Haus bauen bei den Schwiegereltern

  • Hallo zusammen


    Ich hab folgende Situation und bräuchte eure Meinung dazu:


    Meine Schwiegereltern haben mir und meiner Frau angeboten das wir das wir bei ihnen auf dem einem Hof in sehr guter Lage eine sehr Alte Scheune zu einem Wohnhaus umbauen könnten da wir momentan noch zu Miete wohnen. Laut Architekt kostet der Umbau ca. 600.000 (ca.200qm Wohnfläche).


    Mit der Bedingung das falls wir es jemals verkaufen wollen, wir von ihnen nur das tatsächlich investierte Geld also die 600.000 wieder zurückbekommen und die Wert Steigerung und Eigenleistung nicht berücksichtigt wird. Die Scheune würde wir Umsonst erhalten mit der Bedienung das nur meine Frau im Grundbuch steht.


    Was sagt ihr dazu?


    Viele Grüße

  • Alos mal ernsthaft:

    Das Thema hatte ich neulich woanders......


    Lt. deiner Schilderung

    investierst DU und deine Partnerin, 600`000€ in einen Altbau.

    Ihr beide zahlt das zusammen?

    Ihr beide finanziert das zusammen?

    IHR gehört im Whorstcase das invest. (abgesehen von der Bank).

    Wenn ich jetzt nicht falsch liege, dann hast du im schlimmsten Falle 50% des noch offen Darlehens an der Backe, ohne Sicherheiten vom Gebäude und ohne Grundbesitz.

    EInzig, du zahlst Miete oder Pacht, solang du drin wohnst. (ja das klingt blöd) und alle anderen Finanzierungen ect sowie Sicherheiten laufen auf die Partnerin.

    Denn sobald du einen Darlehsnvertrag für den Umbau mit unterschreibst, zahlst du für etwas was du nicht mehr nutzen kannst. und mit in der Haftung.


    (Ich hab jetzt absichtlich alle emotionalen Punkte weggelassen)

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Scheune zu einem Wohnhaus umbauen ...

    Mit der Bedingung das falls wir es jemals verkaufen wollen, wir von ihnen nur das tatsächlich investierte Geld also die 600.000 wieder zurückbekommen und die Wert Steigerung und Eigenleistung nicht berücksichtigt wird. ... Bedienung das nur meine Frau im Grundbuch steht.


    Was sagt ihr dazu?

    autsch!


    Ich würde mich fragen, was mir die Schwiegereltern mit diesem Vorschlag sagen wollen. Oder ich würde dies gleich die Schwiegereltern fragen.


    Mir fallen keine Umstände ein, unter denen ich dieses "Angebot" annehmen würde. Doch, schon, aber unter diesen wäre die Annahme des Angebots später wegen § 138 BGB nichtig.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Würde denn da die Bank überhaupt mitspielen? Mal abgesehen davon, dass so ein Konstrukt alles andere als fair wäre.

    Ich persönlich sehe das eher so wie feelfree... :teufel:

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Was sagt ihr dazu?

    Wozu?


    Wenn die Bedingungen gemeint sind: Warum nicht, wenn man Vertrauen in die Beziehung hat.

    Den Betrag fordern sie bei einem evtl. Verkauf zurück.

    Nein. Ich verstehe das genau umgekehrt. Die (zukünftigen) Bauherren investieren 600.00 €, die sie im Verkaufsfall zurückbekommen. Ohne Verzinsung, Wertsteigerung oder w.a.i.

    Jeder Gewinn oder Inflationsausgleich ginge dann zu Gunsten der Schwiegereltern.

    Zu klären wäre noch, was im Todesfall eines oder beider Schwiegereltern wäre

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Hallo zusammen,


    es ist so das wir die 6000000 investieren würden. Bei einem verkauf würde jeder die Summe zurückbekommen die investiert wurde, z.B. ich würde 300.000 und meine Frau 300.000 investieren, würden wir falls wir dort nicht mehr wohnen wollen jeder diese Summe zurückbekommen, dass würde auch vertraglich so geregelt werden. Die Inflationsrate wird nicht berücksichtigt werden..


    Viele Grüße

  • Na das klingt dann doch nicht ganz so grob wie zunächst vermutet...

    Finde ich auch. Ich bin selber in einem großen Mehrgenerationenhaus aufgewachsen und habe dadurch einiges fürs Leben gelernt. Es ist eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

    Es kann gut klappen und es kommt halt wie überall auf die Umstände und die Beteiligten an.

  • ich versteh es immer noch nicht ganz. Im falle eines Verkaufs, von wem bekommt ihr die 600k und wer trägt oder leistet die Differenz zum tatsächlichen Verkaufspreis? Oder kaufen die Schwiegereltern dann selbst zurück?

    Warum überhaupt diese komische Vereinbarung?

  • Zitat

    Die Scheune würde wir ( = die Tochter ) Umsonst erhalten mit der Bedienung das nur meine Frau im Grundbuch steht.

    Gemeint wohl, das Grundstück oder der noch abzuteilende Teil des Grundstücks, auf dem die Scheune steht, wird von den Eltern im Wege der vorweggenommenen Erbfolge an die Tochter geschenkt.


    Das neue Gebäude folgt dem Eigentum am Grundstück, würde also ebenfalls Alleineigentum der Ehefrau. Ehemann ginge leer aus, darf aber das Darlehen ( mit ) abbezahlen.


    Wie soll die Regelung aussehen, wenn die Ehe in die Brüche gehen sollte und was passiert dann mit dem gemeinsam aufgenommenen Darlehen über 600.000,00 €. Enthaftung Ehemann für die Zukunft und wie, sofern die Ehefrau das Darlehen nicht sollte allein zurückzahlen können ). Ausgleich für den Ehemann, der das Darlehen über Jahre mitgetilgt hat ??? Nur über Zugewinnausgleich?


    Das würde ich nur über eine quotenmäßige Beteiligung am Grundstück mitmachen.


    Beispiel:


    Grundstück hat einen Verkehrswert von 200.000,00 € und das neue Haus einen Wert von 600.000,00 €.


    Ehefrau 5/8 Miteigentumsanteil und Ehemann 3/8 Miteigentumsanteil. Die Eltern erhalten ein Rück- oder Vorkaufsrecht im Falle des Verkaufs. Damit hätte die Eltern doch alles erreicht, was sie wollen: Der Ausgangswert des verschenkten Grundstücks verbliebe in jedem Fall der Tochter.

  • Zitat

    Beispiel:


    Grundstück hat einen Verkehrswert von 200.000,00 € und das neue Haus einen Wert von 600.000,00 €.


    Ehefrau 5/8 Miteigentumsanteil und Ehemann 3/8 Miteigentumsanteil. Die Eltern erhalten ein Rück- oder Vorkaufsrecht im Falle des Verkaufs. Damit hätte die Eltern doch alles erreicht, was sie wollen: Der Ausgangswert des verschenkten Grundstücks verbliebe in jedem Fall der Tochter.

    auch ein gute Idee :thumbsup:


    zu dem Fall Bei einer Scheidung

    Wir(Ich&meine Frau) hatten auch schon die Überlegung über einen Modifizierten Ehe Vertrag. Dabei würde in dem Fall der Scheidung der gezahlte Anteil unter Berücksichtigung der Inflationsrate wieder ausgezahlt werden.


    Sowas ähnliches würden wir auch bei dem Fall eines Verkaufs des Haus anstreben wir zahlen zusammen 600.000 und bei verkauf (geht nur an die Schwiegereltern) sollten die 600.000 mit Inflationsausgleich zurückgezahlt werden, dass wäre aus meiner sicht OK. der Zugewinn wird nicht berücksichtigt

  • Ich würde dringend empfehlen, die gesamte Gestaltung von einem Juristen durchleuchten zu lassen;

    - Das Thema Ehescheidung ist zu klären

    - Das Thema Eigentum (wem gehört das Grundstück) ist zu klären

    - Das Thema Erben ist zu klären und zwar in alle Richtungen (Schwiegereltern an Tochter, Tochter an Dich, Du an Tochter etc etc.) und vor allem auch in Hinblick auf den übrigen Hof.


    Man kann sich viele Konstellationen vorstellen, es gibt ja auch noch so Sachen wie Nießbrauch, Erbbaurecht, man kann auch Erbverträge abschließen, man kann sich überlegen, ob das Thema Erbschaftsteuer im Raum steht und auch da schon anfangen zu gestalten. Vieles ist möglich.

    Nur muss man sich über eine Grundsatzfrage im Klaren werden, die völlig abseits von jeder juristischen Fragestellung erstmal gestellt werden sollte:

    Will ich auf dem Hof der Schwiegereltern wohnen und unter welchen Bedingungen? Beispiel Kinder - natürlich kann das für alle Beteiligten ganz toll sein, wenn Oma und Opa den ganzen Tag da sind. Es kann auch ein Alptraum sein, wenn die Ansichten in Sachen Erziehung auseinander gehen. Bei unseren Nachbarn funktioniert das Modell ganz gut, aber ich kenne auch Fälle, wo so etwas den Beteiligten um die Ohren geflogen ist.

    Der gesunde Verstand ist die bestverteilte Sache der Welt, denn jedermann meint, damit so gut versehen zu sein, dass selbst diejenigen, die in allen übrigen Dingen sehr schwer zu befriedigen sind, doch gewöhnlich nicht mehr Verstand haben wollen, als sie wirklich haben. ~ René Descartes

  • Wenn Deine Frau noch Geschwister hat, sollte vor irgendwelchen Aktionen (Kreditaufnahme/Baubeginn/Grundstückteilung/...) der finazielle Wert des Grundstücks, Stand tt.mm.jjjj festgestellt werden. Durch einen Wertgutachter, nicht durch einen Makler, Immobilienberater oder Familienmitglied /-rat.

    Damit vermeidet man spätere Erbstreitigkeiten.

    Eine Wertentwicklung vom Tag X bis zum Erbfall ist dann leicht zu ermitteln. Hinterher, wenn der Streit da ist, noch was festzusstellen, ist mühsam bis unmöglich.

    Ich hatte das genauso vor ca. 20 Jahren Bekannten von mir geraten. Beim Erbfall vor 2 Jahren, mittlerweile waren neue Lebenspartner und volljährige Kinder da, wurde um den Wert dann gestritten.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Wenn Deine Frau noch Geschwister hat, sollte vor irgendwelchen Aktionen (Kreditaufnahme/Baubeginn/Grundstückteilung/...) der finazielle Wert des Grundstücks, Stand tt.mm.jjjj festgestellt werden. Durch einen Wertgutachter, nicht durch einen Makler, Immobilienberater oder Familienmitglied /-rat.

    Damit vermeidet man spätere Erbstreitigkeiten.

    :thumbsup:

    Wenn es noch Geschwister, oder Erbberechtigte (auch Pflichtteilsberechtigte) geben sollte, dann kann es maximal kompliziert werden. Da kann man beim Schenken sehr viel falsch machen, vor allen Dingen wenn sich die Schenkenden nicht wirklich von diesem Geschenk trennen können (Rückforderungsrechte, oder gar Nießbrauch o.ä.), oder wenn nicht klar geregelt ist, dass die Geschwister ausgeglichen sind, usw.

    Dann ist bei einem Erbfall der Streit vorprogrammiert, und so ein Streit kann lange dauern und heftig werden.


    Das sollte auf jeden Fall geklärt werden, bevor man das Thema Ehevertrag o.ä. in Angriff nimmt. Schenkungen und Erbe fallen nicht in den Zugewinnausgleich, bei den sich daraus ergebenden Gewinnen (Wertsteigerung) sieht die Sache wieder anders aus.


    Da kann ich nur empfehlen, zuerst zusammensetzen und notieren, was man eigentlich möchte, und dann ab damit zu einem Fachanwalt für Familien- und Erbrecht. Nicht auf einen notariellen Vertrag verlassen, denn der Notar ist kein Rechtsberater.

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    .

  • Vor allem, weil Streitigkeiten um Nachgang sehr sehr teuer werden können, da dann zumeist Anwälte ins Spiel kommen. Lieber diese vorher bezahlen und alles klären. Und auch wirklich an unangenehme Dinge denken: Scheidung, Streit, unerwarteter Todesfall,...

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Das schreit förmlich nach externem Sachverstand - also einem Anwalt mit dem man da durchgehen sollte.


    Wenn ich was in meinem Leben gelernt habe, dass viele Dinge nicht so kommen wie man glaubt.


    In diesem Falle:


    - Scheidung

    - Tod eines Ehepartners inkl. Erbregelungen

    - eventuelle Steuerthemen bei "Rückschenkung" oder "Rückverkauf" and die Eltern.

    - Einbeziehung der Bank von Anfang an, um sicherzustellen, dass die mitspielen.


    In Eurem Fall würde ich mir einen fähigen Anwalt leisten, der das von allen Seiten her sauber beleuchtet und sauber dokumentiert / vertraglich fixiert. Und dann werdet Ihr auch noch einen Steuerberater brauchen der die ganzen möglichen Szenarien steuertechnisch bewertet. Das wird der Anwalt nicht machen / dürfen.


    Ich glaube, wie schon von Der Bauamateur erläutert, dass es da viele Möglichkeiten gibt, um den Vorstellungen der Schwiegereltern gerecht zu werden. Wenn klar ist, was die Befürchtungen der Schwiegereltern sind, wird man auch ein vertragliches Konstrukt finden, um diese Befürchtungen auszuräumen.


    Aber wie gesagt - ich habe schon viele Pferde vor der Apotheke kotzen sehen - einige waren meine eigenen. Da denkt man an nichts Böses, die Ehe ist intakt, aber plötzlich stirbt eine der Parteien. Und dann kommen die Steuerbehörden oder die Schwiegereltern...


    LG