Thermische Ausgliederung eines Stockwerks

  • Wir wollen ein Schwarzwaldhaus Bj. 1991 sanieren. Es hat jedoch viel mehr Fläche als aktuell benötigt. Deshalb die Frage, ob es in sinnvoller Weise möglich ist so zu sanieren,

    dass nur das mittlere 1.OG dauerhaft beheizt werden muss?

    Das Haus ist teilunterkellert, und bis ins EG gemauert (Naturstein), 1. und 2. OG sind Fachwerk, insg. 400qm Wohnfläche.

    Danke schonmal für alle Ideen.

  • Nur einzelne Räume oder Bereiche auf 20°+ zu heizen ist doch gerade in größeren, älteren Gebäude völlig üblich.

    Gerade z.B. Schlafzimmer, Flure werden oft gar nicht beheizt, die passive Mitheizung durch Wohnzimmer/Küche/Bad reicht hier idR aus.

    Und da werden die Räume ja auch nich genutzt, 8° will man ja nicht unbedingt im Flur haben evtl.


    Die Energieeinsparung ist ja schon erheblich ob ich auf 22° oder auf 15° heize. GANZ erheblich.


    Auf euren Fall - ihr heizt das 1.OG so dass es euch genehm ist. Im Rest des Hauses nur Frostschutz. Damit werden die Heizkosten im Vergleich zu einer Vollbeheizung ganz erheblich reduziert.


    Aber man darf sich nichts vormachen - das frostfreihalten und ggf auch etwas mehr der restlichen Fläche wird schon auch kosten.

    Dämmen würde sicher etwas, aber nicht die Welt bringen, da ja der Wärmebedarf der unbewohnten Bereiche trotzdem da ist.


    Auch eine Frage des Heizsystems und der Nutzungsverhaltens.

    Wenn man Abends nur den Kaminofen anschürt im Wohnbereich ist es was anders, als wenn ich per FBH den ganzen Tag das restliche Haus mitheize.

  • Deshalb die Frage, ob es in sinnvoller Weise möglich ist so zu sanieren,

    geht es Dir primär um die Sanierung? Oder Fördermittel? oder reale Heizkosten?


    Man kann einzelne Räume oder kompletten Etagen gegenüber dem Rest des Hauses isolieren, und diese Teilbereiche entsprechend wärmedämmen um den Heizwärmebedarf (und Heizkosten) zu reduzieren. In wieweit das sinvoll ist darüber kann man streiten, denn die Hülle wärmedämmen ist normalerweise der bessere Weg. Das lässt sich aber nicht immer so einfach umsetzen, ,Stichwort Fachwerk.


    Reden wir tatsächlich über Baujahr 1991? Da wäre das Haus ja erst 30 Jahre alt.

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  • Und was versteht der TE unter dem Begriff sanieren? Oder eher renovieren?

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • geht es Dir primär um die Sanierung? Oder Fördermittel? oder reale Heizkosten?


    Man kann einzelne Räume oder kompletten Etagen gegenüber dem Rest des Hauses isolieren, und diese Teilbereiche entsprechend wärmedämmen um den Heizwärmebedarf (und Heizkosten) zu reduzieren. In wieweit das sinvoll ist darüber kann man streiten, denn die Hülle wärmedämmen ist normalerweise der bessere Weg. Das lässt sich aber nicht immer so einfach umsetzen, ,Stichwort Fachwerk.


    Reden wir tatsächlich über Baujahr 1991? Da wäre das Haus ja erst 30 Jahre alt.

    Sorry, es sollte Bj. 1911 heißen. Die Gedanken bis hierher sind schon sehr hilfreich! Es wird auf eine Kernsanierung herauslaufen, mir geht es um die Kosten hierfür und den Unterhalt. Auf 1000müM sind die Winter lang und kalt, viele extra qm mit zu beheizen wird teuer und wiederstrebt mir auch für die Umwelt. Fördermittel sollten möglich sein beim Umstieg von Öl auf Pellets, sind aber nicht unsere Motivation für die Sanierung. Diese ist auf jeden Fall nötig, da wurde Jahrzehnte lang nichts gemacht.

  • Sorry, es sollte Bj. 1911 heißen.

    Das habe ich befürchtet. ;)


    mir geht es um die Kosten hierfür und den Unterhalt.

    das kann ich verstehen.

    .........für die Sanierung. Diese ist auf jeden Fall nötig, da wurde Jahrzehnte lang nichts gemacht.


    Gleich vorweg, Du solltest Dich von dem Gedanken verabschieden, dass Du aus diesem Haus quasi einen Neubau bzw. ein Haus auf Neubau-Niveau machen kannst. Ich würde auch die allgegenwärtigen typischen Sanierungsvorschläge einfach beiseite schieben, und mir einmal jemanden holen, der mit so einer Bausubstanz Erfahrung hat und damit umgehen kann.

    Diese Häuser wurden unter ganz anderen Voraussetzungen und mit ganz anderen Ansprüchen gebaut, da wurden nicht U-Werte gerechnet oder eine Raumtemperatur von 20°C vorausgesetzt, oder eine "luftdichte" Hülle, oder was man sonst noch so heute berücksichtigt. Gebaut wurde basierend auf den Erfahrungen der Handwerker, und wie man sieht hat es auch funktioniert.


    Veränderungen an der Substanz oder am Nutzerverhalten können dazu führen, dass dieses Konzept nicht mehr funktioniert, und dann kann es passieren, dass Schäden auftreten.


    Vereinfacht gesagt, jetzt einfach ein paar cm EPS an eine Wand kleben kann kurzfristig die Wärmedämmung verbessern, aber auch in absehbarer Zeit zu Schäden führen.


    beim Umstieg von Öl auf Pellets,

    das halte ich für eine gute Idee, denn Pellets sind günstiger als Heizöl, und Du wirst Einiges an Heizenergie benötigen. Falls Du Spaß am Holzheizen hast, und die Brennholzversorgung gesichert ist, wäre auch eine Kombi mit einem Holzkessel oder ein Kaminofen eine Option. Es gibt halt Tage, da ist es einfach ungemütlich, aber noch nicht so kalt, dass man deswegen das komplette Haus heizen müsste. Auch eine Kombination mit Solarthermie wäre denkbar, auch wenn solche Anlagen meist nicht wirtschaftlich zu betreiben sind. El. Strom zum Heizen, evtl. PV, das kommt hier eher weniger in Frage, sollte man aber trotzdem mit durchrechnen damit man vergleichen kann.

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