Wie gehe ich die Planung an? Anbau

  • Hallo zusammen,


    Mein Kopf raucht! Und zwar ziemlich!

    Wir haben vor ein paar Jahren ein altes Haus gekauft BJ 1927. Es ist immer etwas getan worden, doch nun stehen große Sanierungen an. Ein neues Dach (Aufsparren- das haben sich ein paar Dachdecker schon angesehen) und eine Einblasdämmung. Da wir eine Riemchen-Fassade haben, die überall anfängt zu bröckeln ist eine neue Fassade auch auf unserer Liste.

    Soweit zu dem, was gut planbar ist. :)

    Wir haben im Erdgeschoss eine kleine Küche, unser Schlafzimmer, Ess- und Wohnzimmer und ein Bad. Mein Mann wünscht sich ein großes Wohnzimmer und ich hätte gerne eine größere Küche. Unsere Vorstellung ist ein Anbau in den Garten hinaus.

    Unser Haus ist unterkellert, allerdings muss man zum Garten hin ca 1,40m Höhenunterschied rechnen, der Keller ist also nur halb unter der Erde. Der Anbau soll ebenerdig zum Rest des Erdgeschosses sein, ca 30qm für einen großzügigen Wohn- Essbereich .

    Was uns nun beschäftigt sind folgende Fragen:

    - soll das ganze als Fertigelement angebracht werden, was gäbe es zu bedenken

    - ein Partykeller darunter wäre toll, muss mit erheblichen Mehrkosten gerechnet werden, wenn der Aushub ja nicht mehr soviel ist?

    - wieviel muss ich für die Isolierung, Stromkabel, Abwasser unter dem Fußboden bedenken? (Es wäre das praktischste, wenn wir den Platz unter dem Anbau nutzen könnten, auch wenn kein Keller gebaut wird. Für Rasenmäher, Fahrräder etc.. Das ist natürlich irgendwann unrealistisch niedrig.)


    Das allerwichtigste aber ist:

    Wie gehe ich am besten vor? Engagiere ich direkt einen Architekten? Oder reicht bei der einfachen Raumaufteilung auch die Handwerker, die es umsetzen sollen? Wahrscheinlich macht es Sinn zuerst einen Statiker zu fragen, wie teuer ist so ein Gutachten?

    Mir fehlt ein Masterplan, an dem ich mich ein bisschen orientieren kann um nicht "über die eigenen Füße zu fallen"..


    Ich hoffe, ich habe nicht zu konfus geschrieben und ich freue mich über jeden Tipp!


    Viele Grüße,

    Suse


    P.S.: das Budget steht übrigens noch nicht fest. In 2023 können wir unseren Hausarbeit neu verhandeln. Ich denke aber 80k sollten nicht unbedingt überstiegen werden. Das Dach und die Fassade natürlich nicht mit eingeschlossen. ;)

  • Mit so einem großspurigen Avatar ist das halt ein Problem.


    Ich würde raten (in der Reihenfolge)

    1. Architekten suchen und den mit der Baubehörde die Zulässigkeit klären lassen - wenn zulässig, dann siehe unten

    2. Bodengutachten machen lassen

    3. Statiker zum Thema Tragfähigekit und Abdichtung befragen

    4. Mit den Ergebnissen den Architekten wieder aufsuchen und den Konzepte entwickeln lassen, Kosteen rechnen lassen und einen Bauantrag stellen lassen (darfst Du eh nicht selber)

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Eine Architektin oder ein Architekt mit Erfahrung bei vergleichbaren Aufgaben sollte die wesentlichen Punkte bereits im ersten Gespräch nennen können. Eine Statikerin oder einen Statiker ihres Vertrauens haben die auch meist. Wie Ralf Dühlmeyer schon schrieb, sollte zuerst die Genehmigungsfähigkeit geprüft werden. Der Rest findet sich dann sehr schnell.


    Was Du mit ...

    ... soll das ganze als Fertigelement angebracht werden ...

    meinst, verstehe ich nicht. Gerade Anbauten sind extrem individuell, so dass dort "fertige" Lösungen noch weniger passen, als woanders.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Großspurig.. hmm.. zuzugeben, das man Hilfe benötigt und sich (mangels Fantasie) dann so einen Avatar gibt ist vielleicht ein spezieller Humor. Muss man ja nicht mögen. ;)


    Bei uns in Löhne gibt es beispielsweise smarthouse. Ein fertiges Modul in einer Halle wetterunabhängig bauen zu lassen um es dann "nur" noch z.b. auf Stelzen o.ä. unterkonstruktion zu stellen, stelle ich mir unkomplizierter vor. Aber wenn ich Bauexperte wäre, würde ich ja auch nicht um Meinungen fragen. :)


    Also doch auf jeden Fall erst einen Architekten fragen. ;) Da wir im Bebauungsplan keine speziellen Vorgaben und die Nachbarn alle angebaut haben, bin ich recht optimistisch.

  • Bei uns in Löhne gibt es beispielsweise smarthouse. Ein fertiges Modul in einer Halle wetterunabhängig bauen zu lassen um es dann "nur" noch z.b. auf Stelzen o.ä. unterkonstruktion zu stellen, stelle ich mir unkomplizierter vor.

    Das ist es - freistehend auf einem mit LKW und großem Autokran gut erreichbaren und leeren Grundstück. Wenn man es allerdings mit einem bestehenden Gebäude verbinden will, stellt sich das etwas anders dar. Es könnte sinnvoll sein, kommt aber auf den konkreten Fall.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • typisches Opfer von RTL2

    "Schnäppchenhaus" bzw. "Bauretter"

    alles ist möglich und das für fast nichts oder umsonst ;)

    Zudem ist es in kürzester Zeit umsetzbar.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Tut mir leid, ich habe einen Job und Haushalt mit Kindern. Die Formate klingen selbsterklärend, aber scheinen zu laufen, wenn ich besseres zu tun habe.

    Ist das bei euch üblich, so miteinander umzugehen?

  • - soll das ganze als Fertigelement angebracht werden, was gäbe es zu bedenken

    - ein Partykeller darunter wäre toll, muss mit erheblichen Mehrkosten gerechnet werden, wenn der Aushub ja nicht mehr soviel ist?

    Fertigelement bzw. aus Fertigteilen kann gehen, muss aber nicht. Grundsätzlich muss man sich hier erst einmal mit dem Bestand auseinandersetzen. Wird dieser zB großzügig geöffnet (Wand weg) um den Anbau anzudocken sind wohl größere bauliche Maßnahmen auch im Bestand von Nöten. Braucht man nur eine Tür wird es da natürlich schon einfacher. In jedem Falle muss man dich mit der Fuge zw. alt und neu auseinandersetzen, wie ist diese dicht zu kriegen usw.


    Zudem braucht es ja eine Unterkellerung, die dann auch wieder an den Altbestand eingedichtet werden muss. Die Unterkellerung kann ich mir jedoch als Fertigteil nicht vorstellen. Insofern stellt sich dann auch die Frage warum man jetzt das System wechseln sollte (Unten gemauert/ Beton, oben Fertigteile).


    Letztendlich würde ich raten direkt zu einem Architekten zu gehen. Letztendlich braucht Ihr den ja sowieso. Normalerweise kann der dann schon sehr schnell sagen was das Ganze wohl in etwa kosten dürfte.

  • Die Formate klingen selbsterklärend, aber scheinen zu laufen, wenn ich besseres zu tun habe.

    Die Formate wie Bauretter und Schnäppchenhäuser sind vor allem daruf angelegt, Zuschauer für die Werbeunterbrechnungen zu gewinnen und zu halten. Die Sender sind halt nicht öffentlich bezahlt, egal wie die Quote ist, sondern müssen sehen, dass sie "Kunden" gewinnen, damit die Werbekunden möglichst viel zahlen.

    Da werden dann auch schon mal tragende Wände als "kann weg" bezeichnet, nur um dann kleinlaut und wenig bildwirksam zurückzurudern und Stahlträger einzuziehen.


    Und genau solch denken "Bauen ist doch ganz einfach, ich kann das (auch)" zeigt sich in Fragen wie den Deinen. Immerhin fragst Du noch vorrher und nicht erst, wenns Kind im Brunnen/dem Fundamentgraben liegt. Das sei mal lobend anerkannt.


    Von daher: Der Rat, einen Planer einzuschalten, ist keine Aquise unsererseits oder ein Nur wir können das, sondern Wissen um die Tücken, die in solchen Formaten eben nicht (ausreichend) gezeigt werden.


    Auch die Tatsache, dass viele Nachbarhäuser Anbauten haben, ist nicht mehr als genau das: ein Hinweis. Das könnten auch alles Schwarzbauten sein oder genehmigt, aber durch eine Bauleitplanung (um eben solchen "Wildwuchs" zu verhindern) mittlerweile nicht mehr zulässig

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Hallo,

    Ja da haben wir Glück. Unser Haus ist fast komplett Quadratisch. :) Der Anbau würde an die Terrassentür kommen. Die Hausmauer ist komplett Plan, da ist nur die jetzige Terrasse, die eh wegkommt. Wir hätten also tatsächlich die Möglichkeit einen rechteckigen fertigen Gebäudeteil "anzudocken", abzudichten und fertig. Da auch die Fassade gemacht werden muss, wäre die Abdichtung sicher auch nicht problematisch. Im Altbestand wären keine Arbeiten nötig außer die Verlegung der Wasserinstallation/ Strom zum Anbau.

    Das Manko ist herbei, dass der Teil des Hauses auf der Rückseite liegt. Der Kran müsste also hoch und weit arbeiten. Und wenn das Haus auf Stelzen stünde hätten wir ca 30qm unnutzbaren Raum im Garten. Das mag nur ein optischer Makel sein, ich fände das aber nicht so toll.

    Mit einem Keller darunter wäre das Problem nicht.

    Aber du hast recht, da wäre ein Fertigelement nicht so geschickt.

    Wir denken da noch die Optionen durch. ;)

    Aber das ist natürlich auch eine preislich Hürde.

  • Da auch die Fassade gemacht werden muss, wäre die Abdichtung sicher auch nicht problematisch

    irrtum ;)

    es gibt probleme, die sind vorher bekannt - und es gibt probleme, die erkennt man hinterher.

    probleme, die es nicht gibt, gibt es nicht. das gilt insbesondere für abdichtungen.

    i.ü. ganz besonders, wenn die abdichtung an einen bestand angeflanscht werden soll.


    die sehr übersichtliche aufgabenstellung - planen und bauen ohne zuviel murks herzustellen - lässt sich hier global überhaupt nicht lösen.

    daher der übliche hinweiscanon: architekt und tragwerksplaner suchen, kammereinträge/versicherung kontrollieren - und go.

    was ggfs. an sonderfachleuten (energie, spezielle energie und bauphysik, baugrund usw.) erforderlich wird, hat der architekt zu beraten.

    ich weiss nicht, ob man arch+ing-verträge für schmalen taler prüfen lassen kann, klingt auch wie mit kanonen auf spatzen .. hat aber seinen grund.


    3. Statiker zum Thema Tragfähigekit und Abdichtung befragen

    abdichtungsplanung ist grundleistung architekt. jaja, sowas kenn ich.

  • abdichtungsplanung ist grundleistung architekt. jaja, sowas kenn ich.

    Wenns eine schwarze Abdichtung reuícht, sollte das der Archi mit dem Bodengutachten hinbekommen.

    Wenns aber ne weisse Wanne werden soll / muss (warum auch immer), dann ist der Statiker drin.


    Aber ICH kenne es nicht anders als das Architekt und Statiker von LP 1 an ZUSAMMENarbeiten, um beiden die Arbeit zu erleichtern. Quasi Ping-Pong.


    wirklich? echt jetzt?

    siehe oben


    Vielleicht war ich mal wieder zu eilig mit meinen Gedanken. Ich hab beim Keller direkt an einen Betonkeller gedacht:
    * Abdichtung an den Altbestand ist einfacher (Fugenbänder)

    * Gründung in der Ex-Baugrube wäre einfacher mit steifen Wand- und Bodenelementen

    Von daher war der Schritt "Weisse Wanne" nur logisch.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Von daher war der Schritt "Weisse Wanne" nur logisch.

    und so rasseln dann viele laien rein.

    meine letzten erfahrungen in der begutachtung/sanierung:

    jeder verlässt sich auf den anderen, peilung hat keiner, wu-rili - das unbekannte wesen, bei all dem die krönung:

    einmal der "architekt" (nicht eingetragen), beim anderen schaden der twp: nicht versichert.

    seitdem: holzauge sei wachsam. das ist eine aktuell relativ neue dimension des wahnsinns.


    btw, wu kann jeder. nicht.

    und wu ist keine grundleistung.

  • ohje.. ich hatte befürchtet, dass das nicht mal eben so entschieden wird. Danke erstmal für die Tipps! :)


    Ich überlege noch eine andere Option durch (ich verzichte auf die große Küche/ mein Mann auf das große Wohnzimmer).. wir haben noch einen Spitzboden, der zumindest Platz für ein Büro hergeben würde. Dann müsste sich das nicht im Wohn- oder Schlafzimmer knubbeln. Allerdings werde ich mich dafür erstmal noch durch diese ganzen Bedingungen durchkämpfen (einfach kann ja jeder). Vielleicht finde ich beim stöbern hier im Forum noch Tipps dazu.


    Viele Grüße,

    Suse