Glasvordachverankerung in Hohlblockstein

  • Hallo,


    ich möchte ein Glasvordach (ca 60 kg) frei hängend an einem 60er Jahre Haus aus Hohlblocksteinen befestigen. Die Frage ist, ob ich zwei oder drei Zugstreben (ca 45 Grad Winkel) brauche. Die horizontale Zugkraft pro Dübel (10 cm Schnee auf dem Dach aber keine Windlast) ist 280 N bei zwei bzw. 180 N bei drei Dübeln, die Querlast ist bei 45 Grad Zugrichtung jeweils genauso groß. Der Dachhersteller hat mir Kegelbohrungen mit Siebdübeln empfohlen. Reichen dafür zwei Streben oder sollte ich eher drei nehmen?


    Danke und viele Grüße

    Gerhard

  • Die horizontale Zugkraft pro Dübel (10 cm Schnee auf dem Dach aber keine Windlast) ist 280 N bei zwei bzw. 180 N bei drei Dübeln

    Die Schneelast kann bei einem Vordach je nach Gebäudegeometrie und Lage des Gebäudes schnell mal 2 kN/m² und mehr betragen.


    Das wären schonmal bei 2 m² Dachfläche und 4 Befestigungspunkten je 1 kN horizontal und vertikal an den Streben. Wie kommst Du auf 0,28 kN?


    Die zulässigen Lasten bei Verankerung im Mauerwerk sind dann vom Verankerungsgrund und den Ankern selbst abhängig.


    Mein Tipp: Geh zum Statiker, wenn das Ding nicht mal jemandem auf den Kopf fallen soll.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Der Dachhersteller hat mir Kegelbohrungen mit Siebdübeln empfohlen. Reichen dafür zwei Streben oder sollte ich eher drei nehmen?

    Konusbohrungen bei Hohlblocksteinen?


    Irgendwie erinnert mich so ein "Luftkonus" an Siemens Lufthaken. Vielleicht doch besser die Zulassungen studieren und mal den Dübelhersteller fragen.

    Dazu solltest Du möglichst genau wissen, wie das Mauerwerk aufgebaut ist, denn neben der Druckfestigkeit ist auch die Dicke der Stege wichtig, usw.

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  • Hinterschnittanker sind nichts ungewöhnliches; ob die in Krümmelkekssteine das hergeben, wäre zu testen. Aber Hinterschnittbohrungen benötigen Spezialbohrer, ggf. auch - maschinen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ich habe jetzt mal in eine Zulassung der Injektionsanker mit Siebhülsen geschaut, da findet sich die Ausführung mit konischem Bohrloch nur bei PB Steinen.


    Bei einem HBL mit vielleicht 30mm Außensteg (bei Baujahr 1960 könnten die auch etwas dicker sein) stelle ich mir das schwierig vor, und mein Bauchgefühl tendiert eher in die Richtung, dass es besser ist wenn sich der Mörtel hinter dem Steg aufwölbt, als wenn man den ohnehin (relativ) dünnen Steg schwächt und teilweise durch Mörtel ersetzt.

    Bei Vollsteinen, insbesondere insbesondere mit hohem Porenanteil, kann ich mir gut vorstellen, dass so ein Konus bis in beispielsweise 10cm Tiefe von Vorteil ist.


    Vermutlich haben die Hersteller das getestet, und würden auch für HBL eine Empfehlung geben wenn es von Vorteil wäre, aber das ist nur eine Vermutung.

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  • Ein Déjà-vu...


    Stell doch das Vordach komplett auf eigene Füße, statt was in die Wand verankern zu wollen. Macht doch alles einfacher.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Ein Déjà-vu...


    Stell doch das Vordach komplett auf eigene Füße, statt was in die Wand verankern zu wollen. Macht doch alles einfacher.

    Aus gestalterischer Sicht wäre das für mich eine absolute Nulllösung. Es geht nicht um einen Wintergarten oder eine Markise sondern um ein (kleines) Vordach.

    Statisch natürlich super. Klarer Kräfteverlauf ;)


    Ob 2-3-4 oder sonstwieviele Anker erforderlich sind, muss der Statiker bemessen. Dazu braucht der dann den Auszugversuch, wie Ralf Dühlmeyer bereits mehrfach schrieb.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Der TS schreibt von ca. 60 kg Masse. Das entspricht bei VSG und einer angenommenen Stärke von 10 mm einer überdachten Fläche von 2,4 m2. Das würde man doch im Regelfall zuerst an der Wand aufzuhängen versuchen.


    Besteht die Möglichkeit, mit der Verankerung der auf Zug belasteten Dübel in die nächste StB-Decke zu gehen?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich habe ja auch schon von einer Schneelast von 4kN/m2 gelesen (hier). Also 4 Meter Schnee erwartet mich eigentlich nicht. Kann das stimmen, dass es so viel ist?

  • Ich habe ja auch schon von einer Schneelast von 4kN/m2 gelesen (hier). Also 4 Meter Schnee erwartet mich eigentlich nicht. Kann das stimmen, dass es so viel ist?

    Das lässt sich nur schwer sagen, da Schnee sehr unterschiedliche Dichten haben kann, maximal aber die von Wasser und damit auch dessen Masse: knapp 1.000 kg / m3. Demnach entspricht einer Kraft von 4 kN/m2 eine Anstauhöhe von 0,4 m Wasser und so dann noch einmal deutlich mehr Schnee, vielleicht einem Meter. Schnee- und Windlasten sind in D regional sehr unterschiedlich anzusetzen und abhängig von der genauen Gebäudegeometrie und - lage.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Kann das stimmen, dass es so viel ist?

    Was der Hersteller als mögliche Schneelast angibt, und das was Du brauchst, sind zweierlei Paar Stiefel. Man müsste sich jetzt die Statik und eine eventuelle Zulassung anschauen, insbesondere was dort zur Befestigung steht. Es geht ja nicht nur darum, was das Dach selbst an Last verträgt.


    Auf den Bildern sieht man verschiedene Befestigungsmöglichkeiten, der Wandaufbau ist aber nicht bekannt. In Beton verankert hält das Teil vermutlich bombenfest, in ein WDVS geschraubt fällt das Dach runter noch bevor der erste Schnee fällt.


    Ich hoffe es wird klar, worauf es ankommt. Eine Aussage wie


    Zitat


    Für Schneelasten bis zu 4 kN/m2

    ist gut, aber nur die halbe Miete.


    Also 4 Meter Schnee erwartet mich eigentlich nicht

    Die für Deinen Standort anzusetzende Schneelast lässt sich rechnerisch ermitteln. Vermutlich wird man deutlich weniger ansetzen. Je nach Montageort muss man auch prüfen, ob mit abrutschendem Schnee (vom Dach) zu rechnen ist usw.

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