Feuchte Innenmauer

  • Liebe Experten,


    ich habe zunehmend Feuchtigkeit an einer Innenmauer.

    Als Verursacher verdächtig sind eine Abwasserleitung, die Wasserleitung und ein stillgelegter Kamin (oben am Dachboden zugemauert, aber mit Abluftrohr durch das Dach, leider auch ohne Türchen unten) mit Dunstabzugshaube.

    Mir ist klar, dass ich die Mauer öffnen muss.

    Da ich möglichst zielgenau arbeiten will, bitte ich Euch um Eure Meinung, wo der beste Punkt hierfür ist. Dazu habe ich ein Bild angehängt.

    Ist F-8 richtig?
    Kann den die Feuchtigkeit von den evtl. undichten Leitungen soweit nach oben wandern? Sagt die Farbe der Ausblühung etwas aus?

  • Mir ist klar, dass ich die Mauer öffnen muss.

    Weshalb?


    Ich würde zuerst durch Messen die Feuchte zu orten versuchen. Verfärbungen der Oberfläche sind ein Indiz bei der Ortung, ersetzen aber nicht die Messungen! Ich würde per Hochfrequenzmessung die Feuchteverteilung in der Wand bzw. den Wänden zerstörungsfrei zu erfassen versuchen und dann darzustellen. Oft ergibt sich schon allein daraus ein eindeutiger Hinweis auf die Ursache.


    Mit

    ... ein stillgelegter Kamin (oben am Dachboden zugemauert, aber mit Abluftrohr durch das Dach, leider auch ohne Türchen unten) mit Dunstabzugshaube.

    gibt es einen Hauptverdächtigen, an dem ich mit der Messung beginnen würde.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • und ein stillgelegter Kamin

    Bei einer Versottung würde ich nicht nur eine Verfärbung sondern auch einen entsprechenden Geruch erwarten, auch wenn der Schornstein nicht mehr in Betrieb ist.

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  • Bei einer Versottung würde ich nicht nur eine Verfärbung sondern auch einen entsprechenden Geruch erwarten, auch wenn der Schornstein nicht mehr in Betrieb ist.

    Welcher Geruch? Ich nehme leichten Schimmelgeruch war.

  • Bei einer Versottung würde ich nicht nur eine Verfärbung sondern auch einen entsprechenden Geruch erwarten ...

    Ich vermute eher, dass es durch

    ... stillgelegter Kamin (oben am Dachboden zugemauert, aber mit Abluftrohr durch das Dach, leider auch ohne Türchen unten) mit Dunstabzugshaube.

    zu Kondensat / Tauwasserausfall an der Schornsteininnenseite kommt / gekommen ist. Dabei könnten Anhaftungen aus den Rauchgasen ausgewaschen werden. Es könnten sich aber auch mehrere Effekte überlagern. Als allererstes messen!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich nehme leichten Schimmelgeruch war.


    Schimmel riecht anders, wie feuchte Erde oder faul, während eine Versottung so in Richtung Schwefel riecht. Das hängt mit den Rückständen aus den Rauchgasen zusammen die sich im Schornstein ablagern, und die dann ja durchfeuchten.

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  • zu Kondensat / Tauwasserausfall an der Schornsteininnenseite kommt / gekommen ist.

    Das Abluftrohr wurde ja bis über´s Dach gezogen, d.h. die Abluft kann nur im Abluftrohr kondensieren, nicht im Schornstein. Die warme Abluft im Abluftrohr erwärmt natürlich ein wenig die stehende Luft im Schornstein. Ob durch das Erwärmen der Luft im Schornstein mit nachfolgendem Abkühlen so viel Kondensat entstehen kann, da bin ich mir noch nicht so sicher.

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  • Das Abluftrohr wurde ja bis über´s Dach gezogen, d.h. die Abluft kann nur im Abluftrohr kondensieren, nicht im Schornstein.

    Und wo läuft das Kondensat dann hin oder bleibt es auf alle Ewigkeit im Rohr stehen? Und ist das Rohr dicht, dampfdicht, wasserdicht, bis über OK Schornstein??

    Die warme Abluft im Abluftrohr erwärmt natürlich ein wenig die stehende Luft im Schornstein. Ob durch das Erwärmen der Luft im Schornstein mit nachfolgendem Abkühlen so viel Kondensat entstehen kann, da bin ich mir noch nicht so sicher.

    Ich schon. Ich habe es 'mal für ein Gutachten ausgerechnet. Dort kamen pro Tag durch den Gasherd und Kochen rd. 0,5 Liter aus dem Abluftrohr. :eek:


    Beim TS kann natürlich alles anders sein. Genau deshalb erstmal messen!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Schimmel riecht anders, wie feuchte Erde oder faul, während eine Versottung so in Richtung Schwefel riecht. Das hängt mit den Rückständen aus den Rauchgasen zusammen die sich im Schornstein ablagern, und die dann ja durchfeuchten.

    Definitiv kein Schwefel/Brand/Rauch-Geruch.

  • Und wo läuft das Kondensat dann hin oder bleibt es auf alle Ewigkeit im Rohr stehen?

    Das kann bei solchen Konstruktionen tatsächlich passieren, ich habe auch schon erlebt, dass das Kondenswasser bis in die Dunstabzugshaube zurückgelaufen ist, und dann tropfte die Brühe auf die Schnitzel. Deswegen sollte man die Abluft nicht ungedämmt durch kalte Bereiche führen, dann können sich höchstens am Austritt zum Dach ein paar Tropfen bilden, und das auch nur wenn es draußen richtig kalt ist.

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  • Vielen Dank für Eure Hilfe.

    Ich habe nun jemanden gefragt, der über die Installation mehr wusste. Das Haus ist alt (1845). Es scheint so zu sein, wie ich im Bild beschreibe. Das Abluftrohr der Dunstabzugshaube geht in den Kamin. Oben im Dachboden gibt es wohl nur ein Abluftrohr, welches nicht durchverbunden ist. Damit würde sich alles erklären. Scheint nicht besonders professionell gemacht worden zu sein.
    Ich werde als nächstes den Dachboden an der Kaminstelle aufmachen und prüfen, ob das wirklich so gemacht wurde. Falls das so ist, würde ich einen isolierten Abluftschlauch einfügen. Wäre das dann so richtig?


  • Es scheint so zu sein, wie ich im Bild beschreibe.

    Aua, mit so viel "Kreativität" hatte ich nicht gerechnet.


    Rohr einziehen ist schon mal eine gute Idee, dann sollte der Schornstein wieder abtrocknen. Beim Einziehen kann man ja schon einmal schauen, ob der Schornstein innen "tropft".

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  • ch habe nun jemanden gefragt, der über die Installation mehr wusste. Das Haus ist alt (1845). Es scheint so zu sein, wie ich im Bild beschreibe. Das Abluftrohr der Dunstabzugshaube geht in den Kamin. Oben im Dachboden gibt es wohl nur ein Abluftrohr, welches nicht durchverbunden ist. Damit würde sich alles erklären. Scheint nicht besonders professionell gemacht worden zu sein.


    Dann könnte das die Ursache der Durchfeuchtung sein, von der wir aber weiterhin nicht wissen, ob sie tatsächlich existiert.

    Ich werde als nächstes den Dachboden an der Kaminstelle aufmachen und prüfen, ob das wirklich so gemacht wurde. Falls das so ist, würde ich einen isolierten Abluftschlauch einfügen. Wäre das dann so richtig?

    naja ...


    Die professionelle Lösung wären korrosionsfeste Rohre, die möglichst in einem Stück senkrecht verlegt und luftdicht verklebt sind. Idealerweise sind diese wärmegedämmt und die Wärmedämmung ist mit einer dicht verklebten (Wasser-) Dampfsperre wasserdampfdicht ummantelt. Außdem braucht es für jeden senkrechten Leitungsteil eine Einrichtung zum Auffangen und Ableiten von Kondensat. Der Unterschied sollte deutlich geworden sein!?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Erst mal ganz anderes Thema: Ich finde die Skizzen sehr aufschlussreich. Da kann man sich sehr gut etwas darunter vorstellen.


    Was mich auch noch interessieren würde: Wie lange wohnst Du schon drin? Gab es schon vorher Anzeichen? Hast Du irgendetwas verändert/hinzugefügt.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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