Schlitzen im Mauerwerk

  • Hallo zusammen,

    wir haben eine EG Wohnung (4 stöckiges Mehrfamilien Haus) erworben und sind an der Grundsanierung dran inkl. neuer Elektroinstallation.

    Mir geht es um die Elektroinstallation bzw. nachträgliche Schlitzen an tragenden Mauerwerk, um Stromkabel und UP-Dosen zu verlegen. Das Mauerwerk trägt kein Stahlträger (diese befinden sich an Betonsäulen (30-40cm breit, in Bauzeichnung eingezeichnet)

    Es handelt sich um ein KSV Mauerwerk mit 24cm Dicke (laut Bauzeichnung) und auf der anderen Seite ist das Treppenhaus. Bei einer anderen Stelle befindet sich dahinter ein Fitness-Studio.

    Wir werden vorwiegend vertikale Schlitze ziehen (2-3cm) und die UP-Dose hat max 6cm Tiefe.

    Können wir hier bedenkenlos mit der Elektroinstallation anfangen?


    Schöne Grüße
    G Müller

  • Können wir hier bedenkenlos mit der Elektroinstallation anfangen?

    NEIN.


    Ein Elektriker sollte die nach DIN EN ???? (bin zu faul zum blättern) nachweisfreien Schlitze om Mauerwerk kennen. Da Ihr die anscheinend nicht kennt, solllte ihr schon deshalb die Finger davon lassen.


    Die Fragen nach Installationszonen, tragenden und nicht tragenden Wänden (und was einem da so noch alles einfallen könnte) spare ich mir einfach.


    P.S.: Insbesondere horizontale Schlitze können bedenklich sein.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Ein Elektriker sollte die nach DIN EN ???? (bin zu faul zum blättern) nachweisfreien Schlitze om Mauerwerk kennen.

    An den Vorgaben zu Schlitzen hat sich wohl seit der seeligen DIN 1053-.. nichts wesentliches geändert. Dazu finden sich auch zahlreiche Merkblätter bei den Baustoffherstellern, Bsp.:

    DE_MKT_DOC_TEC_ZdB_MB_Schlitze.pdf

    Da Ihr die anscheinend nicht kennt, solllte ihr schon deshalb die Finger davon lassen.

    Die Realität auf der Baustelle weicht gerade im Bereich EFH weit von jeder vorstellbaren Norm ab...

    Die Fragen nach Installationszonen, tragenden und nicht tragenden Wänden (und was einem da so noch alles einfallen könnte) spare ich mir einfach.

    Das könnte man sicher auch noch alles irgendwo in den Einzelnormen nachlesen. Oder in einem der gesammelten Werke, VDE Schriftenreihe Bd. 45 Elektroinstallation in Wohnbauten. z.B.

    Ob man damit zum vollwertigen Elektroinstallateur im Selbststudium wird? Kaum, allerdings traut man sich in der gegenwaertigen Situation auch nicht, dem TE zu empfehlen, einen Elektriker zu holen. Der fehlt dann bloss woanders...

  • Hallo,

    nach einem Gespräch haben wir uns die Normen nochmal angeschaut. Bei einer Wanddicke von 24 sind vertikale 3cm tiefe Schlitze nicht ohne statischen Nachweis machbar. Horizontal sind es 2,5cm bei max 1,25 cm Länge.


    Nur bei der UP-Dose wird die Tiefe größer als 3cm benötigt, leider finde ich keine Aussagen dazu im Merkblatt.


    Zum Thema Schallschutz laut Merkblatt:

    "Aufgrund ihrer zur gesamten Wandfläche kleinen Teilflächen verringern selbst mehrere Steckdosen die resultierende Schalldämmung nur unwesentlich"

    Bei breiten und tiefen Schlitzen kann es sich um bis zu 3 dB reduzieren.


    Brandschutz:

    Wenn die Schlitz in der Norm bleiben reduzieren Sie die Feuerwiderstanddauern nicht.


    "Rest-Wanddicke einschließlich eventueller brandschutztechnischer Bekleidungen, wie z.B. Putz, mindestens 2/3 der erforderlichen Mindestdicke der Wand und nicht weniger als 60 mm betragen"


    Bei Steckdose (6cm) -> 18cm Restwand ohne Putz -> 18/24 = 0,75


    oder sehen wir das gerade falsch?

  • Das ist schon klar Ralf, aber welche üblichen Kabel sind 3cm vom Durchmesser? Das normale 3x1,5-Quadrat NYM ist knapp 1cm - also 2cm Putz drüber sollten schon reichen, oder übersehe ich was?

  • Ja. 5*1,5 ist heute bei der Zimmerverdrahtung öfter als 3 * 1,5 anzutreffen.

    und was folgt daraus?

    Selbst ein 5*2,5 NYM hat nur 10,2 mm Außendurchmesser.


    Das ganze ändert nichts daran, dass

    solllte ihr schon deshalb die Finger davon lassen.

    Einfach mal ein Merkblatt quer lesen, ist gewiss nicht hinreichend.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Selbst ein 5*2,5 NYM hat nur 10,2 mm Außendurchmesser.

    Keine Ahnung, ich habs noch nie nachgemessen. Ich weiß nur, das ich für 5 * 1,5² nicht mehr mit dem 10er Bohrer hinkomme. (Bei 3 * 1,5² reicht er noch)


    Ausserdem ist x * y² nie wirklich gerade (wie Kupferrohrstangen) und schlecht gerade zu machen. Also hilft Dir der Durchmesser nur bedingt.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • sind nur für TK Leitungen vorgeschrieben. Und mal ehrlich - wie oft wechselst Du Deine Eltleitungen aus?

    jährlich :D

    bring ich zur VDE Prüfung und wenn ok, bau ich se wieder ein :sarkasmus::lol:

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Die Schlitze sollten gefälligst mit Fräse gemacht werden, sonst hat man ein Schlachtfeld, denn KS Steine brechen gerne wenn man mit Hammer und Meißel oder Bohrhammer da ran geht. Dann ist nix mehr mit tragend. Fräsen in KS Steine ist nicht lustig und braucht etwas Kraft.


    An der Wand zum Fitnessgedöns würde ich es sein lassen, sonst hat man evtl. den ganzen Tag die Geräusche vom Fitnessgedöns in der Wohnung.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Also die Schlitze werden direkt ins KSV Mauerwerk gefräst. Und die werden maximal 3cm tief sein (darauf werden wir achten) Nur die UP-Dose wird 6cm tief sein.


    Die Stromkabel sind 3*1,5 und teilweise 5*1,5, aber unterscheiden sich von der Dicke nicht viel.


    Die Schlitze werden zugegipst und die Wände zum Schluss verputzt.

    Für EDV-Leitung hat der Elektriker Leerrohre vorgesehen. Zumindest meinte er, dass die Pflicht sind.