Windschutz als Geländerersatz bzw. Absturzsicherung Dachterrasse

  • Hallo,

    Wir haben eine unfertige Dachterasse die noch keine Absturzsicherung hat. Leider lässt sich nach meiner Meinung ein fest verschraubtes Geländer (mit Anbringung an Hauswand, oder Dach) nicht einfach und schön anbringen. Und ich möchte auch keine Durchdringung der Dachhaut haben. Habe einfach Schiss vor Undichtigkeit.


    Deshalb der Wunsch meiner Frau als Absturzsicherung für unsere noch nicht fertige Dachterrasse das unter Bild 1 gezeigte Windschutz System zu verwenden incl. Bepflanzung (welche Pflanzen auch immer das Klima dort oben abkönnen)…..


    Die von ihrer angedachten Form das System aufzustellen wäre ein L mit Länge 6 m und 2,7 m.


    Die Höhe würde im gesamten (Kasten + Glas) ca. 1,5 m betragen.


    Lageskizze siehe Bild 2.


    Fakten:


    -Der Hersteller der Windsicherungen hat dies nicht als Absturzsicherung zugelassen.


    -Das Gesamtgewicht eines Elementes mit den Maßen des Kastens von:


    Länge ca. 1,30 m, Tiefe ca. 50 cm und 40 cm Höhe incl. Glas + Erde und Sandfüllung würde ca. laut Hersteller 290 kg betragen.


    -Aufbau würde 7 Elemente vorsehen, die untereinander über die Stirnseiten verklammert/verschraubt wären. (S. Skizze Bild 2)


    -Das Gesamtgewicht würde somit ca. 1900 kg betragen (Die Gesamtaufstellfläche auf Lastverteilungsplatten ca. 3,8 m2)


    - Die Gesamtfrontfläche des Systems würde an der langen L-Seite ca. 9,7 m2, an der kurzen L-Seite ca.3,4 m2 betragen


    -Der Dachaufbau der Terrasse (bereits geplant als zu nutzende Dachterasse) ist mit Dämmung EPS031 ausgeführt mit einer laut Datenblatt Druckspannung von >150kPa.

    Die Attika Höhe beträgt ca. 35 cm. Die Dachterrasse befindet sich in ca. 7 m Höhe.



    Fragenreigenfolge:


    Ohne Zulassung des Herstellers des Windschutzsystems , macht es überhaupt Sinn weiter darüber nachzudenken? Gibt es Möglichkeiten dieses System über Abstützungen/Modifikationen (ohne ein vorgelagertes Geländer) zu einer regelkonformen Absturzsicherung umzuändern? Ausleger anbringen, etc…..Stichwort Holmlast 0,5KN (bei Privathaus)


    Ist die Dachdämmung in der ausgeführten Art geeignet solche Lastverteilung (1,9 t auf ca. 4,2 m2. schadlos zu tragen?


    Kennt jemand Alternativen die geeignet wären, ohne Feste Montage an Dach oder Mauerwerk? Geeignet auch in Hinsicht auf Bepflanzungsmöglichkeit, Gewicht, Dachdämmung etc?


    Vielen Dank

  • Ohne Zulassung des Herstellers des Windschutzsystems , macht es überhaupt Sinn weiter darüber nachzudenken?

    Eigentlich nein. Du kannst natürlich beten und hoffen, dass so genug "abschreckende" Wirkung erzielt wird, das die Absturzsicherung nie getestet wird. Was aber, wenn doch?

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Länge ca. 1,30 m, Tiefe ca. 50 cm und 40 cm Höhe incl. Glas + Erde und Sandfüllung würde ca. laut Hersteller 290 kg betragen.

    Plus Wasser nach einem starken Regen.

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  • ich kann mir kein Szenario vorstellen, wie hier eine Person trotz dieser Vorrichtung abstürzen könnte.


    Ich denke aber, dass das Gewicht hier problematisch ist für die Dämmung, ggf auch fürs Tragwerk (zumindest nach Norm).


    Ich hab eine ähnliches Flachdach / Dachterrasse.

    Bei mir wäre jedoch ein "U" statt ein "L" abzusichern.


    Meine Überlegungen gehen dahin, dass man eine Grundkonstruktion aus verbundenen Stahlträgern auf die vorhandene Kiesschüttung auflegt.

    Wenn diese als ausreichend Torsionssteif nachgewiesen ist (sollte man berechnen können), kann man auf diesen Stahlträger dann ein herkömmliches Geländer Schrauben. Ein Kippen wird ja bei "L" und "U" jeweils durch entsprechend lange Hebel verhindert.

  • Hach ja, mal wieder die fehlende Planung...

    Jaja...mich würde heute noch interessieren, wie mein damaliger sich in die Insolvenz verabschiedender Bauträger das normgerecht oder von mir auch mit a.R.d.T. gelöst hätte....

    Weil eine Detailplanung habe ich mit den mittels Anwalt erstritten Unterlagen und Dokumentation nicht gesehen....

  • Ich verstehe nicht, weshalb nicht einfach eine Verdübelung der Geländerpfosten auf der Decke mittels Los-Festflansch-Konstruktion erfolgt. Ja, das ist ganz normal statisch nachweisbar, fachgerecht, dicht - und um Tonnen leichter.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich verstehe nicht, weshalb nicht einfach eine Verdübelung der Geländerpfosten auf der Decke mittels Los-Festflansch-Konstruktion erfolgt


    deshalb:

    ich möchte auch keine Durchdringung der Dachhaut haben. Habe einfach Schiss vor Undichtigkeit



    Kennt jemand Alternativen die geeignet wären, ohne Feste Montage

    ja - insgesamt kann das ein nahezu banal wirkender statischer nachweis sein.

    im detail galopiert dabei der wahnsinn. ach was, wen interessiert ein detail? ;)

  • Schiss hin, Schiss her, wenn die baurechtlich erforderliche Art es verlangt, muss man eben noch mal an die Dachdichtung heran. Hilft nix. Außer es lässt sich sonst wo andübeln, aber wir kennen die Konstruktion des Hauses nicht und wissen auch nicht wie weit fertig das Haus ist.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • maba

    Was für einen Belag wollt ihr denn auf der Terrasse haben?

    Das einfachste wäre ein Holzdeck auf Lagerbalken und darauf ein stabiles L-förmiges Rähm, an das man Blumenkästen hängen kann.

    Zum Abstürzen mußt du dann die gesamten 16 m² zum kippen bringen, mit allem, was drauf ist.

  • Nur 18 m²? Da hätte ich mehr erwartet.

    Ich habe mich mal breitschlagen lassen zu einer kleinen Törn auf der Ostsee. War ne interessante Erfahrung, muß ich nicht wieder haben. Da hatte das eine Segel 30 m², größer als meine damalige Wohnung.


    Ich würde das Deck auch lieber an Haus und Mauer befestigen.

  • ... aber wir kennen die Konstruktion des Hauses nicht und wissen auch nicht wie weit fertig das Haus ist.

    Um das Thema rein auf den Dachaufbau des (seit 5 Jahren) bestehenden Flachdaches zurück zu bringen. Anbei noch ein Bild aus früheren Jahren, auch bereits einmal hier im Forum gepostet. Die Dachterrasse schließt an das Dachstudio im 2.OG an.



    Meine Frage:


    Bedeutet der vorhandenen Kennwert der Druckspannung von 150 kPa für die aufgebrachte EPS031 Gefälledämmung, tatsächlich eine rein theoretische Belastbarkeit von ca. 15 Tonnen/m2?


    Das klingt für mich einfach zu viel. Bring ich da etwas durcheinander?


    Mit wieviel kann man tatsächlich eine solche Dämmung bei 150 kPa belasten ohne Schäden (dauerhaft) zu verursachen.


    Hintergrund der Farge ist, dass wir doch eher ein Geländer planen, aber jetzt die Frage nach großen Blumen/Pflanzkübeln aufkam. Und die können ja je nach Größe auch was auf die Waage bringen.

    Dateien

    • DSC01040.JPG

      (15,77 kB, 37 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
  • die 150kPa werden wahrscheinlich der Wert sein, bei dem die Platte schon 10% gestaucht wird (EN 826).

    Manche geben auch Werte für 2% Stauchung nach EN 13163 an.

    Wieviel die Abdichtung oben drauf verträgt? Keine Ahnung. Bitumen vermutlich weniger als EPDM Folie oder so.