Schlacke in Holzbalkendecke

  • Hallo zusammen wir sind gerade dabei ein Zechenhaus von 1917 zu sanieren.
    Dort haben wir die Dielen im ersten Og rausgenommen, darunter kam Schlacke zum Vorschein.

    Wir haben die Schlacke komplett rausgenommen dabei hat es sehr gestaubt und hatten dabei FFP2 Masken auf.
    Unter der Schlacke war eine Art Teerpappe als Rieselschutz angebracht die sofort zu schwarzen feinen Staub zerfallen ist sobald man die berührte.
    Ein paar Tage später kam ein Bekannter vorbei und fragte ob wir die Schlacke auf Schadstoffe haben testen lassen.
    Ich habe anschließend etwas gegoogelt und Gelesen das es Schlacken gab die Radioaktiv waren und mit Schwermetallen belastet waren.
    Nun meine Frage.
    Wir hatten FFP2 Masken auf die zwar was gebracht haben aber es kam trotzdem was durch die Maske, da es sehr stark gestaubt hat.
    Ein Bekannter hatte sogar nur eine medizinische Maske aufgesetzt die natürlich garnichts gebracht hat.
    Gibt es hier jemand der sich mit solch alten Baumaterialien auskennt? Wie schädlich diese Schlacke ist ?
    Da der Staub sich im ganzen Haus verteilt hat geht davon hinterher durch Rückstände noch eine Gesundheitsgefährdung aus ?


    Vielen Dank im Voraus.
    :thumbsup:

  • Ich habe anschließend etwas gegoogelt und Gelesen das es Schlacken gab die Radioaktiv waren und mit Schwermetallen belastet waren.

    Ja die gab es, und es gab auch "Schlacke" die völlig unbedenklich ist. Wie soll man jetzt aus der Ferne sehen, was bei Dir verbaut war? Das kann man nicht einmal dann verbindlich sagen wenn man direkt vor Ort wäre. Da hilft wirklich nur, Probe nehmen, einschicken und analysieren lassen.

    Achtung, mit dem Labor klären, auf was untersucht werden soll.


    Warum wurde die Schlacke entfernt? Angst vor Schwermetallen? oder waren die Balken schon marode? Dir ist hoffentlich klar, dass ein neuer Aufbau nicht so trivial ist, zumindest wenn noch ein bisschen Schallschutz gewährleistet sein soll. Das wird gerne mal unterschätzt.

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  • Vielen Dank für die Antworten,


    die Schlacke wurde entfernt weil Träger ausgetauscht werden müssen.
    Ich werde dann wohl eine Probe ins Labor schicken.
    Weiß jemand an welchen Labor ich mich da wenden kann.
    Hat jemand einen link etc.?

  • Ja, die Schlacken sind idR schwermetallhaltig, meist Blei, Kupfer und Zink. Meist auch so gut wie nicht löslich. PAK in höheren Konzentrationen eher selten.

    Bei ein bissl aufgenommenem Staub sind die SM aber eher als Spurenelemente zu werten. Bedenklicher ist da der Staub an sich.
    Also vermeiden, wenn es geht, aber nicht verrückt machen.

  • ...jetzt ist das gröbste eh vorbei. Aber trotzdem ist es sicher vernünftig die Schlacke noch untersuchen zu lassen. Dann weil weiß man zumindest, wie gründlich die Reinigung werden muss.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Danke für die Antworten,


    ich werde mal schauen was bei der Probe raus kommt.
    Vielleicht ist das alles ja kein Problem.
    Selbst wenn die Schlacke belastet ist glaub ich nicht das dass Risiko zu erkranken sehr hoch ist, da leben Raucher etc. gefährlicher denke ich. Was würden für körperliche Schäden zu erwarten sein wenn die belastet wäre? Deshalb spar ich mir mal das mit der Versicherung und schaue auf die Ergebnisse ;)

  • Selbst wenn die Schlacke belastet ist glaub ich nicht das dass Risiko zu erkranken sehr hoch ist,

    Um zu erkranken müssen die Schadstoffe erst einmal in nennenswerter Menge in den Körper kommen, und das ist bei Schwermetallen in so einer Schlacke eher schwierig. Es wird ja kaum jemand auf die Idee kommen und die Schlacke kiloweise essen. Die Mengen die man einatmen könnte führen nicht gleich zu einer durch Schwermetalle verursachten Erkrankung mit tödlichem Ausgang.

    Das sind die guten Nachrichten.


    Die schlechte Nachricht ist, dass auch geringere Mengen als die letale Dosis zu einer Erkrankung führen können. Dafür gibt es keine echten "Grenzwerte", denn jeder Körper reagiert etwas anders. Man kann aber unterstellen, dass auch dafür Kleinstmengen nicht ausreichen, auch wenn sich solche Schadstoffe im Körper anreichern können usw.


    d.h. Das Risiko ist überschaubar, man muss (sollte) verhindern, dass die Schadstoffe in nennenswerter Menge in den Körper gelangen, was an sich nur über den Staub möglich ist.


    Das erreicht man indem man beim Ausbau der Schlacke eine unkontrollierte Verbreitung vermeidet, die Staubentwicklung sollte also möglichst gering sein. Gleichzeitig sollte man sich selbst schützen (Maske, Brille).

    Nach der Arbeit sind die Räume und Werkzeuge zu reinigen um Staub zu beseitigen. Schutzkleidung zu entsorgen, normale Kleidung waschen, dann einmal unter die Dusche und Thema ist erledigt.


    Diese Vorsichtsmaßnahmen/Abläufe sollte man immer einhalten, egal was für eine Art Staub bei der Arbeit entsteht.


    Ich wüsste daher nicht, warum man sich vor der Schlacke fürchten müsste, selbst wenn diese mit Schadstoffen wie Schwermetallen belastet sein sollte. Ein paar grundlegende Regeln für den Umgang reichen aus um sich zu schützen.

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  • Wir haben auch das Problem, dass diese Schlacke raus muss, da eine Fußbodenheizung installiert werden soll. Gibt es eine Alternative zum Schaufeln? Google zeigte uns einen Saugbagger aber für 60m² scheint das überdimensioniert. Funktioniert ein Aschesauger oder gibts andere Möglichkeiten?


    Lg und danke!

  • Wir haben auch das Problem, dass diese Schlacke raus muss, da eine Fußbodenheizung installiert werden soll.

    Weshalb muss die Schlacke raus? Grundsätzlich sind solche Schüttungen bauphysikalisch sinnvoll und gesundheitlich unbedenklich, so dass ihr Austausch vor allem eines bringt, nämlich Arbeit und deshalb selten wirklich sinnvoll ist.

    Gibt es eine Alternative zum Schaufeln? Google zeigte uns einen Saugbagger aber für 60m² scheint das überdimensioniert.

    Es dürfte um 6 m3 Material gehen. Dafür ist so ein Großsauger schon sinnvoll. Aber entsprechende Arbeitskraft ist oft billiger.

    Funktioniert ein Aschesauger ... ?

    Nein, denn der saugt die mittleren großen Brocken nicht an und er müsste bei einem Nutzvolumen 30 Litern bei 6.000 Litern Schüttung mind 200 mal ausgeleert werden, was jedesmal mit heftiger Staubentwicklung verbunden wäre, so dass man bezüglich des Staubes nichts erreicht hat. Ein Saugofant transportiert das Material gleich bis ins Transportfahrzeug und lässt es dort staubarm liegen, siehe hier!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ausserdem, selbst wenn man von 6 m³ loser Schüttung ausgeht (also viel Luft), dann sind das immer noch deutlich mehr als 300 kg.

    ???


    Der Kubikmeter Schlacke wiegt laut Schneider-Bautabellen zwischen 1.200 und 1.700 kg.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Funktioniert ein Aschesauger oder gibts andere Möglichkeiten?

    Ein Aschesauger ist damit völlig überfordert, sowohl von der Saugleistung als auch vom Behältervolumen, damit wärst Du tagelang beschäftigt. Ein paar Kumpels, eine Menge Eimer und Schippen, und los geht´s. Die Reste kannst Du dann mit einem "Staub" sauger entfernen.

    Vielleicht noch in eine Bauschuttrutsche (schlauch) investieren, falls man den Container passend positionieren kann.


    Laufwege schaffen und darauf achten, worauf man tritt. Sicherheit am Arbeitsplatz, nicht dass versehentlich mal jemand eine Etage tiefer liegt.


    Vorher würde ich mich aber fragen, warum die Schlacke entfernt werden soll. Dir sollte klar sein, dass Du mit einer Wärmedämmung zwischen den Balken zwar den Wärmestrom der FBH nach unten reduzieren kannst, aber das geht zu Lasten der Schalldämmung. Deswegen genau überlegen, durch was die Schlacke ersetzt werden soll.

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  • Danke für eure schnellen Antworten!

    Es geht um Trittschallisolierung der alten Tramdecke bzw. um eine Verstärkung der Tram, da ein Estrich für die Fußbodenheizung gemacht werden soll und noch nicht klar ist, ob das von der Statik überhaupt geht bzw. ob die Tram noch in Ordnung sind. Vorerst soll mal nur ein kleiner Teil freigelegt werden.

    Dann wird wohl Geschaufelt werden.


    lg und danke!

  • Es geht um Trittschallisolierung

    Ich weiß der folgende Ratschlag wird nicht so gerne gehört, aber wenn es Dir um Schalldämmung geht, dann schau ob Du einen Akustiker findest der Erfahrung mit solchen Baumaßnahmen hat. Fehler rächen sich sofort, und Du wirst mit dem Ergebnis nicht glücklich. Es gibt ja nicht nur Trittschall, sondern auch Luftschall, und für Komfort in den Räumen darüber ist auch Gehschall ein Thema.

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  • Für den Trittschall ist die Schlacke wunderbar, da schwer. Die Umplanung einer Holzbalkendecke ist wegen der Vielzahl der zu beachtenden Parameter besondres wenig für plan-it-yourself ("PIY") geeignet. Akustik ist ein Thema, Brandschutz ein anderes und es gibt noch mehr. In dem Fall würde ich zu einem technisch versierten Architekten oder einer Architektin raten.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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