Feuchtigkeit im Mauerwerk und Keller. Wie kann man das Problem beheben ?

  • Hallo,

    ich habe vor kurzer Zeit von meiner Mutter ein älteres Haus geerbt.


    Leider gibt es einen recht hohen Grundwasserspiegel und der Keller ist feucht.

    Vor 15 Jahren wurde die hintere Außenfassade aufgegraben, isoliert und eine Sperre gesetzt.

    Was genau gemacht wurde, kann ich nicht mehr nachvollziehen.


    Die Wände sind im Keller an allen Außenseiten feucht und der Putz blättert ab.

    An der vorderen Fassade gleiches Schadensbild. Ich denke, es handelt sich um Salze im Mauerwerk.

    Nach einigen Stunden bei Google handelt es sich wohl um Salpeter.


    Da mein finanzielles Budget begrenzt ist, dachte ich an eine Horizontalsperre mit druckloser Injektion, um die Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk über der Bodenebene zu bekommen.

    Kann mir jemand etwas zu der Vorgehensweise sagen?


    Ich würde als erstes den kompletten Putz in den Kellerwänden entfernen.

    Danach die Feuchtigkeit der Wände messen und ggf. mit einem Bautrockner und Infrarotplatten die Wand soweit austrocknen, bis sie den Spezifikationen des Injektionsmittels entspricht.


    Meine Frage ist nun, ist dieses Vorgehen soweit richtig, bzw. welche anderen Optionen gibt es und wie lange sollte man die Wände unverputzt lassen, bis ein Sanier- oder Kalkputz aufgetragen wird? Würde vielleicht auch eine dauerhafte automatische Entlüftung der Kellerräume mit Lüfter und Hygromat helfen die Kellerräume trocken zu halten ?


    Bin für Tips sehr dankbar :)


    Vielen Dank für Eure Hilfe im voraus.


    Gruss Dennis

  • Ich habe mehrere Fragen:

    • Bild 3: Ist da eine Dämmung davor? Oder was ist das für ein Sockel?
    • Es sind neue Fenster eingebaut, oder?
    • Welche Innen- und Aussenansichten gehören zusammen
    • Wie möchtest Du den Keller in Zukunft nutzen?

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Hallo Anda, in Bild 3 ist eine Dämmung vorgesetzt. Dies ist vor vielen Jahren erfolgt aber ich habe keine Unterlagen darüber.

    Auf der Rückseite des Hauses also den beiden Bildern mit der Dämmung und Sockel sind neue Fenster verbaut.

    Bild 1 und 2 ist die Vorderseite des Hauses an der der Putz bereits richtig bröckelt. Bild 3 und 4 ist die Rückseite.


    Bild 3 und Bild 8 gehören zusammen. Bild 4 und Bild 6 und 7 gehören zusammen. Bild 1 und Bild 5 gehören zusammen.


    Der Keller soll nur als Abstellraum genutzt werden. Es befinden sich diverse Waschmaschinen im Keller aber

    ist nicht angedacht ihn auszubauen.


    Gerne würde ich den Keller soweit es geht trocken bekommen und mir irgendwann über die Fassade des Hauses vorne Gedanken machen

    aber wenn alle Paar Jahre der Putz abbröckelt wird es eine kostspielige Sache.


    Was würdest Du machen ?

  • Leider gibt es einen recht hohen Grundwasserspiegel und der Keller ist feucht.

    Vor 15 Jahren wurde die hintere Außenfassade aufgegraben, isoliert und eine Sperre gesetzt.

    Was genau gemacht wurde, kann ich nicht mehr nachvollziehen.

    schade! Dann sollte man dies als allererstes herauszufinden versuchen, bspw. indem man eine max. einen Meter breite Probeschachtung macht, allerdings ggf. mit einem Verbau um dort nicht verschüttet zu werden.

    An der vorderen Fassade gleiches Schadensbild. Ich denke, es handelt sich um Salze im Mauerwerk.

    Ja, richtig. Aber die Frage ist, wo diese herkommen. Sicher ist nur, dass von außen eindringendes oder kapillar von unten aufsteigendes Wasser sie mitgebracht hat.

    Nach einigen Stunden bei Google handelt es sich wohl um Salpeter.

    Nur dann, wenn in diesen Räumen Vieh gehalten wurde und so fäkalienhaltige Abwässer in das Mauerwerk gelangen konnten oder Mineraldünger in großer Menge offen gelagert wurde.


    Die Salze sind meiner Einschätzung nach vor allem der Indikator für einen lange andauernden Feuchtestrom von außen / unten durch das Mauerwerk.

    Kann mir jemand etwas zu der Vorgehensweise sagen?


    Ich würde als erstes den kompletten Putz in den Kellerwänden entfernen. Danach die Feuchtigkeit der Wände messen und ggf. mit einem Bautrockner und Infrarotplatten die Wand soweit austrocknen, bis sie den Spezifikationen des Injektionsmittels entspricht.


    Meine Frage ist nun, ist dieses Vorgehen soweit richtig,

    Sinnvoll wäre:

    1. Die Ursache des Feuchtezutritts zu finden. Dafür zu erst die Feuchteverteilung messen und "kartieren", also zeichnen.
    2. Den Feuchtezutritt zu unterbinden (= abdichten! idealerweise von außen).
    3. Das Mauerwerk zu trocknen.
    4. Die Mauerwerksoberflächen raumseitig zu beschichten.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ja, richtig. Aber die Frage ist, wo diese herkommen. Sicher ist nur, dass eindringendes oder kapillar aufsteigendes Wasser sie mitgebracht hat.

    Könnte da Streusalz eine Rolle spielen? Das Haus steht ja wohl an der Straße.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Könnte da Streusalz eine Rolle spielen? Das Haus steht ja wohl an der Straße.

    Das ist denkbar. Aber Mauerwerk enthält auch von allein immer einige Mineralsalze. Sichtbar werden Salze immer erst durch erheblichen Feuchteeintrag, wenn auf der warmen / trockenen Seite (Oberfläche) der Wand das Wasser verdunstet und dabei die mitgebrachten gelösten Salze zurückbleiben und auskristallisieren!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Auf den Bildern sehe ich von außen:

    Schadhafte Fassade mit Nässeschäden im oberen Bereich.

    Sockelbereich mit einer vorgesetzten Dämmung. Ob darunter

    fachgerecht abgedichtet wurde, lässt sich natürlich nicht erkennen.

    Kellerbereich innen:

    Eindringende Feuchtigkeit von außen sichtbar.


    Die Optimallösung wenn kein Wasser über die Bodenplatte

    kommt, ist das Abdichten von außen.

    Wenn Wasser auch über die Bodenplatte kommt, wird es

    deutlich aufwändiger und teurer.

    Hier würde ich als Laie keine unnötige Zeit und teures Geld

    für Material verschwenden. Das gehört in Profihand!


    Nur die Fassade von unten zu richten ist zu kurz gedacht.

    Eindringendes Wasser von oben ist genauso schädlich wie

    von unten.


    LG Oliver

  • Hallo Zusammen,


    ich werde nochmal alle alten Unterlagen durchsehen ob es eine alte Rechnung gibt die besagt was genau an der Außenfassade gemacht wurde.

    Vielleicht bringt es etwas Lich ins Dunkel.


    Liege ich richtig in der Annahme, dass der Putz auf jeden Fall runter muss bevor ich eine Feuchtigkeitsmessung machen kann ?

    Ist eine Messung mit diversen Bohrlöchern in verschiedenen Tiefen sinnvoll oder reicht z.B. eine Oberflächenmessung ?


    Als Messgerät würde ich eines von Trotec mit Kugel nehmen.


    Feuchtemessgerät / Feuchteindikator BM31 - TROTEC-Shop

  • ich werde nochmal alle alten Unterlagen durchsehen ob es eine alte Rechnung gibt die besagt was genau an der Außenfassade gemacht wurde. Vielleicht bringt es etwas Lich ins Dunkel.

    Das kannst Du tun, aber auch wenn Du wüsstest, was damals gemacht wurde, sollte der derzeitige Zustand geprüft werden. Und: Die Erfahrung zeigt, dass noch lange nicht tatsächlich gemacht worden sein muss, was auf der Rechnung steht.

    Liege ich richtig in der Annahme, dass der Putz auf jeden Fall runter muss bevor ich eine Feuchtigkeitsmessung machen kann ?

    nein

    Ist eine Messung mit diversen Bohrlöchern in verschiedenen Tiefen sinnvoll oder reicht z.B. eine Oberflächenmessung ?

    Zur Orientierung erst zerstörungsfreie grobe Messungen, dann ggf. genauere Messungen im Wandaufbau.

    Als Messgerät würde ich eines von Trotec mit Kugel nehmen. Feuchtemessgerät / Feuchteindikator BM31 - TROTEC-Shop

    Für orientierende Messungen sind Geräte für zerstörungsfreie Hochfrequenzmessungen geeignet. Für die Interpretation der "Mess-" Werte solcher Geräte reicht Laienwissen allein aber meist nicht aus. (Durch ein Ultraschallgerät allein kann man als med. Laie Patienten auch nicht ausreichend diagnostizieren.)


    Off-Topic:

    (Statt der Angabe "Selbstständig" wäre in Deinem Nutzerprofil die Angabe des Tätigkeitsfeldes hilfreicher.)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Ich habe die Rechnung gefunden. Es wurden folgende Arbeiten an der Fassade hofseitig durchgeführt :


    1. Außenwand hofseitig auf 18lfd.m freischachten und nach Isolierung wieder verfüllen

    2. Kellerwand reinigen und Unebenheiten und Fehlstellen verputzen

    3. Streichen von Grundierung und Aufbringung von Dickbeschichtung gegen teilweise drückendes Wasser

    4. 8cm Dämmplatten anbringen, spachteln und armieren ( Sockeldämmung ), Putzgrundierung streichen, Aufbringung von Strukturputz


    An der Vorderseite wurde wohl nichts gemacht.