Holzbalkendecke: Sanierung und Aufbau

  • Hallo Experten,


    ich besitze in Georgien ein zweigeschössiges Haus (260qm bewohnbare Fläche), nicht unterkellert mit unausgebautem Dachboden. Das Haus ist massiv gebaut. Die Deckenhöhe beträgt im Erdgeschoss 2.80m, im Obergeschoss 3.60m. Das Baujahr ist unbekannt, vermutlich in den Achzigern.

    Das Haus besitzt Holzbalkendecken, da in Georgien Betondecken bis dato eher unüblich sind. Ich lasse das Haus derzeit sanieren, Zentralheizung, neue Fenster und Fassadendämmung.


    Jetzt möchte ich auch die Böden neu bzw. teilweise neu aufbauen. Im folgenden eine kurze Bestandsaufnahme:


    Auf den massiven und gut erhaltenen Holzbalken befindet sich eine Lage vernagelter Dielen in sehr gutem Zustand. Von unten wurden Sperrholzplatten an die Balken genagelt. Fehlboden oder ein Blindboden sind nicht ausgeführt. Die Hohlräume zwischen den Balken sind vollständig ungedämmt und auch nicht beschwert, d.h. auf den unteren Sperrholzplatten liegt keine Schüttung oder Material auf. Die Sperrholzplatten sind mit einer Stofflage überspannt und gestrichen. An den Deckenkanten sind Stuckelemente angebracht.

    Der ganze Boden federt beim Begehen, und durch fehlende Dämmung kann man sich zwischen den Geschossen ganz gut unterhalten ;-)


    Ich möchte den Boden jetzt teilweise neu aufbauen, die Dielen sollen erhalten bleiben. Etwas problematisch sind die begrenzten Möglichkeiten bezüglich des Baumaterials, es ist nicht alles zu bekommen, was in Deutschland überall zu beschaffen ist.


    Ich möchte eine akustische und thermische Isolierung erreichen. Als Nutzbelag sind Fertigparkett und Laminatböden vorgesehen.


    Als Material stehen zur Verfügung: OSB-Platten, Gipskartonplatten von Knauf, Sperrholzplatten. Fertigteilestrich-Platten aus Gipsfaser sowie Trockenschüttungen sind nicht erhältlich. Verdichtete Dämmplatten aus Mineral- und Glaswolle (als Trittschalldämmung?) sind zu beschaffen (Technonicol), sowie weiche Glas- und Mineralwolle von Knauf.


    Habt Ihr eine Empfehlung, wie der Boden neu aufgebaut werden könnte? Wie kann ich den Boden nivellieren?


    Die oberste Geschossdecke ist gleichermaßen aufgebaut und begehbar. Das Dach aus Aluminiumblech besitzt keine Dämmung. Hier könnte eine Dämmung der Decke von oben ausgeführt werden.


    Daneben besitzt das Haus auch einen balkonartigen Anbau für die Küche und Badezimmer. Der Boden ist in diesem Fall aus stahlverstärktem Beton. Auch hier stellt sich die Frage, wie eine Dämmung erreicht werden kann. Fließestrich ist zwar zu bekommen, aber auch hier sind die Möglichkeiten eher begrenzt.


    Für das nicht unterkellerte Erdgeschoss wurde eine Betonschicht direkt auf die Bodenplatte gegossen. Das alte Parkett (Holzwurmbefall) habe ich vollständig entfernt.


    Vielen Dank schon vorab für Eure Hilfe...

  • Der ganze Boden federt beim Begehen,

    Da solltest Du vorab prüfen lassen, welche Last überhaupt möglich ist, oder ob die Balken verstärkt werden müssen. Sonst läufst Du Gefahr, dass bei einem entsprechend schweren Aufbau die Decke durchhängt.


    Ich würde den Balkenzwischenraum mit einfacher Glaswolle dämmen, das liefert eine gute Wärmedämmung, obwohl die bei der Zwischendecke zwischen beheizten Räumen nicht notwendig wäre, und verhindert (reduziert) eine Schallausbreitung innerhalb der Hohlräume zwischen den Balken. Zur Luftschalldämmung durch die Decke hindurch, insbesondere bei tiefen Frequenzen, trägt diese Glaswolle eher weniger bei.

    Den Aufbau auf der Decke muss man aber davon abhängig machen, was man an Last auf die Decke packen darf.


    Die Beplankung auf der Unterseite würde ich abhängen, und somit etwas von den Balken entkoppeln. Bei 2,8m Raumhöhe sollte das noch vertretbar sein.


    Wie man das nun hinsichtlich Material und Schichtdicken genau aufbaut, das kann man so pauschal nicht sagen. Zuerst mal schauen was möglich wäre.

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  • Vielen Dank für die schnelle Antwort.


    Beispiel Raum (5.5m x 6m):


    Balkenlage: 25cm x 12 cm im Abstand von ca. 75 cm


    Auf den Dielen lagen alte Holzfaser-Platten (20mm) auf. Die Federung ist vor allem in der Raummitte zu spüren, wohl durch beschädigte Dielen bedingt, die ausgetauscht werden.

    Natürlich sollte der Aufbau so leicht wie möglich sein. Mein erster Gedanke war Fertigteilestrich mit Trockenschüttung für die Nivellierung. Letztere ist aber nicht erhältlich.


    Ich hatte vor, die Decken mit Gipskartonplatten abzuhängen, auch vor allem für eingelassene Beleuchtungstechnik.


    Am einfachsten wäre eine Dämmung der Balkenzwischenräume wohl von unten, wenn ich die Dielen nicht enfernen möchte.


    Sollten die Dielen auch zusätzlich noch verschraubt werden?

  • Auf den massiven und gut erhaltenen Holzbalken befindet sich eine Lage vernagelter Dielen in sehr gutem Zustand.

    Auf den Dielen lagen alte Holzfaser-Platten (20mm) auf. Die Federung ist vor allem in der Raummitte zu spüren, wohl durch beschädigte Dielen bedingt, die ausgetauscht werden.

    Sehr guter Zustand und beschädigte Dielen in Raummitte? Das passt doch irgendwie nicht so ganz... Welche Stärken haben denn die Dielenbretter?

  • In den Bereichen, wo der Dielenboden federt, wurden die Dielen (i.a. durchgängig über die gesamte Raumbreite) zersägt, und durch kurze Teilstücke ersetzt (leider nicht von Balken zu Balken). Es sollte wohl an Material gespart werden, oder es waren keine Dielen entsprechender Länge verfügbar.


    An diesen Stellen würde ich die Dielen durch neue entsprechender Länge ersetzen.


    Die Dielen haben eine Stärke von 35mm.


    Sorry für die unpräzise Beschreibung...