Toleranz Verputzarbeiten

  • Schönen guten Tag,

    Wir haben vor kurzem ein Haus gebaut. Dabei handelt es sich um ein Massivhaus, welches wir von Innen von einer Firma verputzt haben lassen. Bei Sonnenschein sind uns diverse Beulen und Unebenheiten aufgefallen, welche bei einem Neubau mehr als ärgerlich sind. Für diese Arbeit haben wir nun mehr bereits 14.000 Euro bezahlt. Der verputzer meint die "Mängel" wären absolut in der Toleranz und nun rief er gestern an, dass er weitere 1000 Euro haben möchte, welche noch offen wären. Nachbessern wäre schwierig, da bereits Tapeten an der Wand sind, wie gesagt es fiel erst bei späteren Lichteinfall auf...nun möchten wir für so eine Arbeit natürlich nicht noch weitere 1000 Euro zahlen, welche Möglichkeiten haben wir? Sind die Dellen tatsächlich Toleranz? vielen Dank im Voraus

  • Die Putzfläche ist aus einem üblichen Betrachtungsabstand zu bewerten. Bei Streiflicht sichtbar werdende Unebenheiten in der Oberfläche sind zulässig, wenn diese die Grenzwerte nach DIN 18202 nicht überschreiten.


    Nach der Definition dürfte der Putz "in Ordnung" sein.


    Was auf den Bildern 2 und 3 zu sehen ist, ist aber handwerklich unterstes Niveau. Das war aber nicht erst bei Sonnenschein erkennbar.

    Nachbessern wäre schwierig, da bereits Tapeten an der Wand sind

    Zwei Fragen:

    1. Wurde die Leistung abgenommen?

    2. Wer hat tapeziert? Firma oder Eigenleistung?

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Was auf den Bildern 2 und 3 zu sehen ist, ist aber handwerklich unterstes Niveau.

    Ja....vielleicht...oder auch nein!


    Das sieht tatsächlich nicht eben toll aus, kann aber dem Streiflicht geschuldet sein, welches selbst kleinste Unebenheiten wie monströse Berge erscheinen lässt.

  • Tapeziert haben wir selber. Ich habe aber gerade nochmal unsere Unterlagen geprüft, weil ich der Meinung war wir hätten die gesamte Summe gezahlt und waren deshalb über das Ergebnis im Nachhinein verärgert. Nun ist mir aufgefallen, dass tatsächlich die gesamte Schlussrechnung beglichen wurde. Da die Haustüre damals aber noch nicht drinnen war konnten sie an dieser Stelle die Arbeit nicht zu Ende führen und sind dazu zu einem späteren Zeitpunkt nochmal gekommen. Meiner Meinung nach war dies aber in der Schlussrechnung mit inbegriffen, nun bin ich sehr verwundert über die Nachforderung von 1000 Euro. Erreicht habe ich in dem Unternehmen heute noch keinen, ich wüsste ja gerne wofür diese Nachzahlung sein soll. Darf die Firma denn nach einer beglichenen Schlussrechnung noch eine Rechnung stellen? Entschuldigen Sie bitte ich bin absoluter Laie, was genau ist eine Oberflächengüte?

  • Die Oberflächenqualität beschreibt die Anforderungen an die Qualität der Oberfläche ;)

    merkblatt03_putzoberflaechen_innenbereich.pdf&usg=AOvVaw19PO4Bm07enNOCFz4T9-Vn

    Wenn nichts besonderes vereinbart wurde, gilt im allgemeinen Q2.


    Das spachteln und schleifen gehört zu den Malerarbeiten. Gleiches gilt für die Beurteilung des Untergrundes hinsichtlich z.B. der Ebenheit.

    Da Ihr die Leistungen selbst erbringt, wäre das Euer Part.


    Ob mangelhaft oder nicht, muss man vor Ort messen/beurteilen. Da aber schon eine Schlussrechnung vorliegt und beglichen wurde, wurde die Leistung zumindestens konkludent abgenommen. Es obliegt also jetzt Euch nachzuweisen, dass ein Mangel vorliegt.


    Wofür die Nachforderung geltend gemacht wird, müsst Ihr das Unternehmen fragen. Üblich ist es nicht, dass nach der Schlussrechnung noch Forderungen kommen. Ausgeschlossen aber auch nicht. (Ausnahme VOB-Vertrag und Schlusszahlungserklärung.)

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18