Rollstuhlfahrerrampe

  • Es handelt sich um ein öffentliches Gebäude, welches unter Denkmalschutzz steht. Es liegt direkt am Gehweg. Die Rampe liegt im Gehwegbereich. Neben der Rampe ist noch eine zur gefahrlosen Nutzung ausreichende Breite des Gehweges vorhanden. Zudem liegt das Gebäude in einem verkehrsberuhigten Bereich.


    Die Rampe nach DIN 18040-1 dient der barrierefreien Erschließung. Sie wurde mit dem örtlichen Behinderbeirat abgestimmt, so dass die von der DIN abweichende Rampenlänge und -neigung kein Thema mehr sind.


    Zur Diskussion stehen die im Grundrissausschnitt rechts dargestellten zwei Steigungen, zu denen der Behindertenbeirat keine Stellung genommen hat.


    Nach Pkt. 4.3.8.2 DIN 18040-1 darf in Verlängerung der Rampe keine abwärts führende Treppe angeordnet werden.

    Ergibt sich durch die Stufen eine Gefährdung für Rollstuhlfahrer oder andere Nutzer?

    Welche Argumente sprechen für bzw. gegen die bauaufsichtliche Genehmigung einer Abweichung?

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Ergibt sich durch die Stufen eine Gefährdung für Rollstuhlfahrer oder andere Nutzer?

    Das Risiko/die Gefahr liegt darin, dass Rolli/Rollator Nutzer und andere Beweger rollender Transportmittel (die auch die Rampe dankbar nutzen werden) wie Wäschegitterwagen die Rampe hochkommen und die Breite des oberen Podests über-/unterschätzen und direkt die Treppe wieder abwärts nehmen.

    Diese Gefahr ist mehr als nur theoretisch.

    Das Problem ist dann: Wohin mit der Treppe? Kannst Du nicht die Rampe zum einzigen Zugang machen? Die können auch nicht Gehbehinderte nehmen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Kannst Du nicht die Rampe zum einzigen Zugang machen? Die können auch nicht Gehbehinderte nehmen.

    Ja klar. Ist aber nur Plan B.

    Diese Gefahr ist mehr als nur theoretisch.

    Naja, wenn ich mich die Rampe hochquäle, will ich ja in das Gebäude. Warum sollte ich dann an der Tür "vorbeischießen"?

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    5.Mose 27:18

  • Wäre ein Richtung Rampe öffnendes und selbstschließendes Schwingtor eine Lösung? Dann könnten die Treppensteigungen genutzt werden, ein unbeabsichtigter Absturz von Rollifahrern wäre aber nicht möglich.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Das mit Stufe rauf /runter halte ich nicht für zielführend. Dann müsste die oberste Stufe wie ein Podest ausgebildet sein, sonst ist das die perfekte Stolperfalle.

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  • In Der NBauO (??) gibts die Vorschrift, das bei abwärts führenden Treppen zwischen Treppe und Tür/Tor ein min. türbreites Podest liegen muss.

    Das ist aber nur so, wenn die Tür Richtung Treppe aufschlägt.


    Zitat DIN 18065 Tab. 1 Nr. 6.3.4:

    "Eine Treppe darf nicht unmittelbar vor einer Tür enden, die in Richtung der Treppe aufschlägt. In diesem Fall ist zwischen Treppe und Tür Ein Treppenabsatz anzuordnen, der mindestens so tief sein muss, wie die Tür breit ist."


    Hier wäre es ja andersherum.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Wäre ein Richtung Rampe öffnendes und selbstschließendes Schwingtor eine Lösung?

    Ja, prinzipiell denkbar. Nur für mein Empfinden ein bischen zu viel des Guten.

    Die erwartete tatsächliche Nutzung der Rampe liegt bei 1-2 Rollstuhlfahrern im Jahr.

    Dann lieber Plan B und Stufen weglassen ;)


    Es geht mir nicht um mögliche Lösungen sondern eher darum, ob die dargestellte Lösung real eine Gefährdung darstellt oder im Rahmen einer Abweichung genehmigungsfähig sein könnte. Im ersten Fall brauche ich Argumente um mich und den Nutzer und im zweiten Fall um die Bauaufsicht zu überzeugen.

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    5.Mose 27:18

  • Ja, an solchen Kanten besteht eine reale Sturzgefahr, auch für Läufer. Gerade 2 oder 3 Stufen werden oft nicht ausreichend wahrgenommen. Einige europäische Länder verbieten deshalb in ihren Bauordnungen solche "anämischen" Treppen ausdrücklich, bspw. Polen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Hinsichtlich der Stufenzahl ist nichts anderes möglich.

    Durch Rampe/Geländer wird meiner Meinung nach aber auch die Aufmerksamkeit des "gemeinen Smombies" hinreichend gesteigert.

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    5.Mose 27:18

  • Hinsichtlich der Stufenzahl ist nichts anderes möglich.

    Durch Rampe/Geländer wird meiner Meinung nach aber auch die Aufmerksamkeit des "gemeinen Smombies" hinreichend gesteigert.

    Ist das jetzt "Ich will aber keine andere Lösung! Fußaufstampf!"?


    Fragen aus dem 1. Beitrag:

    Ergibt sich durch die Stufen eine Gefährdung für Rollstuhlfahrer oder andere Nutzer?

    Ja, wie mehrere Schreiber festgestellt haben.

    Welche Argumente sprechen für bzw. gegen die bauaufsichtliche Genehmigung einer Abweichung?

    Für nicht viel, dagegen die benannte Gefährdung.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Die zwei Stufen an der rechten Gebäudekante zu beginnen und die Plattform entsprechend zu verbreitern, würde das "Überroll"-Problem entschärfen.

    Diese Idee gefällt mir persönlich sehr. Denn das würde ja das von Ralf Dühlmeyer angesprochene Problem deutlich entschärfen, allerdings nicht komplett ausschalten. Vielleicht kann man auch eine kleine Bodenschwelle mit einplanen Richtung Treppe?

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  • Die zwei Stufen an der rechten Gebäudekante zu beginnen und die Plattform entsprechend zu verbreitern, würde das "Überroll"-Problem entschärfen.

    Ja, keine schlechte Idee.

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    5.Mose 27:18

  • Nicht vergessen; Rutschhemmung beachten. Ramepen für z.B. Rollstühle im Außenbereich R12 nach DIN51130

    It doesn´t make sense to hire smart people and tell them what to do; we hire smart people so they can tell us what to do.

    Steve Jobs

  • Letztendlich ist nur das Podest zu kurz, ein rolli raus, einer rein, könnte Probleme geben. Theoretisch.

    Einfach podest länger, und gut

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Die zwei Stufen an der rechten Gebäudekante zu beginnen und die Plattform entsprechend zu verbreitern, würde das "Überroll"-Problem entschärfen.

    Das wäre genau das gleiche was mir spontan eingefallen ist, als ich den Grundriss gesehen habe. Rollifahrer sind nicht so blöd, die wissen schon wie man sich verhält. Die haben weit schwierigere Situationen zu meistern. Das Podest sollte auf jeden Fall reichen und der Lieferant verliert auch nicht seine Sachen, wenn er sich nicht zu blöd anstellt. Problem gelöst, nächste Aufgabe...



    PS: Was ist denn dieses dunkelschwarze Rechteck?

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Letztendlich ist nur das Podest zu kurz, ein rolli raus, einer rein, könnte Probleme geben. Theoretisch.

    Einfach podest länger, und gut

    Begegnungsverkehr ist auf der Rampe sowieso nicht möglich.

    Die Verlängerung der Rampe entschärft zwar das Ganze, ist formal rechtlich aber keine Lösung. Dazu müssten zwischen Podest und Treppe min. 3 m liegen und das auch nur, wenn hilfsweise Teil 3 der DIN herangezoge wird.

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    5.Mose 27:18