Scheune Außenbereich Bayern

  • Hallo


    Ich habe vor 5 Jahren den elterlichen kleinen Hof mit Übergabe erhalten.

    Felder ca 20 Hektar, bis auf ca 1 Hektar,waren schon 2-3 Jahre vor Übergabe sowie jetzt verpachtet. Auf dem Hof gibt es große Scheune/Stall, Nebengebäude altes und neues Wohnhaus.


    Jetzt plane ich und meine Frau gerade ein EFH auf dem Hof zu erstellen. Dazu müsste aber die Scheune auf dem Hof weg.


    Jetzt zu meiner Frage/Problem:


    Ich plante eine Scheune im Aussenbereich. Kleiner 100m2. Keine Fundamente. In der Scheune wollte ich einen Teil meiner landwirtschaftliche Maschinen unterstellen. Da ich auf Hof dann massive Platzprobleme habe. Gebaut hätte ich es mit Abbruchmaterial des Stalls. Somit kein neues Material verbraucht.


    Eigentlich für Landwirtschaft kein Problem. Aber ich bin eben kein gelernter Landwirt, lt. Finanzamt "gemischte Landwirtschaft".

    Alles aktuell zumindest verpachtet bis auf ca ein Hektar. Da steht dann im Gesetz was von privilegiert.

    Ich könnte auch wenn ich die 20 Hektar selbst bewirtschafte nicht davon leben. Und Gewinnabsicht, na klar mit Verpachtung möchte ich das natürlich.

    Ich habe aber noch Maschinen mit denen mein Vater das Land bewirtschaftet hatte, diese müsste ich das jetzt verkaufen.

    Da blutet mir jetzt das Herz.


    Auch ja, auf einem Teil des Hektars kultiviere ich Weihnachtsbäume für die Familie/Freunde und nutze es für Gartenabfälle.


    Was gibt es hier für Möglichkeiten?

    Habt ihr Rat?

    Kann man hier mit Landratsamt/Landwirtschaftsamt reden? Oder keine Chance?


    Könnte ich ggf einfach alten Überseecontainer aufstellen? Der wäre ja flexibel.


    Das ganze ist in Bayern.


    Danke schon mal

    Thomas

  • Eigentlich für Landwirtschaft kein Problem. Aber ich bin eben kein gelernter Landwirt, lt. Finanzamt "gemischte Landwirtschaft".

    Alles aktuell zumindest verpachtet bis auf ca ein Hektar. Da steht dann im Gesetz was von privilegiert.

    Ich könnte auch wenn ich die 20 Hektar selbst bewirtschafte nicht davon leben. Und Gewinnabsicht, na klar mit Verpachtung möchte ich das natürlich.

    Die priviligierung wegen Landwirtschaft benötigt einen auf dauer angelegten landwirtschaftlichen betrieb.

    Auch ein nebenerwebsbetrieb kann ein solcher sein.

    Die Entscheidung ist eine Äbwägungssache

    Wie dies urteil zeigt. einen solche abwägungprozeß

    Die unrentable Nebenerwerbslandwirtschaft im Außenbereich | Rechtslupe

    Als Nichtjurist:

    Dein verpachtetes Land wird derzeit von einem anderen landwirtschaftlichen betrieb genutzt. die priviliegierung ist nicht zwangläufig an Eigentum gebunden.

    Du bist bis auf den eine Hektar Verpächter, für den verbleibenden hektar wirst du nur schwer iene landwirtschaftlich Nutzung (Sonderkultur wären Weihnachtsbäume) gelten machen können.

    Landwirtschaftlich gebäude im Aussenbereich müssen dem landwirtschaftlichen betrieb dienen und führen meist zu einer Stellungnahme durch das landwirtschaftsamt.

    Hier gelang es nebenerwerbsforstwirt nur mit Mühe und Augenzudrücken iene Scheune für die bearbeitung seinenr forstwirtschaftlichen Produkte (Brennholz) genhmigt zu bekommen. Es ist Ortrandlage aber dort beginnt landschaftsschutzgebiet.

    Ohne Landwirtschaftlichen bezug ist deine geplannte Scheune eine Garage

    Ich nehme mal an das du innerorts wohnst. Wie schaut es den bei dir aus gibts keine leeren Scheunen/ Ställe in der Umgebung die man zum Unterstellen für wenig geld nutzen könnte.

  • Klingt für mich eher so, als gäbe es keine Privilegierung mehr. Einfamilienhaus dürfte auch schwierig werden. Neue Scheune oder Überseecontainer auch.

    Ich könnte mir hier am ehesten eine Nutzungsänderung der bestehenden Scheune zu Wohn- und (je nach Größe) anderen Zwecken vorstellen.

    So etwas klärt man am besten mit einem Vorbescheidsantrag.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Vorbescheid EFH läuft gerade.

    Ist aber nur Formsache, gegen Bebauung spricht nichts.

  • Danke für die Infos.

    Ja nach leerer Halle oder Scheune schaue ich mich gerade um.

    Eigene wäre mir natürlich lieber

    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: Zitat und Antwort voneinander getrennt.

  • naja, er will ja eine neue Scheune im Außenbereich bauen, weil er im Innenbereich den Platz für Wohnzwecke braucht.

    Und da schauts er mau aus würd ich sagen.


    Du kannst die Geräte natürlich auf deinen verbleibenden ha stellen... oder?

  • Ach jetzt hab ichs verstanden


    Der Hof selber ist im Ort. Dor ist geplant, den Stall/Scheune zum teil abreisen und eine EFH dafür hinsetzen.

    Für die Lw.Geräte soll dann im AUßenbereich ein Gerätestadel/Scheune hin.


    Ich muss bisschen raten.

    1. Ich glaube nicht, das es einen unterschied macht ob der Grundbesitz verpachtet ist oder nicht. Er kannja Jederzeit die Pacht auslaufen lassen und selbst was anbauen. Daher würde ich dort nochmal nachhacken.


    2. Scheunen für LW.Geräte sind soweit ich das noch weis, Nur ein Problem, wenn der Standort schlecht ist. Also verhandlungssache und Auswahlsache.

    Vorallem würde ich da beide Anträge gleichzeitig stellen. Dann erkennnen die Genehmigungsbehörden den Sinn dahinter. So ein Feldstadel verschwindet selten wenn er jungen Baujahres ist. der LW-Verband kann dir da bestimmt fachkundigere Hilfe geben.


    3. Ist das mit dem Abriss genehmigt? gab hier neulich ein Projekt, wo ein Abriss nicht möglich war.


    4. Hüte dich vor ungeahnten Kosten. Ein Landwirtschaftliches Anwesen in private Nutzung zu überführen freut das Finanzamt zu gerne.

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • 1. Ich glaube nicht, das es einen unterschied macht ob der Grundbesitz verpachtet ist oder nicht. Er kannja Jederzeit die Pacht auslaufen lassen und selbst was anbauen. Daher würde ich dort nochmal nachhacken.

    Nachhaltig Dauerhaft und der ist zur zeit nicht. ich schließe keine pachtverträge unter 5 Jahre und ich hab überwiegend pachtfläche.

    Das wäre dann in fünf jahren. deswegen hatte ich ja die Urteilserläuterung verlinkt.

    Er wäre nachweispflichtig. So mancher mit pferdchen halten ist da schon auf die schnauze oder aus allen wolken gefallen.

    Mit bayrischen Landrecht ma manches gehen wenn an der grenze ist auch.

    Wenns danns mal später um weitergeben kann aber dann unliebsame Überaschungen geben.

    Geht eigentlich immer noch was mit solar, dies führte hier zu stadelchen verschandlung. Solar braucht aber wieder erschließung.

  • 1. Ich glaube nicht, das es einen unterschied macht ob der Grundbesitz verpachtet ist oder nicht. Er kannja Jederzeit die Pacht auslaufen lassen und selbst was anbauen. Daher würde ich dort nochmal nachhacken.


    2. Scheunen für LW.Geräte sind soweit ich das noch weis, Nur ein Problem, wenn der Standort schlecht ist. Also verhandlungssache und Auswahlsache.

    Vorallem würde ich da beide Anträge gleichzeitig stellen. Dann erkennnen die Genehmigungsbehörden den Sinn dahinter. So ein Feldstadel verschwindet selten wenn er jungen Baujahres ist. der LW-Verband kann dir da bestimmt fachkundigere Hilfe geben.


    3. Ist das mit dem Abriss genehmigt? gab hier neulich ein Projekt, wo ein Abriss nicht möglich war.


    4. Hüte dich vor ungeahnten Kosten. Ein Landwirtschaftliches Anwesen in private Nutzung zu überführen freut das Finanzamt zu gerne.

    1. sh. weisduwas - so einfach Pacht zurücknehmen ist meistens nicht.


    2. ein aufgegebener Betrieb hat keine baurechtliche Privilegierung mehr, um eine neue Scheune für nicht mehr benötigte Maschinen im Außenbereich zu bauen.


    3. das ist selten ein Problem.


    4. ist kein Problem, solange der Betrieb verpachtet ist. Das Grundstück für das neue Haus muss aber möglicherweise aus dem Betriebsvermögen entnommen werden.

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  • 2. ein aufgegebener Betrieb hat keine baurechtliche Privilegierung mehr, um eine neue Scheune für nicht mehr benötigte Maschinen im Außenbereich zu bauen.

    4. ist kein Problem, solange der Betrieb verpachtet ist. Das Grundstück für das neue Haus muss aber möglicherweise aus dem Betriebsvermögen entnommen werden.

    Von Aufgegebenen Betrieb hab ich nichts gelesen. Er wurde "Übergeben" an den TE.

    Und soweit ich das richtig gelesen habe, wurden nur die Acker&Wiesenflächen verpachtet, das Betriebsgelände selber nicht.

    Genau, Der Stall und sein Grund kann hier dazugehören.

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  • Auf dem Hof gibt es große Scheune/Stall, Nebengebäude altes und neues Wohnhaus.

    d.h. zu den bestehenden 2 Wohnhäusern soll jetzt noch ein drittes hinzu kommen?

    Wie werden die beiden vorhandenen Wohnhäuser genutzt?


    Dein Vorhaben stelle ich mir selbst bei einem aktiven landwirtschaftlichen Betrieb schon schwierig vor, denn bereits da kann man nicht beliebig viele Wohnhäuser auf das Grundstück stellen.

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  • Steuerrecht dürfte hier weniger ein Problem sein. Wohnbebauung bei landwirtschaftlichen Betrieben, ist ähnlich wie bei Gewerbeflächen, nicht uneingeschränkt möglich. Ich denke es steht im BauGB, da ist bei Neubau bzw. Nutzungsänderung von 2 oder 3 Wohnungen die Rede, müsste ich nachlesen. Es gibt ja noch weitere Anforderungen, wie Nutzung durch Eigentümer und Nachkommen etc. aber das dürfte beim TE ja erfüllt sein.


    Praktischer Fall aus dem Bekanntenkreis, da wurde ein Anbau an das Haus für den einen Sohn (führt die Landwirtschaft weiter) problemlos genehmigt, im Haus selbst gab es bereits 2 "Wohnungen", von denen aber nur eine genutzt wurde, als die beiden jüngeren Kinder auch auf dem Grundstück bauen wollten wurde dies abgelehnt. Sie haben dann in der Nähe auf "normalen" Baugrundstücken gebaut. Was genau da mit Anträgen etc. ablief, das weiß ich jetzt nicht, könnte ich aber nachfragen.


    Ähnlich bei meinem Onkel, als der das Grundstück mit allem drum und dran übernommen hat. Bestand war ein altes Wohnhaus sowie ein Gewerbegebäude mit einer großen Wohnung drauf, sowie Scheune(n) und Stall. Dann sollte eine Scheune durch ein neues Wohnhaus ersetzt werden. Das wurde nur genehmigt, weil das "alte" Wohnhaus abgerissen wurde. Dort entstanden dann Garagen. Am Ende waren es dann wieder 2 Gebäude mit Wohn- bzw. gemischter Nutzung.

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  • . Nutzungsänderung von 2 oder 3 Wohnungen die Rede, müsste ich nachlesen. Es gibt ja noch weitere Anforderungen, wie Nutzung durch Eigentümer und Nachkommen etc

    ja, aber doch nur wenn der Betrieb im Außenbereich ist.

    Der Hof des TE ist jedoch im Innenbereich, damit §34, nicht §35 BauGB.


    Damit gehts nach Art und Maß der baulichen Nutzung, da würde es mich sehr überraschen, wenn ein Wohngebäude im DOrfgebiet nicht genehmigungsfähig wäre.

  • wenn ein Wohngebäude im DOrfgebiet nicht genehmigungsfähig wäre.

    Nicht 1 Gebäude, sondern da stehen dann 3 Wohnhäuser und Nebengebäude auf dem ehemals landwirtschaftlich genutzten Grundstück.

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  • Das zweite von mir oben genannte Beispiel war auch im Ortskern. Da musste das "alte" Gebäude weichen damit das neue gebaut werden durfte.

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  • Hallo zusammen
    zunächst danke für die vielen Tipps, Hinweise und auch kritischen Hinterfragungen

    Muss kurz aufklären.
    Meine Eltern hatten seinerzeit ein Ersatzwohnhaus auf dem Betriebsgelände gebaut. Das alte Haus mit (teils) angebauter Stallung ist seitdem unbewohnt.
    Ich, meine Frau und Junior wohnen in eigener Wohnung im selben Haus.

    Das alte Haus/Stallung/Scheune müsste dann für das EFH weichen. Sonst klappt es mit Platz nicht.
    Was den Abbruch angeht sehe ich und Architekt kein Problem, ebenso ist es steuerlich geklärt und baurechtlich sehen wir auch kein Problem.

    Einziges Problem ist der verlorene Platz beim Abriss. Die Hoffläche ist dann leider nicht mehr soo groß um noch eine zusätzliche Abstellhalle zu errichten. Zumindest nicht unter Einhaltung der Abstandsgrenzen etc. da das bleibende Nebengebäude bereits Grenzbebauung ist.
    Möglichkeit sehe ich noch statt eine Doppelgarage eine Doppelgarage + Traktorgarage zu bauen.
    Und/oder an das Nebengebäude einen kleinen Anbau unter Einhaltung der Grenzabstände (aber sieht halt entsprechend aus)

    Meine kleine Christbaumkultur, ebenso wie die Überlegung einen kleinen Fischweiher anzulegen sind alles natürlich nur Hobby.
    "Arbeit" habe ich mit dem kleinen Wald im Moment.
    Aber ich weiß nicht was in 2, 5 oder 10 Jahren ist. Falls mal die Pachtverträge nicht verlängert werden oder oder
    Das stinkt mir halt...dass ich nicht mal kleinen Schuppen für paar Geräte bauen kann. Für den Fall dass ich es in 5 Jahre wieder aktiv brauche bzw. nutze ich alles ja aktuell nur nicht sehr intensiv :(