Lastverteilung 1,5 Tonnen mit Pfostenträger

  • Hallo liebe Experten,


    folgendes Problem besteht:


    Stahlbetondecke von 1955 mit Holzaufbau.
    Stahlbetondecke, in unregelmäßigen Abständen liegen Balken mit Holzkeilen versucht in Waage zu bringen.
    Dort quer drauf sind Dielen genagelt.
    Im Zuge der ersten Renovierung wurden 20mm OSB Platten mit Nut auf den Dielen verschraubt.
    Oben drauf Klicklaminat alles Top :-)


    Es soll ein Aquarium (1000 L ) 180 x 80 x 70 cm aufgestellt werden.


    Dies wiegt mit allem drum und dran ungefähr 1,5 Tonnen.
    Einfach eine große OSB Platte zur Lastverteilung und dann Ytongsteine als Stützpfeiler wird auf dem "Holzaufbau" bestimmt zu wackelig.


    Ich hatte vor 100 mm Löcher in allen vier Ecken sowie mittig vorn und hinten in den Fußboden zu bohren so das man die Betondecke sieht.
    Dort wollte ich denn verstellbare Pfostenträger 80 x 80 mm auf die Betondecke schrauben.
    Die Pfostenträger sollen 49 kN aushalten, das sollte also 4,9 Tonnen sein.


    Über die obere Platte der Pfostenträger wollte ich eine vorgebohrte 20mm OSB Platte stülpen (Gewindestangen gucken oben durch die OSB Platte).
    Die neue OSB Platte soll die Last vom vorhandenen alten Fußbodenaufbau abfangen.
    Ytongpfeiler jeweils links, rechts und mittig über den Pfostenträgern stellen und dort dann das Aquarium mit Siebdruckplatte drauf.


    Kann das funktionieren ?


    Alternativ statt Ytongsteinen einen Holzrahmen aus Brettschichtholz 100 x 80 mm über alle 6 Pfostenträger und dann den aufbau mit selbigem Holz.


    Vielen Dank für das lesen dieser doch etwas längeren Frage.
    Bleibt gesund!

  • und die hält diese Last von ca. 1to / m² aus?

    Noch dazu als 4x Punktlast ?

    Erfahrungsgemäß nicht einmal ansatzweise, wie ich aus Sanierungen von Gebäuden dieser Zeit weiß. Die Lastverteilung dieser Decken ist meist sehr kritisch, die Tragfähigkeit der Decken an sich aber auch.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Vielen Dank für Eure Zahlreichen Antworten!


    Definitiv keine Hohlsteine, es ist Stahlbeton mit Stahlmatten.


    Im Nebenzimmer steht mittig im Raum ein 600 Liter Aquarium auf Ytong mit 20mm OSB Platte drunter.

    Gleicher Fußbodenaufbau nur ohne meine Idee mit den Pfostenträgern.


    Es steht seit 10 Jahren dort ohne Probleme und es ist im EG darunter keine Wand.


    Das neue 1000 Liter Aquarium soll das alte ersetzen, aber in einem anderen Raum stehen.


    Es wird direkt an einer Wand stehen, in der Etage darunter steht genau dort auch die Wand.


    Die rechnerische Deckenlast ist zweifelsfrei überschritten, das aber auch schon bei meinem alten 500 Liter Aquarium.


    Dieses steht auf 130 x 70 cm OSB Platte auf dem Holzboden (Aufbau oben beschrieben).


    Durchbrechen wird da bestimmt nichts, hatte zwei 500L Regentonnen gefüllt, zwar nur wenige Tage zum testen aber ich vertraue meiner Stahlbetondecke jetzt mal.


    Ist die Verteilung auf 6 Pfostenträgern Punktuell schlimmer als einfach auf dem Holzfußboden aufzubauen?


    Es wären ja "nur" 250 kg pro Pfostenträger an Gewicht.


    Oder bei 8 Pfostenträger nur 187,5 kg.


    Ok sind trozdem nur 1,44m2 Stellfläche.


    Angenommen die Decke hält das Gewicht, spricht dann etwas gegen die Verstellbaren Pfostenträger um den Holzbodenaufbau zu entlasten?


    Nochmals herzliche Grüße und Vielen Dank!

  • Die rechnerische Deckenlast ist zweifelsfrei überschritten

    zweifelsfrei. so, so ..

    du hast bestimmt in die deckenberechnung geschaut, vorhandene bewehrung freigelegt und zur sicherheit noch a bisserl rumgerechnet - weißt jetzt zweifelsfrei, daß die decke überlastet ist und willst ihr jetzt den rest geben ;)

  • Alles nicht so einfach....


    Man könnte es ja auch im EG aufstellen und im Keller darunter Stahlstützen stellen oder eine Wand mauern.

    Sowas ist später mal geplant mit einem 3000 Liter Becken.


    Aber noch ist die EG Wohnung belegt,... und das ist auch gut so :thumbsup:


    Parkdecks werden zum teil auch nur mit 350kg/qm erstellt für Kfz mit bis zu 2,5 Tonnen.

    Oder ich denke an die alte Gusseiserne Badewanne auf vier filigran geschwungenen Eisenfüßchen..

  • Dann muss ich ja auf Nachrichten aus Hannover acht geben. Steht bestimmt bald wieder was drin, mit Decke eingebrochen und so... ;)

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Parkdecks werden zum teil auch nur mit 350kg/qm erstellt für Kfz mit bis zu 2,5 Tonnen.

    Oder ich denke an die alte Gusseiserne Badewanne auf vier filigran geschwungenen Eisenfüßchen..

    Bei ersterem geht es nur um die Lastweiterleitung, bei letzterer um 4 kN, verteilt auf vier Füßchen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Die Wand mit einbinden? Ich hab sowas mal gemacht, ganz hasenfüßig bei einem 250l Becken. Also einerseits Auflager in der Wand, andererseits breites Auflager am Boden ( Schrank, selbst gebaut).

    Allerdings ist bei 50er Jahre Häuschen die Mauersteinqualität häufig nicht so exorbitant hoch, bei mir warens nämlich Sandsteinblöcke.


    Hab ich mir einen befreundeten Statiker besprochen. Ähnliches würde ich Dir auch empfehlen: Hol Dir einen Statiker, telefoniere rum. Evtl hat der auch noch die eine oder andere gute kreative Idee.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Nur mal so am Rande bemerkt,


    Die Verkehrslast in Wohnhäusern liegt im Neubau doch so bei 250kg/m²?!

    In Altbauten kann man davon ausgehen das dies deutlich weniger ist.

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Die Verkehrslast in Wohnhäusern liegt im Neubau doch so bei 250kg/m²?!

    Nein, für Stahlbetondecken gelten 150 kg/m² (Volksmund), heute 1,5 kN/m², früher 150 kp/m², und die seit sehr langem. Einen Trennwandzuschlag muss man nicht ansetzen, wenn die Lasten auch leichter Trennwände direkt angesetzt werden.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Nur mal so am Rande bemerkt,


    Die Verkehrslast in Wohnhäusern liegt im Neubau doch so bei 250kg/m²?!

    In Altbauten kann man davon ausgehen das dies deutlich weniger ist.

    Nein, das ist in aller Regel nicht richtig.


    Nach DIN EN 1991-1-1/NA, Tab. 6.1DE gilt für Wohn- und Aufenthaltsräume entweder Kategorie A2 mit 150 kg/m² oder Kategorie A3 mit 200 kg/m². Wo bei die Wahl der konkreten Kategorie von der Deckenkonstruktion abhängt. A2 gilt grundsätzlich immer, A3 dann, wenn die Decke keine ausreichende Querverteilung der Lasten bewerkstelligen kann. Dies ist in der Regel bei "klassischen" Holzbalkendecken (Deckenbalken mit rechtwinklig dazu verlaufenden Holzbohlen) der Fall. In Kategorie A3 ist zusätzlich noch eine einzellast mit 100 kg und einer Aufstellfläche von 20 cm x 20 cm nachzuweisen.


    Nach Aussage des TE handelt es sich um eine Stahlbetondecke. Diese wurde 1955 ebenso wie heute mit 150 kg/m² nachgewiesen.


    Verkehrslasten von 250 kg/m² sind in der Norm nach meinem Wissen gar nicht vorgesehen. Es gibt 200 kg/m², 300 kg/m² und aufwärts bis 750 kg/m² in Industriebauten und Versammlungsräumen (Stadien, Tribünen ohne feste Bestuhlung)

    Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehen bleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre)

  • Gerade mal nachgeschaut, bei mir stehen 2,7kN/m² Nutzlast in der Deckenstatik.

    Ist auch richtig so.


    1,5 kN/m² für die Verkehrslast und 1,2 kN/m² Trennwandzuschlag.


    Damit sind die nichttragenden Wände auf der Decke erfasst. Hat den Vorteil, dass die Wände nicht ortsgebunden sind und die Raumaufteilung quasi nach belieben geändert werden kann.


    Allerdings sind die 1,2 kN/m² durch die Trennwände auch schon aufgebraucht, so dass man trotzdem nur 1,5 kN/m² als Verkehrslast auf die Decke aufbringen darf.

    Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehen bleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre)

  • Der kann schon bei dünnen Wänden mit großer Rohdichte überschritten sein.


    Zu Nutzlasten und möglichen Trennwandzuschlägen gibt es eine auch für Laien eine recht gute Übersicht der KS-Industrie.

    Wobei du jetzt nicht ernsthaft eine 36,5er Wand oder eine Wand der RDK >/= 1,8 als leichte Trennwand bezeichnen willst, für die der Trennwandzuschlag gedacht ist. Zumal der Link zeigt, dass bei 11,5er Wände für den Zuschlag Schluss ist...


    Off-Topic:

    Wenn der TWP versuchen würde 36,5er Wände bei der Deckenbemessung als "leicht" zu verkaufen, gäbe es in der Prüfung einen ordentlichen Eintrag. Und ja, ich bin mir bewusst, dass EFH in der Regel nicht geprüft werden. Das sollte der TWP aber trotzdem wissen, zumal die Norm Kriterien für die Anwendbarkeit der Zuschläge vorgibt.

    Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehen bleiben soll, muß recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine. (Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre)

  • Wobei du jetzt nicht ernsthaft eine 36,5er Wand oder eine Wand der RDK >/= 1,8 als leichte Trennwand bezeichnen willst, für die der Trennwandzuschlag gedacht ist. Zumal der Link zeigt, dass bei 11,5er Wände für den Zuschlag Schluss ist...

    Genau darauf wollte ich hinweisen. Bei 2-seitig geputzten Wänden ist bei d = 11,5 cm, Rohdichteklasse 1.4 und 2,65 m Wandhöhe Ende mit Trennwandzuschlag. Dann sind die Wände als Lasten anzusetzen, ggf. kann auf den Trennwandzuschlag dann verzichtet werden. Was ich nie machen würde, aber zulässig wäre es.

    Ich hab einzelne Trennwände 11,5 mit 2,0 RDK. Da bin ich wohl 100% drüber

    Da hat der Statiker gepennt.


    Es hatte doch Vorteile für den Bauherren, als Statiken für (jetzt) Gebäudeklassen 1-3 noch geprüft wurden.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas