Verlegung der Freileitung bei Dachausbau

  • Hallo,

    wir haben vor den Dachboden auszubauen wobei aus einem Kaltdach ein Warmdach wird. Als erster Schritt wird im Sommer das Dach neu gedeckt mit Aufdachdämmung. Im Moment haben wir leider einen "schicken" Dachständer des Stromversorgers auf dem Dach. Wir wären ihn gerne los und hätten auch im Haus ideale Bedingungen für einen Erdkabelanschluss. Da wir mitten in einer Kette an Freileitungen sind stellt sich der Stromanbieter jedoch quer und kalkuliert den Anschluss trotz eigene Baggertätigkeit mit bis zu 30.000 €. Jetzt hab ich durch Zufall rausgefunden, dass der Dachständer nicht in einem Wohnraum sein darf. Er befindet sich derzeit aber genau mitten in unserem zukünftigen Arbeitszimmer. Außerdem ist er ja eine super Kältebrücke bei unserem schönen neu gedämmten Dach. Was mir auch wieder Dr. Google mitteilte und nicht der Dachdecker oder der Techniker des Stromanbieters. Auf Nachfrage beim Stromanbieter meinte der Techniker, dass das verlegen des Ständers super aufwendig und extrem teuer sei (Kostenverzeichnis des Anbieters gibt es natürlich nicht) und wir den Raum praktisch nicht nutzen können. :wall:Kann sich der Stromanbieter so gegen jede Maßnahme verwehren und den Dachausbau somit mehr oder weniger untersagen bzw. die Kosten einfach so hoch ansetzen wie es ihm gefällt. Wenn der Dachbodenausbau wegfällt, kann ich ja auch gleich die ganze Dachsanierung neu planen.

    Hatte irgendwer einen Tipp was wir machen können.

    Viele Grüße

    Maria

  • Da wir mitten in einer Kette an Freileitungen sind stellt sich der Stromanbieter jedoch quer und kalkuliert den Anschluss trotz eigene Baggertätigkeit mit bis zu 30.000 €.

    Das klingt unter den geschilderten Umständen durchaus realistisch, duerfte ja eine halbe Ortsnetz-Reko werden, wenn mehrere Abnehmer betroffen sind.

    Kann sich der Stromanbieter so gegen jede Maßnahme verwehren und den Dachausbau somit mehr oder weniger untersagen bzw. die Kosten einfach so hoch ansetzen wie es ihm gefällt.

    Wieso verwehrt denn der Stromanbieter die Massnahme? Er hat doch anscheindend euch einen Kostenanschlag oder ein Angebot zu der Massnahme unterbreitet?

  • Das ist relativ einfach.


    Eine Umstellung auf Erdleitung kommt wohl wegen der Kosten nicht in Betracht.


    Bleibt ja nur die Neuinstallation eines Dachständers.

    Das muss halt mit dem Planer besprochen werden, eventuell ist ja schon eine temporäre Umverlegung der Freileitung für die Aufsparrendämmung erforderlich.

    Der Standort des Dachständers sollte halt entsprechend geplant werden, etwas Raum wird dort wohl im Raum fehlen wenn es fertig ist.

    Die Kosten sind dem Versorger natürlich zu bezahlen, eine Preisauskunft soll der Planer halt einholen. Werden wohl einige hundert €, bei provisorischer Umlegung natürlich entsprechend mehr.


    Und bitte mal die eigene Einstellung überdenken. Du willst etwas vom Versorger (insbesondere Strom), dann muss man auch die Voraussetzungen dafür zur Verfügung stellen. Und natürlich Kosten Sonderwünsche Geld, warum sollen das alle Stromkunden zahlen, und nicht nur der mit diesen Sonderwünschen?

    Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten. 8o

  • Man könnte vielleicht mal mit den anderen Eigentümern in der Straße sprechen, ob denen eine Ortsnetzumstellung auf Erdkabel genehm wäre und ob sich das nicht zusammen mit dem Netzbetreiber bewerkstelligen ließe. Das kostet zwar erstmal wieder Zeit, aber vielleicht kann nächstes Jahr der Umbau mit einem neuen leistungsstarken Hausanschluss im Keller angegangen werden?




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Hatte eien ähnlichen Fall. Da wurde ein neuer Mast in den Vorgarten gestellt und die Freileitungen umgeschwenkt. Hausanschluß vom Mast runter über Erdkabel. Kosten ca. 4000,- €. Nicht schön, aber günstig.

    Gruß Manni

  • Wäre auch mein Vorschlag gewesen. Der Mast muss dann so stehen, dass er zur Leitungsführung passt, wenn das Haus mitten drin steht. Man hat also nicht unbedingt freie Wahl des Standortes.


    Ich würde vom Versorger mal eine solche Alternative anfragen.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Da wurde ein neuer Mast in den Vorgarten gestellt und die Freileitungen umgeschwenkt.

    Da geht es dann aber schon los...wem gehört der Mast und die Leitungsanlage, wer muss wem welche Dienstbarkeiten gewähren...


    Man könnte vielleicht mal mit den anderen Eigentümern in der Straße sprechen, ob denen eine Ortsnetzumstellung auf Erdkabel genehm wäre und ob sich das nicht zusammen mit dem Netzbetreiber bewerkstelligen ließe.

    Das zieht auch gerne einen Rattenschwanz an Abhängigkeiten nach sich...dort wo das neue Kabel in die Erde kommt, liegt zumeist schon einiges.

  • Danke für die vielen und schnellen Kommentare.

    Also den Traum vom Erdkabel haben wir schon aufgegeben. Es sind wohl auf Grund der Zugrichtung der Leitungen mehrere A-Masten notwendig, die wohl enorm teuer sind (besagte 30.000€). Eine bezahlbare Lösung, wie bei den meisten anderen mit einem Masten, ist wohl nicht möglich. Auch eine allgemeine Erdverkabelung der gesamten Kette ist laut Stromanbieter in den nächsten Jahren auf keinen Fall vorgesehen und einige ältere Anwohner würden auch sicher nicht so einfach mitziehen.

    Unser Problem ist nun vielmehr, dass der Stromversorger jetzt auch noch die Verlegung des Dachständers um einige Meter aus der Mitte des Raumes an den Rand des Hauses und die Anbringung eines geeigneten isolierten Dachständers wegen der Zugrichtung als Drama sieht und wieder mit enormen Kosten droht. Ein Kostenverzeichnis gibt es nicht, weshalb diese auch schwer nachvollziehbar sind. Bei anderen Anbietern hab ich etwas von ca. 1000 € gelesen. Das wäre nicht schön aber okay. Also an der Einstellung liegt es nicht. Es geht grundsätzlich darum, ob wir eine Möglichkeit haben uns gegen überzogene Kosten zu wehren, die meiner Meinung nach auch vorgeschoben werden um jegliche Änderung zu unterbinden. Zum anderen interessiert mich, ob es wirklich so aufwendig ist einen Dachständer um einige Meter zu versetzen, vor allem wenn das Dach eh neu gemacht wird. Grundsätzlich ist bei der jetzigen Lage mit Abtrennung des Dachständers in einen separaten Raum mit den geforderten Maßen der Dachbodenausbau sinnlos.

    Viele Grüße

  • Ohne ausreichend aussagefähige Fotos und Lagepläne ist nicht einmal eine Einschätzung möglich.

    Solche Netzveränderungen sind stark von den Gegebenheiten vor Ort abhängig und in keinem Katalog erfasst.

    Du kannst selbst nicht abschätzen was an den Kosten "überzogen" ist und hast nur die Wahl, auf ein Angebot des Netzbetreibers einzugehen oder alles so belassen wie es ist.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Bei anderen Anbietern hab ich etwas von ca. 1000 € gelesen. Das wäre nicht schön aber okay.

    Das erscheint sehr günstig, selbst unter idealen Bedingungen würde ich mit dem doppelten Betrag rechen, und der Elektriker wird auch noch Geld kosten.


    Bei solchen "Angeboten " muss man immer den Leistungsumfang genau betrachten, und soweit ich Deine Beiträge verstanden habe, scheint das ein etwas schwieriger Fall zu sein. Das macht sich dann auch bei den Kosten bemerkbar.


    Letztendlich gibt es da aber nicht viel Verhandlungsspielraum, Du hast nun mal nur diesen Netzbetreiber.

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  • Zum anderen interessiert mich, ob es wirklich so aufwendig ist einen Dachständer um einige Meter zu versetzen,

    Falls hier noch aussagekräftige Informationen zu den Randbedingungen kommen, können die Statiker gewiss was sagen. Unterschiedliche Feldlängen, infolge der Versetzung des Mstes, sind aber gewiss eine statische Herausforderung.


    Wo Du die 1000 € ausgegraben hast, ist vermutlich Dein Geheimniss. Ich würde da mindestens eine 0 anhängen wollen ;)

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18