Carport/Hühnerstall Dach, Statik, Fragen

  • Hallo,


    ich bin neu hier und nicht ganz sicher, ob ich hier im richtigen Unterforum gelandet bin.

    Notfalls bitte verschieben, danke!


    Geplant ist ein Hühnerstall. Dazu habe ich mich grob am Aufbau eines Carports orientiert.

    Allerdings habe ich noch nie ein so großes Projekt in Angriff genommen, weshalb ich hier

    meinen "Bauplan" vorstellen möchte. Ich bin mir unsicher, was die Stabilität und

    die Last des Daches (inkl. Schneelast) angeht, die Stärke der verbauten Materialien,

    sowie die Statik der Konstruktion.


    Im Anhang befindet sich eine Grafik mit dem Grundriss meines Vorhabens:



    Für die Dachkonstruktion habe ich leider noch keine Skizze erstellt. Die Maße in den orangefarbenen

    Feldern tun erstmal nichts zur Sache, das werden Querstreben am Boden, um den Volierendraht

    befestigen zu können.


    Geplant ist ein Ziegeldach, abschüssig nach "unten", also vom Weg in Richtung Hühnerhaus.

    Auf jeder Seite soll das Dach einen Überstand von 10 cm haben.

    Dafür würde ich auf jeweils 4 Pfosten (10x10cm, ca. 2m höhe) längs "Sparren" anbringen (8x10cm hochkant, 5,60m länge).

    Darauf würde ich quer eine Lattung (8x10cm hochkant, 4,30m) im Abstand von etwa 55cm montieren.

    Zuletzt würde ich parallel zu den "Sparren" die Dachlatten anbringen, im Abstand von etwa 30cm,

    um am Ende darauf die Ziegel zu verlegen.

    Für die Statik würde ich an allen 4 Ecken des Stalls jeweils 2 Balken im 45° Winkel montieren,

    zusätzlich noch jeweils einen Balken im 45° Winkel an den beiden Pfosten mittig im Stall.

    Um dem ganzen zusätzliche Stabilität zu geben würde ich mit Winkelverbindern und

    Flachverbindern arbeiten.


    Bei der Berechnung dieser Materialien habe ich mich grob an Angaben aus dem Internet gehalten,

    möchte jedoch dazu mal eure Meinung hören, um auf Nummer sicher zu gehen:


    - Habe ich genug Pfosten eingeplant?

    - Haben die Pfosten, Sparren, Latten etc. eine ausreichende Stärke?

    - Ist die Statik ausreichend?

    - Wie groß muss die Neigung des Dachs sein? Ist ein Höhenunterschied von 20 cm ausreichend?

    - Was würdet ihr an der Konstruktion ändern?


    Ich freue mich auf eure Antworten


    Mit freundlichen Grüßen,

    Morphus2

  • Abgesehen davon, dass Du hier keine Statik bekommst, auch nicht mal so ungefähr oder könnte passen oder nicht, sofern Dein Hünhnerstall höher als 1,80 m wird benötigst Du eine Baugenehmigung.


    Falls Du ihn jetzt etwas kleiner machst müssen die übrigen baurechtlichen Regelungen, insbesondere zu den Abstandsflächen, trotzdem beachtet werden.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Statik wird's hier wohl nicht geben, aber mal ganz böse gesagt: wenn's zusammenkracht, müssen nur ein paar Hühner dran glauben. Ich würde allerdings auf ein Dach verzichten, was die kompletten 20m² überdacht, für ein bisschen Hühner-Hobby halte ich das schon fast für einen Overkill.

    Ich würde nur das Hühnerhaus selbst mit einem Dach versehen, da kannst du auch Dachpappe verwenden. Die Voliere würde ich als einfache offene Konstruktion halten ggfs. die Pfosten nur in Einschlagbodenhülsen setzen. Hat den Vorteil, dass Du dir eine Dachkonstruktion sparst, die windanfällig ist und wo irgendwelche Ziegel durch die Gegend fliegen könnten. Und falls Du den Stall mal versetzen willst (weil die Hühner den Boden in kürzester Zeit platt machen) hast Du auch weniger Aufwand. Gegen Greifvögel kannst du entweder ein Netz spannen, oder Du nimmst auch oben den Volierendraht, und lässt den zum Sonnenschutz von Kletterpflanzen bewachsen.

    Der gesunde Verstand ist die bestverteilte Sache der Welt, denn jedermann meint, damit so gut versehen zu sein, dass selbst diejenigen, die in allen übrigen Dingen sehr schwer zu befriedigen sind, doch gewöhnlich nicht mehr Verstand haben wollen, als sie wirklich haben. ~ René Descartes

  • Im Falle von Geflügelpest, muss der Offenstall auch mit einem Dach versehen werden, oder die Hühner müssen im Stall bleiben.

    Dieses Dach kann dann für den überschaubaren Zeitraum auch behelfsmäßig sein.

  • Im Falle von Geflügelpest, muss der Offenstall auch mit einem Dach versehen werden, oder die Hühner müssen im Stall bleiben.

    Dieses Dach kann dann für den überschaubaren Zeitraum auch behelfsmäßig sein.

    Ja, das ist richtig und bei Hobby-Haltung immer wieder ein Ärgernis. Kann man aber in der Tat auch behelfsmäßig einrichten.

    Der gesunde Verstand ist die bestverteilte Sache der Welt, denn jedermann meint, damit so gut versehen zu sein, dass selbst diejenigen, die in allen übrigen Dingen sehr schwer zu befriedigen sind, doch gewöhnlich nicht mehr Verstand haben wollen, als sie wirklich haben. ~ René Descartes

  • Wenn ich das richtig sehe, dann reden wir über 24m² Grundfläche und etwa 50m³ umbauter Raum, verfahrensfrei wird das wohl nicht. Aber selbst wenn es verfahrensfrei wäre, da gibt es trotzdem noch eine Menge zu beachten. Verfahrensfrei bedeutet ja nicht, dass man bauen kann wie man will.


    Warum soll die komplette Fläche überdacht werden? Ich würde nur den linken Bereich inkl. Hühnerstall überdachen. Der Rest bleibt "Freigehege", evtl. mit einem Dach aus Maschendraht als Schutz. Das dürfte die Sache deutlich vereinfachen.


    - Wie groß muss die Neigung des Dachs sein? Ist ein Höhenunterschied von 20 cm ausreichend?

    20cm auf 4,x m Länge, und das bei Dachziegeln, das wird nichts. Ich würde stattdessen mit Trapezblechen arbeiten, 4,x m Länge am Stück, aber selbst da wird eine Mindestdachneigung von 5° "empfohlen". Die Bleche hätten einige Vorteile, geringeres Gewicht, auch bei geringer Dachneigung "dicht", leichter und schneller zu verarbeiten, spart Material, usw. und preisgünstig sind sie auch.


    Zur Statik kann ich jetzt nicht viel sagen, das muss man rechnen. Auf den ersten Blick kommen mir die Maße etwas schwach vor, aber heutzutage werden auch Carportdächer auf Streichhölzer gestellt, und Schneelast gibt es Dank Klimawandel wohl auch nicht mehr. Andererseits haben wir hier 2 Felder mit gesamt gerade mal gut 4m Länge, das könnte passen. Also, einfach rechnen lassen, dann weiß man mehr.


    Ich würde also wie folgt vorgehen.


    1. Konzept überdenken, verfahrensfrei, Baugenehmigung, Abmessungen evtl. verkleinern

    2. Thema Dacheindeckung klären, Holzschutz usw.

    3. Wenn alle Daten/Lasten bekannt sind, Konstruktion rechnen lassen (Fundament nicht vergessen)

    4. Material beschaffen, aufbauen, Hühner einsetzen, beruhigt schlafen

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  • 5. Und nach dem Aufstehen ein gutes Ei zum Frühstück genießen.

  • Für die Statik würde ich an allen 4 Ecken des Stalls jeweils 2 Balken im 45° Winkel montieren,

    zusätzlich noch jeweils einen Balken im 45° Winkel an den beiden Pfosten mittig im Stall.

    Du solltest Diagonalverstrebungen einsetzen, keine Kopfbänder.

    Das Dach sollte ebenfalls ausgesteift werden.

    Um dem ganzen zusätzliche Stabilität zu geben würde ich mit Winkelverbindern und

    Flachverbindern arbeiten.

    Ja warum nicht? Ich empfehle Kammnägel. In jedem Loch.


    20cm auf 4,x m Länge, und das bei Dachziegeln, das wird nichts.

    Das kommt doch auf das Ziel an, dass er erreichen will.

    Das Dach muss ja gar nicht dicht sein. Ein paar Tropfen stören die Hühner nicht.


    "Sparren" anbringen (8x10cm hochkant, 5,60m länge).

    kommt mir VIEL zu wenig vor. ich hab bei meinem ähnlich großen Gartenhaus bei 4m Spannweite 8x14er Sparren verwendet, und mit deutlich weniger Abstand.



    kannst ja mal hier stöbern:

    Gartenschuppen Holzständer, div. Fragen

  • Das Dach muss ja gar nicht dicht sein. Ein paar Tropfen stören die Hühner nicht.

    Das werden mehr als nur ein paar Tropfen. Bei 20cm auf 4,1 bzw. 4,3m, da läuft das Wasser ja fast schon bergauf, wir reden hier von einer Dachneigung von ca. 2,5°. Jede Ziegelreihe hängt oben in der Dachlatte und unten liegt sie auf der darunter liegenden Reihe auf. d.h. jeder einzelne Ziegel hat für sich eine etwas geringere Neigung als das Gesamtdach, bei einem Höhenunterschied von sagen wir mal 1-2cm (je nach Material) ist man da ganz schnell bei "Null" oder gar negativ.

    Hinzu kommt der Mehraufwand für die Dachkonstruktion und das höhere Gewicht (Befestigung, Sog, lassen wir mal beiseite), Verschmutzung usw.


    Ich sehe keinen Vorteil, sondern überwiegend Nachteile. Na ja, ein Vorteil für Dachziegel wäre vielleicht das Prasseln bei Regen, das ist ja bei Blechen etwas lauter, aber ob das die Hühner stört?


    ich würde dem Statiker folgende Hausaufgabe geben.

    - Stützen, Rahmen, Fundament

    - 3 Sparren, Achsabstand ca. 1m, über den Weg, Hühnerstall und von mir aus noch den darunter liegenden Bereich, Länge also max. 4,3m

    - darauf eine handvoll Latten 40x60, Abstand 1m könnte wohl ausreichen, evtl. reichen auch 1,4m je nach Blechstärke

    - darauf dann 2 Bahnen Trapezblech (Deckbreite ca. 1m), DN sagen wir mal 5°

    - Für die Optik kann man außen herum noch ein gekantetes Blech montieren

    - Das Ganze in Rot, grün, Gelb, Lila, oder was den Hühnern so gefällt


    Das Blech kriegt man vielleicht irgendwo als Restposten oder 2. Wahl, aber selbst wenn man den normalen Preis zahlen muss, wird das bei den paar m² nicht teuer, da kostet der Versand oder die Abholung mehr als die Bleche. Zeitaufwand? Ein Zimmerer mit Helfer wäre wohl bis zur Mittagspause fertig mit dem Mini-Dach.


    Das gesparte Geld könnte man dann in Hühnerfutter investieren.

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  • Erstmal vielen Dank für eure Antworten. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass da so viel kommt !

    Dass mir hier niemand die Statik errechnen wird, war mir klar. Da habe ich mich wohl falsch ausgedrückt.

    Ich bitte meine teils fachlich falsche Wortwahl zu entschuldigen.

    Die Sache mit der Baugenehmigung etc. ist erstmal nicht das Problem, ich habe einen guten Freund,

    der mir bei allerlei Rechtlichem und Bürokratischem hilft. Aktuell befindet sich das Projekt noch

    in der groben Planungsphase und es wird wohl noch etwas Dauern, bis wir es in Angriff nehmen.


    Für die Voliere habe ich ein paar Planänderungen vorgenommen:

    Sie soll nach wie vor komplett überdacht werden. Wir haben einen großen Garten und werden

    für die Hühner einen zusätzlichen nicht-überdachten Auslauf einrichten.

    Die Voliere wird auf der langen Seite um etwa einen halben Meter kürzer.

    Allerdings wird das Dach nicht mehr nach "unten", sondern nach "rechts" abschüssig.

    Vorher war die Neigung wirklich sehr gering, ich habe es selbst noch einmal nachgerechnet,

    vielen Dank für die Hinweise!

    Nun ist die eine Seite 2,40m und die andere Seite gerade mal 1,30m hoch. Damit habe ich eine

    Neigung von etwas über 12°. Die selbe Neigung haben wir beim Ziegeldach eines Schuppens,

    welcher absolut frei von Feuchtigkeit ist.

    Aus den 8x10 Balken für die "Dachsparren" und "Konterlattung" werden 8x14.

    Diagonalstreben statt Kopfbänder ist auch notiert!


    Wenn noch jemand Ideen und Einwände hat, immer der damit ! :)

  • Aus den 8x10 Balken für die "Dachsparren" und "Konterlattung" werden 8x14.

    als Konterlattung werden üblicherweise Latten (nicht Balken) bezeichnet, die parallel zu den Sparren überhalb der USB/UDB angebracht werden um eine Hinterlüftung sicherzustellen.

    Die brauchst du eigentlich gar nicht. Du könntest direkt auf die Sparren deine Traglatten aufbringen und da die Dachsteine drauf. Und 8x14 als Traglatte wäre irgendwie... 30x50 oder 40x60 wären übliche Maße. Sparrenabstand?

  • als Konterlattung werden üblicherweise Latten (nicht Balken) bezeichnet, die parallel zu den Sparren überhalb der USB/UDB angebracht werden um eine Hinterlüftung sicherzustellen.

    Die brauchst du eigentlich gar nicht. Du könntest direkt auf die Sparren deine Traglatten aufbringen und da die Dachsteine drauf. Und 8x14 als Traglatte wäre irgendwie... 30x50 oder 40x60 wären übliche Maße. Sparrenabstand?

    Jap, Konterlattung war der falsche Begriff. Ich meinte dann wohl Traglatten.

    Also Sparren Quer, dann Traglatten längs und am Ende Dachlatten parallel zu den Sparren.

    Es werden 4 Sparren verteilt auf insgesamt 5 m Länge. Die Zwischenräumen sind 1,90 , 1,35 und 1,35 (ähnlich Zeichnung s.o.)

    ich bin mir unsicher ob eine Traglatten-Stärke von 50 bzw 60 mm (Abstand ca 65 - 85 cm) ausreichend sind bei einem Zwischenraum von 1,90.

  • Ich kann nicht folgen!


    Sparren liegen im Gefälle / geneigt

    Latten liegen quer zu Sparren, also waagerecht

    Konterlatten liegen quer zu Latten, also geneigt


    Pfetten liegen waagerecht

    Sparren oder Konterlatten liegen quer zu Pfetten, also geneigt

    Latten liegen quer zu Sparren oder Konterlatten, also waagerecht

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ohje, diese Begriffe verwirren mich immer mehr. Ich versuche es nochmal.

    Ich habe 12 Pfosten, 3x4 also. Die lange Seite wird abschüssig.

    Sprich ich brauche 4 Pfetten (Diese habe ich vorher Sparren genannt), welche auf je 3 Pfosten aufliegen.

    Dann kommen die Sparren (vorher Konterlatte genannt) längs im Abstand von etwa 65 - 85 cm.

    Abschließend die Dachlatten, im Abstand von etwa 30cm parallel zu den Pfetten.

  • Ich habe 12 Pfosten, 3x4 also. Die lange Seite wird abschüssig.

    Sprich ich brauche 4 Pfetten (Diese habe ich vorher Sparren genannt), welche auf je 3 Pfosten aufliegen.

    Dann kommen die Sparren (vorher Konterlatte genannt) längs im Abstand von etwa 65 - 85 cm.

    Abschließend die Dachlatten, im Abstand von etwa 30cm parallel zu den Pfetten.

    Klingt soweit plausibel!


    :thumbsup:

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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