Grundstück als Obstwiese ausgewiesen

  • Wir besitzen in Erbengemeinschaft ein ca. 5.000 m/2 großes Grundstück in einem Nachbarort, welches laut Flächennutzungsplan als erhaltenswerte Obstwiese deklariert ist. Da dieses Grundstück seit vielen Jahren brach lag und nicht gepflegt wurde, sind viele Obstbäume kaputt gegangen. Im letzten Jahr haben wir uns entschlossen das stark verwilderte Grundstück auf Vordermann zu bringen und fällten kaputte Bäume und ließen die Fläche von einer Firma mulchen. Jetzt stehen hier noch 5-6 Obstbäume, die auch nicht mehr in allzu gutem Zustand sind.

    Das Grundstück hat zu drei Seiten hin unmittelbare Nachbarn. Der große Garten des Nachbarn unterhalb ist ebenfalls als "erhaltenswerte Obstwiese" ausgewiesen. Die Tochter dieses Nachbarn wollte vor ungefähr 3 Jahren in den Garten der Eltern bauen, was seitens Gemeinde erlaubt worden wäre. Der Bau scheiterte lefigliglich an der Zufahrt, da hierfür andere Nachbarn ihren Felsenkeller aufgeben hätten müssen.

    Ist es möglich, dieses Grundstück als Bauland auszuweisen und wie müssen wir hier vorgehen?

  • Ist es möglich, dieses Grundstück als Bauland auszuweisen und wie müssen wir hier vorgehen?

    Ja.

    Über die politische Schiene. Der Flächennutzungsplan muss durch die Gemeinde geändert werden.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Ja.

    Über die politische Schiene. Der Flächennutzungsplan muss durch die Gemeinde geändert werden.

    Möglicherweise muss nicht nur der Flächennutzungsplan geändert werden. Sofern das Grundstück dem Außenbereich zuzuordnen ist, muss auch ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Die Größe des Grundstücks lässt das erahnen. Ein Lageplan wäre hier zur Beurteilung hilfreich.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • dass hier schon die Begrifflichkeit "erhaltenswerte Obstwiese" verwendet wird, könnte darauf schließen lassen, dass diese Fläche bereits mit einem Bebauungsplan überplant, im Flächennutzungsplan oder einem sonstigen Plan besonders berücksichtigt ist...

    Damit könnten Gründe des Naturschutzes, des Artenschutzes und des ökologischen Ausgleichs entgegenstehen, diese Fläche umzuwandeln.

    Möglicherweise war die von Euch schon durchgeführte Aktion zumindest hinterfragungswürdig...


    Obstbaumwiesen sind häufig der Übergang in den Außenbereich. Damit bestünde dort kein Baurecht für nicht privilegierte Vorhaben.


    Hier müsste man sich in der Tat den Fall im Detail ansehen. Eine pauschale Antwort kann es hier nicht geben.

  • Und dadurch, dass Bäume entfernt werden, wird aus einer ausgewiesenen obstwiese kein Baugrundstück 😳

    Eher dürfte sich eine nachpflanzpflicht ergeben....

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • In Sachsen sind diese Obstbaumwiesen automatisch (per Gesetz) geschützte Biotope - d.h. gerade die "kaputten" Bäume (meist alt und löcherig) darf man nicht einfach so fällen, weil gerade das die Refugien für die geschützten Arten sind. Ich weiß nicht, wie das in Bayern ist, aber die Konsequenz wäre jedenfalls, dass die Bäume nachgepflanzt werden müssen und auch nicht so einfach ein Flächennutzungsplan drüber gepflastert werden kann. Abgesehen davon ist es so, dass man sich genau anschauen muss, wo die Außenbereichsgrenzen entlang gehen. Bei uns geht die bspw. fast direkt hinterm Haus lang, unsere ca. 7.000m² Obstbaumwiese und Wäldchen sind schon komplett Außenbereich und damit ergeben sich weitere Schwierigkeiten (s.o.). Das muss sehr individuell geprüft werden.

    Der gesunde Verstand ist die bestverteilte Sache der Welt, denn jedermann meint, damit so gut versehen zu sein, dass selbst diejenigen, die in allen übrigen Dingen sehr schwer zu befriedigen sind, doch gewöhnlich nicht mehr Verstand haben wollen, als sie wirklich haben. ~ René Descartes

  • Geht auch typisch bayrisch: Einfach in die CSU eintreten, in den Lieblingsverein des Bürgermeisters eintreten und mit ihm gut Kumpel werden. Dann geht das schon...



    ...ist halt etwas zeitaufwendig...

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Geht auch typisch bayrisch: Einfach in die CSU eintreten, in den Lieblingsverein des Bürgermeisters eintreten und mit ihm gut Kumpel werden. Dann geht das schon...



    ...ist halt etwas zeitaufwendig...

    Ersetze CSU durch Freie Wähler oder (nur noch in seltenen Fällen SPD), dann kann`s - je nach Bgm. - hinhauen ...

  • Off-Topic:

    Ich gestehe, ich bin ja nicht so der Nachtreter hier, aber ich hab sehr sehr tief geseufzt als ich von der "Aufräumaktion" im Garten gelesen habe.(Fällen und dann auch noch mulchen) Ach mei, Leute. Seufz

    Zum Bauen wurde im Endeffekt alles schon geschrieben. Nur weils beim Nachbarn eventuell geklappt hätte, muss das nicht heißen, dass es bei Euch auch funktionieren könnte.


    Fragt mal einen Architekten, am besten einen vor Ort. Der kann in den entsprechenden Plänen (Flächennutzungsplan etc.) lesen, kennt meist wie die Gremien in der Umgebung arbeiten und kann Euch weiterhelfen.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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