Alte Lüftungsschächte in Küche schließen

  • Hallo zusammen,


    wir haben uns in der Eigentumswohnung bei der neuen Küche für einen Umluft-Abzug entschieden, weil der Belüftungsschacht in der Außenwand laut Küchenbauer einen zu kleinen Querschnitt hat.

    Die beiden Belüftungsschächte (einer auf ca. 30cm für Zuluft, einer auf ca. 2m für die Abluft) haben einen Querschnitt von ca. 12x6cm, gehen komplett durch die ca. 30cm starke Außenwand und sind aus Blech mit brauner Oberfläche. Von außen ist ein Gitter drauf.


    Nun möchte ich die beiden Schächte von innen schließen, um Kälte/Wärmebrücken zu reduzieren.

    Ganz zurückbauen darf ich nicht, weil die Fassade Gemeinschaftseigentum ist.


    Hier ein Bild (hab leider kein besseres gerade):

    Bild


    Wie würdet ihr das anstellen?


    Die Oberschicht soll vermutlich Tapete werden, wobei der untere Schacht sowieso von Schrank und Blende verdeckt sein wird.


    Danke schon mal!

  • Kleine Korrektur:

    Die Schächte sind aus Kunststoff, nicht aus Blech!


    Ich werf jetzt einfach mal paar Methoden in den Raum

    - Bauschaum?

    - Schlitzputz / Leichtmörtel?

    - Einen etwas kleiner geschnittenen Leichtbetonstein + Bauschaum / Silikon für die Fugen?


    Was hält denn dauerhaft auf dem Kunststoff und bleibt dicht?

  • Weil der Querschnitt zu klein ist, wollt Ihr ihn ganz schließen?

    Warum nicht mit einem Adapter auf den Anschluss reduzieren und mit der geringeren, aber immerhin realisierbaren Abluftmenge leben?

    Meine Haube braucht eigentlich d=150. Ich habe aber nur eine DN 100 Dachdurchführung. Merken würden wir es nur bei Stufe 3. Mehr als Stufe 1 haben wir noch nie gebraucht.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Weil der Querschnitt zu klein ist, wollt Ihr ihn ganz schließen?

    Warum nicht mit einem Adapter auf den Anschluss reduzieren und mit der geringeren, aber immerhin realisierbaren Abluftmenge leben?

    Mir haben zwei Küchenbauer gesagt, Reduzierung sei nicht zulässig.

    Und laut würde es noch dazu.

  • Auch wenn mechanische Lüftung nicht mein Fachgebiet ist,

    Mir haben zwei Küchenbauer gesagt, Reduzierung sei nicht zulässig.

    schon mal kritisch nachgefragt, warum es "nicht zulässig" ist?


    P.S.: Hört sich für mich nach "typisch" Elektriker an - mein Hauptfeind am Bau ;)

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • der grund ist vermutlich einfach: in der installationsanleitung der haube steht der erforderliche querschnitt drin. Und wenn der nicht eingehalten werden kann, schliesst der küchenbauer nicht an, alleine schon um spätere reklamationen auszuschliessen.

  • der grund ist vermutlich einfach: in der installationsanleitung der haube steht der erforderliche querschnitt drin. Und wenn der nicht eingehalten werden kann, schliesst der küchenbauer nicht an, alleine schon um spätere reklamationen auszuschliessen.

    Da könnte man dann über eine entsprechende Bedenkenanmeldung und Anweisung des Bauherren auch einen "wirksamen" Haftungsausschuss herbei führen.


    Die Begründung "ist nicht zulässig" ist für mich aber stets anrüchig.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Meine Haube braucht eigentlich d=150. Ich habe aber nur eine DN 100 Dachdurchführung.

    Bei mir ähnlich. Haube braucht D=150, aber Deckendurchführung in Spitzboden ist nur 100mm. Dann wieder 150. Funktioniert einwandfrei. Lautstärke auch nicht schlechter als die Umlufthaube meiner Eltern.

    Gruß Manni

  • Warum nicht mit einem Adapter auf den Anschluss reduzieren und......

    Das wäre auch mein Ansatz. Die Empfehlungen der Hersteller basieren darauf, dass die Leistungsdaten in den technischen Unterlagen nur unter bestimmten Rahmenbedingungen erreicht werden. Dazu gehören dann Querschnitt und Leitungslänge (Druckverlust). Meist finden sich in den technischen Unterlagen auch entsprechende Diagramme.


    Der Küchenbauer hat natürlich ein Problem wenn er davon abweicht, denn genau betrachtet wäre sein Werk dann mangelhaft. Als Kunde habe ich eine Dunstabzugshaube mit Montage bestellt, die in Stufe x einen Durchsatz von y m³/h erzielen soll, ein sicherer Betrieb muss sowieso gewährleistet sein. Ich könne also darauf bestehen, dass so geliefert wird wie bestellt.


    Ich würde mich aber fragen, ob ich für ein EFH wirklich den maximalen (zugesicherten) Durchsatz benötige. Praktisch wird man das in einem EFH nie benötigen. Nebenbei bemerkt, die Abluft muss auch irgendwie wieder in den Raum nachströmen.

    Hier wäre auch anzumerken, dass sich die Empfehlungen ändern, während man "früher" mit bis zu 10 und mehr Luftwechsel/h gerechnet hat, nimmt man heute eher nur 6 Luftwechsel/h. Diese Empfehlungen sind zudem mit einer entsprechenden Bandbreite behaftet.

    Wie groß ist dann der Einfluss des Querschnitts bei den in EFH eher kurzen Strecken? Ob die Dunstabzugshaube dann 600m³/h leisten kann oder nur 550m³/h (Zahlen jetzt willkürlich gewählt), das hat auf die praktische Funktionen keinen Einfluss. Solche Unterschiede ergeben sich bereits zwischen neuen und entsprechend genutzten Filtern.


    Zur Schallentwicklung wäre noch zu sagen, dass diese nicht nur vom Querschnitt abhängig ist, sondern insbesondere auch von der Anzahl der Bögen, Art des Rohres (Flex/Wellrohr), usw.


    Ach ja, bei einem höheren Druckverlust müsste man auch mit einer etwas höheren el. Leistungsaufnahme rechnen, das spielt aber in meinen Augen nur eine geringe Rolle, da so eine Dunstabzugshaube in einem EFH nur kurzzeitig in Betrieb ist (ist ja keine Industrieküche ).

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  • Danke für Eure Meinungen soweit, das bringt mich wirklich ins Grübeln, ob Umluft die richtige Entscheidung ist - v.a. weil ich eine abgehängte Decke will, wo die erhöhte Luftfeuchtigkeit beim Umluftabzug ja vermutlich noch kritischer ist.


    Werde mal mit dem Küchenbauer reden. Wenn ich richtig recherchiert habe, kann man die bei mir geplante Dunstabzugshaube auch für Abluft verwenden.


    Habe heute auch noch bisschen in einem Küchenforum mitgelesen und dort spricht sich die Mehrheit trotz kleinerem Querschnitt auch für Abluft aus. Einige mahnen und warnen aber, dass so eine Reduktion wegen des Luftrückstaus bis hin zur Überlastung und Brand des Dunstabzugs führen kann. Das klingt jetzt auch nicht so witzig.

  • Einige mahnen und warnen aber, dass so eine Reduktion wegen des Luftrückstaus bis hin zur Überlastung und Brand des Dunstabzugs führen kann. Das klingt jetzt auch nicht so witzig.

    Dafür gibt es keine technische Begründung. Der Luftdurchsatz wird zwar reduziert, aber da staut sich nichts zurück, schon gar nicht in so einer Menge, dass es zu einer Überlastung kommen könnte. Einfach mal schauen, wie solche Adapter aufgebaut sind (sein sollten).


    Ich würde jetzt auch nicht auf die Idee kommen und eine Dunstabzugshaube mit 1.000m³/h an ein DN50 Röhrchen hängen, vielleicht auch noch mit einem Dutzend Bögen über eine Strecke von 30m. Das ginge mit Ansage in die Hose. Man muss aber nicht immer in Extremen denken.


    Einfach mal in die technischen Unterlagen schauen, da sollten sich alle notwendigen Informationen finden. Die Druckverluste über die Abluftrohre kann man ja rechnen, und dann sieht man was möglich ist. Ich habe eine Dunstabzugshaube sogar an einem Flachkanal mit ca. 60mm Höhe (100er oder 125er, das weiß ich jetzt nicht mehr). Auf der kurzen Strecke nach draußen, knapp 4m, ist das gar kein Problem. Es gibt also noch etwas zwischen Schwarz und Weiß.

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