Fugenanschluss Bodenablauf

  • Hallo an alle User vom ExpertenForum,


    ich lese seit geraumer Zeit bei euch mit, jedoch hatte ich bisher keinen Account um mich selbst zu beteiligen.

    Gemeinsam mit meiner Frau haben ich ein EFH gebaut (Beginn August 2019 - "Fertigstellung", bzw. Einzug, August 2020).

    Ich hatte davor keinen Bezug zum Bau und den einzelnen Gewerken, habe mir daher auch in der Bauphase nur nach und nach Gedanken machen können und musste auf die Gewerke und den Architekten/Bauleiter hören und vertrauen.

    Aktuell beschäftigt mich jedoch ein Thema. Fugen. Ich habe Angst das wir Probleme mit Wasser bekommen. Man liest im Internet ja genug über solche Themen. Das ist wie wenn man nach seinen Krankheitssymptomen sucht, meistens hat man Krebs.

    Nun zu meiner eigentlichen Frage. Wir haben zwei Duschen mit Bodenablauf, der Duschbereich ist abgetrennt vom restlichen Estrich und wurde erst im nachhinein vom Fliesenleger eingebaut. In den Estrich kam auch der Ablauf mit rein, es wurde alles soweit abgedichtet wie es sein muss. Das wurde schon ordentlich gemacht. Jedoch habe ich bemerkt das sich manche Silikonfugen etwas lösen und das wird wahrscheinlich schon eine Weile so sein. Vor allem am Übergang der Fliesen zum Bodenablauf (Metallrand), dieser befindet sich etwas abgesenkt und hat dadurch schon eine Neigung wo das Wasser runterlaufen kann.


    Wenn dort nun Wasser eingedrungen ist, wie kann dieses wieder heraus? Was genau bringt die Abdichtung unter den Fliesen, wenn sich dort das Wasser sammeln würde? Kann das über die Mörtelfugen wieder verdunsten? Entschuldigt falls die Frage dumm ist, ich habe bisher nur keine, für mich, schlüssige Antwort im Netz gefunden.


    Noch als Zusatz, ich habe im Keller einen voll gefliesten Raum, der Boden ist ebenfalls abgedichtet, auch um den Abfluss herum. Der komplette Raum wird als Schlachtraum genutzt und hat eine Neigung. Ich habe alles normal verfugt am Boden, bis auf den Übergang zum Bodenablauf. Dort hatte ich vor ein paar Wochen eine Silikonfuge gezogen. Gestern ist mir dann aufgefallen, dass sich diese an einer Seite minimal von der Fliese gelöst hat (nur ein Schlitz, ganz am Rand, ca 1,5cm lang). Ich habe die Silikonfugen rund um den Abfluss nun rausgeschnitten und mit Silikonentferner eingeschmiert, das ich eben alles ablösen und säubern kann. Dort habe ich auch bemerkt, dass sich bereits leicht Wasser gesammelt hat. Ich habe im Internet nun einen Artikel gefunden das man diesen Anschluss auch mit Fugenmörtel machen kann. Mein Bekannter, gelernter Fliesenleger, meinte auch das man es so machen kann. Ist es jedoch sinnvoll? Meine größte Sorge ist, dass irgendwo ein Schaden entsteht und wir das halbe Haus neu machen müssen. Das lässt mir Nachts aktuell keine Ruhe.


    Noch eine kurze Info zur Bausubstanz:


    -Stahlbetonwände und Kalksandstein (UG,EG,OG)

    -Im DG Holzständerbauweise mit OSB und Gipskartonplatten

    -Stahlbetondecken durchgehend

    -Alle Feuchträume + Schlachtraum sind mit Zementestrich


    Vielen Dank vorab an euch!


    Grüße

    Daniel

  • Silikonfugen sind nicht geeigent, um als Abdichtungzu fungieren.


    Sofern aber ein für Verbundabdichtungen geeigneter Ablauf eingebaut und fachgerecht eingedichtet wurde hätte ich keine Bedenken.


    Welcher Einlauf wurde denn eingebaut?

    Gibt es Bilder aus der Bauzeit wo man den Anschluss der Abdichtung sieht?

    Ich habe alles normal verfugt am Boden

    Wie nun? Abdichtung und Fliesen doch nicht vom Fliesenleger gemacht?

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Wie nun? Abdichtung und Fliesen doch nicht vom Fliesenleger gemacht?

    Danke für deine Antwort!


    Das habe ich vergessen zu sagen. Ich habe meinen kompletten Schlachtraum selbst gefliest und abgedichtet. Die Bäder habe ich machen lassen.


    Der Abfluss im Keller ist von Kessel, ich glaube der heißt Ecoguss. Das wurde vom Rohbauer direkt mit eingebaut.

    Die Abläufe in der Dusche sind von Megabad: Drainset komplett, superflache Duschrinne Compact 100 cm mit Abdeckung Zero - MEGABAD


    Auf dem ersten Bild erkennt man den Ablauf im Schlachtraum als ich die Fuge frisch mit Silikon geschlossen habe.

    Das zweite ist der Abfluss als Produktbild.


    Mir gehts eben vor allem um das verhalten vom Wasser. Der Fugenmörtel lässt ja anscheinend auch immer etwas Wasser durch. Und was passiert wenn mal wirklich eine Fuge defekt ist und nicht direkt entdeckt wird.

  • Dieser Beitrag war nur ein Test, weil mein vorheriger noch deaktiviert ist. Wollte nur sehen ob das bei jedem Beitrag der Fall ist und er freigegeben werden muss.

  • Der Fugenmörtel lässt ja anscheinend auch immer etwas Wasser durch.

    Ja, tut er.

    Und was passiert wenn mal wirklich eine Fuge defekt ist und nicht direkt entdeckt wird.

    Das sind keine LITER. Eher Milliliter. Die machen keine Wasserschäden. Wenn also die alternative Abdichtung darunter in takt ist, passiert auch in 20 Jahren nichts.

    Trotzdem sollte man die Silikonfugen im Auge haben. Und bei Bedarf (ca. alle 5 Jahre) erneuern (lassen).

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ja, tut er.

    Das sind keine LITER. Eher Milliliter. Die machen keine Wasserschäden. Wenn also die alternative Abdichtung darunter in takt ist, passiert auch in 20 Jahren nichts.

    Trotzdem sollte man die Silikonfugen im Auge haben. Und bei Bedarf (ca. alle 5 Jahre) erneuern (lassen).

    Hallo Ralf,


    das hört sich schonmal beruhigend an, die Fuge muss dann natürlich auch ausgebessert werden wenn sie sich leicht ablöst oder? Das heißt, ich sollte das schon regelmäßig kontrollieren und ggf. einen Profi einschalten der mir da neue Fugen zieht. Was passiert unter den Fliesen wenn doch mal durch eine kaputte Silikonfuge mehr Wasser eindringen kann?


    Auf dem ersten Bild ist ja der Abfluss im Schlachtraum zu sehen. Kann dort statt dem Silikon auch Fugenmörtel genutzt werden?

  • Was passiert unter den Fliesen wenn doch mal durch eine kaputte Silikonfuge mehr Wasser eindringen kann?

    Wir haben grad unser Bad machen lassen (privat). Stammte noch von den Vorbesitzern. Dusche(Boden) bestand aus 4 dreieckigen Granitplatten mit Gefälle zum Einlauf (mittig), der auch nur mit Silikon abgedichtet war. Keine alternative Abdichtung auf dem Mörtelbett (Estrich auf Trennlage) Plattenfugen (Kehlen) auch nur Silikon. Ich wusste um die Problematik, wusste aber auch, das auf der Betondecke eine bituminöse Abdichtung als Dampfssperre saß und es einen senkrechten Ablauf in den Kriechkeller gab.

    Beim Abbruch zeigte sich der Verbundstrich naß. Die Fläche darunter (Bitumen) trocknete aber nach 3 Tagen ohne weitere Maßnahmen ab. Heizung war abgebaut.


    Da wird also bei vernünftiger alternativer Abdichtung noch viel weniger duchkommen. Quasi 0,0.

    Kann dort statt dem Silikon auch Fugenmörtel genutzt werden?

    Könnte man, ja. Hat man früher nur gemacht (Bis in die 70er). Wird aber noch schneller rausbrechen als Silikon Flnakenabrisse zeigt.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Da wird also bei vernünftiger alternativer Abdichtung noch viel weniger duchkommen. Quasi 0,0.

    Ok, dann muss ich mir da ar nicht so viele Sorgen machen, das hilft mir schonmal sehr!


    Könnte man, ja. Hat man früher nur gemacht (Bis in die 70er). Wird aber noch schneller rausbrechen als Silikon Flnakenabrisse zeigt.

    Was denkst du was in diesem Fall mehr Sinn ergibt? Silikon? Mein Gedanke war, das ich beim Fugenmörtel ja die Lücke sauber füllen könnte. Mit Silikon finde ich es etwas schwieriger wegen der Zweiflankenhaftung, die sollte ja gegeben sein. Oder gibt es bei diesem Thema kein richtig und kein falsch?

    Sorry falls ich zu viele Fragen stelle, seit dem Bau habe ich aber gemerkt das vieles im Stile von "hab ich schon immer so gemacht, deshalb wird das so gemacht" läuft. Und deshalb informiere ich mich lieber detalliert, noch besser wenns direkt von den Profis kommt.

  • Noch eine weitere Frage, macht es Sinn die Fugen zu versiegeln? Oder arbeitet das dann Kontraproduktiv, weil das Wasser darunter nicht mehr austreten kann?

    Bisher war das nie ein Thema wenn ich mit meinem Fliesenleger oder anderen vom Fach gesprochen habe. Im Internet findet man ja aber bekanntlich alles.


    Danke und Grüße
    Daniel

  • Nur die Fugen zu versiegeln wird sicher kaum machbar sein, außer man legt sich mit einer Zahnbürste oder kleinen Pinsel auf den Boden und fummelt das hin. Eine Versiegelung macht per fachlicher Definition auch eine Schicht auf der Oberfläche und somit "dicht". D.h. keine Dampfdiffusion mehr. Es gibt aber Imprägnierungen, wo die Dampfdiffusion zwar etwas eingeschränkt wird, grundsätzlich aber noch vorhanden ist. D.h. Dampfdiffusion noch vorhanden, aber verlangsamt.


    Eigentlich macht das nach meiner Erfahrung nur Sinn, wenn man z.B. einen Bodenbelag wie Naturstein hat, der fleckempfindlich ist. Dann imprägniert man die ganze Fläche. Bei keramischen Fliesen (Feinsteinzeug z.B.) würde ich da eher garnichts machen.


    Und WICHTIG: Versiegelungen beeinflussen die Rutschhemmung des Belages i.d.R. negativ!! Imprägnierungen (fachgerecht ausgeführt!!) nicht.

    It doesn´t make sense to hire smart people and tell them what to do; we hire smart people so they can tell us what to do.

    Steve Jobs