WDVS u-Wert verbessern - Problem

  • Mich erwischt grad ein Thema, das in ein paar Jahren richtig massiv werden dürfte. Altes PS WDVS.

    Bauherr hat ein MFH mit einem WDVS aus PS d = 10 cm. Soweit, so schlecht. Das soll in nächster Zeit (2021) verbessert werden. Zugelassene Systeme zur Aufdopplung kenne ICH nicht.

    Also alles runter (und ein Miwo WDVS drauf) Und da ist das Problem. Wie entsorgen? PS Dämmung ist ja im Dachbereich schon ein Thema, aber im Fassadenbereich? Mit Kleber, Armierung und Putz, vermutlich kunstharzgebundener Putz =o

    Kennt Ihr ne Entsorgungslösung?

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ein WDVS mit 10 cm Dämmung abreißen und z.B. 14 oder 16 cm wieder draufpappen ist ökonomischer und ökologischer Unfug. Ich würde das ablehnen.


    Zugelassene Systeme zur Aufdoppelung scheint es aber zu geben, siehe hier und hier. Gibt bestimmt noch mehr.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Zugelassene Systeme zur Aufdopplung kenne ICH nicht.

    Es gibt inzwischen mehrere. Die meisten großen Anbieter haben eines im Sortiment.

    PS Dämmung ... vermutlich kunstharzgebundener Putz =o Kennt Ihr ne Entsorgungslösung?

    Ja, den lokalen Entsorger.

    Ein WDVS mit 10 cm Dämmung abreißen und z.B. 14 oder 16 cm wieder draufpappen ist ökonomischer und ökologischer Unfug. Ich würde das ablehnen.

    :thumbsup:


    dito! Wenn dann gleich 20 cm oder noch mehr, aber auch das wäre ökonomisch kaum sinnvoll.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Geplant sind 18 cm WLG 035, also quasi eine Verdopplung der Dämmung (bei alt 10 cm WLG 040 oder schlechter). Ökonomisch zählt hier nicht, der Bauherr ist im positiven Sinne dämmverückt.

    Aber danke für den Aufdopplungstipp.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ensthafte Frage? Mit einer Aufdoppelung kommst Du vielleicht von 0,4 auf 0,2 W/m²K, während Du bei der Dämmung eines ungedämmten Gebäudes z.B. von 1,2 auf 0,4 kommst.

    Die Aufdoppelung verringert den Wert also nur noch um 0,2W/m²K.
    Noch deutlicher wird's dir vielleicht, wenn Du ein gut gedämmtes Gebäude nochmal aufdoppeln willst, also von 20cm auf 40cm Dämmung und dabei von 0,2W/²K auf 0,1W/m²K kommst. Würde keiner machen, weil es sich weder ökologisch nohc ökonomisch rechnet.

  • Das die Wärmedämmung nicht linear mit der Dämmstärke ansteigt, ist schon klar. Aber meine Frage ging ja um die Aufdopplung vs. Erstdämmung. Verschnitt, Bruch, übriggebliebene Stoffe (überschrittene Topfzeit z.B.) bleiben gleich. So what? Nur An- und Abfahrt fielen doppelt an

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Verklebung und Standsicherheit des Altsystems?

    Brandschutz des aufgedoppelten Systems?

    Den "Masern" auf der Fassade nach wohl gedübelt (das alte)

    Brandschutz ist nach Zulassung der Aufdopplung herzustellen. Die 10 cm waren die "magische Grenze" Bis 10 cm PS war ohne Brandriegel (Sturz oder umlaufend) möglich

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Nach dieser Berechnung kann man die Energieeinsparung abschätzen. Für das ungedämmte Haus steht das Beispiel da. Es sind ~ 100 kWh/m²a.


    Für Dein BV dürften die Zahlen etwa so aussehen:

    U vorh ~ 0,31 W/m²K

    U gepl. ~ 0,18 W/m²K


    Die jährliche Energieeinsparung beträgt also 0,13*84 ~ 11 kWh/m².


    Nach Angaben der Mineralwollindustrie werden je m³ Miwo-Dämmung 150-500 kWh Energie benötigt. Nehmen wir also den ungefähren Mittelwert 300 kWh, ergeben sich 30 kWh für 10 cm. Dazu kommen Kleber, Putz, aufgewendete Energie für Transport/Fahrten der Materalien und am Bau Beteiligten usw.


    Wie viele Jahre soll das dauern, bis sich die graue Energie amortisiert hat?

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Wer weiß schon, wie zukünftig die Winter werden?

    Keiner weiß das mit absoluter Sicherheit, aber innerhlab der nächsten 20 Jahre wird es nach Ansicht der meisten Wissenschaftler Temperaturanstiege geben, die sich im Bereich 1-2K bewegen, also eine Dämmung nicht überflüssig machen.


    Allein die Energieaufwand für die Herstellung der druckfesten Mineralwolle für WDVS beträgt ca. 700kWh pro m³.

    Die muss man erstmal einsparen in den nächsten 20-30 Jahren ! Sonst macht es auch ökologisch keinen Sinn aufzudoppeln.

    Die Ökobilanz der Gesamtmaßnahme dürfte weiterhin noch deutlich schlechter sein, weil es ja nicht nur die Herstellung alleine ist.

  • Eure Überlegungen zu Ökonomie und Ökologie in allen Ehren, aber der Bauherr will/wünscht es SO (und der ist auch nicht doof) und ich bin weder Missionar noch Erzieher. Sondern Umsetzungshelfer.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Eure Überlegungen zu Ökonomie und Ökologie in allen Ehren, aber der Bauherr will/wünscht es SO (und der ist auch nicht doof) und ich bin weder Missionar noch Erzieher. Sondern Umsetzungshelfer.

    ist ja auch in Ordnung, jeder soll so wie er meint.

    Aber ich dachte immer das Selbstverständnis der Architekten wäre mehr wie Umsetzungshelfer, sondern würde allumfassend beraten und auch andere Aspekte als die Wünsche des Bauherrn berücksichtigen (z.B. Gestalterische, Städtebauliche, ...)


    Ich fand die Aussage daher

    der Bauherr ist im positiven Sinne dämmverückt

    zu unreflektiert, weil was soll daran positiv sein? Zuviel Dämmung kann genauso "schlecht" sein (bezogen auf die ökologische Aspekte) wie zu wenig.

  • aber der Bauherr will/wünscht es SO und ich bin weder Missionar noch Erzieher. Sondern Umsetzungshelfer.

    Ich stelle mir gerade vor, ein Bauherr schlägt hier im Forum auf, der seinen selbst gemalten (suboptimalen) Grundriss verwirklicht haben möchte. Ich vermute, "Dann such dir halt einen Stempelaugust" wäre noch das Netteste was er hier zu lesen bekäme. Aber jetzt weiß man wenigstens, wo man einen solchen findet :P

  • ..."Dann such dir halt einen Stempelaugust"...

    Dazu müsste man den abgedroschenen Spruch "Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich" bringen.


    Einen selbstgebastelten Grundriss gesundbeten ist etwas grundsätzlich anderes, als einem Bauherrn seinen, vermeintlich übertriebenen Dämmwunsch zu verwehren.


    Wenn es Dein Anspruch ist, dass Architekten jeden ökonomisch/ökologischen Unsinn ablehnen sollten, müssten sie die meisten freistehenden Einfamilienhäuser ablehnen zu planen und zu bauen. Soviel Prokopf-Wohnraum wie jetzt hatten die Deutschen noch nie.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Eure Überlegungen zu Ökonomie und Ökologie in allen Ehren, aber der Bauherr will/wünscht es SO (und der ist auch nicht doof) und ich bin weder Missionar noch Erzieher. Sondern Umsetzungshelfer.

    Hätte die Frage ein anderer gestellt, kämen aber genau von Dir die Gegenargumente!

  • Nein, beides. Dann nämlich, wenn die Energie, die für das Herstellen der Aufdoppelung aufgebracht wird, innerhalb der nächsten xx Jahre nicht wieder eingespart werden kann.

    Genau. Und genau deshalb ist auch die EnEV / GEG sowie KfW-Förderprogramme absoluter Schwachsinn.

    Mit einer z.B. 10 cm Dämmung verbessere ich den U-Wert um ein Vielfaches und die Zusatzarbeiten halten sich meist finanziell in Grenzen.

    Bei den gesetzlich geforderten Werten (oder noch schlimmer bei KfW) muss ich die Dämmstärke erheblich erhöhen, was sich aber letztendlich den Dämmwert nur verhältnismäßig wenig verbessert. Die Kosten für Zusatzmaßnahmen (Fallrohre versetzen, etc.) sind aber erheblich höher.


    Gruß

  • Beraten - JA Diktator - NEIN

    finde ich auch richtig ! Ich kritisiere auch überhaupt nicht, dass du das für den Bauherrn so umsetzt, in keinster Weise.


    Ich - bitte korrigiere mich wenn ich falsch liege - hatte nur den Eindruck, dass du selbst den Dämmwahn des Bauherrn gut findest ("im positiven Sinne").

    Auch das ist eine legitime Meinung, die aber meiner Meinung nach falsch ist. Und das zu sagen, denke ich, gehört zur Diskussionskultur in diesem Forum.


    Cheers!

  • Eure Überlegungen zu Ökonomie und Ökologie in allen Ehren, aber der Bauherr will/wünscht es SO (und der ist auch nicht doof) und ich bin weder Missionar noch Erzieher. Sondern Umsetzungshelfer.

    Wenn man sich auf den Baustellen so umschaut, scheint es recht viele Architekten mit dieser Einstellung zu geben. Meine Erwartungen an einen Architekten

    sind da deutlich andere. Frei nach dem Motto "der Bauherr bekommt alles, was er will - und wenn es noch so ein Schwachsinn ist". Hauptsache

    die Kasse stimmt hinterher.


    Gruß

  • Dazu müsste man den abgedroschenen Spruch "Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich" bringen.

    Dazu passt Dein nachstehender Satz:

    Wenn es Dein Anspruch ist, dass Architekten jeden ökonomisch/ökologischen Unsinn ablehnen sollten, müssten sie die meisten freistehenden Einfamilienhäuser ablehnen zu planen und zu bauen.

    Dass die Aufdopplung ökonomischer und ökologischer/energetischer Unsinn ist, steht ja wohl außer Frage. Die Wohnverhältnisse verbessern sich auch nicht im Gegensatz zum freistehenden EFH. Was könnte also der Sinn dieser Maßnahme sein? Außer Dämmwahn befriedigen fällt mir da nichts ein.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • wenn ich mich recht erinnere, schrieb dühli von wdvs mit masern.

    lesen, verstehen, tellerand und so .. aber a bissi bashing is a ganz nett, dafür hat´s ja haare zum herbeiziehen :P