nur vermeiden von Dezember bis März/April überhaupt keinen Baufortschritt zu haben. Im Übrigen sind mit familieneigenen Handwerken auch durchaus normal bezahlte Arbeiter und Firmen gemeint. Ich wollte nur ausdrücken, dass wir uns wegen dieser Beziehungen gegen eine externe Bauaufsicht, die alles plant entschieden haben.

  • Über eure Reihenfolge kann ich nicht viel sagen.


    Aber da auch wir in der Rhein-Neckar region (Höhe 99 m ü. NN) habe ich die Erfahrung machen können, dass die Winter hier nicht so saukalt sind wie vielleicht im Nordosten oder sonstwo.. Wir haben auch die Elektro und heizunginstallation von Nov- Januar gemacht. Hat auch funktioniert. Aber wie gesagt in meinem Baujahr bin ich im November mit kurzem T-Shirt auf der Baustelle gewesen.

    Vielmehr würde ich mich an deiner Stelle um die Verfügbarkeit deines Materials für die Fasadendämmung kümmern. Hier ist ja laut Forum der Markt ziemlich leergefegt.....

  • Die Reihenfolge passt schon, wobei die Fassadendämmung ab (3) unabhängig von den anderen Gewerken ist. Der Baubeginn könnte so optimiert werden, dass ab Oktober mit der regulären Heizung geheizt werden kann. Bei einer wassergeführten Fussbodenheizung in Zementestrich bedeutet dies, dass der Estrich etwa 8 - 12 Wochen vorher eingebaut sein sollte. Baubeginn sollte also eher jetzt im Mai sein oder aber es wird eine Bauheizung und vor allem deren Betrieb über die Monate Oktober bis März eingeplant.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Stimmt diese Reihenfolge der Gewerke mit der wir bislang planen ungefähr?:

    Ungefähr, ja...aber ein paar wesentliche Gewerke fehlen doch noch? Innenputz...Türen...Treppen...


    Wenn ihr genug Provisorien mit einplant (z.b. muss nach einer Dacheindeckung das Wasser ja irgendwie abgeleitet werden, Fallrohre und WDVS stehen sich gerne im Wege...) und die Bereitstellung Baustrom, Bauwasser, Bauheizung mit vorseht, dann kann das schon in etwa funktionieren.

  • Die Reihenfolge passt schon, wobei die Fassadendämmung ab (3) unabhängig von den anderen Gewerken ist. Der Baubeginn könnte so optimiert werden, dass ab Oktober mit der regulären Heizung geheizt werden kann. Bei einer wassergeführten Fussbodenheizung in Zementestrich bedeutet dies, dass der Estrich etwa 8 - 12 Wochen vorher eingebaut sein sollte. Baubeginn sollte also eher jetzt im Mai sein oder aber es wird eine Bauheizung und vor allem deren Betrieb über die Monate Oktober bis März eingeplant.

    vielen Dank für die fachkundige Einschätzung! Die Fußbodenheizung wird nur in den alten Estrich gefräst, aber klar da kommt auch eine dünne Schicht drüber, die trocknen muss. Baubeginn lässt sich wegen Mietern nicht verschieben - wir sind aber auch nicht unter extremen Zeitdruck falls alles ein, zwei Monate länger dauert. Danke nochmal.

  • Ungefähr, ja...aber ein paar wesentliche Gewerke fehlen doch noch? Innenputz...Türen...Treppen...


    Wenn ihr genug Provisorien mit einplant (z.b. muss nach einer Dacheindeckung das Wasser ja irgendwie abgeleitet werden, Fallrohre und WDVS stehen sich gerne im Wege...) und die Bereitstellung Baustrom, Bauwasser, Bauheizung mit vorseht, dann kann das schon in etwa funktionieren.

    sehr guter Hinweis mit den Provisorien, da werde ich mal mal Augenmerk drauf legen, wie das organisiert werden kann. Vielen Dank.

  • Die Fußbodenheizung wird nur in den alten Estrich gefräst,

    in einen estrich bj 59 in einem haus, das ihr sowieso kernsanieren wollt?

    Ist da sichergestellt dass wenigstens etwas Dämmung (von genügend mag ich da gar nicht reden) unter dem Estrich ist? Und ist bereits abgesichert, dass kein Asbest mit im Spiel ist?

  • Da die Fassadensanierung, wie wir gehört haben, nur in trockenen Monaten stattfinden kann, würden wir zunächst gerne Elektrik und Heizung über die Wintermonate machen lassen.

    WDVS idealerweise im Herbst oder Frühjahr, nicht unbedingt im Hochsommer und schon gar nicht während der wirklich kalten (frostigen) Monate. Das erleichtert das Arbeiten ungemein. Es gibt zwar für alles eine Lösung, aber man muss sich das Arbeiten ja nicht unnötig kompliziert machen, und wenn man schon die Wahl hat........


    Für die Innenarbeiten bieten sich die kalten Monate geradezu an. Die Gebäudehülle sollte wenn möglich "dicht" sein (Fenster, Türen, Dach). Innen kann man dann mit Bauheizern nachhelfen, so dass die Raumtemperatur in einem erträglichen Rahmen bleibt, und die Oberflächen nicht zu sehr auskühlen. Wenn mehrere Firmen an Bord sind, dann können ja auch Arbeiten parallel laufen.


    Ein ganzes Jahr für die Sanierung hört sich komfortabel an, ich finde es aber gut wenn man hier mit Reserve plant. Es kommt immer mal wieder zu Überraschungen und Verzögerungen, und nach der anfänglichen Euphorie folgt die Ernüchterung. Das alles wirkt sich auch auf die benötigte Zeit aus. Freunde stehen nicht ständig Gewehr bei Fuß, Material wird nicht geliefert, usw. usw. Es gibt mehr Gründe warum es länger dauern könnte, als Gründe die für einen kürzeren Zeitraum sprechen.


    Ein Energieberater ist bereits beauftragt und hat uns auch schon seine Berechnungen geschickt.

    Das ist aber nur die halbe Miete, es braucht auch die Leute die das fachgerecht umsetzen können, und im Idealfall auch jemanden der den Leuten etwas auf die Finger schaut. Ich gehe davon aus, Du hast die richtigen Leute an der Hand, denn alleine kann man sich die vielen Kenntnisse so schnell nicht aneignen.

    Der Energieberater macht ja keine Planung, erst Recht keine Detailplanung, und nur weil beispielsweise eine Steckdose augenscheinlich funktioniert, bedeutet das noch lange nicht, dass die Elektroinstallation in Ordnung ist. Deswegen genau überlegen, wer, was, wie macht bzw. machen soll. Für einige Arbeiten ist auch eine Konzession erforderlich, oder es braucht eine Abnahme (Heizung bzw. Schornstein), das sollte vorher geklärt sein, bevor es am Ende Probleme gibt.


    Das mit der FBH ist mir beim Lesen auch aufgefallen, aber dazu gab es ja schon eine Antwort. Das wäre an sich ein typischer Fall für eine Planung, die hier hoffentlich nicht fehlt.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .