Waschbecken: Riss im Material (nicht oberflächlich)

  • Hallo Bau-Experten,


    in meiner Neubauwohnung hat sich im Waschbecken leider ein sehr unschöner Riss gebildet (war evtl. auch schon bei Einzug da).

    Eine oberflächliche Beschädigung ist nicht vorhanden (keine Macke, kein Riss spürbar), daher keine Außeneinwirkung.


    Da es sich laut Sanitärfirma (wurde von ihr neu bestellt und eingebaut) um keinen Mangel handelt, hat sie den Fall nun zur Prüfung an den Waschtischhersteller weitergeleitet - evtl. Kosten will sie mir weiterberechnen...


    Da der Hersteller den Fall nicht vor Ort gesehen hat, wird er sich der Meinung der Sanitärfirma anschließen, weshalb ich nun gerne wissen würde, ob es sich hierbei tatsächlich um keinen Mangel handelt, oder ob es sich um einen Material-/Herstellerfehler handelt, welcher von der Santärfirma zu beheben wäre.


    Sicherlich gibt es eine DIN-Norm, in welcher die Beschaffenheit des Waschbeckens definiert ist (eine einfache Aussage wird sie wohl nicht überzeugen)?


    Vielen Dank,

    NoWo

  • Neubauwohnung von Nov 2020.

    Sollte es mal irgendwo angeschlagen sein dann eigentlich vor/während der Montage, aber nicht nachdem es montiert wurde (sonst müsste ja ne Macke vorhanden sein)...


    Die Gretchenfrage steht aber noch im Raum: gibt es eine DIN/Norm anhand derer ich der Sanitärfirma sagen kann: "der optische Mangel entspricht nicht der Norm xxx" ?


    Vielen Dank,

    NoWo

  • Neubauwohnung von Nov 2020.

    Du meinst damit also, dass Du die Wohnung 11/2020 bezogen hast? Oder wurde die auch erst 11/2020 fertig gestellt?

    Eigentümer oder Mieter?

    Wenn Eigentümer, was sagt der Unternehmer?

    Wenn Mieter, was sagt der Vermieter?

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • .

    ...

    , aber nicht nachdem es montiert wurde (sonst müsste ja ne Macke vorhanden sein..)

    Das dürfte der entscheidende Irrtum sein.

    Der Sprung kann auch im alleinigen Zugriffsbereich des Wohnungsnutzers entstanden sein, ohne dass irgendwelche "Einschlagkrater" sichtbar sind.

    Die Logik des NoWo würde im Übrigen auch auf die Behauptung der Schuld des Installateurs zutreffen müssen.

    Es ist deshalb eindeutig zu klären, wann und in welchem Verantwortungsbereich der Mangel entstanden ist.

    Um welche Streitsumme handelt es sich eigentlich?




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • de Bakel: 11/2020 bin ich eingezogen, fertig gestellt wurde die Wohnung 08/2020 (Abnahme+Schlüsselübergabe)

    Ich bin Eigentümer und wohne selber in der Wohnung (nicht vermietet).


    Der Unternehmer hat die Reklamation an die Sanitärfirma zur Prüfung und ggf. Behebung weitergeleitet, welche wiederum der Meinung ist, dass der "Riss" innerhalb dem Material (äußerlich nichts spürbar) kein Mangel darstellt (meiner Meinung handelt es sich um einen Material-/Herstellerfehler und versuche das nun der Firma entsprechend klar zu machen - ein Monteur der Sanitärfirma hat es sich vor Ort angeschaut und ist auch der Meinung, dass es nicht mein Fehler sein kann - sein Chef hat es aber nicht vor Ort gesehen und ist da leider anderer Meinung)...


    ThomasMD: leider kann ich nicht sagen, wann der Sprung/Riss aufgetreten ist, da er mir erst nach ein paar Wochen im Zuge der ersten Reinigung aufgefallen ist (da es noch sehr viele andere, dringendere Mängel in der Wohnung gab habe ich die Meldung erstmal ruhen lassen, damit die wichtigsten Dinge zuerst gemacht wurden).

    Streitsumme: 55 EUR + Montage (1 Handwerkerstunde+Anfahrt?) und Entsorgung

  • ...als Laie würde ich sagen, dass ein durch übliche Nutzung entstandener (optischer) Schaden einen Mangel darstellt...

    Ich weiß nur nicht, ab wann ein optischer Schaden auch ein Mangel ist (unter dem Mikroskop gäbe es sicherlich viele "Risse", welche jedoch aufgrund ihrer Größe keinen Mangel darstellen)...

  • Jede Stunde, die sich jemand mit diesem, keineswegs klar abzugrenzenden "Problem" befasst, verdoppelt mindestens die Schadenssumme.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Die Gretchenfrage steht aber noch im Raum: gibt es eine DIN/Norm anhand derer ich der Sanitärfirma sagen kann: "der optische Mangel entspricht nicht der Norm xxx" ?

    Gretchen sagt, eine "DIN" zur Oberflächenbeschaffenheit von Sanitärkeramik gibt es nicht, ist mir zumindest nicht bekannt. Es gibt "nur "Normen in denen ein paar Anforderungen zu Glanz, Farbe, oder Resistenz gegen verschiedene chemische Stoffe festgelegt sind, sie müssen aus hygienischen Gründen porenfrei sein, usw. Ob diese bei Dir Vertragsbestandteil waren, da habe ich so meine Zweifel.


    Es stellt sich somit die Frage, was Du von diesem Produkt hättest erwarten können, und da bin ich der Meinung, dass so ein Fehler nicht zu tolerieren ist. Schwer vorstellbar, dass der Hersteller solche Produkte als "Standard" ausliefert. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Qualitätssicherung so einen Fehler abgenickt hätte.


    Ob der Fehler bereits bei der Montage vorhanden war, oder später erst sichtbar wurde, das wissen wir nicht. Es war keine gute Idee so lange zu warten, Deine Ausrede (es gab wichtigere Dinge) hilft hier nicht, denn so einen Mangel anzuzeigen macht wirklich keinen Aufwand. Es wäre also besser gewesen den Fehler gleich beim Lieferanten anzuzeigen, denn dann hätte man davon ausgehen können, dass der Mangel schon bei Anlieferung/Montage angelegt war. Je mehr Zeit vergeht, um so unwahrscheinlicher wird es, dass das Produkt schon fehlerhaft geliefert wurde, und um so höher die Wahrscheinlichkeit, dass der Fehler durch die Nutzung oder halt im Verantwortungsbereich des Eigentümers entstanden ist.


    Eine äußere Einwirkung kann man anhand des Bildes nicht beurteilen. Es wäre denkbar, dass es dort eine Schwachstelle gab, oder das Wasschbecken verspannt eingebaut wurde, oder was weiß ich, so dass sich der Riss auch bei normaler Nutzung bilden konnte. Vielleicht war er auch schon da und wurde einfach nur übersehen.


    Angesichts des Streitwertes der hier im Raum steht, würde ich mir überlegen, wieviel Energie ich in die Sache stecke. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann hattest Du keinen Vertrag mit dem Handwerker, sondern mit dem Verkäufer der Wohnung. Der Hersteller des Materials ist sowieso außen vor. Vielleicht hast Du aber auch etwas anderes unterschrieben (Abtretung oder was weiß ich). Wichtig wäre, dass Du an der richtigen Stelle intervenierst.

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    .

  • R.B.:

    ok, war echt nicht so schlau, den Fehler erst nach Abarbeitung der dringenden Fehler zu melden (bis dahin dachte ich noch 2 Jahre Zeit wegen Gewährleistung...)


    Der Verkäufer der Wohnung hatte mich bzgl. Details/Sonderwünsche direkt an die entsprechenden Firmen der Gewerke verwiesen - Sonderwünsche wurden direkt von den jeweiligen Firmen in Rechnung gestellt - Bezahlung direkt an die jeweiligen Handwerker-Firmen (der Verkäufer der Wohnung (Bauträger?) hat somit relativ wenig damit zu tun). Vertragspartner somit vermutlich die Handwerkerfirma...

    Mängel-Meldungen gehen an den Verkäufer der Wohnung, welcher wiederum an die entsprechenden Firmen weitermeldet.


    Normen, etc. waren nicht Vertragsbestandteil, lediglich welcher Artikel verbaut werden soll (ich bin davon ausgegangen, dass somit u.a. übliche Beschaffenheit gilt).


    Was würde es denn ungefähr kosten, das Waschbecken von einem Sachverständigen anschauen zu lassen? Ich bin mir sehr sicher, dass er keine unübliche Nutzung bzw. Außeneinwirkung meinerseits feststellen wird. Es gibt auch keinerlei Dinge, die "aus Versehen" auf das Waschbecken hätten fallen können - auch ein "Entlangschrammen" kann aufgrund der Lage ausgeschlossen werden. Denkbar wäre, dass er schon immer da war und nicht bemerkt wurde oder er aufgrund Falscheinbau nach einiger Zeit entstanden ist.

  • Was würde es denn ungefähr kosten, das Waschbecken von einem Sachverständigen anschauen zu lassen?

    Ein Ortstermin - und ohne den dürfte es kaum gehen - kostet mit Sicherheit mehr als

    Streitsumme: 55 EUR + Montage (1 Handwerkerstunde+Anfahrt?) und Entsorgung

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ein 55Euro-Waschtisch ist ein Sonderwunsch?

    Was hätte denn der BZ nach seiner Leistungsbeschreibung eingebaut?




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Wobei die 55 Euro kaum die Kosten des Waschtisches sind, sondern vermutlich der AUFPREIS des ausgesuchten Modells zum Standard-Bauträger-Modell.

    Wer jetzt genau euer Ansprechpartner ist (Bauträger oder Installateur) ist bei der Konstellation zumindest für mich nicht eindeutig zu erkennen.

  • ThomasMD und feelfree: es handelt sich nur um ein Waschbecken, kein Waschtisch (ohne Unterbau). Ist auch kein Sonderwunsch, die 55 Euro (zzgl. Zusatzkosten) habe ich selbst recherchiert (selbes Modell), ein bekannter Hersteller mit "G" am Anfang (ich will hier keine Werbung machen), somit Standard-Bauträger-Modell.


    Da es kein Sonderwunsch ist, wurde diesbezüglich auch nichts abweichendes mit der Sanitärfirma vereinbart - der Mangel wurde zur Begutachtung/Behebung vom Bauträger an die Sanitärfirma weitergegeben, welcher der Meinung ist er müsse es nicht tauschen, da der deutlich erkennbare Riss innerhalb dem Material kein Mangel wäre.

  • welcher der Meinung ist er müsse es nicht tauschen, da der deutlich erkennbare Riss innerhalb dem Material kein Mangel wäre.

    d.h. er hat bereits anerkannt, dass dieser Riss nicht durch äußeren Einfluss während der letzten Monate entstanden sein kann?


    Die Frage ist, ob Du bereit bist, wegen den paar Euro ein Fass aufzumachen. Vielleicht rechnen auch der BT und der Handwerker damit, dass die Sache im Sand verläuft. Diese Taktik hat Methode.


    Solltest Du die Sache weiter verfolgen wollen, dann achte darauf, dass Du keine Formfehler machst. Alle wichtigen Punkte schriftlich, also Brief als Einschreiben (keine Telefonate, eMails o.ä. man glaubt nicht, wie vergesslich manche Menschen sind). Weiterhin kann ich Dir dann nur empfehlen einen Rechtsbeistand hinzuzuziehen. Das kostet Zeit und Geld, und wer am Ende die Zeche bezahlen muss, dass ist ja auch noch nicht sicher.

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  • Mit einem gerissenen Waschtisch oder Handwaschbecken machst Du weder Pro- noch Antiwerbung. Das ist lediglich eine Zustandsfeststellung.

    Unabhängig von Geberit (früher Keramag) bleibt es bei einem für eine Auseinandersetzung mit unklarem Ausgang, völlig ungeeigneten Objekt.




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    M.G.Wetrow

  • ThomasMD


    alles klar, du hast den Hersteller erkannt :) Meiner Meinung nach ein sehr guter Hersteller mit hoher Qualität, aber auch da kann es ja mal einen Herstellerfehler geben...


    R.B.


    im Prinzip hat er nichts anerkannt, sondern lediglich, dass es sich seiner Auffassung nach um keinen Mangel handeln würde (wie er dazu kommt hat er nicht näher angegeben).

    Sein Mitarbeiter, welcher es sich vor Ort angeschaut hatte und Bilder gemacht hat, war allerdings der Meinung, dass es nicht mein Fehler sei, da kein äußerer Kratzer bzw. Delle etc. festzustellen ist (Test mit der Hand / Fingernagel).


    Neben dem falschen Einbau könnte es evtl. auch sein, dass aufgrund dem Neubau noch ein Heben/Senken vom Beton etc. statt gefunden hat und es dadurch evtl. eine Verspannung gab (das ist meine Vermutung)...


    Mir geht es hier ums Prizip: wäre es mein Fehler würde ich den Tausch natürlich auf meine Kosten durchführen lassen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass es nicht mein Fehler ist und somit die Sanitärfirma den Tausch kostenfrei durchführen müsste (oder mir zumindest entgegenkommen könnte, z.B. hälftige Kostenübernahme).


    Ja, Kommunikation nur noch per Mail und wenn er anruft bin ich nicht erreichbar...


    Im Moment hoffe ich noch auf die Einsicht der Sanitärfirma wenn ich ihr zeigen könnte, dass ein optischer Mangel durch sie zu ersetzen ist.


    Da ich aber nicht der Meinung der Sanitärfirma bin, hat sie den Fall zur Prüfung auf meine Kosten dem Hersteller weitergeleitet. Ich hoffe, dass der Hersteller nicht einfach nur die Meinung der Sanitärfirma übernimmt, sondern sich selbst ein Bild vor Ort macht.

  • Auch wenn es ums Prinzip geht - da würde ich mir meine Nerven lieber für wichtigere Dinge aufsparen...

    Nur meine Erfahrung aus inzwischen fast sieben Jahren Rechtsstreit.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Ja, Kommunikation nur noch per Mail und wenn er anruft bin ich nicht erreichbar...

    Aus leidiger Erfahrung, wer schreibt der bleibt, und ein Brief als Einschreiben und mit Unterschrift ist durch nichts zu ersetzen. Insbesondere wenn es um Fristen geht wird gerne mal getrickst, und wie schon geschrieben, eine mail erreicht den Empfänger (angeblich) nicht, Vergesslichkeit usw.

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